Ich habe das Buch im Rahmen des SLW-2010 gelesen und muss sagen, es lässt mich nachdenklich zurück.
Zum Inhalt:Winston Smith lebt in einer Welt in der nichts unbeobachtet bleibt, nicht einmal die Gedanken scheinen frei zu sein. Er arbeitet im Wahrheitsministerium und ändert täglich bereits erschienene Zeitungsartikel, Bücher etc.. In seiner Welt ist der Große Bruder das allseitsgeliebte Anführer der Partei. Doch Winston kann sich der allgemeinen Euphorie für den Großen Bruder nicht anschließen. Es verschwinden regelmäßig Menschen und sie werden aus allen Aufzeichnungen gelöscht und er weiß, dass es eines Tages ihn auch treffen wird. Denn obwohl er nach außen hin ein sehr angepasstes Leben führt, rebelliert er innerlich dagegen. Er träumt davon, die Partei stürzen zu können, weiß aber gleichzeitig, dass es ein aussichtsloser Kampf sein wird.
Als er Julia kennenlernt, weiß er, dass er nun eine unsichtbare Linie überschritten hat und das es jetzt nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Partei auch ihn holen wird. Er ist aber bereit alles zu tun, um sich ihr in den Weg zu stellen.
Meine Meinung:Ich hatte das Buch schon seit geraumer Zeit auf meinem SUB liegen. Da ich wusste, dass es ein recht düsterer Roman sein würde, habe ich mich nicht an ihn herangetraut. Wie ich erwartet hatte, war die düstere Stimmung von der ersten Seite des Buches an zu spüren. Sie kam langsam an gekrochen und grub sich tief ein.
George Orwell ist mit "1984" ein aufwühlenden und erschütternden Roman zu schreiben. Obwohl es schon einige Jahrzehnte zurückliegt, seitdem er das Buch geschrieben hat, hat es an Aktualität nicht verloren. Er beschreibt einen totalitären Staat, der seine Bewohner in jeglichen Lebenssituationen und (fast) alle auch in ihren Gedanken überwacht. Nichts bleibt unbemerkt und jedes Vergehen, wird sofort bestraft. Dabei werden so genannte "Gedankenverbrechen" noch härter bestraft als andere. Keiner kann ihnen entkommen und eine Flucht ist unmöglich.
In dieser Welt wird alles, was nicht mit dem Großen Bruder zu tun hat, für schlecht empfunden. Es dürfen keine Gefühle außer die Liebe zum Großen Bruder existieren, selbst die Liebe einem anderen Menschen gegenüber ist verpönt. Selbst Sex wird nur als Mittel zum Zweck gesehen und darf unter keinen Umständen genossen werden.
Ein interessanter Aspekt des Buches war, dass die Partei eine neue Sprache, die
Neusprache entwickelte, die alle, ihrer Meinung nach, überflüssigen Wörter aus der Sprache streichen. Damit das Verständigen unter einander einfacher sei. Gleichzeitig würde das aber auch heißen, dass wenn so viele Wörter aus dem Gebrauch genommen werden, man viele Umstände nicht mehr ausdrücken kann. Daraus lässt sich ableiten, dass es auch schwieriger werden würde, sich gegen etwas zusammen zu verschwören, wie zum Beispiel der Partei.
George Orwells Schreibstil ist trocken. Dies hat es für mich nicht leicht gemacht, zu dem Protagonisten eine Beziehung einzugehen. Der Zugang gelang mir erst recht spät. Auch das im ersten Drittel des Buches fast nur die Welt von Winston beschrieben worden ist, hat es für mich nicht leicht gemacht in einen richtigen Lesefluss reinzukommen.
Es ist nichts desto trotz in einer einfachen Sprache geschrieben, die das Lesen nicht unnötig schwer gemacht hat. Zum Glück hat er nicht alle Sachen, die den Menschen angetan werden in allen Einzelheiten beschrieben. Aber die er beschrieben hat, waren trotz der wenigen Worte, die er dafür genutzt hat, (zu) gut für mich vorstellbar.
Insgesamt war das Buch keine leichte Kost für mich. An vielen Stellen war ich kurz davor, dass Buch wegzulegen. Dennoch ist es von der Idee und von dem Schreibstil gut gemacht. Da es mich aber an einigen Stellen mehr verschreckt hat (es ist für meinen Geschmack zu finster) und einige Geschehnisse in dem Buch nicht richtig folgen konnte bzw. nicht verstanden habe, kann ich nicht mehr als

vergeben.