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Autor Thema: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins  (Gelesen 6389 mal)

schokotimmi

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #30 am: 24. Juni 2008, 12:45:08 »

Ich möchte das Buch auch irgendwann nochmal lesen. Ich habe mich ein wenig geärgert, dass ich so schnell durch war. Ich hätte es mehr genießen sollen und mir Anmerkungn machen.

Toll fand ich auch, dass es eigentlich nicht so sehr um das ging, was die Menschen tun, sondern warum, aus welchen Gründen und Motivation heraus und wie es dann wirkt. Z.B. die Erklärungen was Franz und Sabrina mit bestimmten Wörtern verbinden war beeindruckend.

Glaubt ihr nicht auch das Sabrina die tragischste Figur im Roman ist?

Sonnige Grüße
schokotimmi
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Miramis

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #31 am: 28. Juli 2008, 22:42:15 »

Meine Meinung:

Das war für mich ein sehr anstrengendes Buch und ich kann nicht behaupten, dass ich damit sonderlich glücklich war. Die düster-melancholische Atmosphäre nach dem Scheitern des Prager Frühlings bildet die Kulisse für einen reichliche wirren Mix aus Psychoanalyse, Philosophie und Politik. Lose verbunden stehen verschiedene Figuren und Episoden im Raum, die bis ins kleinste Detail analysiert und erklärt werden.

Der rote Faden in der Geschichte ging mir sehr ab; weniger waren es die Zeitsprünge, die mir zu schaffen machten, als die völlig zusammenhangslosen wilden Gedankensprünge, die der Autor im Laufe des Romans vollzieht. Mal hier ein bisschen Tiefenpsychologie, mal da ein wenig herumphilosophiert über das Leichte und das Schwere im Leben - und möglichst viele Gedanken möglichst schnell unters Volk bringen. Dadurch kam mir der ganze Roman ziemlich überfrachtet vor. Die Liebesgeschichte, die den eigentlichen Rahmen der Handlung bilden sollte, trat sehr oft in den Hintergrund und geriet fast in Vergessenheit. Und gerade mit diesem hoffnungslosen, fast schon zynischen Blick auf das Zusammenleben von Mann und Frau habe ich mich sehr unwohl gefühlt.

Einige Aspekte haben mir gut gefallen; so zum Beispiel der Einblick in das Leben unter fremder Besatzung, das fand ich sehr interessant. Wie die Menschen sich gegenseitig bespitzeln und bespitzelt werden, das hat der Autor ziemlich eindringlich in verschiedenen Episoden dargelegt. Auch die Abschnitte, die das Verhältnis zwischen Mensch und Tier betrafen, sprachen mich an.

Der Sprachstil ist geradlinig und schnörkellos, ich fand ihn recht angenehm zu lesen. Insgesamt konnte der Roman mich jedoch nicht überzeugen.


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stefanie_j_h

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #32 am: 28. Mai 2009, 12:00:55 »

Auch für mich war das Buch nicht immer leicht zu lesen, aber es hat mir trotzdem gut gefallen. Sowohl die vielen philosophischen Gedanken und Erörterungen, wie auch der Hintergrund des Prager Frühlings haben sich für mich zusammen mit der Liebesgeschichte zwischen Tomas und Teresa zu einer wunderbaren Einheit zusammengefügt.

Vor allem der Wechsel zwischen den Perspektiven hat mir gefallen. Ich fand es interessant, Ereignisse sowohl aus Teresas, wie auch aus Tomas' Sicht zu erfahren, da sie Dinge oft ganz verschieden bewertet und gesehen haben. Auch dass das Liebespaar nicht ständig im Mittelpunkt steht, sondern auch die Geliebte von Tomas und deren Freund ihre eigenen Passagen im Roman haben, in denen sie im Mittelpunkt stehen, fand ich sehr gelungen.

Die Beziehung zwischen Tomas und Teresa hat mich sehr berührt. Da beide eine verschiedene Vorstellung von einer Liebesbeziehung haben, war es für die beiden nicht immer leicht, zueinander zu halten und doch haben sie über Jahre hinweg ihre Liebe bewahrt und sind zusammen geblieben.

Ich fand die Sprache und den Schreibstil auch sehr gelungen. Das Buch ist nicht so einfach geschrieben, dass man es einfach nebenbei lesen muss, es fordert die volle Konzentration, aber genau deshalb habe ich es in kürzester Zeit gelesen und sehr viel intensiver empfunden als andere Bücher. Ich werde es auch sicher ein zweites Mal lesen und mir dabei mehr Zeit lassen.

Die ganz große Begeisterung konnte das Buch trotz allem nicht auslösen, deshalb gibt es von mir "nur" 4ratten
« Letzte Änderung: 28. Mai 2009, 12:03:05 von stefanie_j_h »
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Kati

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #33 am: 14. November 2009, 17:36:42 »

Huhu  :winken:

ich lese dieses Buch gerade und war gestern Abend etwas irritiert von dem Perspektivenwechsel.
Dazu kommt noch die Analytik des Autors. Die direkte Ansprache des Lesers, ohne die Charaktere zu benutzen.
"Kehren wir zu dem Augenblick zurück, den wir schon kennen."
So ein Schreibstil ist völlig ungewohnt für mich, aber nicht abschreckend.

Den ersten Teil - von Tomas erzählt - fand ich schnelllebig und etwas oberflächlich, was zu ihm passt.
Ich hatte erst einige Seiten gelesen und dachte, schon sein halben Leben mitbekommen zu haben.
Aus Teresa´s Sicht verliert sich dieses oberflächliche. Ich hatte ganz oft schon den "Aha-Effekt".

Zitat
Glaubt ihr nicht auch das Sabrina die tragischste Figur im Roman ist?

Sonnige Grüße
schokotimmi

Da bin ich aber gespannt, wie sie sich entwickelt.
Bisher habe ich das Gefühl, dass Sabina die Stärkste von allen ist.
Diejenige die auch hinter dem steht, was sie tut.... ohne Selbstzweifel.

LG Kati
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thopas

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #34 am: 14. November 2009, 20:13:04 »

Hallo Kati,

ich habe dieses Buch gerade heute ausgelesen (nachdem es über 10 Jahre auf meinem SUB verbracht hat  :redface:). Mir hat gut gefallen, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Vor allem die Abschnitte aus Teresas Sicht fand ich sehr interessant. Die "philosophischen" Betrachtungen waren mir manchmal etwas zu ausführlich, aber die halten sich in Grenzen.

Zitat
Glaubt ihr nicht auch das Sabrina die tragischste Figur im Roman ist?

Ich habe das Gefühl, daß alle Hauptfiguren ziemlich tragisch sind. Keiner von ihnen ist frei, sein Leben zu gestalten, wie er/sie es möchte. Alle wirken wie gefesselt von bestimmten Trieben oder Erlebnissen in der Kindheit. Und aus diesen Fesseln können sie sich nur ganz schwer (oder überhaupt nicht) befreien. Das gibt dem Buch eine sehr melancholische Stimmung.

Viel Spaß noch bei der Lektüre  :winken:.

Viele Grüße
thopas
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schokotimmi

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #35 am: 14. November 2009, 23:45:19 »

Zitat
Glaubt ihr nicht auch das Sabrina die tragischste Figur im Roman ist?

Ich habe das Gefühl, daß alle Hauptfiguren ziemlich tragisch sind. Keiner von ihnen ist frei, sein Leben zu gestalten, wie er/sie es möchte. Alle wirken wie gefesselt von bestimmten Trieben oder Erlebnissen in der Kindheit. Und aus diesen Fesseln können sie sich nur ganz schwer (oder überhaupt nicht) befreien. Das gibt dem Buch eine sehr melancholische Stimmung.

Mit einer gewissen Distanz mus ich sagen du hast recht - die Tragik liegt in allen Hauptfiguren. Sabrina hat mich damals glaube ich nur am meisten beschäftigte, warum auch immer... vllt. gerade weil sie einen so starken Eindruck gemacht hat / vermitteln wollte.

Grüße
schokotimmi

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thopas

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #36 am: 15. November 2009, 13:01:56 »

Mit einer gewissen Distanz mus ich sagen du hast recht - die Tragik liegt in allen Hauptfiguren. Sabrina hat mich damals glaube ich nur am meisten beschäftigte, warum auch immer... vllt. gerade weil sie einen so starken Eindruck gemacht hat / vermitteln wollte.

Stimmt, Sabina weiß, was sie will und nicht will, und macht einen sehr starken Eindruck. Deshalb wirkt ihre Geschichte dann umso stärker, weil man eigentlich etwas anderes erwartet.

Ich finde, daß auch Franz eine ziemlich tragische Figur ist:

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Teresa und Tomas wirken schon von Anfang an irgendwie tragisch und verloren. Da ist ihr Schicksal dann vielleicht nicht mehr so beeindruckend.

Viele Grüße
thopas
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cori

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #37 am: 16. November 2009, 13:27:15 »

Durch "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" bin ich auf Kundera gestossen und er hat mich von der ersten Zeile an gefesselt. Das Buch hat eine unglaubliche sprachliche Qualität. Schwer beeindruckt hat mich danach auch das Buch der lächerlichen Liebe. Ein Tipp!

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Bine1970

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #38 am: 16. November 2009, 16:12:18 »

ich weiß noch das wir das Buch hier in einer Leserunde gelesen hatten.
Mir gefiel der erste teil des Buches am aller besten
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:biene: 
liest u.a.
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Da ich eher selten hier bin wünsche ich allen Geburtstagkinder alles liebe und gute

Kati

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #39 am: 17. November 2009, 10:02:49 »

Huhu  :winken:

Hallo Kati,

ich habe dieses Buch gerade heute ausgelesen (nachdem es über 10 Jahre auf meinem SUB verbracht hat  :redface:). Mir hat gut gefallen, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Vor allem die Abschnitte aus Teresas Sicht fand ich sehr interessant. Die "philosophischen" Betrachtungen waren mir manchmal etwas zu ausführlich, aber die halten sich in Grenzen.

Ich habe die letzten Tage natürlich weiter gelesen.
Dabei empfand ich diese Abschnitte "Lexikon unerklärter Wörter" (ich hoffe das habe ich richtig im Kopf, habe das Buch nicht zur Hand) als ziemliche Hürde.
Man wird da von einer Person zur anderen und von Ort zu Ort katapultiert.
Ich hatte oft das Gefühl, dass Gedanken nicht zu Ende gesponnen werden, sondern immer wieder neue auftauchen, die ohne Zusammenhang unvollständig bleiben *schwitz*
Aber es ist überwunden  :zwinker: und ich bin wieder mit großem Interesse dabei.

Dieses Buch wäre eigentlich die perfekte Urlaubslektüre. Man braucht Zeit zum Eintauchen.

LG Kati


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Miramis

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #40 am: 17. November 2009, 14:44:20 »

Man wird da von einer Person zur anderen und von Ort zu Ort katapultiert.
Ich hatte oft das Gefühl, dass Gedanken nicht zu Ende gesponnen werden, sondern immer wieder neue auftauchen, die ohne Zusammenhang unvollständig bleiben *schwitz*
Genau so gings mir auch mit dem Roman, mir hat da einfach (wie schon erwähnt) der rote Faden gefehlt. Leider geht das über die komplette Handlung so - ich hatte anfangs noch die Hoffnung, dass wenigstens am Schluss irgendwo ein Kreis geschlossen wird oder ein übergreifendes Muster erkennbar ist. Aber.... nichts. Brillant ist anders.

@Kati: ich wünsche dir noch viel Durchhaltevermögen... :knuddel:

Viele liebe Grüße
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Cuddles

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #41 am: 17. November 2009, 15:08:27 »

@Kati & Miramis
Mir geht es wie euch, mir hat bei diesem Buch eindeutig der rote Faden gefehlt. Außerdem haben wir das Buch in der Schule durchgekaut, was mich wiederum auch nicht wirklich für das Buch eingenommen hat. :zwinker: Näheres kann ich leider nicht sagen und meine entsprechenden Schulunterlagen dürften auch inzwischen irgendwo im Nirwana sein. *räusper*

Davon abgesehen tat mir Teresa einfach nur leid - diese Fremdgeherei Tomas' ist mir ziemich auf den Senkel gegangen. :rollen:

Kati

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Antw:Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #42 am: 21. November 2009, 15:07:03 »

Das Buch habe ich gerade ausgelesen.
Nachdem dieses verwirrende Mittelstück überwunden war, hatte ich auch wieder genug Energie.
Außerdem wäre es nicht so einfach gewesen, das Buch einfach wegzulegen. Es interessierte mich schon, wie die Geschichten zum Ende finden.
Tragisch trifft es wohl am besten. In die Charaktere hineinversetzt, fühle ich mich auch betrogen.
Nichts ergibt da einen Gleichklang. Die Gedanken von Sabina an Tomas, zwischen Tomas und Teresa,... usw. usw.
Jeder ist scheu, unbeholfen und flüchtet in irgendwelche ausweglosen Lebensweisen. Die Leben spüre ich als eine einzige große Lüge.
Keine weiteren paar hundert Seiten würden wohl alle noch schlummernden Hintergründe ans Licht bringen.
Die vielen Gedanken, die unvollständig blieben, fehlen.

Eins weiß ich aber sicher. Das Leben ist kostbar.
Man sollte es nicht verbringen, wie andere es verlangen, nicht sich selbst belügen.
Liebe und Gefühle verdienen es, offenbart zu werden. Das kann Enttäuschung bringen, aber auch großes Glück.
Kämpfen ist die Devise, für ein lohnendes Lächeln auf dem eigenen Gesicht... und auf dem seelenverwandten gegenüber.

Für zu viel Verwirrung und nicht notwendiges Abschweifen gibt es Punktabzug:

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mondy

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #43 am: 17. September 2010, 08:53:49 »



Erster Satz
Die Ewige Wiederkehr ist ein geheimnisvoller Gedanke, und Nietzsche hat damit manchen Philosophen in Verlegenheit gebracht: aööes wird sich irgendwann so wiederholen, wie man es schon einmal erlebt hat, und auch diese Wiederholung wird sich unendlich wiederholen!

Meine Meinung
Ich hab das Buch erstmal einen Tag sacken lassen. An sich hats mir wirklich gut gefallen, es war aber ganz anders, als ich erwartet hätte.

Die Liebesgeschichte rund um Tomas und Teresa hat mich unglaublich berührt. Sowohl Tomas als auch Teresa leiden egentlich unter ihrer Beziehung, können und wollen sich aber nicht voneinander trennen. Spannend wird diese Geschichte, dass man viele Erlebnisse aus verschiedenen Blickwinkeln miterlebt. Dadurch bemerkt man, dass eigentlich nie jemand das Gleiche empfindet wie der Andere. Wie die beiden jemals ein Gespräch führen können, ist mir unbegreiflich. Zwischen Sabina und ihrem Geliebten Franz wird der Graben offensichtlicher, aber sie führen deswegen keine glücklichere Beziehung. Jeder lebt irgendwie sein eigenes Leben und baut sich Vorstellungen auf, die mit ihrem wahren Leben nicht wirklich viel zu tun haben. Und doch können sie nicht voneinander lassen. 

Es gelingt Kundera hervorragend, eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen, ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Überhaupt hat mir die Sprache sehr gut gefallen. So spricht der Autor, zum Beispiel, den leser direkt an oder entwirft mal eben ein kleines Lexikon der unverstandenen Wörter. Ich mag es, wenn ein wenig Abwechslung vorhanden ist und die bietet Kundera auf jeden Fall.

Auch die politischen Themen haben mir zugesagt. Bei Teresa weiß man nie so genau, ob sie nun verfolgt wird oder nicht, ihre Erlebnisse driften immer wieder in Träume ab. Aber Tomas erlebt fast die ganze Bandbreite der Verfolgung, von Flucht über Verleumdnung bis hin zur Degradierung.

Was mir weniger gefallen hat, waren die vielen philosophischen Ausflüge des Autors. Am Anfang fand ich sie noch ganz okay, da sie eher knapp gehalten waren. Aber in der Mitte waren sie fast unerträglich, ich hab sie auch eher überflogen als mich wirklich mit ihnen beschäftigt. Meine Gedanken sind meistens wie von selbst abgeschweift. Ich bin nicht der Meinung, dass diese Teile überflüssig waren, irgendwie gehören sie zum Buch. Aber mir haben sie nicht besonders viel gegeben.

Insgesamt hats mir aber schon gut gefallen, deswegen von mir
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SLW12: 4/10
A-Z Autorenliste: ABCEFGHJKLMNPRSTUVW
Wir lesen uns rund um die Welt: 18/30
100 beliebtesten Bücher der Deutschen: 53/100

:lesen: "Metro 2033" (Dmitry Glukhovsky)

Zitatezitator

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Re: Milan Kundera - Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
« Antwort #44 am: 23. September 2010, 12:09:23 »

Abstrakt und konkret zugleich - wie jedes wirklich gute Buch.
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