Hallo illy und MitleserInnen!

Meine Pause ist doch etwas länger geworden und ich hinke euch ziemlich hinterher – aber ich bleibe dran. Den ersten Teil habe ich jetzt geschafft und den zweiten angefangen, und nach wie vor langweile ich mich auch nicht eine Minute dabei.
Gallys Welt ist ja ziemlich eindeutig ein Schachspiel - aber wer sind die Spieler, die das ganze steuern oder (wilde Theorie) Sind Gally und die anderen Kinder dort VLs der Kinder (Stephen), die im Netz verschwunden sind?
Aber nicht nur irgendein Schachspiel, sondern das aus Alices Wunderland. Die literarischen Anspielungen, die immer mal wieder auftauchen, finde ich ganz spannend. Und deine Spoiler-Vermutung hat vieles für sich, auf jeden Fall scheint nach meiner Vermutung
ein großer Teil der Kraft und der Realität des Netzwerks auf irgendeine Art aus der Lebenskraft der Kinder generiert zu werden.
Paul springt von einer Welt in die andere, und die Suche nach seiner Identität (und dem „Heiligen Gral“?), die unter der Oberfläche immer spürbar ist, macht das Ganze wirklich spannend. Wenn man genau liest (beim ersten Mal habe ich das, glaube ich, nicht so getan), bemerkt man mehr und mehr Hinweise darauf, dass er sich in einer virtuellen Umgebung befindet – offensichtlich ohne es zu wissen. Z. B. ist da der Marsianische Markt mit seinen wiederkehrenden Mustern: „A vast crowd, primarily Martian, swirled in and out beneath them. Paul watched it, amazed by the vitality and activity. He almost thought he could see patterns in the ebb and flow of the marketers, repeating designs, spontaneous shared movements like a flock of birds on the wing.” Bagwater spricht erstmals aus, was dem Leser seit einiger Zeit klar ist, Paul Jonas aber anscheinend nicht: Er befindet sich in einer Simulation.
Renies Handlungsstrang entwickelt sich zwischendurch zu einem richtigen Krimi – sogar ihr Ex-Lover scheint jetzt ihre Spur zu verfolgen. Die Vorstellung von den riesigen Tanks, in denen man Stunden und Tage verbringen kann, erinnert mich an „Matrix“. Das RL lässt sich tatsächlich fast komplett durch VR ersetzen. Und ich stimme dir zu, illy: Weniger realistisch ist es mir deutlich lieber.

Buch 4 beginnt mit einem Gedächtnisverlust Renies, der dem von Paul sehr ähnlich ist.
Was Orlando betrifft, ist trotz aller Tragik die Entwicklung mit Fredericks tatsächlich ein bisschen witzig. Klasse, wie Williams die Vierzehnjährigen glaubwürdig darstellen kann, ohne dass man als älterer Leser je ein Gefühl von Überlegenheit oder Distanz entwickelt!
Endlich treffen sich die Beteiligten – außer Paul Jonas, der ein Teil ihrer weiteren Mission zu sein scheint. Orlandos Vergleich mit Elronds Rat ist ziemlich treffend und nimmt gleichzeitig dem überschlauen Leser, der da längst diverse Parallelen bemerkt zu haben meint, den Wind aus den Segeln. Beim ersten Lesen hat mich der „Cliff-Hanger“ unglaublich geärgert. Ich war im Urlaub, hatte am Anfang wirklich mit dem Buch gekämpft (auch aufgrund des Vokabulars), fand es aber trotzdem ziemlich klasse. Und dann war ich so richtig angefixt – und auf einmal war Ende und kein zweiter Teil in Reichweite… Auf lange Sicht hat es nicht dazu geführt, dass ich Williams boykottiere, sondern dass ich nach kurzem Anprüfen möglichst immer alle Folgebände bereithalte.

Ich freue mich schon auf den zweiten Teil mit euch - es geht ganz bald los!