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Autor Thema: Elizabeth Kostova - Der Historiker  (Gelesen 9445 mal)

moosmutzel

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #30 am: 02. Mai 2007, 20:12:17 »

ich habe das Buch irgendwann letztes Jahr im Original gelesen und fand es wirklich gut. ich bin sonst eher nicht für so Vampirsachen, aber es war sehr interessant und fesselnd geschrieben. Unsere Vampirexpertin am Department (ja sie hat über dt. Vampirlit. des 18 Jhr. promoviert) meinte auch es sei ein gut recherchiertes Buch und ist was den Vampieteil angeht sehr gut.
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Thetis

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #31 am: 25. Mai 2007, 13:18:46 »

Hallo!

Da ich mit falschen Vorstellungen an dieses Buch herangegangen bin, war ich zuerst enttäuscht.   :sauer: Ich dachte, es wäre ein Horrorroman.

Anfangs las es sich sehr zäh. Aber als ich dann den Gedanken an einen Horrorroman wegschob, konnte ich das Buch genießen.

Die Reisen, die Suche, die verschiedenen (ungewöhnlichen) Schauplätze sind sehr eindringlich und genau beschrieben, so dass ich mich richtig dabei wähnte. Ich hörte, sah und roch förmlich die verschiedenen Gegenden, in die es die Personen auf ihrer langen Suche verschlagen hatte.

Der Horroraspekt ist praktisch nicht vorhanden. (Jedenfalls für mich). Aber das machte nichts, da das Buch auf seine Art so "inhaltsschwer" war, dass ich bald kein bisschen mehr an meine anfängliche Enttäuschung dachte.

Wie schon mehrere vorher geschrieben haben,  war es auch bei mir: ich konnte mein übliches Lesetempo nicht einhalten.
Das Buch hat eine Schreibweise, die verlangt, es langsam zu lesen.   
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Hanni

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #32 am: 15. Juni 2007, 17:35:59 »

Nun habe ich das Buch auch gelesen und bin absolut begeistert.



Klappentext:

Spät in der Nacht findet ein junges Mädchen in der Bibliothek ihres Vaters ein altes Buch und ein Konvolut mit vergilbten Briefen. Das Mädchen gerät in ein Labyrinth, in dem sich die Geheimnisse der Vergangenheit ihres Vaters mit dem mysteriösen Schicksal ihrer Mutter zu einem unvorstellbaren Verhängnis verbinden, das weit in die Historie zurückreicht. Die Briefe führen zu einer der dunkelsten Mächte in der Menschheitsgeschichte: Vlad dem Pfähler, dem barbarischen Herrscher und Urbild der Dracula - Legende. Eine Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der die Grausamkeiten von Dracula zu Tage treten, die sich bis heute fortsetzen.

Zur Autorin:

Elizabeth Kostova hat in Yale und Michigan studiert. Als junges Mädchen begleitete sie ihren Vater häufig auf seinen Reisen durch Europa. Dabei stießen sie auch auf die Dracula-Legende. Diese frühen Eindrücke und die Liebe zu Osteuropa verführten Elizabeth Kostova dazu, Dracula literarisch wieder auferstehen zu lassen. Sie recherchierte und schrieb zehn Jahre an diesem Roman, der inzwischen ein preisgekrönter internationaler Bestseller ist.

Meine Meinung:

Selten habe ich so etwas interessantes und spannendes gelesen. Normalerweise muss ich bei einem 800 – Seiten starken Wälzer mittendrin eine Pause einlegen, um etwas anderes zu lesen. Nicht so bei diesem.
Im ersten Teil des Buches, wo die Tochter dem Geheimnis auf die Spur kommt, fand ich es erst ein wenig mühsam, als der Vater nicht so recht mit der Sprache rausrücken wollte. Neugierig wie ich bin, wollte ich gleich alles wissen.
Im zweiten Teil, wo hauptsächlich nur noch in Briefen der Eltern an die Tochter kommuniziert wird, hat die Geschichte Tempo zugelegt, und das gefiel mir sehr gut.
Ich konnte total gut eintauchen in die Geschichte und mir die Länder, Orte und Menschen lebhaft vorstellen. Es scheint auch hinsichtlich der Dracula Legende gut recherchiert zu sein, was man spätestens dann feststellt, wenn man bei Wikipedia nach Vlad III. Drakulea sucht.
Ich hatte beim Lesen des Buches ein paar mal Gänsehaut, und das kleine naive Mädchen in mir möchte die Geschichte glauben.  :zwinker:

Vielleicht ist es aber von Vorteil, wenn man sich ein wenig für die Dracula - Legende interessiert, denn sonst könnte es sein, dass einem das Buch weniger fesselt. Aber selbst dann ist der Historische Hintergrund der Geschichte  und die farbenprächtige Schilderung der Orte und Menschen allemal lesenswert, finde ich.
 
Von mir bekommt es: 5ratten
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Liebe Grüsse
Hanni

Nirika

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #33 am: 01. Juli 2007, 20:40:53 »

Hallo!

Elizabeth Kostova: Der Historiker



Inhalt:
Spät in einer Nacht findet ein junges Mädchen in der Bibliothek ihres Vaters ein altes Buch und ein Konvolut mit vergilbten Briefen.
Die Briefe sind alle an meinen lieben und bedauernswerten Nachfolger adressiert, und sie nehmen das Mädchen mit in ein Labyrinth, in dem sich die Geheimnisse der Vergangenheit ihres Vaters mit dem mysteriösen Schicksal ihrer Mutter zu einem unvorstellbaren Verhängnis verbinden, das weit in die Historie zurückreicht.

Die Briefe führen zu einer der dunkelsten Mächte der Menschheitsgeschichte: Vlad dem Pfähler, dem barbarischen Herrscher und Urbild der Dracula-Legende. Eine Suche in Klöstern, Bibliotheken und Archiven beginnt, bei der Grausamkeiten von Dracula zu Tage treten, die sich bis heute fortsetzen...
(Buchklappentext)

Bewertung:
Das Buch ist eine Mischung aus Historischem und Mystischem, die sehr gelungen ist. Eine geheimnisvolle, schleichende Spannung packte mich gleich zu Anfang und zog mich durch das ganze Buch. Besonders gut gefallen hat mir die erzeugte Stimmung, die nur schwer zu beschreiben ist.

Dass die Erzählung auch in Form von Briefen, Karten und Dokumenten vorgenommen wird, hat mir sehr zugesagt, obwohl ich mit dem Lesen von so viel kursiver Schrift doch schon einige Probleme hatte, es macht mich einfach sehr schnell müde.

Mit den Personen kam ich gut aus, obwohl es nicht über alle viel zu erfahren gibt. Ich gewann sie zwar nicht lieb, fand das für die Geschichte jedoch nicht hinderlich und es schlägt sich auch nicht negativ auf die Bewertung nieder. Ich war hier damit zufrieden die Handlung zu beobachten, ich wollte mich  nicht in sie hineinversetzen.

Die Abrisse aus der osteuropäischen Geschichte waren sehr spannend mitzuverfolgen und es tat sich bei mir eine Wissenslücke auf, die ich noch zu füllen gedenken.  :smile:

Zum ständigen Lachen ist dieses Buch sicher nichts, aber ein wenig amüsant ist es stellenweise schon.

Ich hatte beim Lesen meistens sehr viel Spaß und deswegen gibt es auch:

4ratten und :marypipeshalbeprivatmaus:

Liebe Grüße

Nirika
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Ingroscha

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #34 am: 10. September 2007, 20:35:42 »

Ich habe jetzt die ersten ca. 90 Seiten hinter mir und bisher gefällt mir das Buch außerordentlich gut. Ich finde es allerdings auch recht gruselig und mag es abends nicht so recht zur Hand nehmen, da ich immer denke, dass es sicher schlimmer wird  ;-)  Eure Rezensionen hier habe ich nur teils überflogen, ich habe zuviele Bedenken, dass ich etwas erfahre, was ich noch nicht wissen kann.
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LG Ingroscha 
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Kati

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #35 am: 11. September 2007, 18:49:05 »

Ich finde es allerdings auch recht gruselig und mag es abends nicht so recht zur Hand nehmen, da ich immer denke, dass es sicher schlimmer wird  ;-) 

Weichei, Weichei  :breitgrins:

Aber du kannst dich beruhigen. Ich fand das es nicht über ein bisschen gruseln hinaus ging ... aber es war trotz allem sehr faszinierend.

LG Kati
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Ingroscha

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #36 am: 11. September 2007, 20:01:02 »

Weichei, Weichei  :breitgrins:

Ein Grund mal wieder den hier rauszuholen:   :kommmalherfreundchen:   :breitgrins:

Ich dachte, es wird mit der Zeit immer gruseliger? Ach, wenn das nicht so ist, bin ich etwas beruhigt, da ich heute alleine bin und gleich weiterlesen wollte  *g*.
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Kati

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #37 am: 18. September 2007, 19:37:58 »

Na was macht das Monster unter dem Bett, Ingroscha?  :breitgrins:
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Ingroscha

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #38 am: 18. September 2007, 19:55:57 »

Na was macht das Monster unter dem Bett, Ingroscha?  :breitgrins:

Bin ja noch immer in einem ziemlichen Lesetief... gestern habe ich zwei Seiten vor dem Einschlafen geschafft. Bin ca. bei S. 130 - viel gruseliger ist es nicht geworden aber es gefällt mir weiterhin sehr gut. Ich werde jetzt gleich noch ein wenig lesen (wenn ich dabei nicht wieder sofort einschlafe). :winken:
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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #39 am: 29. September 2007, 20:29:43 »

Ooookay, ich hatte mal wieder ein wenig Lesezeit und jetzt ... hat mich die Story voll gepackt. Ich musste mich vorhin wirklich losreißen. Kurz vor Ende des ersten Teils hatte das Buch mich rum. Es gefällt mir jetzt außerordentlich gut und ich werde gleich noch einige Seiten lesen.
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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #40 am: 31. Oktober 2007, 08:49:20 »

Ich bin nun auf den letzten Seiten (noch ca. 60) und muss sagen seit die letzten 120 Seiten angebrochen sind, grusel ich mich doch sehr  :Kreuz:

Gestern abend ganz allein in unserem Haus, leise Musik kam aus den Lautsprechern und am Haus knackten die Holzjalousien hin und wieder... *bibber* und dann die Beschreibungen im Buch von absoluter Stille in einem Grab...  Ich bin beeindruckt, wie die Story mich zum Gruseln bringt, obwohl eigentlich nichts grauenvolles passiert...
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Valentine

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #41 am: 31. Oktober 2007, 10:23:04 »

Ja, der Schluss ist ganz schön gruselig. Das hat mich an diesem Buch auch so fasziniert, dass ich mich teilweise ganz schön gegruselt habe, obwohl es nicht blutrünstig zugeht.
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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #42 am: 31. Oktober 2007, 23:17:09 »

Ich hatte es mir letztes Jahr zu Halloween mit dem Buch gemütlich gemacht. Abgesehen von der Leselampe nur mit Kerzenschein. Es hat nicht lange gedauert, bis ich in der ganzen Wohnung die Lichter angeschaltet hatte.  :entsetzt:

Kurz danach musste ich etwas tun, was ich sonst bei keinem Buch tue, aber sonst hätte ich nicht weiterlesen können: ich musste das Ende lesen.

Das kommt davon, wenn man normalerweise keine Horrorbücher liest, weil man ja weiß, dass man sie nicht verträgt.  :rollen: Aber dieses Buch hatte mich so gelockt, und ich habe es auch nicht bereut. Es war ein tolles Leseerlebnis.
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2007, 23:20:38 von Likimeya »
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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #43 am: 06. November 2007, 21:11:18 »

Rezension

Zu Beginn des Buches erzählt eine Historikerin aus ihrer Jugendzeit - berichtet von ihren Reisen mit ihrem Vater, einem Historiker der zu der Zeit in Amsterdam ansässig ist. Die beiden kommen viel herum und der Leser begleitet sie auf ihren Reisen durch Europa. Eines Tages gerät dem Mädchen ein besonderes Buch in der Bibliothek ihres Vaters in die Hände... Ihr Vater erzählte ihr damals viel von seinem ehemaligen Professor und dessen Erlebnissen - so kommt eine weitere Zeitebene in die Geschichte. Es beginnt eine Recherche rund um Vlad Tepes alias Dracula, die sich über Generationen zu ziehen scheint...

Dracula und die Suche nach seinem Grab ist Programm in diesem Buch von Elizabeth Kostova. Keineswegs darf man aber einen herkömmlichen Vampirroman mit Schockeffekten erwarten, auch findet man die viktorianische Szenerie eines Anne Rice-Romans nicht in diesem Roman und damit erwartet einen etwas Neues, etwas Ungewöhnliches. Der Autorin gelingt es auf wundervolle Weise, historische Fakten mit Phantastischem, Mystischem zu verbinden. Da es sich bei der historischen Person Vlad Tepes nicht gerade um einen zimperlichen Eroberer gehandelt hat, können die Berichte über seine Vorgehensweisen einen doch schon ängstigen. Viel atemberaubender und gruseliger als die sachlichen Fakten über Pfählungen und Folterungen sind aber die Recherchen bezüglich Dracula, die beschriebenen Orte und Begegnungen. Ich las die letzten 120 Seiten allein zuhaus und die knarzenden Holzjalousien taten ihr Übrigens um mein Blut gefrieren zu lassen. Solch gut gemachter subtiler Grusel kommt einem nicht oft in die Hände. Eine der gruseligsten Stellen war für mich die Beschreibung einer völlig stillen Gruft in der die Protagonisten dann nicht allein zu bleiben schienen...

Dieses Buch sollte am besten bei Sturm, Dunkelheit, leiser Musik wenn man das mag (mir gefielen Geigeninterpretationen sehr gut dazu) gelesen werden - dann wird die aufkommende Stimmung beim Lesen noch unterstrichen.

Sehr gut haben mir auch die vielen osteuropäischen Stationen bei den Reisen in Europa gefallen. Die Beschreibungen von Menschen, Natur und Städten sind sehr authentisch. Auch die Anlehnung an Bram Stokers Dracula, da die Autoren einige Teile des Buches in Briefen erzählt, mochte ich sehr. Überhaupt wirkt die ganze Geschichte sehr realistisch und macht sie damit vermutlich um so unheimlicher.

Mein Buchtipp für alle Fans von gut recherchierten historischen Romanen mit einem Faible fürs Phantastische.

5ratten :tipp:
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*Sternenstauner*

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #44 am: 12. November 2007, 00:19:19 »

Rezension im Rahmen des SLW-2007

Ausgangspunkt in Elizabeth Kostova’s Debütroman ist die schockierende Tatsache, dass Vlad Tepes, blutrünstiger Herrscher der Walachei im 15. Jahrhundert und historisches Vorbild für die Dracula-Legende, wahrscheinlich noch immer sein Unwesen treibt – und zwar als Vampir. Aus verschiedenen persönlichen Gründen machen sich zu unterschiedlichen Zeiten die Mitglieder einer Historikerfamilie, die durch ein geheimnisvolles Buch auf Dracula’s mögliche Existenz aufmerksam geworden sind, auf die Suche nach ihm bzw. nach seinem Grab sowie nach den Personen, die bei der Jagd auf den Untoten im Laufe der Jahre verschwunden sind.
Den Rahmen hierzu bietet die Erzählung der (namenlosen) Tochter, die Jahre später zurückblickt auf die unglaublichen Geschehnisse, welche anhand von unzähligen Briefen, Postkarten, Berichten und Abhandlungen belegt werden, in denen auch die weiteren betroffenen Personen wie ihr Vater, dessen Doktorvater Professor Rossi und ihre tot geglaubte Mutter zu Wort kommen. Durch die verschachtelten Erzählstränge erhält das Buch eine gewisse Komplexität, die es aber glücklicherweise dennoch nicht besonders schwer macht, sich zu orientieren.

Der Historiker ist kein typischer, blutiger oder gar actiongeladener Vampir-Roman, sondern ein sehr atmosphärisches, ruhiges Buch, das mich mit subtilem Grusel in seinen Bann zog. Man merkt dem Roman an, dass die Autorin knapp zehn Jahre an ihm geschrieben hat, denn Mythen, Legenden und historische Fakten werden so geschickt miteinander verwoben, dass man zwischenzeitlich gar nicht weiß, ob man einen Mystery-Roman oder einen historischen Schmöker in den Händen hält. Hierzu trägt besonders auch die wissenschaftliche Betrachtungsweise der Figuren bei.
Als Leser begleitet man sie auf ihren Reisen, gelangt an ungewöhnliche, interessante Schauplätze und lernt viel über die Geschichte Osteuropas, was denjenigen, der eine spannende Horrorgeschichte erwartet hat, wahrscheinlich eher enttäuschen wird. Zwar gibt es immer wieder unheimliche Szenen, weil die Figuren bei ihren Nachforschungen beobachtet werden, aber insgesamt verbringt man die meiste Zeit auf Spurensuche in wunderbar detailliert beschriebenen Bibliotheken, Archiven und Klöstern und tauscht sich mit anderen Gelehrten über das Thema aus. Ich selbst habe mich dabei keinesfalls gelangweilt, sondern war von den verschiedenen Quellen, die immer näher zum Ziel führten, überaus fasziniert; auch wenn etwas negativ auffiel, das nicht selten der Zufall eine große Rolle spielte, wenn die Figuren gleich an die richtigen Ansprechpartner gerieten.
Die Lösung des Rätsels sorgt dann noch mal für richtige Gänsehaut, wobei aber leider ein eigentlich wichtiger Aspekt recht schnell abgehandelt wird.

FAZIT: Ein fesselndes Buch, das mir – trotz seiner 825 Seiten – nicht an einer Stelle zu lang vorkam.

Bewertung: 4ratten
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