Upps, da habe ich etwas zu spät gepostet. Da du,
Bartlebooth nun auch mit einer Antwort bedacht werden solltest, schreibe ich einfach darunter.
Von den Verfilmungen kenne ich nur die neue mit Schorsch Clooney, und die finde ich, gelinde gesagt, grottig. "Neu" sind die Interpretationsmöglichkeiten, die Soderbergh in dem alten Stoff findet, nun beileibe nicht, lieber Zoltar, sondern schlimmstes Hollywood-Klischee
.
Was die Ideen-Neuheit betrifft, so meinte ich NICHT, dass sie revolutionär und Bahn brechend
an sich sind, sondern, dass Soderbergh eine andere Möglichkeit der Perzeption von "Solaris" geboten hat. Interpretation heißt für mich nämlich (auch

) nicht, dass man sich sklavisch an die Buchvorlage halten
muss.
Das Kommunikationsthema gerät bei diesem Film vollkommen an den Rand, im Zentrum steht doch tatsächlich die bessere Wiederholung einer verpfuschten Liebesgeschichte mit Hilfe der ozeanischen Kopie. Hier wird also ein Sinn suggeriert, der der Buchvorlage aber so was von fernliegt: Der Ozean wird zu einer rätselhaften, quasigöttlichen Instanz, der durch eine Transzendierung der Lie-hie-be den Verblendeten auf den rechten Weg zurückhilft.
Falsch, Bartlebooth, ganz falsch. Was du schilderst, ist doch nur deine persönliche Wahrnehmung, die meine innere Interpretation in keinster Weise tangiert. Ich verstehe das, was du meinst,
kann es aber unmöglich teilen, weil ich eben völlig andere Gedanken mit Soderberghs Version verbinde. Ich vermute, dass ich, aufgrund der Tatsache, dass ich
vor dem Betrachten des Films nicht damit rechnete, eine Visualisierung von Lems Gedanken zum Thema "Kommunikation und ihr Scheitern im Wandel der Zeiten" (

) zu erleben, folgerichtig auch nicht enttäuscht wurde, als sich die Story "nur" um die Menschen drehte. Es war praktisch die einzige mögliche Annahme für mich, denn ich halte "Solaris" an sich für nicht verfilmbar (auch Tarkowski hat es nämlich nur angerissen). Eine anderslautende Annahme fände ich in diesem Zusammenhang als ..., ja, Hybris ist das richtige Wort. Freilich kanst du dann zutreffend argumentieren, dass der Regisseur in diesem Fall am Thema vorbei schwadronierte, dennoch betrifft es meine Sicht der Dinge nicht.
Ich hoffe, du kannst das verstehen, was ich so schreibe. Meine Erwartung war eine völlig andere, daher wurde ich auch nicht enttäuscht. Ich möchte auch niemanden verübeln, dass ihm/ihr "Solaris 2" nicht gefiel - nur kann ich es persönlich nicht nachvollziehen. (Übrigens: Wäre das nicht ein Beispiel für gescheiterte Kommunikation?

).