So, ausgelesen. Zum Glück hat Thiemeyer in der zweiten Hälfte aufgehört, Unsinn über Afrika zu verbreiten, so daß ich mich über weitere Schlampigkeiten nicht mehr aufregen mußte.
Damit also zum Buch, aber auch hier fällt das Urteil nicht überragend aus. Die Anlage der Story ist ja eigentlich gar nicht schlecht, aber Thiemeyer wußte wohl selbst nicht so recht, was für eine Story er erzählten wollte: Eine Abenteuergeschichte oder etwas Phantastisches oder etwas ganz anderes? Und ist jetzt eigentlich der Kongosaurier die wichtige Entdeckung oder doch die Ruinen? Es ist zu viel hineingepackt und für meinen Geschmack nichts hinreichend ausgeführt. Das wäre zu verschmerzen, wenn die Charaktere interessante und nachvollziehbare Entwicklungen durchmachen würden, aber auch da hapert es. David wird plötzlich und unerwartet zum coolen Abenteurer während Maloney vom Sympathieträger zum Ekelpaket mutiert. Beides wäre nicht schlimm, wenn erkennbar würde,
warum beide ihre jeweilige Entwicklung nehmen. Aber dafür wird insbesondere bei Maloney zu viel im Dunkeln gelassen. Am glaubhaftesten fand ich noch Elieshi. Was Egomo angeht, so hatte ich übrigens nicht den Eindruck, daß er die neumodischen Begriffe versteht. Wenn Elieshi ihm überhaupt von den Spekulationen bzgl. Radioaktivität usw. berichtet hat, dann hat er sie wohl eher schulterzuckend hingenommen. Sprachlich-stilistisch bewegt sich das Buch zwar auf solidem Grund für einen Abenteuerroman, ist aber in dieser Hinsicht nicht herausragend.
Alles in allem hätte ich dieses Buch normalerweise wohl nicht zu Ende gelesen, aber ich wollte in diesem Fall halt die Einschätzungen aus der Leserunde nachvollziehen. Es ist bedauerlich, daß der Autor sich dort so früh zurückgezogen hat, statt die – in meinen Augen durchaus berechtigte – Kritik aufzunehmen, zumal sie ja nicht bösartig geäußert worden war. Aber das empfindet vermutlich auch jeder anders. Zu mehr als

kann ich mich dafür nicht durchringen.
Schönen Gruß,
Aldawen