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Autor Thema: Elizabeth Kostova - Der Historiker  (Gelesen 9444 mal)

Thanquola

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #15 am: 31. Oktober 2006, 19:15:05 »

Ich habe das Buch vor ein paar Tagen fertig gelesen und bin ebenfalls ziemlich begeistert. Es ist eine sehr schöne ruhige Geschichte, für die man sich Zeit nehmen sollte.

Eine Gruselstory ist es allerdings wirklich nicht. Zwar gibt es auch solche Einlagen, aber im Verhältnis zum Gesamtumfang des Buches ist das wirklich minimal. Stattdessen gibt es wunderschöne, atmosphärische Beschreibungen von alten Bibliotheken und Klöstern, sowie Reisen durch Europa und Beschreibungen der besuchten Städte.
Die Art der Erzählung über verschiedene Personen und eingestreute Dokumente (Briefe, Postkarten, alte Bücher) fand ich ebenfalls sehr ansprechend.

Allerdings muss ich sagen, dass es (vor allem im Mittelteil des Buches) auch ein paar langatmigere Stellen gab, durch die ich mich durchkämpfen musste. Zum Glück waren die aber nie lang genug, dass ich das Buch für längere Zeit weglegen musste.
Ich denke auch, dass es dem Buch gut getan hätte, ein wenig gekürzt zu werden. 50-100 Seiten weniger und ich wäre vollends begeistert gewesen.

So ziehe ich eine halbe Ratte ab, macht also ingesamt 4ratten und  :marypipeshalbeprivatmaus:
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Thanquola

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #16 am: 02. November 2006, 16:43:15 »

Hmmm, eigentlich wollte ich ja meinen obigen Beitrag editieren, aber es gibt immer einen Datenbankfehler.

Mir ist beim Durchblättern nämlich grade noch etwas eingefallen: Was ich sehr schade fand, war, dass keine der Hauptpersonen sich je gefragt hat, OB und WIE Vampire überhaupt existieren können. Die Personen gehen so wissenschaftlich vor mit ihren Untersuchungen, da sollte doch irgendwann zwangsläufig diese Frage auftauchen, auch wenn es darauf keine Antwort gibt.
Ich habe jedenfalls die ganze Zeit gewartet, ob nochmal der Versuch einer Erklärung kommt.
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Phistomefel

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #17 am: 06. November 2006, 23:45:48 »

Zu Beginn des Buches freute ich mich über den sehr schönen Schreibstil und die Form des Romans, der ja größtenteils aus Briefen besteht und dadurch einem klassischen Vampirroman doch sehr Nahe kommt.
Stellte dann fest, dass die Hauptfigur des Romans eher der Vater ist, als seine Tochter also anders als auf dem Klappentext beschrieben. Aber das finde ich allein deshalb schon nicht störend, weil diese beim Lesen irgendwie gesichtslos blieb, mit der ich mich nicht besonders anfreunden konnte.
Im Mittelteil hat das Buch schon seine Längen, über die ich aber relativ leicht hinweggekommen bin, weil ich doch unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht und wurde auch nicht enttäuscht.

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Also gibts von mir

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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Emily

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #18 am: 11. November 2006, 18:48:31 »

Ich habe das Buch gerade beendet und bin noch ganz in seinem Bann.

Die verschiedenen Zeitebenen, die durch Briefe und Berichte abgedeckt werden, haben mir sehr gut gefallen. Auch wenn ich gegen Ende mal kurz ins Überlegen kam, wer das denn nun wieder war. Aber das war nur bei einer Person der Fall und kann auch an meiner Unaufmerksamkeit gelegen haben. Nach kurzer Überlegung fiel es mir auch wieder ein.
Allerdings hatte es in zweiten Drittel wirklich einige Längen. Nicht so schlimm dass ich das Buch hätte weglegen wollen, aber ich kam dann doch in Versuchung, einige Seiten etwas weniger genau zu lesen (nein, da kam die vergessene Person nicht vor ;-)). Die dritte Suche hätte man vielleicht durch einen kurzen Bericht besser untergebracht als durch seitenweise Briefe. Aber gegen Ende wurde es wieder richtig spannend.
Was mich etwas gestört hat, waren die vielen Zufälle. Dauernd treffen sie rein zufällig die richtigen Personen. Ich habe immer auf eine Erklärung gewartet, dass da jemand seine Finger im Spiel gehabt hätte, aber die gab es nicht.

Kann es sein, dass die Tochter nie mit Namen genannt wird? Ich habe erst am Ende darauf geachtet und ihn nie gefunden. Den Anfang wollte ich aber nicht nochmal lesen, um es zu überprüfen.
Da der Titel "DER Historiker" ist, habe ich auch nicht mit einer weiblichen Hauptperson gerechnet. Vielleicht hätte ich mir den Klappentext mal näher anschauen sollen, aber ich bin da immer vorsichtig, damit ich nicht zuviel erfahre.

Es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht das Buch zu lesen und mit zu fiebern, ob sie bei ihrer Suche erfolgreich sind.

 4ratten
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Claudi

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #19 am: 29. Dezember 2006, 21:13:21 »

Ich fürchte mich! Sitze allein hier zu Hause und habe gerade die letzten 100 Seiten dieses Romans gelesen.
Die Ich-Erzählerin berichtet eine Geschichte, die aus alten Briefen, Tagebucheinträgen und Berichten aus den letzten 500 Jahren zusammengesetzt ist.
Die Hauptfiguren werden äußerlich kaum beschrieben, die Erzählerin bleibt sogar namenlos. Trotzdem kann man sie sich bildhaft vorstellen und fiebert mit jeder einzelnen mit. Obwohl Kostova so oft in der Zeit hin- und herspringt, wird es nie langweilig und die jeweiligen Abschnitte sind immer sinnvoll miteinander verknüpft.
Die ersten Kapitel sind besonders spannend. Vor allem wird diese Spannung hervorgerufen dadurch, dass man nicht weiß, mit was für einer Art Roman man es hier überhaupt zu tun hat. Ist es ein historischer Roman? Ein Bericht über den historischen Grafen Dracula? Eine Vampirgeschichte? Eine Familiensaga? Ein Mystery-Märchen, das am Ende seine Aufklärung in der realen Welt finden wird?
Bis zuletzt ist man sich als Leser nicht im klaren darüber, ob es im Historiker tatsächlich Vampire und Übersinnliches gibt.
Der Mittelteil ist geprägt von einer Reise und geschichtlichen Forschungen in Osteuropa, bei der auch die geographischen Gegebeheiten anschaulich und interessant vermittelt werden.
Die Lösung, die man sich als Leser kaum auszudenken vermag, ist, im Nachhinein, simpel. Trotzdem tun sich auf den ersten 700 Seiten mehr Rätsel auf, als Aufklärungen angeboten werden. Gerade dadurch wird der Roman zum echten Pageturner, den man allenfalls aus Angst vor der hereinbrechenden Dunkelheit zur Seite legt.
Abgeschlossen werden rund 800 Seiten mit einem Epilog, der noch einmal eine überraschene Wendung anbietet.

Was hier schon gesagt wurde, dass der Zufall häufig eine Rolle spielt, ist mir auch etwas unangenehm aufgefallen. Den geheimen Drahtzieher im Hintergrund habe ich aber auch nicht finden können. Das ist mir aber zu wenig, um einen Punktabzug zu rechtfertigen, daher gibt es von mir

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Papyrus

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #20 am: 30. Dezember 2006, 23:02:07 »

Puh, ich habe das Buch gerade beendet und bin sehr angetan.

Die Geschichte um Vlad Tepes, auch Dracula genannt, ist ruhig und atmosphärisch dicht erzählt.
Man sollte dem Buch allerdings die nötige Zeit und Ruhe gönnen um seinem Charme zu erliegen.
Gibt man sich der Geschichte hin, wird man unweigerlich immer tiefer in die Geschehnisse "hineingezogen" welche sich durch verschiedene Zeit- und Erzählebenen schlängeln.
Raffiniert baut Elizabeth Kostova eine Geschichte auf, die gekonnt mit Mythen und historischen Gegebenheiten spielt.

Wie Claudi schon geschrieben hat, stellt sich beim Lesen immer wieder die Frage was man eigentlich liest. Einen historischen Roman, oder doch eine Mystery-Geschichte?

 5ratten
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Valentine

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #21 am: 03. Januar 2007, 10:17:35 »

Dracula - der Name ist Programm und ruft automatisch Assoziationen wach mit düsteren Gruselschlössern im rumänischen Hinterland und blutrünstigen Vampirattacken.

Oder man findet die ganze Vampirgeschichte doof, wie ich.

Und dann fiel mir dieses Buch in die Hände, das wohltuend ohne Splattereffekte und Heerscharen von beißwütigen Untoten auskommt und Dracula nicht vordergründig als blutdurstigen Vampir in den Mittelpunkt stellt, sondern sich mit der historischen Person Vlad Tepes, genannt Drakulya, beschäftigt, während subtiler Grusel nicht zu kurz kommt.

Das Buch ist vielschichtig aufgebaut und wird auf zwei, teils sogar drei Zeitebenen erzählt.

Hauptfiguren sind ein Uni-Wissenschaftler, von dem wir nur erfahren, dass er Paul heißt, und seine nicht namentlich bezeichnete Tochter. Paul ist fasziniert von den Legenden, die sich um den sadistischen Fürsten aus Rumänien ranken. Mit seiner Tochter reist er quer durch Europa und besucht zahlreiche Orte, die mit Vampirlegenden aufwarten können.

Parallel dazu erfährt das Mädchen zuerst durch mündliche Berichte und später durch Briefe des Vaters von seiner Suche nach dem tatsächlichen Grab Draculas, das den Legenden zum Trotz nicht auf einer kleinen Insel in einem rumänischen See liegt, vom Verschwinden seines Mentors, Professor Rossi, und von Pauls Begegnung mit der schönen, unnahbaren Helen, die seine Leidenschaft teilt und ihn auf seinen Recherchen begleitet.

Elizabeth Kostova hat mit "Der Historiker" einen komplexen, packenden und auch sprachlich ausgefeilten Erstlingsroman vorgelegt, der Spannung, Grusel, Geschichte und Zwischenmenschliches auf sehr gelungene Weise verbindet und mich absolut überzeugt hat, die ich anfangs arg skeptisch war, ob mir ein Dracula-Buch gefallen könnte.

Die vielschichtige Handlung und die Ortssprünge auf Pauls Reisen mit seiner Tochter, die häufigen Perspektivenwechsel bis hin zu Briefen, mündlichen Erzählungen und wissenschaftlichen Abhandlungen, die in Pauls Berichten an seine Tochter vollständig zitiert werden, waren anfangs nicht ganz einfach zu "handhaben", doch mit der Zeit wurden die Verhältnisse klarer.

Sehr fasziniert haben mich auch die Schauplätze der Handlung, denen ich in meiner sonstigen Lektüre nur selten begegne: entlegene Gebiete Rumäniens, Ungarn im Jahre 1953, die Türkei, Bulgarien - alles wunderbar plastisch und atmosphärisch dargestellt, so dass man förmlich den Weihrauch in den orthodoxen Kirchen und die muffige Luft unheimlicher Krypten zu riechen glaubt.

Diese Autorin werde ich in Zukunft definitiv weiter beobachten und bin gespannt, womit sich ihr nächstes Buch befassen wird.

4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

Danke auch an die Mitleser in der Leserunde :winken:
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Nicole

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #22 am: 05. Januar 2007, 22:28:05 »

Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen.

Ich hatte das Gefühl mit auf Entdeckungsreise zu sein und fand es unheimlich interessant, wie sich die Puzzleteile nach und nach zusammengesetzt haben.

Bis zur letzten Sekunde ist es spannend geblieben und einige Dinge sind eingetreten, mit denen ich nicht gerechnet hätte.

Für mich war das Buch ein absolutes Highlight.

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Jona77

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #23 am: 23. Januar 2007, 18:08:16 »

Ich bin auf Seite 200 angelangt und habe bis jetzt jede Seite genossen !  :klatschen:

Eine tolle Geschichte in wundervollen Worten erzählt, ich lese heute noch weiter !
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Jona77

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #24 am: 08. Februar 2007, 18:11:59 »

Der Historiker von Elizabest Kostova

826 Seiten einfach zusammen zufassen ist unmöglich und so gebe ich einfach meine Eindrücke wieder:

Eine spannende Verfolgungsjagd, schillernde Figuren und eine gruselige dunkle Geschichte aus alten Zeiten... Lebt Dracula etwa noch und treibt sein Unwesen unter den Menschen ? Und was hat es mit den geheimnisvollen Büchern mit diesem Drachen in ihrer Mitte auf sich ? Wohin verschwand Professor Rossi ?

All diese Fragen wollen beantwortet werden und ein junges Mädchen will wissen, was hinter dem Mysterium Dracula steckt und wie ihr Vater, eben dieser Professor, in diese Geschichte verwickelt ist. Sie liest Briefe die ihr Vater vor vielen Jahren auf der Jagd verfasst hat, erlebt mit ihm Abenteuer in fernen Ländern und auch der Leser wird völlig eingesogen in den Strudel dieser düsteren Geschichte. Vlad der Pfähler, wer war er und hat er wirklich "überlebt" ?

Eine aufregende Reise durch Klöster, Bibliotheken, fremde Städte und in die tiefen grausigen Abgründe des Mittelaltern beginnt und fesselt bin zum Schluß. Niemand sollte sich diese grandiose Werk entgehen lassen, es gehört ab jetzt definitiv zu meinen Lieblingsbüchern ! Man erfährt nicht nur viel über Dracula, sondern auch über Vergangenheit und Gegenwart verschiedener Länder, z.B. der Türkei, Walachei, Bulgarien... Man merkt, dass die Autorin sehr lange an diesem Buch schrieb, es ist bis ins Kleinste ausgefeilt und man mag es einfach nicht mehr weglegen. Ich hoffe sie schreibt noch mehr Bücher dieser Art !

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swank

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #25 am: 15. März 2007, 16:57:22 »

Elizabeth Kostova - Der Historiker
Rezension im Rahmen des SUB-Wettbewerbs 07


Drei Geschichten werden hier kunstvoll verwebt: ein junges Mädchen, ihr Vater und dessen Mentor an der Universität werden mit je zwanzig Jahren Abstand in geheimnisvolle Geschehnisse hineingezogen, die auf das Engste miteinander in Verbindung stehen. Alles fängt damit an, dass jeder von ihnen ein sehr altes Buch findet, das leer ist bis auf einen kunstvollen Druck eines Drachen. Es stellt sich heraus, dass dieser Drache das Symbol von Vlad Tepes, historischer Ausgangsfigur für den Mythos Dracula, ist. Bald schon werden die drei in eine atemlose Suche nach Dracula verwickelt. So suchen sie, jeder zu einer anderen Zeit, in den schönsten Bibliotheken und Klöstern quer durch Europa nach den Ursprüngen der Vampirlegende…

‚Der Historiker’ ist mein SUB-Wettbewerbsbuch mit über 800 Seiten, und schneller hätte ich den wunderbar dicken Schmöker nicht lesen können. Ich war regelrecht sauer, zwischendurch arbeiten und das Haus verlassen zu müssen, am liebsten hätte ich den Roman in einer 3tätigen Marathonsitzung gelesen. Schon nach wenigen Seiten ist man völlig gefangen von der Geschichte, die auch sprachlich sehr ansprechend ist. Vor allem die Beschreibungen der alten Bibliotheken, historischen Orte und Klöster sind ein Genuss, man sieht jeden dieser Orte sehr klar vor dem inneren Auge. Wie auch Bram Stoker in ‚Dracula’ arbeitet Kostova oft mit Hilfe von Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und alten Dokumenten und schafft es so, drei Handlungsstränge gleichzeitig zu verfolgen, ohne zu verwirren oder gar Langeweile aufkommen zu lassen.

Es bleibt durchweg spannend, auch wenn die ersten 700 Seiten fast unblutig und weitgehend ohne das Erscheinen von Vampiren auskommen. Das Unheimliche kann sich langsam aufbauen und schön entfalten – und wenn Dracula dann wirklich erscheint, stehen einem die Haare zu Berge. Das Warten lohnt sich.

Im Klappentext ist vermerkt, dass Elizabeth Kostova zehn Jahre an diesem Roman schrieb und für ihn recherchierte. Das macht die Geschichte erst richtig faszinierend, denn viele historische Fakten zu Vlad Tepes entsprechen den Tatsachen. Der Fürst der Walachei hat tatsächlich gelebt, Details aus seinem Leben und seine Aufenthaltsorte werden nach und nach von den Protagonisten entdeckt. Denjenigen, die selbst etwas über Vlad Tepes nachlesen möchten, empfehle ich ‚Dracula. Das Leben des Vlad Tepes’ von Ralf-Peter Märtin, das zumindest ich mir gleich nach Beendigung von ‚Der Historiker’ angeschafft habe.

Uneingeschränkt kann ich fünf Ratten vergeben. Selbst die Nebenfiguren und -handlungsstränge sind durchweg gut gezeichnet, besonders gefallen hat mir dabei die Beschreibung Istanbuls und des türkischen Professors Bora.

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qantaqa

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #26 am: 15. März 2007, 17:46:03 »

Ich muss ein anderes Buch gelesen haben...  :confused:
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swank

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #27 am: 15. März 2007, 18:02:08 »

Schade, dass es dir nicht gefallen hat. Ich muss vielleicht dazu sagen, dass mich verschiedene Themen des Romans persönlch sehr angesprochen habe; ich studiere im Nebenfach Geschichte und dann interessieren mich Vampire auch sehr, weil ich wahrscheinlich meine Magisterarbeit über Vampirliteratur schreiben werde. Vielleicht hat mich das auch gepusht, das war natürlich in dieser Konstellation der perfekte Roman für meine Interessen. :zwinker: Vielleicht ist die Bewertung deswegen so überschwenglich ausgefallen.
« Letzte Änderung: 15. März 2007, 22:53:32 von swank »
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qantaqa

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #28 am: 15. März 2007, 18:58:44 »

Nunja, gegen Geschichte habe ich nichts einzuwenden und gegen Vampire ansich auch nicht, trotzdem fand ich das Buch zum Gähnen. Umso erstaunter bin ich, dass alle so begeistert davon sind. Die Geschmäcker sind halt verschieden.
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Kati

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Re: Elizabeth Kostova - Der Historiker
« Antwort #29 am: 02. Mai 2007, 06:26:43 »

Ich fand das Buch bis auf einige zähe Textstellen wirklich toll. Aber gewisse Längen bleiben bei so einem Roman einfach nicht aus.
Die Charaktere sind gut gelungen auch wenn mir davon keiner wirklich ans Herz gewachsen ist. Dafür ist ihr Leben zu düster ... und ich distanziere mich gern davon 
Gut gefallen haben mir die Schauplätze in Osteuropa. Sie sind wunderbar mystisch beschrieben und mit den Briefen und Dokumenten aus der Vergangenheit bilden sie ein echtes Highlight.
Das Ende war zwar nicht das, was ich mir gewünscht hätte, trotzdem könnte es nicht passender ein.

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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