Hallo zusammen,
im Zusammenhang mit meiner Leseweltreise habe ich wie WannaBe für Schweden auch dieses Buch gelesen und bin noch ein wenig mehr angetan als die Vorschreibenden

.
Den Hinweis auf den Inhalt spare ich mir, weil das ja schon von WannaBe erledigt wurde.
Hier meine
Stellungnahme:
Das Buch hat neben der schon erwähnten lustig-gemütvollen Ebene auch noch einen Tiefgang, der es für mich besonders lesenswert macht.
Schon der Anfang, das Anfrieren am Stein im Himalaya und der damit verbundene Rückblick in die Kindheitserinnerungen ist eine sehr schräge Reminiszenz an Prousts Eröffnung seiner "Suche nach der verlorenen Zeit": Marcel taucht dort die Madeleine ein - so wie Matti seine Zunge auf den Stein bringt - und wandert damit zurück in die Vergangenheit.
Die surrealen Aspekte im ersten Teil haben sich mir noch nicht alle erschlossen, passen aber meiner Meinung nach durchaus, denn es geht ja nicht nur um erlebtes Erwachsenwerden, sondern auch um diese unwirtlich-unwirkliche Gegend, die der Autor uns in Wechselwirkung mit den handeldnden und empfindenden Personen auch in einer magischen Dimension näher bringen will.
Am intensivsten fand ich das Kapitel mit der Rattenvernichtung: Es beinhaltet viele Anspielungen auf den Holocaust und ließ mir teilweise das Blut in den Adern gefrieren.
Das gesamte Personal muss einem einerseits mit seiner lakonischen Lebenseinstellung gefallen, andererseits werden hier auch viele Erwachsenen- und Kindergrausamkeiten sehr intensiv vermittelt.
Heute Morgen habe ich den Film dazu gesehen, auch sehenswert, aber gegenüber dem Buch doch mit Abstrichen zu genießen.
HG
finsbury