Card, Orson Scott - Ender's Game

Nachdem sich seine Geschwister als ungeeignet erwiesen hatten, wird Ender als Third geboren. Aufgrund seiner herausragenden Intelligenz kommt er mit 6 Jahren auf die Battle Acadamy.
Im Krieg der Menschen gegen die Bugger, dem dritten seiner Art, nachdem die ersten beiden gerade so von den Menschen gewonnen werden konnten, ist er die letzte Hoffnung.
Entsprechend rücksichtslos wird er von den Ausbildern behandelt, um das Beste aus ihm herauszuholen. Strategie, Taktik, Kriegsspiele in kleinen Gruppen, als Kindheit kann das nicht bezeichnet werden.
Kann Ender den Herausforderungen standhalten und die Menschheit retten?
Meine MeinungUff. Das Buch lies mir keine Ruhe, bis ich es durch hatte und hat mir damit mal wieder eine kurze Nacht beschert

Die kurzen Diskussionen der Ausbilder darüber, wie man sich Ender gegenüber verhalte, die Rechtfertigung mit der Rettung der Menschheit - das war mir zeitweise etwas zu plakativ. Spätestens nach dem ersten Mal hatte ich begriffen, dass sie Ender immer wieder neue unfaire Herausforderungen geben würden, ihn aus einer Situation herausreißen würden, sobald er sich zurechtgefunden hat. Ihn damit an seine Grenzen bringen. Außerdem werden gerade auch dadurch ihren Taten kritisch dargestellt. Es ist also keineswegs so, dass das Buch sagt: Hier, wenn ihr die Welt retten wollte, ist jedes Mittel erlaubt. Im Gegenteil finde ich, dass diese Denkweise ganz klar kritisch dargestellt wird.
Andererseits waren das mit die einzigen Momente, in denen man einen Einblick in deren Gefühlswelt bekommt.
Die Ausbildung, besonders die Kriegsspiele fand ich faszinierend beschrieben. Besonders die verschiedenen Taktiken, die Ender entwickelt um zu gewinnen. Im Vordergrund stehen auch seine Beziehungen zu den anderen Kindern der Akademie. Freunde, Feinde, Schüler, alles wird sehr glaubhaft beschrieben. Auch Ender's Überlegungen zu seinen Handlungen fand ich sehr interessant. Man kann nicht anders als mitfühlen.
Zeitweise kann man leicht vergessen, dass es hier wirklich nur um Kinder geht. Kinder im Sinne von 6 bis 12 Jahre alt. In ihren Handlungen und Überlegungen sind sie das schon längst nicht mehr.
Den kurze Schwenker zu seinen Geschwistern fand ich zunächst eher uninteressant, aber im Nachhinein hat er sich als sehr interessant und relevant herausgestellt. Besonders, da Peter und Valentine dadurch noch mehr Tiefe bekommen.
Ich sehe schon, ich schwafle mal wieder

Kurzum also ein geniales Buch, dass ein ungelesenes Regaldasein definitiv nicht verdient. Wer übrigens Angst hat, sich hier auf irgendwelche Reihen einzulassen: Ja, es gibt Folgebände. Nein, die muss man definitiv nicht lesen. Dieser Band steht komplett für sich allein und die Handlung ist abgeschlossen. Was nicht heißt, dass ich nicht wahrscheinlich die nächsten auch noch lesen werde.
