Fangen wir vielleicht mal mit dem hier noch gar nicht vorhandenen Link zum Buch an

Inhalt: Die Schlacht am Schwarzjoch ist geschlagen, Nôd'onn ist vernichtet. Die letzten Ork-Horden werden verfolgt, aber eine Gruppe wird übersehen, und das Schwarze Wasser hat ihnen eine unheimliche Fähigkeit verliehen. Zudem ist diese Horde auf dem Weg nach Norden, um sich in der gerade erst von Tungdil und freiwilligen Angehörigen der Ersten, Zweiten und Vierten wieder in Besitz genommenen Festung der vernichteten Fünften einzunisten. Es gelingt, die Festung zu halten – mit Unterstützung der Freien Zwerge, die Tungdil inzwischen kennengelernt hat. Sie sind Ausgestoßene oder Zwerge, die freiwillig dem strengen Clanwesen der Stämme den Rücken gekehrt haben. Auch Tungdil hat hier mit der Chirurga Myrmianda eine verwandte Seele gefunden, die ihn darüber hinwegtröstet, daß Balyndis der Heirat mit einem anderen Zwerg im Claninteresse zugestimmt hat.
Die mühsam gewonnen Eintracht zwischen Elben, Menschen und Zwergen, die sich im Krieg gegen die Albae bewähren muß, zerbricht rasch. Lorimbas, König der Dritten, verfolgt ehrgeizig und geschickt das Ziel, die übrigen Zwergenstämme aus dem Geborgenen Land zu treiben, dabei kommt ihm eine Bedrohung aus dem Westen zu gute. Angekündigt hatte sie sich mit einem gewaltigen Meteoriteneinschlag, aber die Nachforschungen Andôkais und Narmoras bringen eine Legende hervor, die Wirklichkeit geworden zu sein scheint: Eine Schar von zehn Avataren Tions nähert sich dem Geborgenen Land. Ihre Aufgabe und ihr Ziel ist es, alles Böse zu vernichten und daraus Macht zu ziehen. Das käme durchaus gegen verblieben Orks und Trolle sowie die Albae nicht ungelegen, wenn die Avatare und ihre Heerscharen nicht eine Spur der Verwüstung und Vernichtung hinter sich lassen würden. Nur mit einer gemeinsamen Aktion der Dritten, der Ersten und der Freien Zwerge besteht eine theoretische Chance, die Avatare aufzuhalten ...
Meine Meinung: Es ist schon ziemlich lange her, daß ich den ersten Band gelesen habe, und auch wenn seine Kenntnis für die Ereignisse hier nicht zwingend erforderlich ist, so hatte ich doch manches Mal das Gefühl, mir würden irgendwelche Zusammenhänge fehlen, weil ich mich an die Details aus
Die Zwerge nicht mehr erinnerte. Das betrifft vor allem die Verbindungen zwischen einzelnen Personen, aber im großen und ganzen ist – glaube ich – trotzdem nichts wesentliches an mir vorbeigerauscht.
Tungdil als Held ist mir immer noch ein bißchen zu eindimensional. Ja, er zweifelt schon mal daran, ob er als Held taugt und fragt sich verzweifelt, warum das Schicksal ausgerechnet ihn ausgewählt hat, aber angesichts seiner „Biographie“ müßte man da eigentlich mehr erwarten können. Da tat es fast gut, ihn hier mit echtem Liebenskummer erleben zu können. Nach wie vor sind die Zwillinge meinen ungeschlagenen Sympathieträger. Wenn Boïndil seine Beile zückt und seinen irren Blick bekommt, dann weiß man als Leser, was passieren wird – so sicher wie das Amen in der Kirche. Das verweist aber auch schon auf die m. E. entscheidende Schwäche dieses Bandes (wie im übrigen auch des Vorgängers): Es fließt ziemlich viel Blut nur um des Kampfes willen, zwar nur in seltenen Fällen auf Grund persönlicher Fehden, sondern als Folge von Kriegshandlungen, und Krieg ist nun mal ein blutiges Geschäft, aber als handlungstreibendes Element nimmt es doch ein bißchen arg viel Raum ein. Ab und zu brauche ich aber mal einen Fantasy-Roman, der genauso gestrickt ist, zu vielen Zeiten könnte ich es aber genausogut angenervt in die Ecke legen, und letztlich verhindert genau das auch eine bessere Bewertung.
Ansonsten kamen hier aber zwei Aspekte zum Vorschein, die mir durchaus gut gefallen haben. Zum einen erfährt man nämlich mehr über die inneren Strukturen der Zwergenstämme und die Regeln, denen ihr Zusammenleben gehorcht. Und zum anderen bekommt man als Gegenentwurf dazu gleich auch noch die Freien Zwerge präsentiert. Wie sich bei der neuen Gemengelage, auch angesichts der rein personellen Stärke der Zwergenstämme, das zukünftige Zusammenleben im Geborgenen Land entwickeln wird, läßt einigen Raum für Spekulationen, Friede-Freude-Eierkuchen ist wohl schon allein auf Grund des zwergischen Wesens eher nicht zu erwarten. Und vielleicht schaffe ich es, bis zum dritten Band nicht ganz so viel Zeit wie zwischen den ersten beiden verstreichen zu lassen.

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Schönen Gruß,
Aldawen