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Autor Thema: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben  (Gelesen 6940 mal)

Nicole89

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #45 am: 25. August 2010, 19:20:36 »

Ich habe schon ein besseres Buch von Coelho gelesen. Fand dieses aber auch gut. Die Geschichte hat mich nachdenklich gestimmt, obwohl mir diesmal Coelhos philosophische Ausschweifungen gefehlt haben. Die waren meiner Meinung nach zu wenig vorhanden. Und auch Veronikas Tod am Ende hätte mir besser gefallen, dadurch hätte die Handlung noch authentischer gewirkt. Ansonsten war es ein Lesevergnügen.

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HoldenCaulfield

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #46 am: 25. August 2010, 19:23:30 »

Ich hab gerade erst entdeckt dass das Buch verfilmt wurde. Mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle... ich glaube ich schau ihn mir an, Coelho lesen kann ich mir nach wie vor irgendwie nicht so recht antun, aber vielleicht belehrt mich ja der Film eines bessren ;)
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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #47 am: 28. Februar 2011, 13:40:44 »

„Veronika beschließt zu sterben“ war mein erster Coelho. Somit konnte ich völlig unvoreingenommen an dieses Büchlein rangehen, obwohl ich schon sehr viel, vor allem negatives, über ihn gehört habe.

Den Anfang fand ich sehr schwierig. Mir hat überhaupt nicht gefallen, dass sich Coelho selber in die Geschichte eingebaut hat und auch sonst konnte ich nicht mit Veronika oder dem Schreibstil warm werden. Die ersten paar Kapitel haben mich sogar enttäuscht, da ich das Geschriebene ziemlich langweilig und pseudomoralisch fand.
Doch trotz eines schwierigen Starts hat mich das Leben in der Anstalt, ab ca. der Mitte, doch in seinen Bann gezogen und ich hab’s im Nu ausgelesen.

Sehr gut gefallen hat mir, dass aufgezeigt wird, dass mehr Menschen als wir denken unter psychischen Krankheiten leiden und sich dafür schämen, weil „Verrücktsein“ in einer „normalen“ Welt schließlich völlig ausgeschlossen ist. Man muss sich anpassen, der Norm anpassen, sonst fällt man unangenehm auf. Dieser Zwang zum Normalsein, sich täglich in der Gesellschaft zu verstellen, obwohl die eigenen Interessen und Vorlieben ganz wo anderes liegen, macht irgendwann einfach krank.

"Es ist schlimm, sich zu zwingen, wie die anderen zu sein. Das führt zu Neurosen, Psychosen, Paranoia. Es ist schlimm, wie die anderen sein zu wollen, weil das bedeutet, der Natur Gewalt anzutun, den Gesetzen Gottes zuwiderzuhandeln, der in allen Wäldern der Welt kein Blatt geschaffen hat, das dem anderen gleicht. [...]"

Auch schön bzw. interessant fand ich den Aspekt, dass Menschen immer erst dann „zu leben“ anfangen, wenn ihnen vollkommen bewusst ist, dass ihr Leben bald ein Ende finden wird und nicht mehr genug Zeit übrig bleibt.
Das find ich im Allgemeinen ungemein faszinierend, denn das trifft auf sehr viele Menschen, auch mich, zu. Man macht Pläne, setzt sich Ziele, und im Endeffekt bleibt man meistens im Strudel des Alltags stecken, lebt sein routiniertes Leben, träumt nur von all den Dingen, die man noch machen möchte und nutzt dafür aber kaum die Zeit, die man hier auf Erden (noch) hat. „Morgen dann, morgen…“.

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Viky

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #48 am: 02. August 2011, 09:51:44 »

Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho

Veronika beschließt zu sterben wird in verschiedenen Blickwinkeln erzählt, also aus Sicht anderer Patienten. So wird klar, welche Wirkung Veronikas Schicksal auf diese anderen Patienten hat.
Coelho schreibt an einigen Stellen Rückblickend, was mich ein wenig verwirrt hat, weil es ganz aus dem Zusammenhang gerissen war. 
Sonst kann ich nichts weiter sagen, da es mein erstes Coelho-Buch war.

Eine leicht anspruchsvolle Lektüre, die man auch lesen könnte, wenn man Ende bereits kennt.

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bella*

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #49 am: 15. August 2011, 09:06:03 »

Im Rahmen der Monatsleserunde im August habe ich "Veronika beschließt zu sterben" gelesen und momentan bin ich noch etwas unschlüssig, ob mir das Buch wirklich gefallen hat. Einerseits war die Geschichte irgendwie schön, teilweise für mich ein wenig vorhersehbar und manchmal auch einfach etwas seltsam. Im Großen und Ganzen hat es mir schon gefallen, allerdings fand ich die Thematik, dass man erfährt, man hat nur noch ein paar Tage zu leben eigentlich am traurigsten und berührensten an dem Buch, vorallem wenn man unbedingt weiterleben möchte. Ich glaube, das hat mich am meisten berührt und beschäftigt, dass man sich selbst manchmal über viel zu viele Dinge aufregt, die eigentlich banal sind, anstatt einfach sein Leben zu genießen und zu leben, da man selbst ja nie weiß, wielange man noch zu leben hat. Hmmm...dadurch, dass mich das Buch doch irgendwie wieder zum Nachdenken gebracht hat, bekommt es von mir

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Jari

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #50 am: 11. Dezember 2011, 15:01:37 »

Inhalt:

Die junge Veronika entschliesst sich dazu, sich das Leben zu nehmen. Doch sie wird gerettet und findet sich in der Heilanstalt Villete wieder, die einen zweischneidigen Ruf geniesst.
Veronika erhält die Botschaft, dass sie aufgrund der Tabletten, die sie geschluckt hat, ein angeschlagenes Herz hat. Sie hat nur noch ein paar Tage zu leben...

Meine Meinung:

An Paulo Coelhos Werk "Veronika beschliesst zu sterben" ging ich mit gemischten Gefühlen heran, da ich nicht wusste, was mich erwartet. Nun muss ich sagen, dass sich die Lektüre definitv gelohnt hat.

Coelho hat ein einfühlsames Buch geschrieben, das hervorragend in die heutige Zeit passt. Es handelt nicht davon, wie schrecklich das Leben ist, eher im Gegenteil. Zwar gibt sich Veronika vor allem anfangs einigen tristen Gedanken hin, aber man sollte sich davon nicht abschrecken lassen und weiterlesen. Denn sobald Veronika in Villete ist, ändert sich der Grundton des Buches:

Denn Veronika ändert in Villete einiges und Villete ändert einiges an Veronika.

Dies ist die wunderschöne Botschaft des Buches: Steh zu deiner Verrücktheit und geniesse das Leben.

Die Personen, die wir im Irrenhaus kennenlernen, sind einzigartig in ihrer Geschichte und ihren Erlebnissen. Doch sie alle erwachen durch die junge Veronika wieder zu neuem Leben und entscheiden sich dazu, ihr Leben endlich wieder selber in die Hand zu nehmen. Diese Irren, Verrückten, Verängstigten sind mir alle sehr ans Herz gewachsen und ich bewundere sie und Veronika dafür, dass sie den Schritt aus der Routine heraus gewagt haben.

Dabei erscheint Veronika nicht wie ein von Gott nach Villete gesandter Engel, sondern bleibt einfach nur eine junge Frau, die ihre letzten Tage auf Erden dazu nutzen möchte, sich endlich nicht mehr nach den Regeln der anderen zu richten. Die Veränderungen, die Veronika damit loslöst, bemerkt sie nicht direkt. Der berühmte Satz vom Flügelschlag eines Schmetterlings denken, der am anderen Ende der Welt einen Wirbelsturm auslöst, passt perfekt hierzu.

Ich war total fasziniert von der anfangs sehr emotionslosen Veronika und wie sie sich im Verlaufe der Geschichte veränderte. Sie zeigt uns auf, dass auch wir dazu in der Lage sind, mit unserer inneren Verrücktheit in Kontakt zu treten. Coelho fordert uns dazu auf, das Leben zu fühlen, zu geniessen und zu leben. Sich von den starren Regeln des Alltags loszureissen, unser inneres Kind aufzuwecken und mit ihm durch die Strassen zu tollen.

Es ist nichts Schreckliches dabei, aus der Reihe zu tanzen. Ganz im Gegenteil, wir sollten es öfter tun.

Fazit:

Ein kluges Buch mit einer klaren Botschaft, die wir uns alle zu Herzen nehmen sollten.
"Veronika beschliesst zu sterben" ist ein Buch, das jeder lesen sollte, der sein Leben selber in die Hand nehmen möchte oder sich im Alltagstrott gefangen fühlt. Überhaupt denke ich, dass die Lektüre des Buches jedem gut tun wird.

Ein aussergewöhnliches und wundervolles Buch!

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bella*

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #51 am: 11. Dezember 2011, 15:15:12 »

Das ist aber eine schöne Rezi, Jari! :) Besonders den Satz finde ich echt gut und passend:

"Veronika beschliesst zu sterben" ist ein Buch, das jeder lesen sollte, der sein Leben selber in die Hand nehmen möchte oder sich im Alltagstrott gefangen fühlt.
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Jari

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #52 am: 11. Dezember 2011, 15:21:36 »

Danke, Bella*, es freut mich, dass sie dir gefallen hat.
Ich hab mir grad die ersten Minuten der Verfilmung angesehen und entschieden, dass sie es nicht wert ist, 90 Minuten meines Lebens zu stehlen :breitgrins:
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bella*

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #53 am: 11. Dezember 2011, 15:29:57 »

Danke, Bella*, es freut mich, dass sie dir gefallen hat.
Ich hab mir grad die ersten Minuten der Verfilmung angesehen und entschieden, dass sie es nicht wert ist, 90 Minuten meines Lebens zu stehlen :breitgrins:

Bitte, gerne. Hmmm...ja, ich weiß auch noch nicht, ob ich sie mir irgendwann mal anschaue. Dein Kommentar hebt nicht gerade meine Stimmung den Film zu schauen! ;)
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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #54 am: 11. Dezember 2011, 15:43:26 »

Ich schreib auf meinem Blog grad eine sehr schlechte Filmkritik :breitgrins: Fazit: amerikanischer Einheitsbrei.
Wenn dir das Buch gefällt, tu dir den Film nicht an... :traurig:
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kleinerHase

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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #55 am: 12. Dezember 2011, 18:15:37 »

Angeregt durch die positiven Meinungen zum Buch habe ich es eben mal kurzerhand auf meine Wunschliste gesetzte.
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Re: Paulo Coelho - Veronika beschließt zu sterben
« Antwort #56 am: 29. Januar 2012, 21:39:58 »

Ich habe mir den Film aus der Videothek ausgeliehen und gerade angeschaut. Motiv für's Ausleihen war der Titel, da ich von dem Buch von Coelho schon gehört hatte.

Ich muss sagen, mir hat der Film ganz gut gefallen. Ich kenne allerdings das Buch nicht und nach euren (sowohl positiven als auch negativen) Rezensionen hier muss ich es glaube ich unbedingt lesen :)
Man hat den amerikanischen Einfluss schon deutlich gemerkt und ich war gerade etwas erschrocken, weil der Film ja in Amerika spielt, das Buch allerdings nicht. Ich finde aber, Sarah Michelle Gellar hat die Rolle ganz gut gespielt. Auch die Rolle von Edward hat mir gut gefallen. Was mir nicht gefallen hat: Ist halt alles ein bisschen platt gewesen. Typisch Ami halt.

Das Buch ist jedenfalls auf meine Wunschliste gewandert und ich bin gespannt, ob ich nach dem Lesen ein ähnlich schlechtes Urteil über den Film fällen werde  :zwinker:
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:lesen: Judith Lennox - Die geheimen Jahre