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Autor Thema: Stephen King - Puls  (Gelesen 3837 mal)

elsabina

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Re: Stephen King - Puls
« Antwort #15 am: 10. November 2008, 12:25:45 »

Handlung:
Der Comiczeichner Clay ist beruflich in Boston, als das Chaos ausbricht. Leute, die mit ihrem Handy telefoniert haben, rasten total aus und verletzten entweder sich selbst oder andere.
Clay tut sich mit einem Mann namens Tom zusammen und gemeinsam versuchen sie den zombieähnlichen Menschen zu entfliehen. Als sie Clays Hotel aufsuchen um sich dort zu verstecken, retten sie ein Mädchen namens Alice und sind von nun an zu dritt unterwegs.
Sie beschließen sich gemeinsam aufzumachen und herauszufinden, ob es Clays Exfrau und ihrem gemeinsamen Sohn Johnny gut geht.
Unterwegs treffen sie immer wieder Überlebende, die zum Zeitpunkt des Puls-Ausbruches kein Handy bei sich hatten und erfahren interessante Neuigkeiten über die Handy-Verrückten. Diese verfolgen anscheinend ein höheres Ziel. Wird es Clay und den anderen gelingen, sie aufzuhalten?

Meine Meinung:
Dieser Roman hat mich begeistert, obwohl er so King-untypisch ist. Von der ersten Seite an (wo das Grauen losgeht) bis zur letzten Seite ist der Roman spannend, fesselnd und aufregend (obwohl die Charaktere diesmal nicht so detailliert ausgearbeitet wurden wie in anderen Romanen).
King macht kein Geheimnis daraus, dass er keine Handys mag, ja noch nicht einmal selber eines besitzt.
In "Puls" bringen die mobilen Telefone nur Hass, Mord und Gewalt. Leute, die zum Zeitpunkt des Puls-Ausbruches telefoniert haben, verwandeln sich in Zombies, in leere Hüllen, die zuerst einfach nur gewalttätig sind und erst nach und nach lernen, sich zu Schwärmen zusammenzutun und gemeinsam zu leben.
Eigentlich ein sehr gruseliger Gedanke oder? Telefonieren außerhalb der eigenen vier Wände ist für die meisten Menschen eine Normalität oder wenigstens ein notwendiges Übel. Und von einem Tag auf den anderen ist das nicht mehr möglich. Wie soll man Kontakt zu seiner Familie oder den Freunden aufrechterhalten, wenn man gerade meilenweit weg ist und nicht nach Hause kann, weil auf den Straßen die Handy-Verrückten lauern?
Dieser Roman wurde geschrieben, um die Menschen zum nachdenken zu bringen. Brauche ich wirklich ein Handy? Brauche ich mehrere Handys? Muss ich wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein? Kann ich aufs telefonieren in öffentlichen Verkehrsmitteln, Krankenhäusern, Schulen und Kirchen verzichten?
Wenn es Stephen King kann - können wir es auch!

mohan

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Re: Stephen King - Puls
« Antwort #16 am: 10. November 2008, 14:47:25 »

Das Buch hat mir gefallen. Soweit es um die Dynamik geht, würde ich Tetr4 zustimmen:

Zitat
Nach dem Motto: Laufen, töten, Blut, viel Blut.

Aber ich habe eher den Eindruck, dass King stärker auf das achtet, was zwischen diesen Aktivitäten geschieht. Und da gelingen ihm einige schöne kleine Mosaiken.

Den Zombiefilm, auf den er sich ausdrücklich bezieht, setzt er als bekannt voraus und modifiziert nur hier und dort ein wenig. Z.B. die Erklärung, wie Alice dem Verfolger entkommen ist, ist so simpel wie einfallsreich und voll kompatibel mit Romero. Auch der Einstieg und das Ende sind genretypisch. Wie Clay werden wir Leser in eine Extremsituation hineingezogen, durchlaufen sie mit hohem Tempo und werden anschließend wieder an irgendeiner Stelle aus dem Geschehen rausgeworfen. Genau so funktionieren doch die Vorlagen.

Grüße,
mohan
« Letzte Änderung: 10. November 2008, 15:09:39 von mohan »
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Aredhel

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Antw:Stephen King - Puls
« Antwort #17 am: 06. August 2009, 19:55:10 »

Meine Meinung:

Ich habe "Puls" vor wenigen Monaten gelesen und fand es wirklich gut. Es ist kein "typischer King" (wenn man überhaupt von einem typischen King-Buch sprechen kann, da seine Bücher ja sehr verschieden sind). Aber bei den meisten seiner Romane baut sich der Horror doch eher langsam und schleichend auf - nicht so in "Puls". Schon nach wenigen Seiten bricht das Chaos aus und die moderne Gesellschaft, wie wir sie kennen, zusammen. 
Nennenswerte Längen hat das Buch meiner Meinung nach nicht. Über das Ende kann man wirklich streiten, aber ich fand es gut, irgendwie passt es zum Rest der Geschichte, ein richtiger Abschluss hätte nicht gepasst.

Insgesamt bekommt das buch von mir 4 Ratten  :smile:

 4ratten
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Andreas Tombrink

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Antw:Stephen King - Puls
« Antwort #18 am: 21. August 2009, 22:36:41 »

ich fand das Buch soweit ok....

Ich glaube es gibt auch einen ähnlichen Film mit fast identischen Inhalt (The Signal - das Signal) bei dem diverse Inhalte übereinstimmen. Den Film fand ich superschlecht.

Das Buch zumindest soweit gut umschrieben, das man es durchlesen konnte.

Teilweise hab ich den Eindruck es gibt 2 Stephen Kings: einen realen und einen, der aus tausend Studentenschreibern besteht.

Manche Bücher wie "Es", Shining, Todesmarsch sind flüssig geschrieben....andere wie "Das Spiel" oder "Love" sind absolut langatmig und nur zum einschlafen geeignet.
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Opa Pittschikowski aus dem Ruhrrevier, kennt die Blauen Knappen schon seit 1904 - niemals tat er fehlen, nur einmal war er krank - Oma tat er quälen wenn er schon morgens sang:

Ob ich verroste und verkalke: ich geh immer noch auf Schalke - ob ich erlahme und ergrau...ich liebe Königsblau!

chil

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Re: Stephen King - Puls
« Antwort #19 am: 15. März 2010, 23:01:54 »

Meine bescheidene Meinung:

Eigentlich hätte dieser 1. Oktober der glücklichste Tag im Leben des Künstlers Clayton Riddell werden sollen, schließlich hat er es geschafft, eine graphic novel für eine nicht ganz so kleine Summe Geld zu verkaufen. Doch gerade als er mit seiner Mappe auf dem Rückweg ist, bricht der schiere Wahnsinn aus. Clayton beobachtet, wie ein Hund überfahren wird, sich Menschen plötzlich an die Gurgel gehen und völlig irrationale Dinge tun, sich selbst und andere schwer verletzen und sogar töten. Die Stadt versinkt im Chaos, Clayton steht zuerst fasziniert und hilflos herum, doch dann wird er von einem kleinen Mann mit Schnurrbart aus seinen Gedanken gerissen.

Tom McCourt und Clayton haben schnell herausgefunden, dass vom akut ausbrechenden und grassierenden Wahnsinn nur jene Menschen betroffen sind, die mit einem Handy telefoniert haben. Gemeinsam fliehen die Männer in ein verrammeltes Hotel. Auch dort haben diese seltsamen Zombies, die früher mal Menschen waren, gewütet. Die beiden schmieden einen Plan doch noch bevor sie damit fertig sind, stoßen zwei neue Mitglieder zu ihrer kleinen Zweckgemeinschaft – von denen eines aber nicht besonders lange bleibt.

Die verbliebenen drei Machen sich in der Nacht auf den Weg aus der Stadt hinaus, Clayton hat vor, den relativ weiten Weg zu sich nach Hause zu Fuß zurück zu legen. Er macht sich schreckliche Sorgen um seinen kleinen Sohn, der erst seit kurzem sein eigenes Handy besitzt. Er wird von quälenden Gedanken heimgesucht. Was, wenn sein kleiner Junge telefoniert hat und jetzt selbst einer dieser Zombies ist? Was, wenn er jetzt ganz alleine herumirrt?

Die drei machen Halt in Tom McCourts Haus, wo sie sich bewaffnen, essen und herausfinden, wie die Handyzombies ticken. Sie scheinen sich zu Schwärmen zusammen zu rotten und gegen Abend in eine Art Versteck zu wandern. Also machen die verbliebenen Normies – die normalen Menschen – sich nachts auf den Weg. Sie alle sind von unglaublicher Angst getrieben, doch schnell entwickelt sich doch eine Art von nebeneinander, das die Freunde von Clayton, zu denen sich bald zwei neue gesellen, empfindlich durcheinander bringen. Und die Handy-Zombies werden sich rächen…

Wahrscheinlich zählt meine Meinung nicht so sehr, da ich ja bekennender Stephen-King-Fan bin, aber was soll’s: Ich war trotzdem hellauf begeistert. Natürlich ist das Buch spannend, natürlich lebt es von Horror-Elementen, von einem tiefgründigen Humor und menschlicher Verzweiflung – die Zutaten, aus denen fast jedes King-Buch besteht. Dieses ist den früheren Büchern ähnlicher als beispielsweise „Love“, dennoch aber wieder etwas Neus. King gibt dem Grauen erneut ein Gesicht. Die hypothetische Annahme, Handystrahlen als eine Art Waffe einzusetzen, ist interessant.

Die Charaktere haben genug Zeit und Platz im Roman, sich zu entwickeln und einen ans Herz zu wachsen, man geht im wahrsten Sinne des Wortes ein Stück Weg mit ihnen. Man drückt die Daumen und fiebert mit, und genau das macht ein gutes, unterhaltsames Buch aus. King hat mich wieder einmal mühelos überzeugt, ich nehme es ihm einfach ab. Lediglich das Ende ist ein wenig unbefriedigend, aber hey – es ist Stephen King und nicht Rosamunde Pilcher!
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Taschenbuch: 576 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. Oktober 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453565096
ISBN-13: 978-3453565098

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