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Autor Thema: Albert Camus - Der Fremde  (Gelesen 5101 mal)

Polkadot

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Re: Albert Camus - Der Fremde
« Antwort #30 am: 05. April 2008, 23:09:50 »

@Dani: Oh, das ist eine gute Idee! Ich mach euch eine Libertines-Sammlung! :sonne:
Mir würden schon ein paar Lieder einfallen.


Edit: Ich habe hier einen Thread eröffnet. Freu mich auf eure Antworten!
« Letzte Änderung: 06. April 2008, 13:42:57 von Polkadot »
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Matt Ruff - Bad Monkeys

MacOss

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Re: Albert Camus - Der Fremde
« Antwort #31 am: 05. April 2008, 23:12:33 »

Na, da bin ich selbstverständlich ebenfalls dabei. :breitgrins:
Ich flöhe gleich mal meine iTunes-Bibliothek...
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Auf zu neuen Ufern! :smile:

kathchen

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Re: Albert Camus - Der Fremde
« Antwort #32 am: 25. Oktober 2008, 17:06:51 »

Albert Camus - L'Etranger


Klappentext:

"Man würde kaum fehl gehen, wenn man L'Etranger als die Geschichte eines Menschen läse, der ganz ohne Heldentum für die Wahrheit zu sterben bereit ist." Albert Camus

Meine Meinung:

L'Etranger musste ich für die Schule lesen und ist das erste Buch, das ich von Camus gelesen habe. Das Buch fing gleich mit dem ersten Satz interessant an. Doch leider schwand mein Interesse an dem Buch mit jeder Seite. Mit Mersault konnte ich nichts anfangen, entweder hat er nichts gesagt oder es war ihm alles egal. Selbst der Tod seiner Mutter entlockt ihm keinerlei Emotionen. Auch wenn das Verhalten Mersaults vom Autor so gewollt ist, empfand ich das Buch eher als langweilig.
Erst der zweite Teil mit der Verhandlung um Mersaults Tat wurde wieder etwas spannend und ich fand es sehr erschreckend, dass ihm sein Verhalten und auch die Aussagen von Freunden zum Nachteil ausgelegt wurden. Da konnte ich ihn schon etwas mehr verstehen, warum ihm die Verhandlung nicht mehr interessierte.

Ich habe L'Etranger im französischen Original gelesen und ich muss sagen, ich war positiv von der Sprache überrascht. Ich habe sonst immer gedacht, dass Camus sehr kompliziert, etc. schreibt. Aber dem ist nicht so. Es lässt sich flüssig und leicht lesen und die meisten Vokabeln (auch die, die angegeben wurden), waren mir bereits bekannt. Allerdings empfand ich da die Gerichtsverhandlung als etwas mühsam, aufgrund der nichtalltäglichen Vokabeln.

Insgesamt empfand ich L'Etranger als in Ordnung. Die Geschichte konnte mich zwar nicht "mitreißen", aber gedanklich wird mich die Geschichte dennoch begleiten und ich werde mich mal näher mit Camus Philosophie beschäftigen.
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YRachel

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Re: Albert Camus - Der Fremde
« Antwort #33 am: 01. Januar 2011, 21:51:54 »

Inhalt:

Meursault ist ein Büroangestellter in Algier. Er nimmt sich für die Beerdigung seiner Mutter zwei Tage frei, obwohl ihn ihr Tod nicht weiter berührt. Als er von der Beerdigung zurückkehrt, beginnt er bereits am nächsten Tag eine Beziehung mit seiner früheren Kollegin Maria. Er und Maria werden von seinem Nachbar Raymond, aufgrund eines Gefallens den Meursault für ihn getan hat, zu einem Strandausflug ein. Auf diesem Ausflug kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen Raymond und drei Arabern. Später, nachdem er eine Pistole an sich genommen hat, trifft er wieder auf einen der Araber, von dem er sich bedroht fühlt und erschießt ihn. Mersault wird verhaftet und sein Fall wird vor Gericht verhandelt.

Meine Meinung:

"Der Fremde" ist ein Buch, das mich während des Lesens wenig gefesselt hat, mich im Nachhinein aber nachdenklich zurücklässt.

Camus zeichnet mit dem Protagonisten Meursault eine tragische Figur. Er ist während großen Teilen des Buches nicht in der Lage Gefühle zu zeigen, selbst der Tod seiner Mutter scheint ihn nicht zu berühren. Er hat kaum Empfindungen und wenn es welche sind, sind es eher Genervtheit, aber er scheint sich nicht freuen zu können. Dies war ein Aspekt des Buches das es für mich etwas schwierig gemacht hat, mich in die Geschichte einzufühlen, da es so wenige Emotionen transportiert wurden. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Meursault beschrieben wird, erleben wir nur durch ihn die Emotionen der anderen Menschen um ihn herum und selbst diese scheint er nur bedingt wahrzunehmen. Er ist ein in-sich-gekehrter Mensch, der "nicht zu viel zu sagen hat und es deshalb nicht tut". Er beobachtet das Geschehen um ihn herum und hört seinen Mitmenschen zu. Selbst seiner Verlobten gegenüber kann er keine wahren Gefühle zeigen. Er hat sich mit ihr verlobt, da sie ihn heiraten wollte, aber er scheint bei dem ganzen eher unbeteiligt, als wenn es ihn nicht angehen würde, ob er sie nun heiratet oder auch nicht. Mitgefühl scheint er auch nicht zu kennen. Denn selbst als sein Nachbar Raymond ankündigt seine Geliebte zu verprügeln, schreitet er nicht ein und auch nicht als er sie vor Schmerzen schreien hört.

Die Geschichte ist in einfachen Sätzen geschrieben, sodass es nicht schwer fällt, der Geschichte zu folgen. Die Ereignisse wurden für mich zum größtenteil erst in der Gerichtsverhandlung in einen Zusammenhang gebracht. Daher empfand ich den zweiten Teil des Buches deutlich angenehmer zu lesen. Da jedoch die Ereignisse von dem Staatsanwalt zusammengefasst werden, sind sie sehr von seiner Meinung gefärbt. Meursault ist auch während der Gerichtsverhandlung emotional unbeteiligt, sodass man nicht seine Version oder seine Schlussfolgerungen zu diesem Fall mitbekommt.
Dem Autor ist es gelungen, die Tragik des Protagonisten hervorzuheben. Ein Mensch, der sowieso schon durch seine Emotionslosigkeit gestraft wird, weil er nie wirklich glücklich ist, wird auch hierfür bestraft. Obwohl er ein grausames Verbrechen begangnen hat, habe ich angefangen für ihn mitzufühlen. Sein eigenes Leben scheint ihm unwichtig und es ist ihm auch egal, was mit ihm geschieht.

Zusammenfassend war es für mich ein Buch, dass nicht unbedingt ein Lesegenuss war, aber mich zum Denken angeregt hat. Daher vergebe ich  3ratten
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:leser: Geraldine Brooks - People of the Book


Wer Bücher kauft, kauft Wertpapiere! - Erich Kästner

Egophagus

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Re: Albert Camus - Der Fremde
« Antwort #34 am: 02. Januar 2011, 18:54:40 »

Rezensionen sollte man eigentlich unrezensiert stehen lassen, aber hier juckt es mich doch: Wie kann es sein, dass Bücher, die den Leser am Ende mit hochentzündlichem Gedankengut zurücklassen (das in guter Hoffnung vorausgesetzt), schließlich mit einer Wertung 3 von 5 wegkommen, wo ein Harry Potter, da er fesselt, 4 von 5 oder 5 von 5 Sterne, Ratten, Herzchen etc. zugestanden bekommt. Jaja, ich weiß schon, Geschmäcker sind verschieden. Aber bei dieser zuletzt zweifachen, zum Ende hin artig formulierten Beteuerung, die Geschichte würde einen auch weiterhin gedanklich begleiten und sie hätte zum Weiterdenken angeregt, drängt sich mir doch die Frage auf, wie viel (oder wenig) Wert dem allgemeinhin beigemessen wird.

Also hier eine kleine Apologie des Fremden für all jene, die das Buch noch nicht gelesen haben: Bei Camus' L'Étranger handelt es sich nicht um Action-Prosa, nicht um eine Liebesgeschichte, nicht um ulkige Gesellschaftssatire. Es ist äußerst minimalistisch, außerdem mitunter ziemlich vage. Es will gar nicht unterhalten. Mithin geht es nicht darum, was das Buch mit dem Leser macht, sondern darum, was der Leser mit dem Buch macht. Vielleicht möchte man das im Hinterkopf behalten, während man die letzten beiden Rezensionen liest.

Beklagenswerter Umstand, dass Der Fremde im Französischunterricht des sauberen Stils wegen gelesen wird. Kann das Buch dort jemals einen günstigen Leser finden?