Kurzgeschichten von King habe ich schon länger nicht mehr gelesen.
Es existiert außerdem noch:


Sunset
Und im November kommt ein Band mit 4 Novellen:


Zwischen Nacht und Dunkel
Beide kenne ich noch nicht.
Da ich "Zwischen Nacht und Dunkel" mittlerweile gelesen habe, wird es Zeit, diesen Thread auszugraben

Hier meine Meinung und der Link zur englischen Ausgabe (Originaltitel: Full Dark, No Stars), die ich als eBook gelesen habe:

Inhalt:Das Buch umfasst vier Novellen, die thematische Gemeinsamkeiten haben: In allen geht es um Mord, und zwar in alltäglichem Milieu. Betroffen sind in der einen oder anderen Form immer ganz normale Leute – die einen werden zu Mördern, andere zu Mitwissern. In jedem Fall sind die Betroffenen äusserst ambivalenten Gefühlen unterworfen, kein Fall ist eindeutig, höchstens vom moralischen oder juristischen Standpunkt her.
Meine Meinung:Stephen King steckt seine Protagonisten in den vier Geschichten ganz schön in die Zwickmühle und lässt sie ordentlich leiden. Dabei fliesst kaum Blut, der Horror ist in den meisten Fällen eher psychischer Natur. Ausser in der ersten Geschichte, in der ein Mord ungeplant zu einem ziemlich ekligen Massaker wird und auch nachher wird es nicht viel besser. Da hat der Autor wieder mal üble Bilder in meinem Kopf kreiiert, in den anderen Geschichten aber auf solche Szenen verzichtet.
Inhaltlich beweist King einmal mehr, dass er es versteht, Personen und ihre Motive zu beschreiben und sie in haarsträubenden Szenarien nachvollziehbar (wenn auch nicht immer entschuldbar) handeln zu lassen. Dabei entwirft er wie gewohnt lebensnahe Porträts von Menschen, die auch unsere Nachbarn oder vielleicht sogar wir selber sein könnten. Entsprechend stellte ich mir beim Lesen auch immer wieder die Frage, was ich denn in der jeweiligen Situation tun würde, was mich in besonderer Weise an den Geschichten teilhaben liess. Die Frage stelle ich mir beim Lesen zwar öfter, aber nicht so intensiv wie bei diesen Geschichten, weil hier – wie erwähnt – ganz gewöhnliche Leute in aussergewöhnliche Situationen geraten.
Der Schwachpunkt ist – man mag es kaum glauben – dass es der Kerl sogar in seinen Kurzgeschichten schafft, zu schwafeln. Vielleicht mit ein Grund, weshalb ich ihn bei Twitter nicht gefunden habe: 140 Zeichen reichen bei dem Mann wahrscheinlich nicht mal, um «Guten Morgen» zu sagen. In dem Punkt hat er einfach seinen Stil und dem bleibt er treu. Der Vorteil bei diesen Kurzgeschichten ist, dass ich die Schwafelei zwar bemerkt habe, sie aber vorbei war, bevor es anfing zu nerven.
Fazit:Eine schöne Sammlung von vier höchst unterschiedlichen Geschichten zu einem ähnlichen Thema. Das Buch eignet sich für Leute, die entweder noch nichts von Stephen King gelesen haben und einen Einstieg suchen oder für King-Leser, die sich die dicken Schwarten nicht mehr antun möchten, aber trotzdem noch gerne ab und zu etwas von ihm lesen.
7 von 10 Punkten gebe ich dafür.

Alfa Romea