Tatsächlich schon ein Thread dazu, hätte ich nicht mit gerechnet

Den ersten Band habe ich jetzt im Urlaub gelesen, allerdings auf Englisch, daher übernehme ich auch den englischen Rückentext.


The Welkin Weasels 1: Thunder Oak
Inhalt: Long ago, long before Sylver the weasel was born, the humans all left Welkin. Now life for a weasel – under the heavy paw of the vicious stoat rulers – is pretty miserable (unless you happen to be a weasel who
likes living in a hovel and toiling all hours for the benefit of the stoats).
It's certainly not enough for Sylver. Or for his small band of outlaws, both jacks and jills. But slingshots and darts can only do so much against heavily-armed stoats and life as an outlaw has a fairly limited future (probably a painful one, too). That's when Sylver comes up with his plan – a heroic plan that could destroy the stoats' reign of power for ever. He will find the humans, and bring them back to Welkin! And the first step is to follow up a clue from the past – a clue that lies in a place known as
Thunder Oak ...
Meine Meinung: Es handelt sich um einen sehr klassischen Fantasy-Ansatz, denn eine Gruppe von edlen, aufrechten Helden bricht auf, die Welt zu retten, und muß dabei viele Abenteuer bestehen und Gefahren überwinden. Und das »die Welt retten« ist hier sehr wörtlich zu nehmen. Welkin liegt zu weiten Teilen unter Meeresniveau und die schützenden Deiche werden brüchig. Die Feld- und Waldtiere haben sich zwar viele Gegenstände, die die Menschen zurückgelassen haben, zunutze gemacht (was neben mancher Situationskomik und witzigen Dialogen zu Schmunzelszenen führt), aber die Deiche können sie nicht reparieren. Und wenn diese brechen, wird die Insel überschwemmt. Die Tiere können sich dann nirgendwohin flüchten, was die herrschenden Hermeline aber nicht einsehen wollen. Die erste Aufgabe besteht darin, die Eierschalen des Seeadlernachwuchses zu finden, da sich auf diesen eine komplette Karte der Welt (was hier nur Welkin meint) befinden soll, denn niemand weiß genau, wo sich diese Donnereiche befindet. Die Erlangung des ersten, dort deponierten Hinweises ist die zweite Reise in diesem Band. So weit betrachtet ist das alles nicht außergewöhnlich.
Was Kilworth aber sehr schön gelingt, ist der Einsatz der verschiedenen Tiere in unterschiedlichen Situationen. Da gibt es neben den Wieseln und Hermelinen noch diverse Mäusearten, Dachse, Wildkatzen, Otter, Ratten, Wildhunde, Igel, Frettchen, einen sehr gefährlichen Fuchs, Wölfe, ein Wildschwein ... Ich habe bestimmt noch welche vergessen. Und die meisten haben einen ausgeprägten Charakter, insbesondere in Sylvers Wieselgruppe. Einer ist einfach ein guter Kämpfer. Einer ist magisch begabt, erzielt aber immer nur Teilerfolge mit seinen Zaubersprüchen. Einer ist einerseits feige und aufs eigene Überleben konzentriert, wächst aber in manchen Situationen über sich hinaus. Einer hilft sich mit Bauernschläue aus vielen Situationen. Eine bunte Mischung von Typen, die in dieser Kombination für das Erreichen des gemeinsamen Ziels nötig ist.
Vom inhaltlichen und sprachlichen Anspruch ist es definitiv im Kinder-/Jugendbereich anzusiedeln, keine Frage. Aber Kilworth hat eine – bei allen Gefahren – geradezu liebenswürdige Atmosphäre geschaffen, die ich auf jeden Fall noch durch die beiden anderen, zum Glück schon bereitliegenden, Bände verfolgen werde.

Schönen Gruß,
Aldawen