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Autor Thema: Stieg Larsson - Verblendung  (Gelesen 8079 mal)

marimirl

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #30 am: 13. November 2009, 14:09:44 »

Zitat
Eine Frage zuerst: möchtest Du wissen wie es weitergeht, sprich die beiden anderen Teile lesen?

Sicher, aber ich bin kein Mensch, der den 2. Band liest, obwohl er den 1. nicht kennt, Film hin oder her. Allerdings habe ich noch nie einen Krimi gelesen, obwohl ich das Ende kannte.
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HoldenCaulfield

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #31 am: 13. November 2009, 14:17:30 »

@marimirl
Naja Vergebung ist eigentlich eher Thriller den Krimi^^ und ich finde im ersten Band wird nichts über den zweiten verraten also kannst Du diesen ruhig lesen. Er ist recht rasant an einigen Stellen und mir persönlich hat dabei allerding eher die Detektivarbeit gefallen - und ohne Lisbeth wäre die ganze Reihe eh undenkbar. ^^
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Marmotte

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #32 am: 30. November 2009, 09:16:10 »

Ich beschränke mich am Ende eines Buchs im Normalfall ja auf einige Zeilen für meine eigene Datenbank, aber da Valentinchen gerne meine Abschlussmeinung hören wollte, hab ich einfach mal versucht, einige Dinge mehr zu dem Buch zusammengetragen.

Ich sollte vorausschicken, dass ich normalerweise, obwohl eifrige Krimileserin, mit Thrillern nicht so viel anfangen kann und auch mit vielen skandinavischen Autoren, die ich probiert habe, nicht so recht warm geworden bin. Vielleicht nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, aber das Buch kam als Geschenk zu mir, und aufgrund der vielen begeisterten Meinungen um mich rum habe ich es gelesen.
Und auch wenn es mir letztlich um die Lesezeit nicht Leid tat, so kann ich mich der allgemeinen Begeisterung nicht recht anschließen.

Zur Geschichte allgemein: Die fand ich gut ausgedacht, wenn auch nicht herausragend oder irgendwie besonders. Die Spannung war grundsätzlich da, aber sehr wellenförmig. Kurzzeitig mochte man das Buch kaum weglegen, dann ebbte es aber wieder ab und zog sich zwischendurch auch schon mal ziemlich. Was die neuen Hinweise betrifft, die Blomquist nach 40 Jahren findet, da finde ich es nur zum Teil wahrscheinlich, dass sie bis jetzt unentdeckt geblieben sind. Einiges davon hätte eigentlich zur polizeilichen Routineuntersuchung gehört. Größere Logiklöcher sind mir allerdings aber auch nicht aufgefallen.
Der Schreibstil war größtenteils flüssig zu lesen, allerdings bin ich so über einige holprige Stellen gestolpert, die mir das Vergnügen immer wieder etwas verdorben haben. Ich muss nicht wissen, mit welchem Computerprogramm irgendwelche Leute ihre Emails öffnen und auch so einige englische Ausdrücke und Halbsätze fand ich eher bemüht auf modern getrimmt als passend.
Was die beiden Hauptcharaktere angeht, so fand ich Mikael Blomquist extrem farblos und langweilig. Ich könnte noch nicht mal behaupten, er wäre mir unsympathisch gewesen, dafür war er einfach nicht interessant genug. Geschmäcker mögen ja verschieden sein, aber es ist mir das ganze Buch über ein Rätsel geblieben, wieso alle im Buch anwesenden Frauen nicht schnell genug in sein Bett krabbeln  konnten.
Lisbeth Salander fand ich dagegen so überzeichnet, dass ich von ihr leicht genervt war. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor unbedingt eine „ungewöhnliche“ Heldin schaffen wollte, und daher alle Eigenschaften, die ihm dazu eingefallen sind, genommen hat und sie ihr angepappt hat, ob es nun passt oder nicht.
Von den Neben-Personen hat eigentlich nur Henrik Vanger bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die übrigen Personen blieben für mich auch ziemlich blass.

Hm, wenn ich jetzt so überfliege, was ich geschrieben habe, dann könnte man meinen, ich fand das Buch schlecht, was aber nicht pauschal stimmt. Es war in meinen Augen ein durchschnittlich solides Buch, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Und ja, ich werde die nächsten Bände auch noch lesen, da ich sie ebenfalls geschenkt bekommen werde, kaufen würde ich sie mir aber nicht.

Mein persönliches Fazit:  3ratten


« Letzte Änderung: 30. November 2009, 11:33:27 von Marmotte »
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Valentine

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #33 am: 30. November 2009, 11:16:32 »

Oh, danke, Murmeltierchen! ;)

Interessant, auch mal nicht ganz so überschwengliche Meinungen zu hören.
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Marmotte

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #34 am: 30. November 2009, 11:36:25 »

Aber gerne doch   :winken:
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Arjuna

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #35 am: 20. Dezember 2009, 19:13:06 »

Stieg Larsson – Verblendung




Witzig, ich kann die einzelnen Teile nur am Cover in 1., 2. und 3. Teil einteilen, aber nie dem Namen nach. Was hätte sich der deutsche Verlag da erst bei 10 Teilen einfallen lassen müssen? „Verwirrung, Verschwendung, … " :breitgrins:

Zum Inhalt ist denke ich schon ausführlich berichtet worden. Eigentlich haben mich erst die ganzen Lobeshymnen neugierig darauf gemacht. Denn der ganze Wirtschaftsskandal in dem Blomkvist steckt, ist normalerweise nicht mein Fall. Und somit hatte ich auch zu Beginn des Buches größere Schwierigkeiten hineinzufinden und vor allem zu verstehen, warum fast alle Verblendung so gut bewertet hatten.

Auch mit der ganzen vangerschen Familiengeschichte bin ich anfangs gar nicht warm geworden, vor allem weil ich mir schwer getan habe, alle Personen richtig zuzuordnen. Zum Glück enthält das Buch mittendrin einmal einen Art Stammbaum der Familie Vanger ohne den ich komplett verloren gewesen wäre, auch die Karten der Insel mitten unter dem Text haben mir sehr weitergeholfen. Nach und nach will man einfach nur so schnell wie möglich weiterlesen und herausfinden ob das Rätsel um die Familie Vanger nach so langer Zeit doch gelöst werden kann.

Wie schon viele angemerkt haben, einen Großteil des Reizes an dem Buch, macht sicher die Figur der Lisbeth Salander aus, ich überlege gerade, was aus dem Buch geworden wäre, würde Blomkvist alleine ermitteln. Ich glaube nicht, dass der Erfolg dann auch nur annähernd so groß wäre. Lisbeth ist mir trotz allem, oder gerade deswegen als Figur sehr ans Herz gewachsen.

Zur Geschichte: am Ende wurde meiner Meinung nach, das am Anfang verlorene Tempo wettgemacht. Mich hat das aber nicht gestört, denn ich mag sowohl „langsame“ als auch „rasendschnelle“ Krimis sehr gerne.
Auf jeden Fall werde ich über kurz oder lang sicher weiter lesen an der Trilogie. Es gibt sicher  noch etwas Luft nach oben.

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Breña

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #36 am: 14. Januar 2010, 18:16:52 »

Ich bin kein Krimileser und greife nur hin und wieder zu diesem Genre, wenn das Buch sehr nachdrücklich empfohlen wird und im besten Fall auch genug Drumherum hat, das mich abseits der Krimihandlung unterhalten kann. Empfohlen wurde mir Verblendung gleich von mehreren Personen und schlußendlich mit einer deutlichen Anweisung in die Hand gedrückt: "Lies!" Einmal begonnen stellte sich das auch nicht als Problem heraus, nach zwei Abenden war das Buch gelesen und ich gut unterhalten, den Hype darum kann ich aber nur bedingt nachvollziehen.


Vieles wird nur vage angedeutet (so etwa, was es mit Lisbeth Salanders Abneigung gegen Behörden auf sich hat) oder viel zu spät erklärt, um die Spannung hoch zu halten.

Ich bin froh, dass einiges nur angedeutet wurde und ich selbst die Schlüsse ziehen musste/ konnte, auch wenn dadurch nicht alles bis ins letzte aufgelöst wurde. Im Fall von Lisbeth Salander liegt die Vermutung nah, dass
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vor allem der Schluss wird nicht einfach auf 30 Seiten hingeschludert (wie so oft bei diesem Genre), sondern Larsson nimmt sich Zeit und Platz, die Geschichte zu Ende zu erzählen. Sowas ist sehr erfreulich.

Zum einen stimme ich zu, Larsson erzählt, was er zu erzählen hat, und verweilt auch gerne mal bei Nebensächlichkeiten, die für mich allerdings nicht störend waren sondern zum Gesamtbild gehörten. Allerdings zögerte das so manche Auflösung dermaßen hinaus, dass ich schon fast genervt war. Nachdem so viele Querverbindungen gelöst waren, lag Harriets Schicksal für mich z.B. schon längst auf der Hand während im Text noch Geheimniskrämerei betrieben wurde. Oder auch Kleinigkeiten wie Lisbeths Geheimnis - die Hinweise waren eindeutig, ein großer Knall sollte die Enthüllung für den Leser also nicht sein, wird aber von Larsson so verkauft. Andererseits war ich mir meiner Verdächtigungen, was den Täter anbelangt, nie ganz sicher, da die Informationen hier sehr spärlich gestreut sind, auf der Auflösung aber auch nicht unendlich lange herumgeritten wird.

Selten konnte mich ein Buch, dessen Inhalt  mir für meinen Geschmack eigentlich viel zu Konstruiert und nahe am Unrealistischen war, dennoch so fesseln.

Die Handlung fand ich eigentlich gut und glaubhaft konstruiert. Die einzelnen Elemente sind dabei alle bereits bekannt - eine einflußreiche Familien mit dunklem Geheimnis, Wirtschaftskriminalität, eine Mordserie, amouröse Verwicklungen, Rache, etc. - Larsson hat es aber geschickt geschafft, sie alle plausibel miteinander zu verknüpfen. Dass es stellenweise etwas dick aufgetragen ist, na gut. Wollen wir sowas nicht lesen, wenn wir zu solch einem Buch greifen? :zwinker:

Manche Figuren wirken sogar wie Karikaturen (Harald Vanger, Isabella Vanger), die aber glücklicherweise nicht so oft auftauchen.

Auch ich fand die Personen teils etwas zu schematisch, halte es angesichts der Fülle aber durchaus für in Ordnung. Als Karikaturen empfand ich sie beim Lesen zwar nicht, im Nachhinein ist diese Einordnung für mich aber sehr gut nachvollziehbar. Die Figurenkonstellation verspricht immerhin auch in den Folgebänden interessant zu werden. Bemerkenswert finde ich, dass man trotz der zahlreichen Personen, allein aus der weit verzweigten Familie Vanger, den Überblick behalten kann.
Wie den meisten gefiel auch mir Lisbeth Salander am besten, eine ungewöhnliche, gut ausgearbeitete Figur. Mikael ist zu sehr Frauenheld, was wahrscheinlich die kantige Seite seiner sonst eher glatten Persönlichkeit darstellen soll, insgesamt aber ein sympathischer Charakter. Erika Berger ist mir zu tough - immer einen flotten Spruch auf den Lippen, von allen bewundert, nur Mikael gegenüber gesteht sie Schwächen ein. :rollen: Henrik Vanger kommt ebenfalls etwas zu gut weg, auch wenn er eine sympathische Person ist, hätte die Kritik an ihm ruhig etwas ausgiebiger ausfallen können.

Was die neuen Hinweise betrifft, die Blomquist nach 40 Jahren findet, da finde ich es nur zum Teil wahrscheinlich, dass sie bis jetzt unentdeckt geblieben sind. Einiges davon hätte eigentlich zur polizeilichen Routineuntersuchung gehört. Größere Logiklöcher sind mir allerdings aber auch nicht aufgefallen.

Wie gesagt, ich bin nur eine Gelegenheits-Krimi-/Thrillerleserin, aber Kommissar Zufall spielt meist eine große Rolle, oder nicht? Und in diesem Fall halte ich zwei Punkte zugute: zum einen haben sich Ermittlungsmethoden bzw. Recherchemöglichkeiten allgemein innerhalb von vier Jahrzehnten bestimmt deutlich gewandelt, zum anderen kann eine frische Herangehensweise einiges lostreten, wohingegen die vorherigen Ermittler gedanklich bereits im Kreis liefen.


Darüber hinaus fand ich die Überlegungen zu Moral und Ethik eines Journalisten bzw. zur Branche allgemein sehr interessant. Ich würde ja gern wissen, ob es einen Bezug zu aktuellen Diskussionen in Schweden gibt.
Außerdem gefiel mir, wie Larsson Bezug nimmt auf die Landschaft und so ortskundige Leser miteinbezieht, oder Mikaels Lektüre beim Namen nennt, solche Details mag ich.

Insgesamt reicht es für
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Viele Grüße
Breña
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"Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht."  J. L. Borges

Weidenkätzchen

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #37 am: 16. Januar 2010, 17:27:06 »

Ich bin ein bisschen erleichtert, hier auch mal nicht ganz so positive Meinungen zu hören ... ich gehöre wohl zu der (sehr) kleinen Minderheit, der "Verblendung" gar nicht besonders gefallen hat. Hätte ich nicht die (teilweise doch auch negativen) Rezensionen bei Amazon gelesen, würde ich mich schon fragen, ob mit mir etwas nicht stimmt! ;)

Mir haben weder die Figuren Mikael und Lisbeth zugesagt noch fand ich die Krimihandlung besonders spannend. Für mich klang die Idee hinter dem Roman besser als ihre tatsächliche Umsetzung.

Was mich irgendwie wundert: Kaum jemand scheint sich an dem (für mich schon) Übermaß an sexueller Gewalt zu stören, das sich durch den Roman zieht. Ich bin ja gar nicht mal sooo zartbesaitet, aber ich fand, dass die Sex- und Gewaltsszenen die Handlung schon sehr dominierten. Oder ist das heutzutage in diesem Genre einfach so ...?
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HoldenCaulfield

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #38 am: 16. Januar 2010, 17:33:16 »

Hm ich überlege momentan weshalb mich das nicht unbedingt gestört hat. Ich glaube das liegt daran das die meisten Krimis und Thriller zunehmend brutaler werden. Zudem kommt es bei mir auch immer drauf an wie etwas geschildert wird. Hier ging ja auch eine Menge Gewalt von einer weiblichen Figur aus. Ich glaub dass das bei mir dadurch auch einen etwas positiveren Anstrich bekommen hat. Mag sein das ich auch durchaus ein Stückweit abgestumpft bin.
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qantaqa

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #39 am: 16. Januar 2010, 17:34:36 »

Ich bin ein bisschen erleichtert, hier auch mal nicht ganz so positive Meinungen zu hören ... ich gehöre wohl zu der (sehr) kleinen Minderheit, der "Verblendung" gar nicht besonders gefallen hat. Hätte ich nicht die (teilweise doch auch negativen) Rezensionen bei Amazon gelesen, würde ich mich schon fragen, ob mit mir etwas nicht stimmt! ;)
So ging mir das auch. Dass mit mir vielleicht etwas nicht stimmt, hat mich aber eigentlich bisher nicht gestört.  :breitgrins:

Zitat
Was mich irgendwie wundert: Kaum jemand scheint sich an dem (für mich schon) Übermaß an sexueller Gewalt zu stören, das sich durch den Roman zieht. Ich bin ja gar nicht mal sooo zartbesaitet, aber ich fand, dass die Sex- und Gewaltsszenen die Handlung schon sehr dominierten. Oder ist das heutzutage in diesem Genre einfach so ...?
Da hast Du sicher recht in beidem. Gewalt ist exzessiv dargestellt, das ist heutzutage, besonders im Zusammenhang mit Sexualität, leider üblich - Sex sells. Im zweiten Teil, Verdammnis, wird das Ganze nochmal gesteigert.
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Ingroscha

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #40 am: 16. Januar 2010, 18:56:52 »

Da hast Du sicher recht in beidem. Gewalt ist exzessiv dargestellt, das ist heutzutage, besonders im Zusammenhang mit Sexualität, leider üblich - Sex sells. Im zweiten Teil, Verdammnis, wird das Ganze nochmal gesteigert.

So weit bin ich gar nicht erst gekommen. Nach dem Hören der ersten zwei von acht CDs war mir Verblendung leider einfach zu langweilig. Ok, ich bin kein großer Fan von Hörbüchern - es mag also auch daran liegen - aber die Story schleppte sich wirklich so dahin. War auch so gar nicht mein Thema.
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LG Ingroscha 
*Mantra murmelt*: "Bücher sind zum Lesen da, nicht zum Rumstehen."
Und Zitat Annabas: "Dieses Jahr wird alles besser."  :smile:

marimirl

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #41 am: 11. Februar 2010, 10:43:52 »

Es ist gar nicht so einfach den Inhalt von “Verblendung” zusammenzufassen. Ich tu mir schwer dabei, einschätzen zu können, wann schon zu viel verraten ist. “Verblendung” ist der erste Teil der Millenium-Triologie. Millenium heißt sie aufgrund der Zeitschrift, bei der Mikael Blomkvist, einer der Protagonisten, arbeitet. Er wurde wegen Verleumdung verurteilt und erlitt somit einen schweren Schicksalsschlag. Dennoch bekommt er neuen Job, der anfangs etwas wirr und uninteressant für ihn klingt, sich aber dann zu seinem interessantesten und auch gefährlichsten Auftrag entwickelt.Mikael soll die Familienchronik der Familie Vanger schreiben. Dieser gehört der in Schweden sehr bekannte Vanger-Konzern. Doch das ist nur ein Vorwand, um herauszufinden, wie Harriet Vanger gestorben war. Vorweg, ich habe den Film “Verblendung” gesehen, bevor ich das Buch gelesen habe. Er hat mir sehr gut gefallen, doch ich war von Anfang an skeptisch, ob das das Lesevergnügen nicht mildern könnte. Schließlich wusste ich bereits, wie es enden wird. Daher kurz ein paar Worte betreffend das Film-Buch-Vergleichs: Das Buch ist langwieriger und genauer als der Film. Natürlich musste wie so oft vieles gekürzt werden, um einen Film aus der Geschichte machen zu können. Es gibt einige kleine Abweichungen, aber grundsätzlich orientiert sich der Film sehr stark an der Handlung des Thrillers.

Das Buch ist anfangs etwas langwierig. Die Protagonisten, Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander, werden getrennt voneinander vorgestellt. Man weiß vorerst nicht, was diese Personen mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben. Man weiß aber auch lange Zeit nicht, was die eigentliche Geschichte ist. Schließlich wird die Familie Vanger präsentiert. Aufgrund der unzähligen Familienmitglieder erstreckt sich das über einige Seiten, welche ich mehr oder weniger überflogen habe. Bei der Anzahl von Namen und Beziehungen zueinander hat man kaum eine Chance, sich alles zu merken. Ich hatte die Befürchtung, dass ich Personen verwechseln und durcheinander kommen würde, doch der Autor hat dies gut gelöst. Die wichtigsten Familienmitglieder sind einprägsam genug, und ansonsten wird zusätzlich zum Namen noch oft zum wiederholten Male erklärt, um wen es sich handelt.

Erst nachdem man die Hälfte des Buches hinter sich hat, beginnt die Geschichte und somit der Thriller. Dann wird es richtig interessant, spannend und fesselnd. Alles wird langsam klarer und man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Man will wissen, was mit Harriet passiert ist. Aber noch interessanter sind die vielen Geheimnisse, die die Familie Vanger zu verstecken versucht. Vor diesem Punkt habe ich öfter als nur einmal mit dem Gedanken gespielt, das Buch einfach abzubrechen.

Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, ist, dass man während der ersten paar Seiten das Gefühl hat, man hätte eine schlechte Übersetzung in der Hand. Ich musste auf Grammatikfehler stoßen und einige Aussagen klangen für mich nicht flüssig. In meinen Augen hätte das ein Deutscher nicht so gesagt. Aber vielleicht weiß ich das als Österreicherin auch nur nicht. Komischerweise fiel mir im restlichen Buch nichts derartiges mehr auf.

Ein Grund, warum das Buch aufgrund seiner Längen fesselnd ist, sind die Protagonisten. Mikael ist ein sehr sympathischer Mensch. Man kann seine Handlungen nachvollziehen und man bekommt Einblick in seine Psyche. Lisbeth ist ein sehr besonderer Mensch. Sie ist verschlossen und distanziert. Sie hat ihre Probleme, über die sie nicht gerne spricht und ihre Talente, die sie zu einem Geheimnis macht. Das macht sie zu einer sehr interessanten Persönlichkeit und als Leser möchte man unbedingt mehr über sie erfahren.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie der zweite Band “Verdammnis” wird. Ich hoffe, dass eine lange Einleitung diesmal ausbleibt, da im ersten Teil bereits genug gesagt wurde.

Aufgrund des doch etwas eintönigen Anfangs gibt es nur:
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hilde

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #42 am: 05. März 2010, 16:29:45 »


So viele ausführliche Antworten zu einem Buch - irgendwas muss ja dran sein....

Auch ich habe atemlos gelesen und war gefesselt, wie die meisten hier. Als Thriller scheint es tatsächlich gelungen zu sein.

Von der literarischen Qualität her muss man wohl einige Abstriche machen. Die Figuren sind mir teilweise zu oberflächlich bis klischeehaft gezeichnet, psychologische Tiefe fehlt. So finde ich kaum nachvollziehbar, dass Lisbeth nach einer Vergewaltigung ohne Schwierigkeiten oder zumindest Ambivalenzen mit Mikael ins Bett geht und sogar Vertrauen zu ihm fasst. Überhaupt scheint die Damenwelt Herrn Blomkvist reihenweise zu Füßen zu liegen - da sind wohl die eigenen Fantasien mit dem Autor durchgegangen.
Sämtliche Beziehungen, die Mikael zu anderen Personen hat, laufen meiner Meinung zu glatt: Da ist die Tochter, der er nach eigener Aussage ein schlechter Vater ist. Aber naja, das Buch geht darüber hinweg. Da ist die Dreiecksbeziehung mit der verheirateten Erika, in der es keine echten Zweifel, keine Verletzungen, keine nennenswerten Zerwürfnisse gibt.
Ähnlich geht es mir auch mit Lisbeth: Bei ihren Vorerfahrungen wären eigentlich tiefgehende Traumatisierungen zu erwarten, mindestens jedoch starke Selbstzweifel oder Selbstwertprobleme.
Oder die Reisen nach London und Australien: Da reist man eben mir nichts, dir nichts hin, Anpassungsschwierigkeiten oder Jetlag können einen Mikael Blomkvist nicht erschüttern...

Dennoch: Mikael und Lisbeth sind mir sympathisch. Es sind interessante Persönlichkeiten, und vielleicht gefallen sie uns Lesern ja gerade deswegen, weil der zermürbende Alltagskram an ihnen abzuprallen scheint. Das Buch fesselt, der Plot ist spannend und, soweit ich das beurteilen kann, solide recherchiert. Da bin ich gerne bereit, an der Figurenzeichnung ein paar Abstriche zu machen.

Zumal ich die Darstellung von Gewalt gegen Frauen in der Form dieses Buches angemessen fand. Ich finde es gut, wenn sich dieses Themas in der Literatur angenommen wird und ich halte es für sehr gekonnt, die Übergriffe sachlich darzustellen, ohne in die Gefahr zu geraten, gewaltverherrlichend zu sein.

LG
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Hanni

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #43 am: 05. März 2010, 19:42:28 »

Ich habe das Buch nun auch gelesen, meine Ausgabe hat dieses Cover:



Es gibt darin im Anhang noch ein paar Extras zum Film.

Meine Meinung:

Auf den ersten Seiten werden die beiden Hauptprotagonisten eingeführt: Mikael Blomkvist, der umstrittene Wirtschaftsjournalist, der jede Menge Ärger am Hals hat und die junge Lisbeth Salander, die anders als alle anderen ist. Auf den ersten Blick hat das ungleiche Duo gar nichts gemeinsam, doch der Verlauf der  Geschichte bringt die beiden zusammen und gemeinsam helfen sie dem Industriellen Henrik Vanger, Licht in seine familiären Angelegenheiten zu bringen.
 
Im Zentrum der Geschichte steht die Großfamilie Vanger, deren Mitglieder man im Verlauf der Geschichte sehr detailliert kennen lernt. Und das ist ein ziemlich merkwürdiger Haufen. Die Personen werden sehr lebensecht dargestellt, haben Ecken und Kanten und wirkten auf mich sehr echt. Ich war so in der Geschichte drin, dass es auf mich fast wie eine echte Biografie wirkte. Da wird jeder Stein umgedreht und alles ausgeleuchtet. Für mich war es ein  wahrer Genuss, zu beobachten, wie Mikael in der Familiengeschichte herum gewühlt hat.

Die Spannung baut sich erst allmählich auf, der Anfang des Buches ist eher gemächlich und hat mich sogar ein wenig zweifeln lassen, ob es auch das richtige für mich sei. Aber spätestens ab Mitte der Geschichte will man einfach nur noch wissen, was mit Harriet Vanger passiert ist. Aber auch Lisbeths und Mikaels Geschichte war spannend zu lesen und an einer ganz bestimmten Stelle wollte ich das Buch am liebsten in die Tonne kloppen, so schockiert und wütend hat mich die Geschichte gemacht. Doch zum Glück habe ich weitergelesen, denn es hat sich wirklich gelohnt!Ich konnte das Buch schlussendlich gar nicht mehr aus der Hand legen und die letzten 250 Seiten habe ich in einem Rutsch ausgelesen.

Den Film habe ich mir im Anschluss daran natürlich auch noch zu Gemüte geführt und möchte meinen, dass er  ziemlich ausführlich war. Das wichtigste wurde gezeigt. Aber man bekommt natürlich längst nicht so viele Informationen wie im Buch. Weder zur Familie Vanger noch zur Wennerström-Affäre. Die Hintergründe sind im Buch einfach viel detaillierter und liebevoller dargestellt, ebenso die Beziehungen der Personen untereinander. Und es wurde auch ein klein wenig vorgegriffen auf den nächsten Teil der Millenium-Trilogie, allerdings ist das nicht so schlimm, denn man versteht es erst, wenn man den zweiten Teil gelesen hat. Mir persönlich hat das Buch besser gefallen, aber der Film ist auch absolut sehenswert.

Für das Buch gebe ich:   4ratten
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Liebe Grüsse
Hanni

Jari

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Antw:Stieg Larsson - Verblendung
« Antwort #44 am: 09. März 2010, 21:13:27 »

Es steht schlecht um Mikael Blomkvist. Sehr schlecht sogar. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere wird er vor Gericht wegen Verleumdung angeklagt. Doch just in diesem Moment erhält er vom Grossindustriellen Henrik Vanger einen seltsamen Auftrag: Mikael soll herausfinden, was mit Harriet Vanger geschah, die 1966 spurlos verschwand.
 
Obwohl Mikael nicht von seinem Auftrag überzeugt ist und auch nicht glaubt, dass er etwas herausfinden wird, nimmt er an und zieht für ein Jahr nach Hedeby, um einem Gespenst aus der Vergangenheit nachzustöbern.
 
Hilfe erhält der angeschlagene Journalist von unerwarteter Seite: Lisbeth Salander, Hackerin, hochintelligent, talentiert, sozial eher schwierig, hat Interesse am Fall "Harriet" gefunden und tut sich mit Mikael zusammen.
Gemeinsam entdecken sie nicht nur, dass sie ein richtiges Dreamteam sind, sondern kommen auch dunkeln und verschwiegenen Geheimnissen aus der Vergangenheit und der Gegenwart auf die Spur, die so grausam sind, wie es sich keiner aus der Familie Vanger je hätte träumen lassen...
 
Kein Krimi der letzten Jahre hat so hohe Wellen geschlagen wie "Verblendung" des Schweden Stieg Larsson. Im Allgemeinen tue ich  mich mit Bestsellern eher schwer. Doch zu diesem Buch kann ich nur sagen: Es hat seinen Ruhm verdient!
 
Die Geschichte besteht aus verschiedenen Handlungssträngen, die jedoch wunderbar in die Hauptgeschehnisse eingearbeitet sind und die Spannung noch mehr erhöhen. Bis etwa zur Mitte geht es eher ruhig zu, in den Ermittlungen, wie auch im Buch, doch dann geht es rund. Das Buch aus der Hand zu legen ist praktisch unmöglich.
 
Man wird langsam aber sicher in die Geschichte hineingezogen, ohne dass der Leser sich des Soges des Buches überhaupt bewusst ist. Man möchte, muss (!) einfach wissen, wie es weitergeht.
 
Die Personen sind glaubhaft und man schliesst sie ins Herz, obwohl sie alles andere als perfekt sind. Alle haben sie ihre dunklen Seiten und Charakterzüge, die nicht unbedingt sympathisch sind. Doch wären sie richtige Helden, würden sie weder ins Setting des kalten Schweden, noch in die Geschichte passen.
 
Nach dem Lesen von "Verblendung" bleibt eigentlich nur noch eines übrig: Die nächsten Titel kaufen.



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//Grösser ist doof//