Hallo allerseits,
ich schließe mich Euch heute auch an und freue mich auf einen ereignisreichen Abend mit "Goulds Buch der Fische" von Richard Flanagan. Über die wunderschöne Aufmachung habe ich ja schon im "Was lest Ihr gerade"-Thread geschwärmt, aber auch inhaltlich ist es so richtig zum Drinversinken. Nur mein Tee (Rooibush Caramel) muss jetzt noch fertig ziehen...
Klappentext:
Es war einmal, es war einmal vor langer Zeit, da geschahen furchtbare Dinge, aber sie geschahen an einem fernen, vergessenen Ort, und der ist, wie wir alle wissen, nicht hier, nicht jetzt, nicht wir." Dieser ferne, furchtbare Ort ist Sarah Island, eine Gefängnisinsel vor der Küste Tasmaniens im 19. Jahrhundert, wo der Sträfling, der sich William Buelow Gould nennt, in einer Zelle auf seine Hinrichtung wartet. Dort schreibt er auf gehortetem Papier und mit der Tinte eines Tintenfisches, mit der Flüssigkeit aus dem Rückgrat eines Seeigels oder dem eigenen Blut seine Erinnerungen. Er war ein Fischer und Dieb in London und wurde zu lebenslanger Haft in Australien verurteilt, der Kontinent, auf den Britannien seine Schwerverbrecher verbannte. Der Gefängnisarzt Lempriere erkannte sein künstlerisches Talent, holte ihn aus der Zwangsarbeit heraus und übertrug ihm die Aufgabe, die vielen Fischspezies Tasmaniens zu malen - im Interesse der Wissenschaft. Kommandant der Gefängnisinsel ist ein Ex-Sträfling, der sich zur Herrschaft aufgeschwungen hat und nun von einer Verwandlung der Insel in einen Stadtstaat mit dem Glanz und der Kultur Venedigs träumt. Gould verliebt sich in die Mätresse des Gefängniskommandanten, Twopenny Sal, und das führt zum Ende seiner künstlerischen und wissenschaftlichen Tätigkeit... Goulds Buch der Fische ist ein gewaltiger Roman, der schon jetzt mit Melvilles Moby Dick und Joyces Ulysses verglichen wird, ein Roman mit praller, sinnlicher Handlung, der aber zugleich eine große Reflexion über Leiden und Kunst, über Zivilisation und Moral ist, über den Wahn der Menschen und ihre Fähigkeit, noch in der größten Erniedrigung von der Schönheit zu träumen.