Vier Menschen – wie sie unterschiedlicher nicht sein können – treffen einander zufällig in der Silvesternacht am Dach eines Hochhauses mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen.
Maureen, die 51-jährige, die seit 20 Jahren ihren schwerst behinderten Sohn pflegt, nicht weiß, ob er irgendetwas wahrnimmt, ihr ganzes Leben opfert und auf ihn ausrichtet und am Ende ihrer Kräfte steht.
Martin, einst erfolgreicher und bekannter Fernsehjournalist, dessen Affäre mit einer Minderjährigen publik geworden ist, medial ausgeschlachtet wurde und nun vor den Scherben seiner Karriere und seiner Familie steht
Jess, verwöhnte Göre aus reichem, konservativem Elternhaus, die seit dem spurlosen Verschwinden ihrer Schwester jeden Halt verloren hat
J.J., Musiker, der seine Träume von der großen Musikerkarriere nach der Auflösung seiner Band begraben muss und zu allem Überfluss auch noch von seiner Freundin verlassen wurde.
Den Aufbau des Buches finde ich ausgezeichnet. Abwechselnd werden die Lebensgeschichten, Gedanken und Motive aus der jeweiligen Perspektive des Betreffenden erzählt, zudem macht sich dieser Gedanken zu den anderen dreien. Keiner der vier hat den Weg auf das Dach leichtsinnig gewählt, doch jeder ist auch bemüht - mit Hilfe der anderen – den langen Weg hinunter – und zurück ins Leben - zu finden.
Hornby hat sich hier einer sehr sensiblen Thematik angenommen, in der man sich sehr rasch auf gefährliches Terrain begeben kann. Doch er hat diese Gratwanderung meiner Meinung nach bravourös gemeistert! Er verpackt viel („Hornby-typischen“) Humor in die Geschichte, ohne aber ins Lächerliche zu verfallen, er verleiht der Geschichte den nötigen Ernst, ohne pathetisch zu wirken und gibt Einblicke in die Seelen der Protagonisten, ohne pseudo-psychologische Weisheiten von sich zu geben.
Ein sehr unterhaltsames Buch, aber auch ein Buch, das sehr nachdenklich macht!
