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Autor Thema: Orson Scott Card - Ender-Trilogie  (Gelesen 2758 mal)

Zoltar

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Re: Spoiler
« Antwort #15 am: 07. April 2006, 20:30:02 »

Zitat von: sandhofer
Wir wollen einander ja hier neugierig machen, und da gehören Teaser (und Spoiler!) meiner Meinung nach dazu.) Nur dank dieses Spoiler / Teasers wurde ich neugierig. Allerdings stimmte es mich dann nachdenklich, dass uns hier ein Held sympathisch gemacht werden soll, der eine ganze Rasse von Aliens auslöscht - ne, also ich weiss nicht ...

Hallo sandhofer!

Also das mit dem Neugierigmachen verstehe ich auch so, nur muss man mir dabei doch nicht unbedingt sogleich die Lektüre vermiesen, indem man vermeidbares Überinformieren zulässt. Die Leute ticken halt unterschiedlich und im Interesse der LEMs verlange ich nur, dass man solche Infos markiert. Von mir aus, können die gesamten Einträge aus einem einzigen Spoiler bestehen - solange ich das auch SEHE. ;)

Und nun zum Ender: Ich glaube, Deine eigene Aussage über den Burschen zeigt sehr deutlich, was solche "Apetitthappen" anrichten können, wenn sie so aus dem Kontext herausgerissen, in Mund gerechte Stückchen geschnibbelt, angeboten werden. ;)  Gerade diese eine Tatsache aus dem Buch hat mit dem Haupthelden und dem eigentlichen Inhalt des Buches so wenig zu tun, dass mich Dein Kommentar an einen Menschen erinnerte, der, nach dem Inhalt von "Herr der Ringe" gefragt, sagt: "Ach, ja - das ist doch dieses Buch, wo der Bösewicht einen Ring verlor und deswegen in den Krieg zog, nicht wahr?" Ich hoffe, Du verstehst mich - was am Ende von "Ender´s Game" passierte, ist zwar sehr wichtig, spiegelt aber in keinster Weise den WEG dahin wider.

Und dem Jungen kann man schon gar nicht unterstellen, dass er es willentlich so und nicht anders getan hatte. Es war eine schlimme Zeit und eine Niederlage wäre verhängnisvoll. Er machte das Beste aus seinen Fehigkeiten und die Lösung, die er fand, musste er sehr schnell treffen. Wenn hier der Held sympathisch gemacht werden soll, so hat er das schon verdient. Und wenn Du so viel Wert auf Spoiler und Teaser der Forumteilnehmer legst, dann musst Du mir das auch abkaufen können, gell? ;)
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Gesegnet diejenigen, die nicht gegoogelt haben, und dennoch glauben.

Grisel

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Die Ender-Trilogie von Orson Scott Card
« Antwort #16 am: 07. April 2006, 21:40:44 »

Spoiler für "Ender's game" und die Nachfolger
Zitat
Äh, ist es denn nicht genau der Punkt, daß Ender nicht weiß, was er da tut, gerade weil man ihn glauben läßt, es wäre immer noch "Spiel", während er und sein Team tatsächlich die Flotte kommandieren?
Und genau diesen Geoncid, oder eben Xenocid, den er ohne es zu wissen begangen hat, büßt er dann ja in den späteren Büchern bzw. versucht die "Bugger" doch noch zu retten. Ist allerdings schon eine Weile her, daß ich die Bücher gelesen habe.
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sandhofer

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alt?
« Antwort #17 am: 08. April 2006, 10:40:02 »

Hallo zusammen!

Zitat von: Leen
es fält mir jetzt sehr schwer das doch sehr gewöhnungsbedürftige Spektrum der "alten" SF zu akzeptieren.

Alt?  :smile: Alt ist allenfalls z.B. "Doc" Smith ...  :zwinker:

Der Held, der nicht weiss, was er tut - oder sich auf Befehlsnotstand beruft ... ja: Wenn ich im Suff einen Menschen zusammenschlage oder mit dem Auto übern Haufen karre und, da stockbesoffen, ja auch nicht mehr weiss, was ich da tue - dann sieht das Gesetz nur umso härtere Strafen vor.

Eine alte Rechtsregel besagt, dass Unkenntnis des Gesetzes nicht vor Strafe schützt.


Um ehrlich zu sein, halte ich Ender von daher für äusserst grenzwertig und da ich im Moment keine Zeit und Lust habe, mich um faschistische Tendenzen der SF zu kümmern (was an und für sich ein dankbares Thema wäre!), wird Carr wohl aussen vor bleiben - für mich.

Grüsse

Sandhofer
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Grisel

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Re: alt?
« Antwort #18 am: 08. April 2006, 11:11:37 »

Zitat von: sandhofer

Um ehrlich zu sein, halte ich Ender von daher für äusserst grenzwertig und da ich im Moment keine Zeit und Lust habe, mich um faschistische Tendenzen der SF zu kümmern (was an und für sich ein dankbares Thema wäre!), wird Carr wohl aussen vor bleiben - für mich.


Faszinierend, wenn man dieses Urteil liest, könnte man nicht ahnen, daß Du das Buch nicht gelesen hast, sondern Dich allein auf die Inhaltsangabe und unsere Aussagen berufst.
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sandhofer

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Totalitarismus
« Antwort #19 am: 08. April 2006, 13:17:13 »

Zitat von: Grisel
Faszinierend, wenn man dieses Urteil liest, könnte man nicht ahnen, daß Du das Buch nicht gelesen hast, sondern Dich allein auf die Inhaltsangabe und unsere Aussagen berufst.

Ich habe mich ja - angeregt durch den mittlerweile gelöschten Spoiler  :breitgrins: - schon im Internet weiter erkundigt. Und festgestellt, dass ich ja auch nicht der einzige bin, der dem Werk gegenüber genau die gleichen Vorbehalte anbringt.

Carr scheint ja eine schillernde Persönlichkeit zu sein. An und für sich mag ich das ja. Allerdings ...

Vielleicht bin ich vorbelastet (wenn meine Urgrosseltern sich damals auf der falschen - nämlich der rechten - Seite des Rheins angesiedelt hätten, gäb's wohl heute keinen Sandhofer, der Euch nerven könnte  :breitgrins: ), aber alles, was thematisch auf Auseinandersetzung mit totalitären Regimes bzw. totalitärem Denken beruht, sollte meiner Meinung nach sehr fundiert und sorgfältig gestaltet werden. Wir hatten eine ähnliche Diskussion schon einmal in Zusammenhang mit der Atwood. Dass sich hier in punkto mangelnde Sorgfalt (und damit Verharmlosung!) gerade die Nordamerikaner hervortun, stimmt mich nachdenklich.

Grüsse

Sandhofer
der bisher auch einen grossen Bogen um Heimito von Doderer gemacht hat ...
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Grisel

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Die Ender-Trilogie von Orson Scott Card
« Antwort #20 am: 08. April 2006, 15:52:17 »

Ich finde es nur einfach nicht sonderlich fair, dem Buch so einen Inhalt zu unterstellen, allein auf Hörensagen beruhend. Jeder liest ein Buch anders, manche finden so einen Inhalt darin, andere nicht. Aber die meisten lesen es halt, ehe sie so ein Urteil darüber abgeben.

Womit ich nicht sagen will, daß es Du es lesen mußt, ehe Du es für Dich als uninteressant abtun darfst, ist Dir natürlich unbenommen.
Ist aber nur so, daß gerade Dein obiger Spoiler über Unwissenheit etc. eben genau nicht den Inhalt trifft.
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Wendy

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Orson Scott Card - Ender's Game (Ender Tetralogie 1)
« Antwort #21 am: 05. Februar 2011, 16:15:40 »

Huhu!

Ich grabe diesen Thread mal wieder aus und leite ihn zurück zum eigentlich Thema. Im Rahmen des diesjährigen SLW durfte ich mich endlich in die Welt von Ender wagen. Meine praktisch nicht vorhandenen Erwartungen wurden absolut übertroffen.



Inhalt:
Ender ist sechs Jahre alt als er auf Grund seiner außergewöhnlichen Begabung Mitglied der Elite wird, die auf einer Raumstation zu Weltraumsoldaten ausgebildet wird. Sein Alltag hat mit dem eines gewöhnlichen Kindes nichts mehr gemein. Anstatt mit Freunden belanglose Spiele zu spielen und zur Schule zu gehen, wird er gleich auf mehreren Ebenen von Erwachsenen gedrillt und manipuliert. Denn er ist die letzte Hoffnung der Erde, den brutalen Krieg gegen die "buggers" zu gewinnen, die alles menschliche Leben bedrohen. Doch wird Ender es schaffen?

Meine Meinung:
Es braucht nur wenige Seiten bis man in Enders Welt eintaucht, sich in die Gesellschaft hineinfühlt und mit der Sprache von Orson Scott Card vertraut wird. Das Buch ist - zumindest am Anfang - sehr leicht geschrieben, in simplen Sätzen und einfachen Begriffen. Das hat mich eine Zeitlang dazu verleitet, es für ein Kinderbuch zu halten. Jedes Kapitel hat seine abgegrenzte Handlung, die leicht zu verstehen und schnell geschehen ist.
Spätestens mit Enders Eintritt in das Schulleben in der Weltraumstation jedoch ändert sich das. Nicht nur für Ender werden die Dinge komplizierter, auch ich als Leserin habe mich stärker herausgefordert gefühlt. Das Spiel, das die einzelnen "Armeen" gegeneinander spielen müssen, ist zwar sehr simpel, aber so gut erklärt, dass man sich richtig hineinfühlt und aufgeregt darüber ist, wer gegen wen gewinnt. Ein bisschen wie Quidditch, nur nicht so magisch.  :breitgrins:

Enders Werdegang wird genauestens beobachtet, sowohl von seinen Vorgesetzen, ihm selbst und dem Leser der Geschichte. Es warten einige unerwartete Überraschungen und die Geschichte wird ab der zweiten Hälfte erstaunlich politisch und philosophisch - ganz und gar kein Kinderbuch mehr. Auch die psychologischen Aspekte, wie Ender sich selbst analysiert, welche Hindernisse ihm aus ganz bestimmten Gründen in den Weg gestellt werden, welchen Weg das Manipulations-Spiel einschlägt, um den User auf eine bestimmte Fährte zu führen... war eine einzige Glanzleistung Ich fühlte mich sehr in den Bann dieses Buches gezogen und habe mir soeben die ganze Box mit der Tetralogie bestellt. Denn ein Autor, der ein solches Buch schreiben kann, muss weiter erkundet werden. Nie hätte ich erwartet, dass in diesem kleinen Buch mit nicht gerade schickem Cover so eine Geschichte steckt. Unbedingt lesen!
Ein ganz toller Fast-Start in den SLW 2011. Möge es in dieser Qualität weitergehen!

5ratten

Liebe Grüße,
Wendy
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SLW 2012: 4/10
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Kiala

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Re: Orson Scott Card - Ender-Trilogie
« Antwort #22 am: 05. Februar 2011, 19:51:50 »

"Ender" hat mir damals auch wirklich gut gefallen und ich war tief beeindruckt von der Geschichte.
Aber es ging mir wie Grisel: Die folgenden Bände waren mir etwas zu surreal, als dass ich viel Freude daran gefunden hätte.
Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich es, ein paar Jahre älter geworden, immer noch so sehen würde.
Vielleicht wird es mal Zeit für einen Reread.

Ich will die alte Diskussion auch gar nicht wieder aufrühren, aber davon sollte sich niemand abhalten lassen dieses faszinierende Buch selbst zu lesen.
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Inwë

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Re: Orson Scott Card - Ender-Trilogie
« Antwort #23 am: 16. Februar 2011, 16:05:32 »

Von mir gibts ganz klar:

 5ratten  :tipp:

Ich bin begeistert und fasziniert und werde mir wohl auch das eine odere andere weitere Buch aus dem Ender-Universum zulegen.
Die Diskussion ist obsolet: erst mal selbst lesen und dann bewerten.  :zwinker:
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Ein Buch ist ein Freund, der deine Fähigkeiten aufdeckt;
es ist ein Licht in der Finsternis und ein Vergnügen in der Einsamkeit;
es gibt, und es nimmt nicht.
Mosche Ibn Esra

:leser: Der Anschlag Stephen King (eBook)

Llyren

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Re: Orson Scott Card - Ender-Trilogie
« Antwort #24 am: 04. Januar 2012, 15:06:16 »

Card, Orson Scott - Ender's Game



Nachdem sich seine Geschwister als ungeeignet erwiesen hatten, wird Ender als Third geboren. Aufgrund seiner herausragenden Intelligenz kommt er mit 6 Jahren auf die Battle Acadamy.
Im Krieg der Menschen gegen die Bugger, dem dritten seiner Art, nachdem die ersten beiden gerade so von den Menschen gewonnen werden konnten, ist er die letzte Hoffnung.
Entsprechend rücksichtslos wird er von den Ausbildern behandelt, um das Beste aus ihm herauszuholen. Strategie, Taktik, Kriegsspiele in kleinen Gruppen, als Kindheit kann das nicht bezeichnet werden.
Kann Ender den Herausforderungen standhalten und die Menschheit retten?

Meine Meinung
Uff. Das Buch lies mir keine Ruhe, bis ich es durch hatte und hat mir damit mal wieder eine kurze Nacht beschert ;-)
Die kurzen Diskussionen der Ausbilder darüber, wie man sich Ender gegenüber verhalte, die Rechtfertigung mit der Rettung der Menschheit - das war mir zeitweise etwas zu plakativ. Spätestens nach dem ersten Mal hatte ich begriffen, dass sie Ender immer wieder neue unfaire Herausforderungen geben würden, ihn aus einer Situation herausreißen würden, sobald er sich zurechtgefunden hat. Ihn damit an seine Grenzen bringen.  Außerdem werden gerade auch dadurch ihren Taten kritisch dargestellt. Es ist also keineswegs so, dass das Buch sagt: Hier, wenn ihr die Welt retten wollte, ist jedes Mittel erlaubt. Im Gegenteil finde ich, dass diese Denkweise ganz klar kritisch dargestellt wird.
Andererseits waren das mit die einzigen Momente, in denen man einen Einblick in deren Gefühlswelt bekommt.
Die Ausbildung, besonders die Kriegsspiele fand ich faszinierend beschrieben. Besonders die verschiedenen Taktiken, die Ender entwickelt um zu gewinnen. Im Vordergrund stehen auch seine Beziehungen zu den anderen Kindern der Akademie. Freunde, Feinde, Schüler, alles wird sehr glaubhaft beschrieben. Auch Ender's Überlegungen zu seinen Handlungen fand ich sehr interessant. Man kann nicht anders als mitfühlen.
Zeitweise kann man leicht vergessen, dass es hier wirklich nur um Kinder geht. Kinder im Sinne von 6 bis 12 Jahre alt. In ihren Handlungen und Überlegungen sind sie das schon längst nicht mehr.
Den kurze Schwenker zu seinen Geschwistern fand ich zunächst eher uninteressant, aber im Nachhinein hat er sich als sehr interessant und relevant herausgestellt. Besonders, da Peter und Valentine dadurch noch mehr Tiefe bekommen.

Ich sehe schon, ich schwafle mal wieder ;-) Kurzum also ein geniales Buch, dass ein ungelesenes Regaldasein definitiv nicht verdient. Wer übrigens Angst hat, sich hier auf irgendwelche Reihen einzulassen: Ja, es gibt Folgebände. Nein, die muss man definitiv nicht lesen. Dieser Band steht komplett für sich allein und die Handlung ist abgeschlossen. Was nicht heißt, dass ich nicht wahrscheinlich die nächsten auch noch lesen werde.

5ratten
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Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.
- A. E. Newton

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