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Autor Thema: George Orwell - 1984  (Gelesen 18783 mal)

mohan

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #75 am: 24. Februar 2009, 11:31:40 »

Was mir an 1984 sehr gefällt, ist die Konsequenz, mit der Orwell beschreibt, wie es ist, vollkommen in einem totalitären System zu leben. Smith hat nur noch sehr vage Erinnerungen an eine frühere Zeit, in der das Leben anders war. Sein Vater ist im Krieg gestorben, seine Mutter verschwunden. Beides ist für mich ein Schlüssel zum Verständnis der Figur.

Was mir auch gefällt, ist die glasklare und eindeutige Sprache, in der Orwell schreibt, eine Sprache, die im gewollten Widerspruch zu der in der Romanwelt steht.

Was mich interessieren würde, wäre eine Lesung des Buches mit Blick auf heutige Entwicklungen. Schäubles und anderer Leute Vorstellung nach 9/11, man müsse konkrete Freiheiten aufgeben, um eine abstrakte Freiheit zu bewahren. Laut Umfragen die Einsicht sehr vieler Deutscher in diese problematische (behauptete) Kausalität. Zu einer Leserunde mit einem Fokus auf aktuelle Fragen hätte ich große Lust.
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Aurian

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Antw:George Orwell - 1984
« Antwort #76 am: 07. November 2009, 00:06:25 »

Ein erschreckender und düsterer Roman der aufrütteln soll.

Winston tristes Leben und das Verhalten der anderen Parteimitglieder kann man kaum noch als Leben sondern vielmehr als Funktionieren bezeichnen. Da fragt man sich unwillkürlich was erstrebenswerter ist. Ein Leben in Armut, aber dafür in relativer Freiheit oder einigermaßen versorgt zu sein, dafür aber unter totaler Überwachung zu leben.

Was totale Überwachung heißt, macht George Orwell in seiner Utopie mehr als deutlich. Bis ins kleinste Detail hat er an alles gedacht und das Erschreckende daran ist, dass ein solcher Staat, in all seiner Grausamkeit und Allmacht, unter gleichen Rahmenbedingungen durchaus möglich ist.

Das ist sicher kein Buch das unterhalten will, sondern hier behandelt der Autor ein Thema, dass mich stark zum Nachdenken. und Grübeln gebracht hat. Ich bin froh es gelesen zu haben.

LG, Aurian
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Erendis

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Antw:George Orwell - 1984
« Antwort #77 am: 26. Dezember 2009, 20:08:05 »

Meine Meinung:

Dieses Buch habe ich im Rahmen des SLW 2009 gelesen und es hat mich auf eine erschütternde Weise fasziniert und gefesselt.

Winston Smith lebt in einer Welt ohne Privatsphäre, in welcher nicht einmal die Gedanken so richtig frei sind, in der es nicht selten vorkommt, dass Menschen verschwinden, als hätten sie nie existiert - und Winston weiß, dass es eines Tages auch ihn treffen wird.
Nach außen hin lebt der Protagonist sehr angepasst und tut, was die Partei von ihm verlangt, setzt die geforderte gelassen-optimistische Miene auf und geht scheinbar unbescholten seiner Arbeit in einem der vier Ministerien nach.

Doch innerlich rebelliert er längst gegen die Partei, er hat Sehnsucht nach einem schöneren und vor allem freieren Leben, in welcher er nicht unter der Fuchtel der Partei steht. Er weiß, dass ihn dieses innerliche Aufbegehren letztendlich in große Schwierigkeiten bringen wird, und doch trägt er immer einen Funken Hoffnung im Herzen, dass die Partei doch irgendwann einmal gestürzt werden kann. Immer tiefer gerät er in den Strudel des Ungehorsams gegenüber der Partei und dabei ist es ihm nur allzu klar, dass dies nicht gut gehen wird...

Dieser Roman hat mich zutiefst erschüttert und teilweise wollte ich ihn gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich wissen musste, wie es mit Winston weitergeht - oder genau gesagt wollte ich stets wissen, wie es mit ihm endet, denn schon von Anfang an ist klar, dass er in dieser rauen Welt eine geringe Überlebenschance hat. Und doch hatte auch ich einen Funken Hoffung, dass es für ihn dennoch gut ausgeht.

Während des Lesens dieses Romans lernte ich die trotz aller öffentlichen Überwachungsmaßnahmen doch noch durchaus vorhandene Privatsphäre, die jedem von uns vergönnt ist, als ein wertvolles Gut zu schätzen - und dennoch wirkt die Handlung erschreckend realistisch, denn so unmöglich, wie es zunächst klingt, ist eine solche Weltordnung gar nicht und im Kleinen hat sich die Realitätsnähe des Romans leider bereits erwiesen.

Winston Smith und auch die anderen Hauptfiguren kamen mir während des Lesens zwar nicht so richtig nahe, doch dies scheint mor vom Autor auch so beabsichtigt zu sein, denn Winston soll einfach einen Jedermann darstellen, der stellvertretend für alle anderen Mitglieder der Partei ein Schicksal erleidet, das auch jeden anderen treffen kann. Der Protagonist des Romans ist sozusagen die Partei und das politische System des EngSoz.

Sehr interessant fand ich die Idee, dass durch das sogenannte Neusprech "überflüssige" Wörter, also solche Wörter, mit deren Hilfe man nicht-parteikonforme Gedanken formulieren und äußern könnte, einfach aus dem Wortschatz verbannt werden, so dass die Menschen schließlich schon durch die Sprache gezwungen sind, parteikonform zu denken.

Das Buch ließ sich flüssig lesen und ist - im Gegensatz zu meinen Befürchtungen - nicht in einer sperrigen und komplizierten Sprache geschrieben. Dennoch ist es kein leicht verdaulicher Roman und auch wenn ich die Lektüre schon vor einigen Wochen beendet habe, so wirkt er dennoch noch immer in mir nach und lässt mich noch nicht los.

Deshalb erhält der Roman von mir 5ratten
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LG,
Erendis

:lesen: Tad Williams - Der Blumenkrieg / Christa Wolf - Der geteilte Himmel

Wendy

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Antw:George Orwell - 1984
« Antwort #78 am: 04. Januar 2010, 18:25:25 »

Hallöchen,

Atemlos (im wahrsten Sinne des Wortes, bin nämlich krank *hust*) habe ich heute dieses Buch beendet und kann mich nun endlich, nach Jahren der Schande, zu den Menschen zählen, die dieses Werk gelesen haben. Ob mir "1984" als Schullektüre auch so zugesagt hätte, kann ich nicht sagen - aber ich wage es ehrlichgesagt zu bezweifeln.



Meine Meinung:
Völlig ahnungslos bin ich ja nicht an dieses Buch herangegangen. "Big Brother" war mir schon vor der Lektüre ein Begriff und auch wusste ich, dass es sich um einen dystopischen Roman handelt. Weiters hatte ich auch einen Spoiler erwischt, der eine Szene ganz vom Ende verrät. Aber das alles hat mich nicht darauf vorbereitet, was mich auf diesen Seiten erwartete.

Winston, der selbst schon so staunt und schockiert ist über die Welt, in der er lebt, der sich darüber bewusst ist, dass irgendetwas furchtbar schief gelaufen ist, nimmt schon längst Dinge als normal hin, die mich als Leserin zutiefst erschüttert haben. Allen voran war das die Idee der "Newspeak" oder "Neusprech". Das ständige Verfolgtwerden und Beobachten der Bürger war schlimm genug, aber mit Stolz davon zu berichten, dass die englische Sprache stets kleiner und kleiner wird, das Vokabular schrumpft und "unnötige" wörter wie "schlecht" einfach ersetzt werden durch "ungut" und Steigerungen wie "besser" durch "plusgut", das hat mich als Sprachenliebhaber ganz tief getroffen. :entsetzt.
Die Partei versucht so doch tatsächlich, den Leuten das Denken abzugewöhnen, einfach indem sie ihnen die Worte nimmt, mit denen man parteifeindliche Gedanken ausdrücken könnte. :vogelzeigen:

Das totalitäre System, das von Geburt bis Tod (oder Verschwinden, je nachdem), alles überwacht, hat mich bis in meine Träume verfolgt. Und das war wirklich kein Spaß. Wenn ich mir überlege, dass ich nicht mal in der Nase bohren kann, ohne dass dieser Akt aufgezeichnet und eventuell später gegen mich verwendet wird, kommt mir das Schaudern. Und all die anderen Dinge, die Orwell beschreibt - wie Sex, der nur noch Mittel zum Zweck ist oder Musik - waren, vor allem im Vergleich zu den "Proles", einfach nur schrecklich. Jedes Mal wenn ich dachte, jetzt kann es kaum mehr schlimmer werden, passiert etwas Neues, erfahre ich eine neue Grausamkeit und ironische Boshaftigkeit, so etwa das Liebesministerium, dass sich ganz und gar nicht mit der Liebe befasst.

Ich war in vielerlei Hinsicht positiv überrascht von diesem Buch. Ich hatte irgendwie erwartet, dass es trocken und eher schwierig geschrieben ist, aber die Geschichte ist so schnell geflutscht, dass ich in wenigen Tagen damit fertig war. Und obwohl ich zwischendurch Pausen brauchte, um mich über meine eigene Freiheit zu freuen, konnte ich doch kaum eine Stunde von dem Buch lassen, so sehr wollte ich wissen, was passiert und wie die Geschichte für Winston endet.
Nun, ein anderes Ende hätte ich mir eigentlich nicht vorstellen können und somit bin ich auch damit sehr zufrieden. Alles andere hätte nicht gepasst.

Zutiefst beeindruckt und erschüttert hat mich dieses Buch zurückgelassen und zumindest für die nächsten paar Tage werde ich bestimmt die kleinen Dinge mehr zu schätzen wissen, die wir alle so selbstverständlich genießen und die für Winston und seine fiktiven Kollegen völlig undenkbar wären.

5ratten

Liebe Grüße,
Wendy
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YRachel

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Antw:George Orwell - 1984
« Antwort #79 am: 07. Januar 2010, 00:36:27 »

Ich habe das Buch im Rahmen des SLW-2010 gelesen und muss sagen, es lässt mich nachdenklich zurück.

Zum Inhalt:

Winston Smith lebt in einer Welt in der nichts unbeobachtet bleibt, nicht einmal die Gedanken scheinen frei zu sein. Er arbeitet im Wahrheitsministerium und ändert täglich bereits erschienene Zeitungsartikel, Bücher etc.. In seiner Welt ist der Große Bruder das allseitsgeliebte Anführer der Partei. Doch Winston kann sich der allgemeinen Euphorie für den Großen Bruder nicht anschließen. Es verschwinden regelmäßig Menschen und sie werden aus allen Aufzeichnungen gelöscht und er weiß, dass es eines Tages ihn auch treffen wird. Denn obwohl er nach außen hin ein sehr angepasstes Leben führt, rebelliert er innerlich dagegen. Er träumt davon, die Partei stürzen zu können, weiß aber gleichzeitig, dass es ein aussichtsloser Kampf sein wird.

Als er Julia kennenlernt, weiß er, dass er nun eine unsichtbare Linie überschritten hat und das es jetzt nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die Partei auch ihn holen wird. Er ist aber bereit alles zu tun, um sich ihr in den Weg zu stellen.

Meine Meinung:

Ich hatte das Buch schon seit geraumer Zeit auf meinem SUB liegen. Da ich wusste, dass es ein recht düsterer Roman sein würde, habe ich mich nicht an ihn herangetraut. Wie ich erwartet hatte, war die düstere Stimmung von der ersten Seite des Buches an zu spüren. Sie kam langsam an gekrochen und grub sich tief ein.

George Orwell ist mit "1984" ein aufwühlenden und erschütternden Roman zu schreiben. Obwohl es schon einige Jahrzehnte zurückliegt, seitdem er das Buch geschrieben hat, hat es an Aktualität nicht verloren. Er beschreibt einen totalitären Staat, der seine Bewohner in jeglichen Lebenssituationen und (fast) alle auch in ihren Gedanken überwacht. Nichts bleibt unbemerkt und jedes Vergehen, wird sofort bestraft. Dabei werden so genannte "Gedankenverbrechen" noch härter bestraft als andere. Keiner kann ihnen entkommen und eine Flucht ist unmöglich.

In dieser Welt wird alles, was nicht mit dem Großen Bruder zu tun hat, für schlecht empfunden. Es dürfen keine Gefühle außer die Liebe zum Großen Bruder existieren, selbst die Liebe einem anderen Menschen gegenüber ist verpönt. Selbst Sex wird nur als Mittel zum Zweck gesehen und darf unter keinen Umständen genossen werden.

Ein interessanter Aspekt des Buches war, dass die Partei eine neue Sprache, die Neusprache entwickelte, die alle, ihrer Meinung nach, überflüssigen Wörter aus der Sprache streichen. Damit das Verständigen unter einander einfacher sei. Gleichzeitig würde das aber auch heißen, dass wenn so viele Wörter aus dem Gebrauch genommen werden, man viele Umstände nicht mehr ausdrücken kann. Daraus lässt sich ableiten, dass es auch schwieriger werden würde, sich gegen etwas zusammen zu verschwören, wie zum Beispiel der Partei.

George Orwells Schreibstil ist trocken. Dies hat es für mich nicht leicht gemacht, zu dem Protagonisten eine Beziehung einzugehen. Der Zugang gelang mir erst recht spät. Auch das im ersten Drittel des Buches fast nur die Welt von Winston beschrieben worden ist, hat es für mich nicht leicht gemacht in einen richtigen Lesefluss reinzukommen.
Es ist nichts desto trotz in einer einfachen Sprache geschrieben, die das Lesen nicht unnötig schwer gemacht hat. Zum Glück hat er nicht alle Sachen, die den Menschen angetan werden in allen Einzelheiten beschrieben. Aber die er beschrieben hat, waren trotz der wenigen Worte, die er dafür genutzt hat, (zu) gut für mich vorstellbar.

Insgesamt war das Buch keine leichte Kost für mich. An vielen Stellen war ich kurz davor, dass Buch wegzulegen. Dennoch ist es von der Idee und von dem Schreibstil gut gemacht. Da es mich aber an einigen Stellen mehr verschreckt hat (es ist für meinen Geschmack zu finster) und einige Geschehnisse in dem Buch nicht richtig folgen konnte bzw. nicht verstanden habe, kann ich nicht mehr als 3ratten vergeben.
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:leser: Geraldine Brooks - People of the Book


Wer Bücher kauft, kauft Wertpapiere! - Erich Kästner

elsabina

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Antw:George Orwell - 1984
« Antwort #80 am: 24. Januar 2010, 11:35:20 »

Handlung:
In George Orwells Roman „1984“ geht es um genau dieses Jahr. Es ist ein Jahr der Überwachung, Kontrolle und des Verrats – und wenn man der Partei Glauben schenken will, war es nie anders.
Der Große Bruder sieht (und hört) alles. Die Menschen haben sich daran gewöhnt, dass sie dank des Teleschirms nichts mehr unbeobachtet tun können, sie arbeiten für die Partei, gehören der Anti-Sex-Liga an und schicken ihre Kinder zu den “Spitzeln”. Sie haben aufgehört zu denken, zu fühlen und zu existieren.
Winston Smith ist anders. Er hasst die Partei und den großen Bruder und sein sehnlichster Wunsch ist es, beide zu stürmen und wieder als „freier“ Mensch leben und denken zu können.
In der Genossin Julia findet er eine Verbündete und Geliebte. Doch beide wissen, dass sich noch niemand für immer vor dem großen Bruder verstecken konnte.

Meine Meinung:

Obwohl dieser Roman reine Fiktion ist, bleibt nach dem Lesen ein fahler Nachgeschmack. Was, wenn es wirklich eines Tages so sein wird? Kann so etwas wirklich möglich sein?
In George Orwells Roman „1984“ gibt es keine Fiktion, sondern nur Tatsachen.
Die Gattung Mensch mit freiem Willen, freien Gedanken und der Möglichkeit des freien Lebens ist verschwunden und wurde ersetzt durch Kreaturen, die all das nicht mehr besitzen. Sie leben ohne etwas zu hinterfragen, sie lieben was der große Bruder liebt und sie hassen, was die Partei hasst. Sie verraten sich gegenseitig, machen sich über nichts mehr Gedanken und haben sich damit abgefunden – weil es laut der Partei nie anders war.
Die Partei, der lange Arm des großen Bruders, überwacht alles. Sie sehen und hören alles, und wenn ihnen etwas oder jemand nicht passt – wird es ganz einfach geändert.
Die Vergangenheit als solche existiert nicht mehr, denn sie wird jeden Tag aufs Neue verändert, auf dass die Partei immer Recht hat und im Endeffekt nur Gutes für die Menschen getan hat. Auch Menschenleben können einfach ausgelöscht werden – somit hat es sie nie gegeben.
Eine vereinfachte Sprache (Neusprech) in der unbeliebte/unnötige Wörter einfach weggelassen werden (und somit das Nicht-Denken erleichtern) rundet die Horrorvision des Jahres 1984 ab. George Orwell hat somit in seinem Roman eine Welt erschaffen, die schrecklicher und furchterregender nicht sein könnte.
Stellenweise ist der Roman nicht leicht zu lesen oder zu verstehen – im Besonderen meine ich damit die Kapitel, die sich mit dem „Buch“ (die Feindesschrift gegen den großen Bruder und die Partei) befassen.
„1984“ ist ein großartiger Roman, der zum Nachdenken anregt und stellenweise gruseliger als ein richtiger Horrorroman ist. Zu Recht ordne ich diesen Roman in die Kategorie “Klassiker/Weltliteratur”  (in meinem Blog) ein.

5ratten

gurgi

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #81 am: 09. August 2010, 19:47:01 »

Die Welt, in der Winston Smith lebt, finde ich grausam. Als Mitglied der Partei wird einem jegliche Privatsphäre genommen. Man muss denken und handeln, wie es einem die Partei befiehlt. Nicht mal mehr in seinen Gedanken ist man frei.
Was ich ziemlich erschreckend fand ist, dass Leute einfach verschwinden können, als hätten sie nie existiert und die Vergangenheit laufend geändert wird. In so einer Welt kann niemand glücklich sein, weil Gefühle überhaupt nicht mehr erlaubt sind. Es ist ein absoluter Überwachungsstaat. Nur die "Proles" sind noch frei, doch dafür leben sie in Armut.
Während des Lesens hatte ich immer die Hoffnung, dass es gut für Winston ausgehen wird.
Da ein solcher Überwachungsstaat nicht ganz unrealistisch ist, macht das Buch für mich besonders gut. Daher ist 1984 für mich ein verdienter Klassiker.
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Bluebell

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Re: fertig
« Antwort #82 am: 29. Oktober 2010, 16:09:37 »

Interessant - so viele restlos begeisterte Stimmen, und mitten drin Sandhofer, der kaum ein gutes Haar an dem Buch lässt. :zwinker:

Ich frage mich, warum das Buch noch immer verlegt und gelesen wird.

Zum einen genau darum, glaube ich:

Das Ganze riecht ungeheuer nach der Zeit, in der es verfasst wurde, und in der die totalitären Systeme Hitler und Stalins noch traurige Aktualität besassen.

Die Zeit um 1949 war ja eine ziemlich spannende, um so ein Buch zu produzieren - da ahnt der Leser natürlich, dass es "ungeheuer nach ihr riechen" muss, und ist schon alleine deswegen neugierig.

Allerdings würde ich nicht behaupten, dass Orwell uns totalitäre Systeme irgendwie verständlich machen könnte. 

Meinst du, wie sie aufgezogen sind, oder das Leben darin?

Noch ein paar mögliche Gründe, warum das Buch noch gelesen wird:

  • Erscheinungsjahr 1949, Handlung 1984, wir leben 2010 - na, allein das ist doch schon interessant genug, einfach um Vergleiche anzustellen: fiktives 1984/reales 1984, 2010 ... :smile:
  • Aktualität - natürlich nicht durchgängig, aber gewisse Parallelen lassen sich schon ziehen, teils ganz schön gruselige.
  • Es ist spannend! :breitgrins:

Vielleicht ist es nicht unbedingt ein Kandidat für den "Klassiker in 500 Jahren"-Thread (obwohl, wer weiß) - aber zumindest im Augenblick ist es sicher nicht so veraltet, dass es keinen mehr interessieren würde ...
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sandhofer

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #83 am: 29. Oktober 2010, 20:05:41 »

Interessant - so viele restlos begeisterte Stimmen, und mitten drin Sandhofer, der kaum ein gutes Haar an dem Buch lässt. :zwinker:

Allerdings würde ich nicht behaupten, dass Orwell uns totalitäre Systeme irgendwie verständlich machen könnte. 

Meinst du, wie sie aufgezogen sind, oder das Leben darin?

Weder noch.  :zwinker:
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Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

bella*

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #84 am: 05. Dezember 2011, 18:46:38 »

Im Rahmen des SLW 2011 habe ich mir vorgenommen "1984" endlich einmal zu lesen, nachdem ich es doch von meinem Papa aus seinen Schulzeiten vermacht bekommen habe! ;)

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, allerdings kann ich gar nicht genau beschreiben warum. 1984 spielt damals noch in der Zukunft, allerdings habe ich durch das Buch ein wenig das Gefühl bekommen, diese Idee des totalitären Überwachungsstaats ist auch in der heutigen Zeit noch möglich. Teilweise habe ich mir überlegt, dass das vielleicht auch schon ein wenig in die Realität umgesetzt wurde. (Ein nettes Video gibt es hier: klick!)

Auf der einen Seite finde ich die Welt in der Winston Smith lebt grausam und beängstigend, aber andereseits bietet sie einigen Menschen bestimmt auch Sicherheit. Es wird alles geplant, man muss nicht mehr machen. Was für uns wahrscheinlich unvorstellbar wäre, da wir soviele Freiheiten besitzen. Allerdings vermute ich auch hierbei, dass es in einigen Ländern ähnlich zugehen könnte. Möglicherweise nicht mit so einer harten Überwachung der Regierung, aber evtl. durch die Familie o.ä.

Wie bereits anfangs erwähnt, weiß ich gar nicht so recht, was ich zu dem Roman schreiben soll. Mir hat er jedenfalls sehr gut gefallen, er liest sich erstaunlicherweise relativ flott und ist trotz seines Alters noch irgendwie aktuell.

Von mir gibt es

5ratten
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 :lesen:
Andreas Altmann - Unterwegs auf einem einsamen Kontinent
Al Gore - Wege zum Gleichgewicht
J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe

SUB-Wichteln: 7/8 ~ Autoren A-Z Liste: 24/26 ~ SLW 2012: 0/10 ~ SLW Wien 2012: 1/5 ~ TAMKA 2011/2012: 2/5

tári

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #85 am: 05. Dezember 2011, 19:45:58 »

Es ist schon relativ lange her, dass ich das Buch gelesen habe, es gehört aber definitiv immer noch zu einem meiner all-time Lieblingsbücher.
Immer wieder denke ich mir, wenn ich Nachrichten lese oder ähnliches, wie erschreckend viel aus Orwells Zukunftsvision tatsächlich wahr geworden ist, und uns vielleicht auch gar nicht so auffällt, vor allem dann nicht, wenn man bereits als Kind damit aufwächst.

Zum Thema "Neusprech" und dass Sprache Gedanken formt beziehungsweise eigentlich determininert , habe ich als Linguistin natürlich meine eigene Meinung dazu. Zur Zeit Orwells war diese Annahme in der Wissenschaft aber durchaus verbreitet. (Wem das Thema stärker interessiert, kann sich mal die Sapir-Whorf-Hypothese oder auch das linguistische Relativitätsprinzip zu Gemüte führen.)

Orwell schafft alles in allem ein sehr komplexes System, aber trotz der detailreichen Konstruktion hat der Roman für mich nicht an Aktualität verloren und bleibt zeitlos.
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Isadora

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #86 am: 08. Dezember 2011, 18:06:19 »



Zum Inhalt und der Stimmung, die das Buch aufbaut, ist eh schon viel geschrieben worden, dem ich beipflichten kann.

1984 war eines der Bücher, die wo ich die letzte Seite gelsen habe und es in dem Moment irgendwie gehasst habe. Nicht weil es schlecht geschrieben war (im Gegenteil) oder weil sich die Story nicht in den Leser eingräbt (im Gegenteil), sondern
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Klarerweise konnte das Buch aber irgendwie gar nicht anders enden und nachdem das erste Entsetzen vorbei war, das Ganze ein bisschen eingesickert ist, muss ich doch zugeben, dass es ein sehr, sehr gutes Buch war...

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Galadriel

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Re: George Orwell - 1984
« Antwort #87 am: 05. Januar 2012, 10:36:56 »

Zitat von: Isadora
1984 war eines der Bücher, die wo ich die letzte Seite gelesen habe und es in dem Moment irgendwie gehasst habe.

So ging es mir auch mit dem Buch. Es ist kein angenehmes Lesevergnügen, aber es fesselt. Und das ist ja auch gar nicht das Ziel des Buches. Es ist ein sehr gutes Buch, aber nichts zum einfach mal lesen, weil man abschalten möchte.
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