Die Schatzinsel (OA 1883, dt. 1897) habe ich als Kind mehrfach gelesen, angefangen in der Form eines einfachen Bilderbuches bis hin zum Jugendbuch. Bei meiner jetzigen Ausgabe (Eduard Kaiser Verlag, Klagenfurt) bin ich mir allerdings nicht mehr ganz sicher, ob das Buch wirklich ausschließlich auf die junge Zielgruppe zugeschnitten ist. Teilweise fand ich es leicht anspruchsvoll formuliert, auch die grob gezeichneten, düsteren Illustrationen finde ich nicht für Kinder geeignet.
Zum Inhalt schreibe ich nichts mehr, dazu gab es oben schon ausreichend zu lesen.
Jim Hawkins verkörpert den typischen Jungen: abenteuerlustig, spontan und gelegentlich in Fettnäpfchen steigend. Er und Long John Silver waren die einzigen Figuren, auf die halbwegs detailliert eingegangen wurde, von den anderen Herrschaften erfährt man dagegen zu wenig. Auch eingehendere landschaftliche oder psychologische Beschreibungen sind eher spärlich gesät, was aber bestimmt darauf zurückzuführen ist, dass jugendliche Leser darauf eher wenig Wert legen. Die Handlung wird flüssig und spannend erzählt und lässt einen förmlich mitfiebern. Es steckt alles darin, was ein Abenteuerroman braucht: Ein Held, Bösewichte, exotische Schauplätze, Geheimnisse, Tote ... und ein Happyend.
Gestört hat mich, dass in meiner Ausgabe Long John Silver eingedeutscht und als der „lange Hans Silver“ betitelt wurde, ebenso wurde aus dem „Mr.“ ein „Herr“. Auch die Illustrationen gefielen mir absolut nicht, was aber eine reine Geschmackssache ist und mit dem Buch selbst nichts zu tun hat.
