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Autor Thema: Euer liebster/genialster Buchanfang  (Gelesen 23157 mal)

Lauren

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« am: 11. Januar 2004, 20:36:03 »

Welcher Anfangssatz eines Buches hat euch am meisten fasziniert?
Welche Art von Buchanfang macht euch neugierig?

Mir kommt gerade eine Szene in den Sinn: Danny de Vito in "Schmeiß die Mama aus dem Zug". Da sitzt er an seiner Schreibmaschine und will einen Roma anfangen.
Er tippt "Die Nacht war" und kommt dann nicht weiter. Wie war denn die Nacht überhaupt?

Steht ihr mehr auf schlichte Anfangssätze? Auf welche, die das Ende vorwegnehmen? Oder sollten die Anfangssätze einfach nur der erste Cliffhanger sein, nach dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will?
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sandhofer

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Die Nacht ...
« Antwort #1 am: 11. Januar 2004, 21:15:57 »

It was a dark and stormy night

 :breitgrins:  :breitgrins:  :breitgrins:

Grüsse

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

nimue

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Re: Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #2 am: 11. Januar 2004, 21:23:10 »

Hello again,

eine tolle Frage!

Zitat von: Lauren
Welcher Anfangssatz eines Buches hat euch am meisten fasziniert?


Im Schlamm fing es an, wie so vieles.

Tad Williams - Stadt der goldenen Schatten

Zitat von: Lauren
Welche Art von Buchanfang macht euch neugierig?


Am liebsten skurril! Oder einfach so ein Anfang, wenn man mitten in die Geschichte platzt.

Liebe Grüße
nimue
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Klein Feide

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #3 am: 11. Januar 2004, 21:31:19 »

Hallo Lauren!

Interessante Frage!

*grübel, grübel*

Wie ein Buch anfangen muss damit es mich interessiert, kann ich gar nicht genau definieren. Einerseits, wie du es so schön ausgedrückt hast, der "Cliffhanger", andererseits find ich es auch ganz gut wenn die Hauptperson erstmal ein bisschen vorgestellt wird. Ob ein Buch gut war weis man ja eh erst hinterher.  :zwinker:

Wichtiger ist mir eigentlich das ein Buch einen guten (nicht zwingend im Sinne von happy end)  Schluss hat.

Gruß Klein F.
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Jürgen

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #4 am: 12. Januar 2004, 09:29:21 »

Da musste ich nicht lange überlegen. :breitgrins:

-Der Himmel über der Stadt hatte die Farbe wie ein Fernsehgerät, dass auf einen toten Kanal eingestellt ist -

William Gibson - Neuromancer

Technokratische Poesie - ein Satz, der mir nie mehr aus dem Kopf gehen wird.

Jürgen
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http://www.cyberpunk-terminal.de - Cyberpunk-Datenbank

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elahub

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #5 am: 12. Januar 2004, 23:32:51 »

Hallo

Mir ist es nicht wichtig, wie ein Buch anfängt - es muss gut geschrieben sein und da gehört der Anfang dazu.
Allerdings gibt es eins von Paul Auster/Im Land der letzten Dinge, dessen Anfang lautet  (ohne Überschrift übrigens):

Dies sind die letzten Dinge, schrieb sie. Eins nach dem anderen verschwinden sie und kommen nie zurück. Ich kann dir erzählen von denen, die ich gesehen habe, von denen, die es nicht mehr gibt, doch wird kaum Zeit dafür sein. Es geschieht jetzt alles zu schnell, und ich kann nicht mithalten.
Ich erwarte nicht, dass du verstehst.

und so weiter ....

Ich wollte verstehen und doch sollte der Autor Recht behalten - bis zur Buchmitte konnte ich mir immer noch nicht so richtig vorstellen, wovon er bzw. die Heldin sprach. Die bittere Wahrheit hat sich jedoch Seite für Seite geoffenbart  :zwinker:

 :winken:

Daniela
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bitte wühlt bei booklooker mal in meinen Angeboten (elahub) - ich verkaufe für die Katzenhilfe Göttingen :) -

nimue

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #6 am: 29. Januar 2004, 21:44:12 »

Hallo ihr Lieben,

heute habe ich Der Willy ist weg von Jörg Juretzka gekriegt und gerade für Literaturschock erfasst.

Und was springt mir da nur für ein bösartiger erster Satz ins Auge:

Holland! In dieser nach verklappter Schweinescheiße stinkenden, platten Ödnis möchte ich nicht tot überm Zaun hängen.

Kinners! Ich war so gut wie noch nie in Holland (nur mal kurz über die Grenze zum shoppen) und ich glaube, ich könnte das Land wirklich mögen: ABER!! Ist dieser Satz nicht absolut  :klatschen:

Liebe Grüße
nimue
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Sandra

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #7 am: 30. Januar 2004, 16:17:54 »

Hey Dostoevskij!

Was für eine tolle Idee!!! Und so schnell, WOW!

 :klatschen:

Gruß
Sandra
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Wendy

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #8 am: 12. April 2004, 22:11:27 »

James Matthew Barrie's "Peter Pan" hat mich immer schon fasziniert. Von der ersten Zeile an.

"All children, except one, grow up."

Ich finde, das hat sowas Endgültiges, etwas, wo man sich gleich denkt: Hey, wenn ich dieses Buch lese, darf ich an etwas Besonderem teilhaben, denn ich werde wissen, welches Kind als einziges nicht erwachsen wird. Oh, wie ich Peter Pan liebe.

@Lauren: tolle Frage, übringes!!!

 :blume: Wendy
« Letzte Änderung: 11. November 2006, 16:37:32 von Wendy »
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Nachttraum

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« Antwort #9 am: 15. April 2004, 10:20:44 »

Ja, eine sehr gute Frage-
Es ist wahrscheinlich nicht der beste Anfang, den ich je gelesen habe, aber:

"Stellen Sie sich einen Mann auf dem Weg zu einem knapp dreißigsekündigen Ereignis vor - dem Verlust seiner linken Hand, noch in jungen Jahren"

(J.Irving)
ich finde, da hat man den Leser schon gefangen, oder?

Es gibt auch Anfänge, die ich nicht mag. Z.B. bei Balzac muss ich mich die ersten Seiten lang immer erst durchkämpfen. Wenn ich nicht wüsste, dass mich wunderbares erwartet, würde ich bestimmt nicht weiter lesen...

LG
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adia

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #10 am: 15. April 2004, 16:00:19 »

Hallo zusammen, Hallo nimue,

Holland! In dieser nach verklappter Schweinescheiße stinkenden, platten Ödnis möchte ich nicht tot überm Zaun hängen

Ich war ja über Ostern mal wieder in Holland. Und dieses Zitat, aus dem einzigen Juretzka-Krimi, den ich nicht besitze (wird sich wohl gleich ändern), lässt mich einmal mehr laut ausrufen:

Respekt, Herr Juretzka!  :bang:

Meiner Meinung nach handelt es sich allerdings um Kuhscheiße.

lg, adia
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« Antwort #11 am: 30. April 2004, 09:41:36 »

Das war das Ende !

So fängt Nebenan von Bernhard Hennen an...habe das Buch zwar noch nicht durch, find es aber  :bang:
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Alamir

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« Antwort #12 am: 14. Mai 2004, 02:32:44 »

It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune, must be in want of a wife.


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Alamir

Deoris

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« Antwort #13 am: 16. Mai 2004, 19:00:14 »

It was a clear , apple-green evening in May , and Four Winds Harbour was mirroring back the clouds of thr golden West between its softly dark shores . The sea moaned eerily on the sandbar , sorrowful even in spring , but a sly , jovial wind came piping down the red harbour road along which Miss Cornelia`s comfortable , matronly figure was making its way towards the village of Glen St. Mary .

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Iris

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Euer liebster/genialster Buchanfang
« Antwort #14 am: 20. Mai 2004, 12:59:19 »

Vorsatz

Die Geschichte Hans Castorps, die wir erzählen wollen - nicht um seinetwillen (denn der Leser wird einen einfachen, wenn auch ansprechenden jungen Mann in ihm kennenlernen), sondern um der Geschichte willen, die uns in hohem Grade erzählenswert scheint (wobei zu Hans Castorps Gunsten denn doch erinnert werden sollte, daß es seine Geschichte ist, und daß nicht jedem jede Geschichte passiert): diese Geschichte ist sehr lange her, sie ist sozusagen schon ganz mit historischem Edelrost überzogen und unbedingt in der Zeitform der tiefsten Vergangenheit vorzutragen.

(Thomas Mann, Der Zauberberg)


Ich liebe es, wenn TM sich gelegentlich mal selbst auf den Arm nimmt - wie in diesem Fall. Allein der Titel dieses Vorwortes in seiner Doppeldeutigkeit ist ganz große Klasse. Denn ganz so bierernst, wie die TM-Philologen uns gerne weismachen möchten, war der Mann nun doch nicht!  :breitgrins:
Herzliche Grüße :blume:
Iris :sonne: