
Klappentext:Sieht Dr. Liam O'Connor, genialer Physiker und Bestsellerautor, Gespenster? Wird Köln wirklich von einer unbekannten Macht unterwandert, wenige Tage bevor hier die weltpolitische Elite zum G-8-Gipfel zusammenkommt? Tatsächlich stößt O'Connor auf eine Verschwörung und eine unheimliche Waffe, die einen neuen Kalten Krieg auslösen könnte. In einem atemlosen Katz- und Mausspiel versucht er, die Katastrophe zu verhindern. Doch die Gegner scheinen immer einen Schritt voraus zu sein...
Meine Meinung:Der Krimi hat mir sehr gut gefallen, denn er weicht wohltuend von dem üblichen Thrillermuster ab und gewinnt die Aufmerksamkeit des Lesers erst einmal durch geschliffene, intelligente und witzige Dialoge. Das allein reicht schon für ein unterhaltsames Buch und mir hätte es genügt, wenn der Roman nach dem Ausflug in den Volksgarten beendet gewesen wäre. Was ist dieser O'Connor für ein herrlicher Typ! Mit seinem Widerpart Kika Wagner liefert er sich anfangs die köstlichsten Wortgefechte und ich musste so manches Mal laut lachen.
Gleichzeitig wird die Thrillerhandlung gewoben, die ab der Mitte des Buches immer mehr Raum einnimmt. Es gibt einige unlogische Wendungen, wie Seoman eine beschrieben hat, das macht aber gar nichts; ich erwarte bei einem Spannungsroman durchaus eine gewisse Unlogik und Realitätsferne - das tut der Spannung keinen Abbruch. Ich habe es als wohltuend empfunden, dass auf Pathos und edle Motive fast ganz verzichtet wird. In der Geschichte hat jeder mehr oder weniger Dreck am Stecken und jeder bekommt sein Fett weg. Vor dem Hintergrund des G-8-Gipfels in Köln (an den ich mich nach einem Jahrzehnt schon kaum noch erinnern konnte) rollt Schätzing die Probleme auf, mit denen sich eine vernetzte Welt herum schlagen muss: Medien, Politik, Nationalismus, Ideologien, Terrorismus, organisiertes Verbrechen. Die Gedanken, die im Roman anklingen, werden in einem gut gestalteten Anhang nochmals aufgegriffen und der Leser mit weiterem Wissen versorgt. Und über Whisk(e)y habe ich auch einiges gelernt.
Frank Schätzings Schreibstil gefällt mir gut; ich bin sicher, dass mein erstes Buch von ihm nicht mein letztes war.
