Bernhard Hennen - Elfenwinter

Bei den Elfen steht das sogenannte “Fest der Lichter” an. Bei diesem Fest treffen sich die Elfenkönigin Emerelle und die Elfenfürsten, die die Macht von Emerelle bestätigen sollen. Bereits zwei Attentate hat die Königin hinter sich und ihr Schwertmeister Ollowain befürchtet das Schlimmste und will sie davon abbringen, dort zu erscheinen. Doch Emerelle lässt sich nicht umstimmen und so geschieht es: Mitten in dem schönen Fest wird die Elfenkönigin von einem Pfeil getroffen. Während sich alle versuchen in Sicherheit zu bringen, wird noch gerätselt, wer hinter dem Angriff steckt. Doch schnell wird klar, dass es die Trolle sind.
Ollowain bringt die Königin, zusammen mit anderen Elfen, in die Menschenwelt zu seinen ehemaligen Ziehsohn Alfadas Mandredson.
Und dann beginnt ein Kampf auf Leben und Tod, Elfen gegen Trolle…
“Elfenwinter” ist zwar der zweite Band im Elfenzyklus, doch schließt er nicht direkt an “Die Elfen” an, sondern behandelt ein Ereignis, dass parallel zu Geschehnissen in Band 1 verlief.
Das blaue Cover, auf dem man ein Schwert, Helm und Schnee erkennen kann, passt sehr gut zu dem Buch, da die Haupthandlung die Kämpfe gegen die Trolle sind, die im Winter statt finden.
Das Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, zum einen von den Elfen und zum anderen von den Trollen. So erfährt der Leser auch als erstes, dass die Trolle hinter dem Attentat auf Emerelle stecken.
Das hat mir ausgesprochen gut gefallen, denn dadurch wirken die Trolle nicht nur “böse”, sondern dass sie auch allen Grund dazu haben, auf die Elfen sauer zu sein und diese aus Albenmark vertreiben zu wollen. Und diese Vergangenheit wirft auf die Elfen auch kein allzu gutes Licht.
Auch muss ich sagen, dass mir z.B. der Troll Orgrimm teilweise recht sympathisch war und er mir auch leid tat, so wie er von dem Trollkönig behandelt wurde…
“Elfenwinter” ist durch die vielen Kampfszenen wesentlich düsterer und wie ich fand, auch recht gruselig. Mich hat das Buch so gepackt, dass ich nächtelang durchgelesen habe und um 2 Uhr nachts kann ein Trollangriff schon für ein bisschen Angst sorgen…
Zwar gibt es hier viele Kampfszenen, aber nicht nur. Zwischendrin gibt es immer wieder ruhigere, schöne Szenen, die einen selbst auch zu Ruhe kommen lassen.
Was mir gut gefallen hatte, war das auch hin und wieder Nuramon, Mandred und Farodin und ihre Suche erwähnt wurde. Mandreds Sohn, Alfadas spielt hier eine sehr wichtige Rolle. Ich mochte ihn in “Die Elfen” schon sehr und daher habe ich mich gefreut, dass ich ihn hier etwas näher kennen lernen konnte. Alfadas ist zwar in der Menschenwelt verheiratet, liebt seine Frau und die zwei Kinder, aber so wirklich glücklich kam er mir nicht vor.
Doch mein Liebling war eindeutig Ollowain. Während er in Band 1 nur mal am Rande vorkam, gehörte er hier zu den Hauptpersonen. Teilweise ging mir seine Vergangenheit recht nahe und bei der ein oder anderen Stelle musste ich schon sehr schlucken (wenn nicht sogar ein paar Tränchen kamen).
In Band 1, muss ich sagen, hat mir manchmal ein Namensregister gefehlt, bei den vielen Namen kann man schon etwas durcheinander kommen und was mir sofort bei “Elfenwinter” aufgefallen war, ist, dass hier eines vorhanden ist. Zusammen mit einer Übersicht der verschiedenen Schauplätze und eines Glossars.
Bernhard Hennen hat hiermit einen wunderbaren Fantasyschmöker geschrieben und eine sehr faszinierende Welt der Elfen erschaffen. Viele der Figuren, besonders einer, sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich war ziemlich traurig, als ich die letzte Seite umblättern musste. Auf alle Fälle hat der Elfenzyklus einen festen Platz in meinen Bücherregalen verdient und ich bin jetzt schon sehr auf Band 3 gespannt.
