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Autor Thema: Stieg Larsson - Verblendung  (Gelesen 8077 mal)

Sille

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #45 am: 09. März 2010, 22:03:24 »

Da es schon so viele ausführliche Rezensionen gibt, fass ich mich mal kurz (bin heut eh etwas schreibfaul ...).
Ich finde das Buch spannend und habe deshalb auch gleich die anderen beiden gelesen  :breitgrins:
Mir gefällt das erste fast am besten von allen, deshalb hier:

 5ratten
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Liebe Grüße, Sille

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #46 am: 21. Juni 2010, 12:26:42 »

Ähnlich wie meine Vorgängerin fasse ich mich aufgrund vieler ausführlichen Rezis mal kurz:

Ich habe das Buch "notgedrungen" im Urlaub gelesen, da ich dachte vier Bücher reichen für zwei Wochen Urlaub  :rollen: Ich musste also fast eine Woche vor Rückreise einen Buchladen mit deutschen Büchern in Spanien finden. Die hatten keine riesige Auswahl... unter anderem Stieg Larssons "Verblendung". Da ich schon viel davon gehört hatte kaufte ich es und verschlang es innerhalb von zwei Tagen! Ich konnte gar nciht mehr aufhören zu lesen, so sehr fesselten einen die Charaktere und die spannende Story!

Deswegen: 5ratten
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dtl-literatur

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Re: Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #47 am: 26. Juni 2010, 13:11:09 »

Was mich irgendwie wundert: Kaum jemand scheint sich an dem (für mich schon) Übermaß an sexueller Gewalt zu stören, das sich durch den Roman zieht. Ich bin ja gar nicht mal sooo zartbesaitet, aber ich fand, dass die Sex- und Gewaltsszenen die Handlung schon sehr dominierten. Oder ist das heutzutage in diesem Genre einfach so ...?

Da muss ich dir absolut recht geben. Ich finde dass Larsson in diesem Werk den Bogen etwas überspannt hat was die sexuelle Gewalt angeht.
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Auch sonst ist die Gewalt extrem präsent und wirkt teilweise abstossend.
Dennoch, ich fand das Werk spannend und irgendwie haben mir die Charaktere, vor allem derjenige von Lisbeth Salander, zugesagt. Aber für mich ist es auch kein herausragendes Werk...

Edit: Spoilerchen gesetzt
« Letzte Änderung: 28. Juni 2010, 09:13:40 von Alfa_Romea »
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Arjuna

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #48 am: 26. Juni 2010, 17:44:05 »

@ dtl-literatur
Könntest Du bitte einen Teil deines Beitrages verspoilern - den, der einen Teil des Ende verrät - für alle die das Buch noch nicht oder noch nicht zu Ende gelesen haben?  :winken:
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Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben versteht, hat ein Vermögen.
Jean Anouilh

suray

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #49 am: 30. Juni 2010, 20:16:30 »

Für mich eines der besten Bücher der letzten Zeit - sowie die anderen beiden Bücher der Trilogie auch. So komplex und spannend - Hut ab!

 :tipp:
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Gruß suray

kaluma

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #50 am: 12. Juli 2010, 14:43:46 »

Stieg Larsson: Verblendung

Da der Inhalt weiter vorne zur Genüge zusammengefaßt wurde, hier:

Meine Meinung:

Das Buch hat eine sehr lange Einleitung. Ich will nicht sagen, daß ich mich gelangweilt hätte, aber diese Wirtschaftsdinge und Verstrickungen der Wennerström- und sonstigen Firmen sind an mir vorbeigerauscht. Solche Dinge zu verstehen fällt mir immer sehr schwer. Das macht aber nichts, denn die Familiengeschichte der Vangers ist ja auch interessant und insgesamt ist das Buch überaus spannend. Ich habe es innerhalb von knapp 3 Tagen ausgelesen (allerdings kann man ja bei der Hitze momentan auch kaum etwas anderes tun als den ganzen Tag lesen).

Die Hauptpersonen, Mikael Blomqvist und Lisbeth Salander, werden sehr ausführlich vorgestellt.  Man bekommt ein plastisches, konsistentes Bild von ihnen, wobei Blomkvist mir ein bißchen zu sehr der lose Weiberheld ist, und Lisbeth Salander freilich höchst ungewöhnlich und extravagant ist. Aber warum nicht, sie ist sehr erfrischend. Einiges aus ihrer Vergangenheit wird nur angedeutet, ich denke mal, daß in den Folgebänden darauf noch näher eingegangen wird.

Im Klappentext war die Rede vom "Ermittlerteam" Blomkvist und Salander, allerdings fand ich, daß man sehr lange warten muß - fast bis in die Mitte des Buches - bis die beiden sich endlich mal persönlich kennenlernen und ein Team werden.

Ein paar kleinere Abzüge sehe ich in Sachen Realismus. Wir haben hier eine ziemliche Häufung von Sexual-, Gewalt- und Wirtschaftsverbrechen. Es gibt ja nun viele schwedische Krimiautoren (Mankell, Edwardson) und wenn ich diese Bücher lese, frage ich mich immer, ob es wirklich so viele Serienmörder, Psychopathen und kaputte Familien gibt in dem sozialen Schweden mit seinen nur 9 Mio Einwohnern. Das Verhältnis Schweinehunde zu normalen/sympathischen Menschen scheint mir hier doch sehr verzerrt. Na gut, es sind erfundene Geschichten, aber warum beschäftigen gerade solche Dinge die schwedischen Autoren immer so stark?

Daß der Fall letzen Endes mit Hilfe von
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gelöst wird, erinnert mich sehr stark an die Bücher von Sjöwall/Wahlöö aus den sechziger/siebziger Jahren (die für mich immer noch die Referenzbücher schlechthin für schwedische Krimis mit sozialem Anspruch sind) und bei denen es in "Die Tote im Götakanal" ganz ähnlich zur Auflösung des Falls kommt.

Jetzt lese ich, daß Larsson vorgehabt hat, 10 Bände zu schreiben - eine weitere Parallele zu Sjöwall/Wahlöö. Auch der Stil Larssons erinnert mich stellenweise an Sjöwall/Wahlöö, besonders diese genauen Beschreibungen z.B. wo penibel aufgezählt wird, was Blomkvist alles eingekauft hat, oder was er im einzelnen dann und dann getan hat, welche Bücher er liest  usw.

Übrigens liefern Sjöwall/Wahlöö in "Die Tote im Götakanal" eine viel plausiblere Erklärung für die
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, als Larsson dies in "Verblendung" tut:
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Den Film habe ich nun auch gesehen, fand ihn auch spannend, habe aber auch hier einige kleine Kritikpunkte. Ich denke, ich hätte die Filmhandlung niemals verstanden, wenn ich das Buch nicht vorher gelesen hätte, weil vieles viel zu knapp erwähnt wird. Die ganze mühsame Recherchearbeit Blomkvists fehlt. (Okay, wäre langweilig im Film.) Und es hat mich gestört, daß einige Dinge im Film anders dargestellt wurden als im Buch - und zwar auch ganz Wesentliches, so z.B.
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Trotzdem war der Film sehenswert - allein schon die Landschaft!!

Natürlich werde ich Teil 2 und 3 lesen, sobald ich sie in die Finger bekomme (hoffentlich bald) und das Buch bekommt von mir, hauptsächlich wegen der Spannung

 4ratten

(und hoffentlich habe ich alles richtig verspoilert, was zuviel verrät)
« Letzte Änderung: 06. August 2010, 15:02:53 von kaluma »
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Ich lese gerade: Alan Garner "Feuerfrost"/Wulf Dorn "Mein böses Herz"/Bettina Belitz "Luzie&Leander 2 - Verdammt feurig"

SLW 2012 Cover: 0/10 (gelesen 3/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 0/5  Dick+dünn: 0/5  (gelesen 2/5)
TAMKA 2011/2012: 2/5

Aurian

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #51 am: 01. November 2010, 22:48:05 »

Meine Eindrücke:

Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln. Der Autor nimmt sich die Zeit, seine Personen ausführlich einzuführen, ihr Leben und ihre Arbeit zu skizzieren, was ich mal mehr, mal weniger interessant fand. Doch Lisbeth hat mich von Anfang an fasziniert. Sie ist die ungewöhnlichste Persönlichkeit in diesem Buch und hat beim Lesen meine Beschützerinstinkte geweckt, ähnlich wie bei Mikael Blomkvist. Erstaunlich, wie der Autor solche Gefühle auf mich als Leserin transportiert hat.
Der Fall von Wirtschaftskriminalität, der zu Beginn geschildert wird, hat mich nicht so sehr interessiert, da ich generell solche Dinge nicht so gerne lese. Ich hätte das Buch fast auf die Seite gelegt und bin sehr froh, dass ich durchgehalten habe.

Doch nach und nach nimmt die Handlung Fahrt auf und vor dem Leser entfaltet sich eine vielschichtige, oft auch grausame und brutale Geschichte, die detailliert vom Autor erzählt wird und ab diesem Zeitpunkt wollte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen, bis zum erstaunlichen Ende. Ich hätte nicht gedacht, dass die Ermittlungen in einem fast 30 Jahre alten Vermisstenfall, so spannend und erschreckend werden würden.

Zuerst verlaufen die Geschichten von Lisbeth und Mikael parallel, bis sie beginnen gemeinsam zu ermitteln, was zu einem gemeinsamen Handlungsstrang führt. Doch selbst da bleibt Lisbeth die interessantere Person, die die unterschiedlichsten Gefühle bei mir als Leserin hervorgerufen hat. Das geht los mit Faszination, über Mitgefühl bis hin zu Entsetzen.
Sie ist ein zerissener und zutiefst verletzter Mensch, der sich hinter Kaltschnäuzigkeit und Ablehnung von sozialen Kontakten versteckt.

Für Mikael sind die Nachforschungen in Sachen Harriet Vanger zu Beginn eine willkommene Möglichkeit seinen Problemen zu entfliehen und seine Wunden zu lecken. Er verkriecht sich regelrecht auf der Insel, von der das Mädchen damals verschwand. Doch die wenigsten Mitglieder der Familie Vanger sind von seiner Tätigkeit begeistert und man fragt sich immer häufiger, wer da was zu verbergen hat.

Auf S. 209 befindet sich der Stammbaum der Familie Vanger, der dafür sorgt, dass man beim Lesen nicht den Überblick über diese ungewöhnliche Familie verliert.

Trotz des zähen Anfangs war das einer der besten Krimis, den ich in letzter Zeit gelesen habe.

 4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

LG, Aurian
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Tetr4

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #52 am: 12. Dezember 2010, 18:17:01 »

Die Hälfte hab ich ... irgendwie langweilt mich das Buch. Wirklich viel passiert nicht und mit Mikael kann ich mich auch nicht anfreunden.
Aber noch hab ich ja ein paar Seiten vor mir ...  :breitgrins:
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suray

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #53 am: 12. Dezember 2010, 18:23:29 »

Die 2. Hälfte wird dich dann hoffentlich auch mitreissen! Ich fand den Beginn auch eher zäh.
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Gruß suray

Tetr4

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #54 am: 12. Dezember 2010, 18:47:14 »

Die 2. Hälfte wird dich dann hoffentlich auch mitreissen! Ich fand den Beginn auch eher zäh.

Noch hab ich die Hoffnung auch nicht aufgegeben :-)
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apassionata

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #55 am: 13. Dezember 2010, 12:06:17 »

Die Hälfte hab ich ... irgendwie langweilt mich das Buch. Wirklich viel passiert nicht und mit Mikael kann ich mich auch nicht anfreunden.
Aber noch hab ich ja ein paar Seiten vor mir ...  :breitgrins:

Oh ja, dies ging mir vor ein paar Wochen auch so... Doch am Schluß habe ich nicht bereut dass ich durchgehalten habe.
Wünsche dir noch viel Spaß und Spannung beim Lesen.  :winken:
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HoldenCaulfield

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #56 am: 13. Dezember 2010, 12:19:05 »

@apassionata
Schön das Du doch noch einen Zugang dazu gefunden hast! :)
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apassionata

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #57 am: 13. Dezember 2010, 14:54:39 »

@Holden. Jepp habe ich, denn dieser erste Teil wurde zum Schluss hin tatsächlich immer besser.
Leider habe ich noch nicht geschafft eine ausführliche Meinung zu formulieren. Das kommt aber sicher noch.  :zwinker:
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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #58 am: 02. Januar 2011, 21:41:23 »

Die Bücher sind unglaublich, vorallem wenn man bedenkt was sich alles hinter der Anfangsstory verbirgt.
Diese Verstrickungen und vorallem wie nüchtern die Hintergründe erzählt werden, unglaublich.

Lisbeth ist der gelungenste Character in der Geschichte, ich finde sie bleibt die ganze Story hindruch undurchsichtig.

Erstaunlicherweise fand ich sogar die Filme dazu ziemlich gut, sonst sind Verfilmungen eher mäßig gut.
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Ich habe Ruhe gesucht, überall und habe sie am Ende gefunden in einem engen Winkel bei einem kleinen Buche.

Jari

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Re: Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #59 am: 02. Januar 2011, 21:44:28 »

Erstaunlicherweise fand ich sogar die Filme dazu ziemlich gut, sonst sind Verfilmungen eher mäßig gut.

Da muss ich zustimmen. Erst vor ein paar Tagen habe ich die Verfilmung des ersten Bandes gesehen (schwedisch mit dänischen Untertiteln :breitgrins:) und ich war wirklich begeistert. Ich habe eine skeptische Grundeinstellung zu Literaturverfilmungen, aber dieser Film ist gut gelungen. Nur das Ende hat mir überhaupt nicht gepasst, das Buchende gefällt mir um einiges besser.
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//Grösser ist doof//