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Autor Thema: Thomas Thiemeyer - Reptilia  (Gelesen 3816 mal)

Saltanah

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Re: Thomas Thiemeyer - Reptilia
« Antwort #15 am: 30. April 2007, 09:55:29 »

Das mag zwar jetzt kleinkariert erscheinen, aber die Französische IV. Republik würde ja auch niemand nur aus schriftstellerischer Freiheit bis heute verlängern. Aber mit Afrika kann man sich das erlauben, weil's eh keiner kontrolliert oder besser weiß oder wie??  :grmpf:

Ich finde das überhaupt nicht kleinkariert, sondern vom Autor schlampig (oder gar nicht) recherchiert. Mir wäre das zwar nicht aufgefallen, da ich peinlicherweise überhaupt keine Ahnung von afrikanischer Politik und Geschichte habe, aber ätzend sind solche Fehler trotzdem.
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Aldawen

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Re: Thomas Thiemeyer - Reptilia
« Antwort #16 am: 30. April 2007, 13:16:23 »

@Saltanah: Das mit Afrika muß Dir gar nicht peinlich sein, unser Nachbarkontinent spielt ja in den Medien auch nur dann eine Rolle, wenn man über Katastrophen berichten kann, und selbst das nur kurzzeitig.

Ich habe mal für ein Online-Seminar über Afrika an der Fernuni ein Afrika-Quiz gebastelt und die meisten Teilnehmer haben zugegeben, daß sie ziemliche Probleme hatten. Wir haben in einer Diskussion festgestellt, daß es diese Probleme mit Asien nicht im gleichen Umfang gegeben hätte. Wer übrigens spaßeshalber mal das Quiz machen möchte: Ich brauche dafür nur eine Email-Adresse, dann kann ich Euch auf eine entsprechende Webseite einladen  :zwinker:

Ich habe gestern abend auch noch in Reptilia weitergelesen und mußte mich nochmals ärgern, als Thiemeyer irgendsoeinem Vize-Minister in den Mund legt, im Norden des Landes käme es zu Zusammenstößen der Bevölkerung und Banditen aus dem Sudan oder dem ehemaligen Zaïre (S. 149). Letzteres bin ich ja gewillt zu glauben, aber aus dem Sudan? Selbst von südwestlichsten Punkt des Sudan bis zur nordöstlichen Spitze des Kongo sind es Luftlinie rund 1000 km und es liegt die Zentralafrikanische Republik bzw. die Demokratische Republik Kongo dazwischen. Da haben die Sudanesen natürlich nichts anderes zu tun, als mal eben in die Republik Kongo zu wandern :vogelzeigen: Neee, is' klar  :rollen:  Wenn ich nicht schon über der Hälfte wäre, dann wären diese Schlampigkeiten eigentlich ein Grund, das Buch nicht beendet in die Ecke zu pfeffern.

Schönen Gruß,
Aldawen
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Ingroscha

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Re: Thomas Thiemeyer - Reptilia
« Antwort #17 am: 30. April 2007, 14:29:46 »

Wenn ich nicht schon über der Hälfte wäre, dann wären diese Schlampigkeiten eigentlich ein Grund, das Buch nicht beendet in die Ecke zu pfeffern.

Hey, das ist unfair, wir Leserundenteilnehmer haben es auch brav zu Ende gelesen  ;-)  Ich habe die Schnitzer bez. Afrika leider auch nicht bemerkt  :rollen:
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LG Ingroscha 
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Aldawen

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Re: Thomas Thiemeyer - Reptilia
« Antwort #18 am: 02. Mai 2007, 14:57:06 »

So, ausgelesen. Zum Glück hat Thiemeyer in der zweiten Hälfte aufgehört, Unsinn über Afrika zu verbreiten, so daß ich mich über weitere Schlampigkeiten nicht mehr aufregen mußte.

Damit also zum Buch, aber auch hier fällt das Urteil nicht überragend aus. Die Anlage der Story ist ja eigentlich gar nicht schlecht, aber Thiemeyer wußte wohl selbst nicht so recht, was für eine Story er erzählten wollte: Eine Abenteuergeschichte oder etwas Phantastisches oder etwas ganz anderes? Und ist jetzt eigentlich der Kongosaurier die wichtige Entdeckung oder doch die Ruinen? Es ist zu viel hineingepackt und für meinen Geschmack nichts hinreichend ausgeführt. Das wäre zu verschmerzen, wenn die Charaktere interessante und nachvollziehbare Entwicklungen durchmachen würden, aber auch da hapert es. David wird plötzlich und unerwartet zum coolen Abenteurer während Maloney vom Sympathieträger zum Ekelpaket mutiert. Beides wäre nicht schlimm, wenn erkennbar würde, warum beide ihre jeweilige Entwicklung nehmen. Aber dafür wird insbesondere bei Maloney zu viel im Dunkeln gelassen. Am glaubhaftesten fand ich noch Elieshi. Was Egomo angeht, so hatte ich übrigens nicht den Eindruck, daß er die neumodischen Begriffe versteht. Wenn Elieshi ihm überhaupt von den Spekulationen bzgl. Radioaktivität usw. berichtet hat, dann hat er sie wohl eher schulterzuckend hingenommen. Sprachlich-stilistisch bewegt sich das Buch zwar auf solidem Grund für einen Abenteuerroman, ist aber in dieser Hinsicht nicht herausragend.

Alles in allem hätte ich dieses Buch normalerweise wohl nicht zu Ende gelesen, aber ich wollte in diesem Fall halt die Einschätzungen aus der Leserunde nachvollziehen. Es ist bedauerlich, daß der Autor sich dort so früh zurückgezogen hat, statt die – in meinen Augen durchaus berechtigte – Kritik aufzunehmen, zumal sie ja nicht bösartig geäußert worden war. Aber das empfindet vermutlich auch jeder anders. Zu mehr als 2ratten kann ich mich dafür nicht durchringen.

Schönen Gruß,
Aldawen
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momoline

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Re: Thomas Thiemeyer - Reptilia
« Antwort #19 am: 07. November 2008, 10:08:31 »

So, ich habe "Reptilia" gestern beendet und bin enttäuscht. Das Buch hat für mich überhaupt keine Tiefen entwickelt - weder bei den Charakteren noch bei der Story selbst, sondern blieb nur an der Oberfläche. Schon zu Anfang hat mich massiv gestört, dass der Kongosaurier ständig als "Monster" bezeichnet wird. Der Ausdruck ist einfach völlig unpassend bei einer neu entdeckten Spezies, von der man nichts weiß. Es kam mir so vor, als ob der Autor nur versucht hat, den Schrecken/die Spannung zu erhöhen. Billig !

Die Wandlung von David und Maloney war für mich ebenfalls wenig überzeugend. Und sowohl zu dem Kongosaurier als auch zu der Ruinenstadt hätte ich mir ein paar mehr Infos gewünscht. Das weichgespülte Ende war so schlecht wie das ganze Buch.

Alles in allem ein sehr simpel gestrickter Abenteuer- oder-was-auch-immer-Roman, bei dem mich weder Sprache, noch Story und Charaktere auch nur ansatzweise überzeugen konnten.

  1ratten
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Liebe Grüße
Christina
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