Tja, ich wollte heute eigentlich den gesamten Nachmittag lesen, bin aber leider auf dem Sofa eingepennt

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Immerhin bin ich bis S. 26/285 gekommen. Da ich wieder eine schwedische Übersetzung lese, stimmen meine Seitenzahlen leider ganz und gar nicht mit euren überein, aber ich hoffe, wir verstehen trotzdem so ungefähr, wo die anderen jeweils sind.
Oh ja - der Stil. Jedesmal der gleiche Schock, wenn ich mit einem Buch von Saramago anfange. Trotzdem lese ich ihn sehr gern, und nach einer kurzen Anfangsphase lässt er sich dann normalerweise doch recht gut lesen. Ich kann schon verstehen, Flor, dass du dich da auf portugiesisch nicht rantraust. Schade ist das aber trotzdem, denn dann hätten wir dich immer fragen können, was da eigentlich im Original steht.
Danke für die Namensaufklärung; ich hatte vermutet, es wäre einfach ein vollkommen "outer" Name, einer, der zu einer ganz anderen Generation passt. Außerdem gibt es da noch den
Tertullian, einen Kirchenschriftsteller aus den Anfängen der christlichen Kirche. Laut Wikipedia bedeutet sein Name
Dreimal im Käfig.
Eine meiner Fragen hat Wolves schon beantwortet: ich war nämlich am überlegen, wie der Film wohl auf deutsch heißen könnte. Auf schwedisch heißt er
Trägen vinner, ein Sprichwort mit etwa der Bedeutung
Der Ausdauernde gewinnt. Da würde ich auch gerne wissen, wie wohl der Originaltitel lautet.
Wie gefällt euch Tertuliano? Ich mag ihn recht gern, obwohl er ja nun wirklich kein gewöhnlicher "Romanheld" ist. Sehr überrascht hat mich sein Alter. Ich hatte ihn mir als Mitte bis Ende 50 vorgestellt, dabei ist er erst Ende 30! Psychisch scheint es ihm ja gar nicht gut zu gehen. Eine latente Depression, die ihm jede Lebensfreude nimmt, keine Freunde (so weit bisher bekannt), keine Familie und auch kein Job, der ihm Spaß macht ("die
Geschichte, die seine Zuflucht hätte sein können, sieht er seit langem als sinnlöse Mühe und einen Anfang ohne Ende. (1. Seite)) - armer, vereinsamter Mensch!
Der Schock, sich selbst im Film zu sehen, könnte für ihn die Chance bedeuten, sein Leben doch noch zu einem sinnvollen werden zu lassen.
Der Vergleich des Geschichtsunterrichts mit einem Bonsaibaum hat mir sehr gut gefallen. Diesen Eindruck hatte ich in der Schule oft: es gilt nicht, möglichst umfassendes Wissen zu erwerben, geschweige denn selbst zu denken, nein, die Hauptsache ist, genau das wiederzukäuen, was der Lehrer vorgekäut hat. Aus dem riesigen Feld der Geschichte bleibt so nur ein mageres Gerüst, dessen hauptsächliche Bestandteile Namen und Jahreszahlen sind. Brrrh!
So, jetzt lese ich erst mal was unterhaltsames, leichtes, und morgen geht es mit dem
Doppelgänger weiter.