Also den Begriff Horror mag ich in Verbindung mit dem Buch nid allzu gerne verwenden oder hören, das muss ich schon sagen, es ist zu einem sehr großen Teil, zum größten eigentlich, wirklich einfach ein historischer Roman, allerdings schon mit gigantischen Anleihen im "gruseligen Bereich", will ichs jetzt mal nennen - gigantisch nicht etwas daher, dass es einfach ein Gurselroman mit historischen Elementen ist, sondern gigantisch deshalb, weil es schon sehr oft solch gruselige Stellen gibt, aber vor allem sind die einfach unfassbar eingebracht, noch nie oder zumindest sehr selten habe ich während des Lesens so oft die Augen auf- und die Brauen hochgerissen, hab den Atem angehalten und erst wieder losgelassen, als mein Körper mich höflich aber bestimmt darauf aufmerksam machte, dass es ihm dringendst nach Sauerstoff gelüste. Diese Spannung ergibt sich irgendwie auch aus sehr vielen Elementen, zum einen ist es - wie auch viele Rezis auf Amazon schon haben anklingen lassen - ein historischer Roman auf hohem Niveau, das heißt all die historische Recherche, die im Verlauf der Handlung betrieben wird, ist für sich schon sehr spannend und da dann eben immer wieder die Momente, in denen es ein über die Maßen spannender Vampir-Roman ist. Diese Momente treten sehr häufig auf, allerdings sind sie keineswegs überstrapaziert, man ist aber gleichzeitig fantastischerweise auch nicht versucht, sich diese Momente noch häufiger zu wünschen, sehr gut verteilt das Ganze sozusagen.
Ich kann jetzt schlecht all die Aspekte aufzählen, die die geniale Spannung des Romans wirklich ausmachen, dazu muss man ihn einfach selber lesen, vielleicht nur noch 2 Gesichtspunkte, zum einen ist es eben wirklich schön, wie sich die historische Recherche und die Facette des gruseligen Vampir-Romans ein Kopf-an-Kopf-Rennen in Sachen Spannung bieten und zum anderen muss ich sagen, dass ich noch seltenst so freudig erregt war, wenn die nächste Seite nur halb bedruckt war und somit ein Kapitel zu Ende ging wie das bei diesem Roman der Fall ist, denn die Enden der Kapitel bieten meist bzw. eigentlich jedes Mal absolute Höhepunkte an Spannung, da sie auch völlig unerwartete Ereignisse, Schlussforderungen, Geschehnisse und Gedankengänge zutage fördern, die so unerwartet und atemberaubend auftreten, dass es ein Wunder ist, dass man sie als Leser dennoch so bereitwillig zuu akzeptieren und regelrecht aufzusaugen vermag, ohne dass sich jegliches Gefühl von Unlogik, Übertreibung oder gar hyperbelähnlichen Strukturen auftun würde - man hat also nie das Gefühl, dass die Handlung durch eine Art allmächtiges, administratives Eingreifen der Autorin (welches selbigen ja nun mal möglich ist, sage ich mal) vorangetrieben würde, vielmehr fungieren diese manchmal für mein Emfpinden fast schon halsbrecherischen Kapitelendungen quasi wie ein Lasso, das sich einem eng um den Hals schnürt und einen wieder einholt, wenn man eigentlich dachte "Dieses Kapitel noch, dann geh ich schlafen und les morgen weiter."
Das mag sich jetzt nach reichlich überkandidelter Lobhudelei anhören, aber tatsächlich hab ich eigentlich nur meine bisheren Eindrücke, die ich so nach über der Hälfte des Buches sammeln konnte, geschildert -natürlich hat man mit diesem Buch nid den Stein der Weisen in Händen, aber wie der Focus schon meint, "ein mit allen Wassern gewaschener Schmöker" eben.
Im letzteren oder hinteren Teil des Buches tun sich dann allerdings doch einige Längen auf, so um die Ereignisse mit der bulgarischen Sängerin, welche dann zwar recht fix wieder mit plötzlichen Ereignissen hinweggefegt wird, muss man schon sagen, und dadurch entstehen auch keine wirklich "langen Längen", so dass es wirklich langwierig werden könnte, aber immer mal wieder zwischendurch lässt sich dieser Eindruck nicht so ganz von der Hand weisen, auch den Schluss finde ich alles in allem ein klitzekleines bisschen unbefriedigend, von daher gibt es

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Bin auch sehr gespannt und voll freudiger Erwartung, was als nächstes von Elizabeth Kostova kommen wird, ich hatte es schon, als ich das Buch das erste Mal in der Buchhandlung in Händen hielt, im Gefühl, dass das ein großartiger Roman sein könnte oder müsste und so ist es schlussendlich ja auch gekommen.