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Autor Thema: Haruki Murakami - Kafka am Strand  (Gelesen 4457 mal)

Mascha

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Haruki Murakami - Kafka am Strand
« am: 23. Mai 2006, 18:55:24 »

Kafka am Strand - Haruki Murakami

Zwei Geschichten werden parallel erzählt, ohne dass zunächst klar würde, was die handelnden Personen miteinander verbindet. Da ist zum einen Kafka, der an seinem 15. Geburtstag ausreißt und vor einer düsteren Prophezeiung seines Vaters auf die Insel Shikoku flüchtet. Er schließt Freundschaft mit dem Bibliothekar Oshima -- für manche Überraschung gut -- und verliebt sich in die wesentlich ältere Saeki.

Im Mittelpunkt des anderen Erzählstrangs steht Nakata, der Katzenflüsterer, dessen Geistesschwäche auf einen mysteriösen Vorfall im Jahre 1944 zurück geht. Jetzt glaubt er in einen Mordfall verwickelt zu sein und verlässt Tokio. Unterwegs -- gerade hat es Blutegel geregnet -- trifft er den Fernfahrer Hoshino, auch ihr Weg führt schließlich in Oshimas Bibliothek. Diese dient als eine Art Scharnier zwischen den Welten, zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart, Realität und Fantasie. Ihre Bücher sind für Kafka "lebendiger und fesselnder als die Menschen, die vor dem Bahnhof herumwimmeln". Er verliert sich allmählich in diesem "Zerrspiegel der Zeit", in erotischen Tagträumen -- sind es Träume? -- und Wahnvorstellungen: "Vielleicht habe ich meinen Vater durch meine Träume ermordet." Liebt er die 15-jährige Saeki oder die alte?

Meine Meinung:
Das Buch läßt sich durchaus gut und flüssig lesen, obwohl der Inhalt schon etwas wirr ist. Es ist nichts Realistisches sonder sehr Surrealistisch, z.B. fallen Makrelen und Blutegel vom Himmel. Warum? Wodurch? Keine Ahnung?

Der Schreibstil aber gefällt mir sehr gut und deshalb konnte ich das Buch überhaupt beenden. Ich kann nicht sagen ob mir das Buch wirklich gut gefallen hat, aber es war ein Leseerlebnis. Es bleiben am Schluß allerdings sehr viele Fragen offen.

Von mir bekommt das Buch
 3ratten

« Letzte Änderung: 14. August 2006, 14:04:24 von Alfa_Romea »
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Gruß Mascha

Dogge

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Re: Kafka am Strand - Haruki Murakami
« Antwort #1 am: 23. Mai 2006, 19:07:12 »

Zitat von: Mascha
Ihre Bücher sind für Kafka "lebendiger und fesselnder als die Menschen, die vor dem Bahnhof herumwimmeln". Er verliert sich allmählich ...


Kann es sein, dass du da was durcheinander gebracht hast?

Das Buch hatte ich heute im Buchladen sogar in der Hand, habe es aber nicht mitgenommen. Zum Glück, denn deiner Beschreibung nach wäre es wahrscheinlich nichts für mich.
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Arjuna

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Re: Kafka am Strand - Haruki Murakami
« Antwort #2 am: 23. Mai 2006, 19:14:14 »

Zitat von: Dogge
Zitat von: Mascha
Ihre Bücher sind für Kafka "lebendiger und fesselnder als die Menschen, die vor dem Bahnhof herumwimmeln". Er verliert sich allmählich ...


Kann es sein, dass du da was durcheinander gebracht hast?


 Mascha meinte mit Ihre Bücher die Bücher der Bibliothek sind für Kafka fesselnd und er verliert sich darin...

Das Buch hatte ich auch schon mehrmals in der Hand, allerdings wenn es wirklich so surreal ist, weiß ich nicht ob ich damit was anfangen kann....

lg
Arjuna
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booki

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Kafka am Strand - Haruki Murakami
« Antwort #3 am: 23. Mai 2006, 20:00:15 »

Also das Buch subt bei mir auch schon seit einer Weile. Ich habe auch schon gehört, dass es etwas verwirrend sein soll und surreale Elemente vorhanden sein sollen. Dann scheint es genau das Richtige für mich zu sein- bin gespannt. :zwinker:
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HoldenCaulfield

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Kafka am Strand - Haruki Murakami
« Antwort #4 am: 23. Mai 2006, 21:31:45 »

Also für mich persöhnlich ist Kafka am Strand eines der besten Bücher die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Gerade dieses Surealistische gefällt mir bei Murakami immer wieder aufs neue. Es kommt einem beim lesen aber nicht komisch vor sondern irgendwie genauso real wie ein gang über eine Ampel oder sowas.
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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #5 am: 09. April 2007, 20:11:23 »

Ich hatte mit dem surealistischen Kram auch keine Probleme - aber irgendwie fand ich, dass ich doch irgendwas verpasst haben muss. Das Buch war mal was anderes, ganz klar ein Leseerlebnis. Aber da es immer so gute Kritiken bekam dachte ich immer ich hätte eventuell was nicht ganz verstanden. Vielleicht geht es vorallem um Kafkas spirituelle Reise und seine Suche nach sich selbst?

Während des Lesens konnte ich Charaktere und Geschichte akzeptieren und verstehen, aber so im Nachhinein bleibt irgend ein schlechter Beigeschmack.

Meine Ratten-Wertung:

 2ratten :marypipeshalbeprivatmaus:


(Danke an marypipe für die Maus *g*)

schokotimmi

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #6 am: 29. Mai 2007, 18:25:11 »

Kafka am Strand ist die Geschichte das Jungen Kafka Tamura, der von zuhause wegläuft, um sein eigenes Leben zu leben, vor seiner Prophezeiung zu fliehen und vielleicht seine Mutter zu finden. Es ist ein surreale Geschichte in der es Blutegel und Makrelen regnet, in der ein alter Mann mit Katzen spricht und sich von einem unbekannten Wissen getrieben auf den Weg macht eine Mission zu erfüllen. Es verschwimmen Traum und Wirklichkeit und man gleitet zwischen den Welten.

Für mich ist es ein wirklich sehr gelungener Roman - ich finde Ihn spannend erzählt und trotz vieler fiktiver Elemente wirkte die Geschichte auf mich doch irgendwie real. Die Figuren hatten Tiefe und Charakter und hier und da gab es eine Wahrheit hinter der Wahrheit. Ich empfand es beeindruckend wie Musik, Bücher und Natur auf die verschiedenen Personen gewirkt haben.
Z.B. Kafka allein bei der Hütte im Wald: "[...] Auch den Wald fürchte ich nun nicht mehr. Ich bringe ihm eine natürliche Achtung entgegen und verspüre inzwischen sogar eine gewisse Zuneigung zu ihm. [...] Der Wald akzeptiert mich schweigend. Oder er übersieht mich. Dennoch teilt er seine Schönheit und seinen Frieden mit mir. [...] "
Ich weiß nicht ob nur mir verschiedene Passagen so Nahe gegangen sind, oder ob es ein meiner Stimmung lag. Aber ich mochte jede Seite des Buches mit allen realen und surrealen Elementen.

Für mich absolut genial, doch ich denke man muss es mögen:  5ratten

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adia

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #7 am: 19. Juni 2007, 19:54:29 »

Inhalt

Dieser Roman von Haruki Murakami beinhaltet wieder einmal zwei Erzählstränge:

In dem einen begleiten wir Kafka Tamura, den 15jährigen Protagonisten, dabei wie er von zu Hause ausreißt, um seine Mutter und Schwester zu finden. Ihm wird schließlich von zwei Mitarbeitern einer Bibliothek, dem transsexuellen Oshima und der geheimnisvollen Saeki, Asyl gewährt. Damit ist sein Abenteuer aber noch lange nicht beendet.

Der andere Erzählstrang handelt von Nakata, der seit einem ungewöhnlichen Vorkommnis in seiner Kindheit geistig behindert ist. Nakata kann mit Katzen sprechen und verdient sich ein wenig zu seiner mageren Pension dazu, indem er verlorene Katzen findet. Einer seiner "Fälle" führt ihn auf einen Road Trip mit dem Kraftfahrer Hoshino.



Meine Meinung

Ich würde mich schon als Murakami-Fan bezeichnen. Ich habe schon einiges von ihm gelesen, und zwei bis drei seiner Werke haben für mich den Status "ganz besondere Bücher", also solche, die man eigentlich jedem empfehlen möchte, obwohl seine Literatur wahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist. Einige meiner Bekannten können mit seinen Büchern (oder zumindest gerade mit denen, die bei mir Begeisterungsstürme hervorrufen) nichts anfangen.

Bei der Lektüre dieses Buches habe ich das erste Mal nachvollziehen können, was sie meinten. Murakami stellt hier einige sehr surreale und auf ihre Weise sicher interessante Bilder und Rätsel in den Raum, vermeidet es aber vollkommen, sie wieder aufzulösen. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich das Buch nicht verstanden habe.
Auch den Stil der Übersetzung fand ich streckenweise zu schnoddrig und kindlich, so dass ich mich wirklich dazu aufraffen musste, das Buch zu Ende zu lesen (Eventuell kehre ich wieder zu den englischen Murakami-Übersetzungen zurück).
Ich hatte beim Lesen stets ein Fragezeichen auf der Stirn und trage es dem Auto nach, dass er den Leser schließlich mit allen Fragen und Unklarheiten alleine lässt. :confused:
Ich erinnere mich an ein Interview mit dem Autor, in dem er sagt, dass er teilweise selbst nicht weiß, was in dem Buch eigentlich geschehen ist, und dass der Schlüssel zum Verständnis des Buches in einer zweiten Lektüre liege.
Ganz ehrlich - das werde ich mir sparen. :hm:

Falls sich jemand bereit erklärt, mir das Buch zu erklären, freue ich mich über PMs  :zwinker:

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HoldenCaulfield

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #8 am: 19. Juni 2007, 21:07:16 »


Wie mir scheint ist wohl Kafka am Strand auch eines der Bücher die man entweder mag oder schrecklich findet^^ Ich war sehr begeistert von der Geschichte, dem Stil und überhaupt dem ganzen drumherum. Ich glaub ich starte mal ein Re read wenn ich Zeit habe und schreibe auch mal eine etwas ausführlichere Meinung.
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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #9 am: 19. Juni 2007, 22:09:02 »

Hallo,

@ aida (und alle anderen auch): Ich habe das Buch ja auch gerade erst beendet, wie man an meiner Rezi sehen kann und ich kann mir vorstellen was du meinst, wenn du sagst:
... also solche, die man eigentlich jedem empfehlen möchte, obwohl seine Literatur wahrscheinlich nicht jedermanns Sache ist. Einige meiner Bekannten können mit seinen Büchern (oder zumindest gerade mit denen, die bei mir Begeisterungsstürme hervorrufen) nichts anfangen.

Bei der Lektüre dieses Buches habe ich das erste Mal nachvollziehen können, was sie meinten. Murakami stellt hier einige sehr surreale und auf ihre Weise sicher interessante Bilder und Rätsel in den Raum, vermeidet es aber vollkommen, sie wieder aufzulösen. Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich das Buch nicht verstanden habe.
[...]
Ich hatte beim Lesen stets ein Fragezeichen auf der Stirn und trage es dem Auto nach, dass er den Leser schließlich mit allen Fragen und Unklarheiten alleine lässt. :confused:
[...]
Falls sich jemand bereit erklärt, mir das Buch zu erklären, freue ich mich über PMs  :zwinker:


Auch ich sage, man muss das Buch mögen und das tut sicher nicht jeder. Aber ich hatte für mich persönlich nicht das Gefühl, es nicht verstanden zu haben. Ich hab da so meine Erklärungsansätze die die Geschichten verbinden und in sich schließen. Diese würde ich auch gern kundttun, aber ich bin mir nicht sicher ob das jetzt OK geht oder ob ich Spoilern muss?!
Drum mach ich es mal lieber nicht und frage - was meinst du mit PM (ich weiß was PN ist, aber PM), eine Möglichkeit dir was zu schreiben außerhalb des Forums?

Sonnige Grüße
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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #10 am: 21. Juni 2007, 14:43:26 »

Hi schokotimmi!

Ich hab da so meine Erklärungsansätze die die Geschichten verbinden und in sich schließen. Diese würde ich auch gern kundttun, aber ich bin mir nicht sicher ob das jetzt OK geht oder ob ich Spoilern muss?!

Du kannst hier gerne deine Erklärungsansätze posten, ob du dabei aber spoilern musst oder nicht, kann ich nicht entscheiden, da ich das Buch nicht gelesen habe.
Nur mal so ein Gedanke: Spoiler wurden ja "erfunden", damit andere Leser nicht unversehens Dinge erfahren, die ihnen den Lesespass verderben können, wie zB dass der Gärtner der Mörder ist oder das die Geliebte bald stirbt etc. Bei einer Diskussion um ein Buch wie "Kafka am Strand" kann man mit Spoilern lockerer umgehen, da bei solchen Büchern eher das Leseerlebnis als solches als die spannende Jagd nach dem Mörder im Vordergrund steht. Und da deine Erklärungen ja deine Mutmassungen sind, denke ich, dass du da weitgehend ohne Spoiler durchkommst. Als "Kontrollinstrument" haben wir ja immer noch die anderen User, die das Buch auch kennen und sich bestimmt beschweren, wenn irgendwo ein Spoiler zu wenig gesetzt wird. Aber wie gesagt, Thesen sollten ohne Spoiler gehen...

Lieber Gruss

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #11 am: 21. Juni 2007, 16:04:44 »

@schokotimmi: PM ist PN, nur auf englisch  :zwinker: Das heißt ja auch in jedem Forum anders...  :breitgrins:

Wenn Du Deine Interpretation hier posten willst, würde ich Dir schon zu spoilern raten. Aber ich bin generell eine Befürworterin dieser Funktion, es soll hier ja verschiedene Lager geben  :zwinker:

Wäre bestimmt interessant, in diesem Thread darüber zu schreiben, vielleicht gesellt sich ja noch jemand dazu und postet seine Meinung...

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #12 am: 21. Juni 2007, 16:51:48 »

Hallo,

nach so viel Ermutigung poste ich jetzt mal etwas... es ist sehr grob halten und verrät m.E. keinen wesentlichen Inhalt, falls doch sagt mir doch bitte schnell Bescheid und ich ändere es! Merci.

Im Roman werden vordergründig 2 Geschichten erzählt, die Geschichte Kafkas, des jugendlichen Ausreißers und die Geschichte des Alten Nakatas, der mit Katzen spricht und durch verschiedene Umstände auf einen "Roadtrip" gerät, wie hier so schön geschrieben wurde. Doch es gibt auch gewisse Übergänge und Sprünge in eine Traumwelt, Vergangenheit, andere Dimension und aufgrund dieser "Zeitsprünge" finden alle Geschichten zusammen. Z.B. der Unfall Nakatas in seiner Jugend auf dem Berg wurde m.M.n. ausgelöst durch das Öffnen des "Eingangssteines" genau dem Stein nach dem Nakata dann selbst unterbewusst suchen soll um den Eingang eine Zeit lang zu öffnen und wieder zu schließen. Diese surrealen, abstrakten Geschichten der anderen Dimension, die selbst die Protagonisten nicht immer verstehen, wie z.B. Hoshido als er "Colonel Sanders" trifft, lassen m.M.n. so viel Spielraum um alle halboffenen Punkte der Geschichte zu verstehen. Wenn man bereit ist, sich eine andere Ebene neben dieser Welt vorzustellen, eine Geisterebene, eine parallele Dimension und alle Ereignisse die nicht ganz real scheinen unter diesem Aspekt betrachtet, schließt sich der Kreis.

Das war jetzt ein recht oberflächlicher Erklärungsversuch, denn ich möchte bestimmt nicht zu viele Wendungen und Gegebenheiten der Geschichte verraten, ich hoffe aber dass es trotzdem verständlich ist, für alle jene, die das Buch vielleicht schon gelesen haben oder gerade dabei sind.

Vielleicht sehe ich das Buch auch in einem anderen Licht, weil eine Freundin von mir gerade 2 Wochen in Japan war und viel über die Mentalität und Ansichten der Japaner erzählt hat. Sie sind wirklich anders und es gibt sehr viele, die sich mit der Kulturgeschichte Europas (Literatur, Kunst, Musik) weit besser auskennen als wir Europäer (zumindest ich Europäer, den ich kenne nicht irgendein Klassisches Musikstück (ich weiß nicht mal mehr welches es war, dass Hoshido so mochte), gespielt vom Erzherzogtrio und könnte sagen ob es mir besser gefällt als irgendeine andere Aufnahme). Das war eine Sache, die mich im Buch erstaunt hat, welche jedoch durch die Erzählungen meiner Freundin bestätigt wurden.

Das war jetzt ne ganze Menge denk ich, ich hab zwar noch tausend Dinge dazu im Kopf, aber vielleicht brauch ich die ja noch, wenn sich weitere Gesprächsstoff ergibt.

Sonnige Grüße
schokotimmi
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kiwi

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #13 am: 23. Juni 2007, 20:05:16 »

Hallo! Ih ehöre dann wohl auch eher zu der Fraktion, der das Buch gefalle hat. Ich muss dazu sagen dass es mein erster Murakami war und auch sicher nicht der letzte gewesen ist.
Besonders gefallen haben mir dabei vor allem die surrealen Elemente und die immer wiederkehrenden Zeitsprünge. Dadurch wird meiner Meinung nach eine ganz bestimmte Atmosphäre erzeugt, die auch die bereits in anderen Beiträgen erwähnten beiden Handlungsstränge miteinander verwebt.
Ich finde, man kommt so den Protagonisten, insbesondere Kafka, sehr nah, so dass ein sehr eindringliches Leseerlebnis entsteht.

Übrigens handelt es sich bei dem Musikstück, welches Hoshido immer hört, um das Erzherzogtrio von Beethoven in der Interpretation von Jascha Heifetz, Arthur Rubinstein und Eduard Feuermann. Ich meine, dass Hoshido diese Version am meisten berührt hat. Es gibt dieses Stück auch noch in anderen Interpretationen, so dass teilweise die Länge variiert.
 
Wer sich dafür interessiert, eine kurze Hörprobe und weitere Informationen finden sich hier:
 http://oe1.orf.at/highlights/69551.html

Gruß, kiwi
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Callista

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Re: Haruki Murakami - Kafka am Strand
« Antwort #14 am: 30. Juni 2007, 15:48:57 »

Hallo!

Habe den Thread hier zufällig beim Stöbern gefunden.
Kafka am Strand ist bei mir zwar ein bisschen länger her, aber ich kann mich noch ziemlich genau erinnern. Ich habe dieses Buch aber (Gott sei Dank?) nicht als erstes Murakami-Buch gelesen. Meine Sucht hat mit "Naokos Lächeln" begonnen (mMn das beste Buch das ich von ihm bis jetzt gelesen habe), danach kam "Sputnik Sweetheart", dann "Gefährliche Geliebte" und schließlich "Kafka am Strand".
Ich glaube letzteres hätte mir nie so gut gefallen, wenn ich nicht die anderen davor gelesen hätte. Irgendwie hab ich mich in Murakamis Schreibstil eingelesen, und hatte somit keine Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen.

Wegen dem Verständnis: Ich habe während dem Lesen immer wieder innegehalten und mich am Kopf gekratzt, und sicherlich einen sehr dämlichen Gesichtsausdruck aufgesetzt. Irgendwie hat sich aber (zumindest für mich) gegen Ende alles in Wohlgefallen aufgelöst - ich kann aber leider nicht mehr sagen, woran das lag. Dazu müsste ich es nochmal lesen, glaube ich.
Aus dem selben Grund traue ich mir keine Bewertung zu, aber sie würde wohl irgendwo bei 4 Ratten rangieren, denke ich. Naokos Lächeln war nämlich eindeutig besser.
Wem also Murakamis Stil zusagt, mit dem Surrealen aber nichts anfangen kann, dem würde ich zB Naokos Lächeln ans Herz legen.

Liebe Grüße,
Callista
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:leser: Lenz: Der Hofmeister
:leser: Bronte: Sturmhöhe