Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis  (Gelesen 1783 mal)

HoldenCaulfield

  • Käferprinzessin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 11735
Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« am: 26. Dezember 2005, 17:27:24 »

Das Buch habe ich über die Weihnachtsfeiertage gelesen und da es mir so gut gefallen hat dachte ich mir ich stelle es hier mal vor:

Allgemein: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis Erschienen bei Wunderlich, Oktober 2005 569 S. , 16,90 € Hardcover



Inhalt:
England, Dezember 1936. Im tief verschneiten Lake District versammeln sich die Menschen,, um das CHristfest zu feiern- und um Schlittschuh zu laufen. Alle Welt scheint sich auf dem zugefrorenen See zu Paarlauf und Punsch einzufinden. So auch die junge, elegante Alix Richardson.
Sie hatte Sehnsucht nach Wyncrag, nach ihrer Familie und den Freunden ihrer Kindheit. Denn nichts ist so schön wie Weihnachten auf dem Lande.
Aber Alix will auch endlich erfahren, was für ein Rätsel den frühen Tod ihrer Mutter, Lady Helena umgibt. Doch die Geheimnise, denen sie auf den Grund gehen will, sind so tief und dunkel wie die Wasser unter der spiegelglatten. glitzernden Oberfläche des Sees. Schon bald wird ihre Suche zu einem gefährlichen Tanz auf dem Eis.



Meine Meinung:
Der Titel klingt irgendwie erstmal nach einer Art Pilcher verschnitt - was es zum Glück nicht ist. Der Englische Titel ist finde ich jedenfalls passender Frozen Lake ist jedenfalls eineerseits eine Art Krimi aber viel mehr ein Roman über die Bessere Gesellschaft Englands der Dreißiger Jahre. Man erfährt sehr viel über die Moralvorstellungen jener Zeit. Geschrieben ist es einfach in wunderbaren Bildern. Man hat das Gefühl mittendrin zu sein. Ein bisschen wie in einem Film da man sich die Personen so wunderbar lebhaft vorstellen kann. Ich hatte beim Lesen alles immer so genau vor Augen das ich bei einer Lesepause immer das Gefühl hatte einen Teil eines Films gesehen zu haben. Sie Stimmung ist ebenfals wunderbar. Wer England mag ist hier jedenfalls genau richtig!! Einziges Manko  manche Begebenheiten sind vorausehbar und zwar schon seitenweise vorher bevor die handelnden  Personen darauf kommen. Da der Roman aber ansonsten alles hat was eine Spannende Geschichte braucht dennoch

4ratten


« Letzte Änderung: 11. November 2006, 21:01:02 von HoldenCaulfield »
Gespeichert
Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
Sonnenschirm

Papyrus

  • SUB-Unternehmerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2077
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #1 am: 19. Dezember 2006, 13:29:52 »

Ich habe "Lady Helenas Geheimnis" gerade gelesen und es hat mir aus den gleichen Gründen gefallen wie Holden.


E. Edmondson erzählt eine Geschichte von reichen Engländern im Jahr 1936, der Leser erfährt ein wenig über die Moralvorstellungen der "gehobenen" Schicht zu jener Zeit, aber auch vom aufkeimenden Nationalsozialismus.
Die Geschichte ist atmosphärisch dicht erzählt,ich hatte wirklich das Gefühl "dabei" zu sein. Schmöckerqualitäten wie in "Die Teerose".

Leider wird zum Ende hin sehr viel mit Klischees gearbeitet und für meinen Geschmack ein bisschen zu dick aufgetragen.

Auch ich vergebe  4ratten
Gespeichert

qantaqa

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 1891
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #2 am: 19. Dezember 2006, 13:43:04 »

Ich habe mir das Buch zu Weihnachten gewünscht und bin gespannt: 1. ob ich es bekomme und 2. wie es mir dann gefällt.
Gespeichert

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #3 am: 19. Dezember 2006, 14:11:45 »

Das Buch will ich auch unbedingt lesen! Ich bekomme zwar selten Bücher geschenkt, weil die Leute immer Angst haben was zu schenken, was ich schon kenne, aber vielleicht schenke ich es mir dann selbst  :breitgrins:

Das Cover finde ich auch so schön
Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Tirah

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1144
    • Eniria
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #4 am: 19. Dezember 2006, 20:55:13 »

Ich habe mir das Buch zu Weihnachten gewünscht und bin gespannt: 1. ob ich es bekomme und 2. wie es mir dann gefällt.

Genauso geht es mir auch!  :bang:
Ich habe neulich im Buchladen mal reingeblättert und das hat mir gefallen  :smile:
Gespeichert
viele Grüße
Tirah

Tirah

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1144
    • Eniria
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #5 am: 13. Februar 2007, 16:07:05 »

Der Weihnachtsmann war tatsächlich fleißig und jetzt habe ich das Buch auch endlich gelesen. Eigentlich hatte ich immer noch auf das dazu passende Wetter mti Eis und Schnee gewartet, aber das ist hier im Norden mal wieder hoffnungslos, hier gibt es nur Regen, Regen und nochmals Regen...   :grmpf:

Meine Meinung zum Buch:
Zwei Familien spielen die Hauptrolle in diesem Roman: Die Richardsons und die Grindleys, Nachbarn am See im Westmoreland im englischen Lake District. Zum Glück findet sich im Anhang ein Personenregister, was gerade am Anfang das Lesen erleichtert. 
Leider ist das Geheimnis von Anfang an vorhersehbar, was jedoch dem Lesespaß keinen Abbruch getan hat. Die Figuren sind so lebendig geschildert, daß ich mich direkt an den See versetzt fühlte. Streckenweise konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, wenn auch der Originaltitel „Frozen Lake“ deutlich passender ist, da es nicht nur um Lady Helena geht, sondern mehrere andere Handlungsstränge gibt.
Ein wirkliches Lesevergnügen und ein Winterbuch, das man besten liest, wenn Eis und Schnee liegt und man sich auf der Couch einkuscheln kann!

5ratten

Gespeichert
viele Grüße
Tirah

Flor

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 981
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #6 am: 06. April 2008, 20:35:34 »

Ich habe das Buch bei Hitze und Sonne gelesen und es war genauso schön.
Ein wirklich wunderschönes und sehr stimmungsvolles Buch. Alles "very british", und ich frage mich welche Leserin nicht auch Sehnsucht verspürt jetzt dort zu sein, Schlittschuh zu laufen, ein schickes Kleid anziehen, im großen Stile die "Teatime" zu zelebrieren. Und auch wenn die Problematik eines brodelnden Europas schon überall greifbar ist, lebt man in dem Buch, und dadurch auch der Leser, doch in einer Welt für sich. Zumindest für die 2 Wochen über Weihnachten. Die Geschichte ist langsam erzählt, aber trotzdem nie langweilig.
Das Ende ist dann sicherlich etwas zu dramatisch und wird dadurch eher unglaubwürdig. Außerdem war die Auflösung schon länger vorhersehbar. Aber das tut dem schönen Buch trotzdem keinen Abbruch.
Ich habe jetzt schon Sehnsucht nach England und der Geschichte.
Dazu gibt es ein wirklich schönes Cover. Nur der deutsche Titel ist wirklich nicht gut gewählt. der Englische ist um einiges besser.
Gut auch, dass es am Ende ein Personenregister gibt. Man sollte das auch wirklich nutzen und keine Angst vor Spoilern haben, (mir ist nicht ganz klar, warum das am Ende des Buches steht), da man sonst schnell den Überblick über die ganzen Figuren verliert.

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

« Letzte Änderung: 06. April 2008, 20:38:04 von Flor »
Gespeichert

Cait

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 993
    • Buchcouch-Forum
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #7 am: 24. Oktober 2008, 18:34:32 »

Meine Meinung

„Lady Helenas Geheimnis“ ist der erste Roman, den ich von der Autorin gelesen habe, und vermutlich auch der letzte, obwohl das Buch insgesamt gesehen doch recht schön war. Aber ich hatte die erste Hälfte wirklich Probleme am Ball zu bleiben, habe sogar ein anderes Buch dazwischen geschoben. Die zweite, äußerst starke Hälfte hat mich ein wenig entschädigt und den Roman deutlich aufgewertet.

Sprachlich ist das Buch schön und schnell zu lesen. Allerdings habe ich mich sehr lange mit dem Aufbau äußerst schwer getan und kam mit dem Roman einfach nicht zurecht. Gerade zu Beginn widmet die Autorin ihren unzähligen Figuren je ein eigenes Kapitel und nachdem alle vorgestellt worden sind, geht es im Prinzip wieder von vorne los: neues Kapitel, neue Perspektive. Namen konnte ich mir auf dem ersten Drittel ganz schlecht merken und, die vielen Figuren auseinander zu halten und dann auch noch die verwandtschaftlichen Beziehungen nachzuvollziehen, war mir oft nicht möglich. Ungefähr nach der Hälfte des Romans hatte ich mich mit diesem Aufbau arrangiert und konnte von da an das Buch auch genießen.

Eigentlich ist die Handlung schon spannend und interessant (wenn auch manchmal vorhersehbar), allerdings konnte ich mich gerade zu Beginn aufgrund der schnellen Perspektivenwechsel nicht so recht in die Geschichte einfinden. Ständig wurde ich aus der Handlung heraus gerissen, da meist ein neues Kapitel, nicht nur einen neuen Blickwinkel bedeutete, sondern auch oft einen kompletten Szenenwechsel nach sich zog.
Auch die vielen Andeutungen und Geheimniskrämereien, die wohl Spannung erzeugen sollten, waren mir einfach zu viel. Anstatt mich zum Lesen zu animieren und mich neugierig zu machen, haben mich all die Geheimnisse oft frustriert. Erst als die Autorin beginnt, Stück für Stück Licht ins Dunkel zu bringen, konnte ich mich vollends auf die Geschichte einlassen und war von da an auch sehr angetan von dem Roman. Gerade die Handlung der zweiten Hälfte hat mich nicht mehr losgelassen und ich war wirklich gefesselt von den Ereignissen.

Bei den Figuren verhält es sich ähnlich wie bei der Handlung. Die erste Hälfte hatte ich nicht nur Probleme sie alle auseinander zu halten, sondern auch, mir ein Bild von ihnen zu machen. Da fehlte es mir doch sehr an Personenbeschreibungen und Charakterisierungen. Und die vielen, zügigen Perspektivenwechsel rissen mich jedes Mal zurück, wenn ich langsam anfing, mich einer Figur auch emotional zu nähern. Dass um alles ein Geheimnis gemacht wird, machte es für mich nicht leichter, Beziehungen aufzubauen. Aber auch das gab sich mit der letzten Hälfte des Romans. Mit der spannenderen und packenderen Handlung, entwickelten sich auch die Figuren, wurden greifbarer, facettenreicher und lebendiger und endlich bekam ich auch richtigen Zugang zu ihnen. Und das wunderbare daran, sie konnten mich berühren.

Das Buch hinterlässt einen sehr gemischten Eindruck bei mir. Ich denke, Leser, die gerne eine Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt bekommen, kommen auch mit dem Anfang des Romans gut zurecht. Für mich hingegen war es doch ein Kampf, das Buch nicht vorzeitig abzubrechen. Zum Glück habe ich durchgehalten, denn das Buch wird letztendlich doch noch zu einem wirklich wunderbaren Roman.

Bewertung

4ratten
Gespeichert
Liebe Grüße
Melli

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #8 am: 31. Oktober 2008, 11:42:43 »

Über den Inhalt wurde im ersten Posting bereits geschrieben, deshalb gleich meine Meinung:

„Lady Helenas Geheimnis“ hat mir gut gefallen, was ich unter anderem daran merkte, dass ich es ungern aus der Hand legte. Denn während des Lesens fühlte ich mich immer in die Geschichte hineingezogen und hatte bei Unterbrechungen das Gefühl, etwas Wichtiges zu verpassen. Natürlich ging die Geschichte nicht alleine, ohne mich weiter  :zwinker: , aber wie schon geschrieben wurde, fand auch ich, dass sie wie ein Film ablief und wie das bei guten Filmen so ist, will man nicht mittendrin aufstehen und weggehen.

Anfangs musste ich mich schon auch  konzentrieren, um mit den Namen und Verwandtschaftsverhältnissen  klar zu kommen. Auch verwechselte ich teilweise die Zugehörigkeit der Personen zu den  zwei beschriebenen Familien. Aber das Namensverzeichnis hinten im Buch war sehr hilfreich und nach ein paar wiederholten Blicken darauf, hatte ich die Namen dann doch schnell im Griff.

Dadurch, dass recht viele Personen in der Geschichte  eine Bedeutung hatten und auch die Erzählperspektive oft zwischen den einzelnen Charakteren hin- und herwechselte, habe ich keinen engeren Bezug zu einzelnen Personen hergestellt, was mich hier aber nicht gestört hat. Natürlich mochte ich die ein oder andere Person mehr und eine Person hat mich in ihrer Härte und Verbohrtheit regelrecht erschüttert, aber das reichte mir auch. Dieser Wechsel zwischen den verschiedenen Personen verstärkte  wieder das Gefühl, sich mitten ein einem Film zu befinden und ich fühlte mich als Beobachter, der mitten im Geschehen die Entwicklungen in den beiden Familien beobachten konnte und das fand ich sehr interessant.

Die vergangenen Geschehnisse, das Geheimnis, klärt sich nach und nach auf, wobei einiges dabei schon recht schnell vorhersehbar oder zumindest zu ahnen ist. Dies verringert die Spannung aber keineswegs. Im Gegenteil: die Geschehnisse spitzen sich mehr und mehr zu und man fiebert der Auflösung entgegen, besonders im Interesse der einzelnen Personen, die jahrelang unter den Vorfällen leiden mussten. Man will für sie endlich Gerechtigkeit! Allerdings finde ich das Ende dann auch etwas dick aufgetragen für beide Seiten (Böse und Gute) aber darüber kann ich hinwegsehen, denn das Lesevergnügen und die besondere Stimmung der Geschichte wurde dadurch nicht getrübt.

Gerade die Stimmung möchte ich noch hervorheben, denn sie war für mein Empfinden gut beschrieben. Die winterliche und kalte Atmosphäre war gut zu spüren und in Verbindung mit den Geschehnissen verstärkte sie die Spannungen, die zwischen den Personen bestanden.

 4ratten
Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

illy

  • chronischer Bücherjunkie
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2759
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #9 am: 27. Dezember 2008, 12:55:16 »

1936, ein eiskalter Winter. Zum ersten Mal seit Jahren sind die Seen im nordenglischen Lake District wieder zugefroren, was bei einigen Personen Erinnerungen an vergangene, dort mit Schlittschuhlaufen verbrachte, glückliche Tage weckt und so reisen sie, zum ersten Mal seit langer Zeit, zum Weihnachtsurlaub an.
Da ist Alix Richardson, Anfang 20, die in London lebt und arbeitet, um so der ständigen Kritik ihrer Großmutter auszuweichen, ihr Zwillingsbruder Edwin, frisch verliebt, ihr Onkel Saul, ein nicht ganz so erfolgreicher Politiker mit seiner Frau, Hal Grindley, das weltenbummelnde schwarze Schaf der Nachbarsfamilie. Außerdem zwei junge Männer, Michael und Freddie, die eigentlich nur Urlaub machen wollen, zwei Mitglieder einer faschistischen Vereinigung und noch so einige Personen mehr. Alte und neue Gefühle werden geweckt und als Alix mehr über den frühen Tod ihrer Eltern herausfinden will, ergeben sich einige Verwicklungen.

Abgesehen davon, dass „ Lady Helenas Geheimnis“ ein richtig schönes "Versink-Buch“ ist, bietet es einige interessante Einblicke in England kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges. Die anscheinend durchaus vorhandenen antisemitischen und faschistischen Meinungen waren etwas ganz Neues für mich und aus dem Kontrast zwischen modernem (städtischen) Leben und ländlichem Hängen an viktorianisch anmutendem Lebensstil der Oberklasse entstand eine wunderbare Stimmung. Es gibt ein paar Andeutungen, welches wohlbehütete Familiengeheimnis Alix aufdecken wird, die genauen, teilweise durchaus überraschenden Zusammenhänge erfährt man aber erst zum Schluss, der in gewisser Weise das moderne Denken gegenüber dem viktorianischen Gehabe gewinnen lässt.

Nachdem ich bereits aus dem Klappentext wusste, dass das Buch zu Weihnachten spielt, habe ich es mir extra fast ein ganzes Jahr aufgespart. Das war eine sehr gute Entscheidung, das Buch ist wirklich ein echtes Winterbuch, so anschaulich wird die winterliche Landschaft beschrieben. Mir fehlte nur noch ein zugefrorener See zum Schlittschuhlaufen und danach ein Dienstmädchen, welches mir heißen Kakao an meinen Sessel am Kaminfeuer bringt, wo ich dieses Buch liebend gerne gelesen hätte – zur Not tut es aber auch eine Couch im Wohnzimmer mit ganz normaler Zentralheizung an der Wand. Nachdem ich „Villa Dante“ bereits gelesen und für gut befunden habe, habe ich mir nun noch zwei weitere Bücher der Autorin auf meinen Merkzettel geschrieben, ich hoffe wiederum auf stimmungsvolle Lektüre.

4ratten
Gespeichert
Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.  (Friedrich Nietzsche)

JaneEyre

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1507
Re: Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #10 am: 13. Mai 2009, 08:10:00 »

Ich fange auch gleich mit meiner Meinung an:

Der See ist nach 16 Jahren endlich wieder zugefroren und alle fahren zurück in die Heimat. Es geht vorwiegend um die Richardsons und die Grindleys - zwei große, reiche, einflußreiche Familien in diesem Distrikt. Es spielen ziemlich viele Personen in diesem Buch mit - wie alle anderen auch schon bemerkten - und man muss sich wirklich anstrengen um nicht zu verwirrt zu sein. Jede der genannten Personen erzählt mal aus seiner Perspektive und ich konnte mich in die Lage von jeden versetzen und mir sie auch alle gut vorstellen.

Für mich war es auch ein Wohlfühlbuch und spannender als ich es mir eigentlich vorstellte - den zum Ende hin war es schon ziemlich krimimäßig. Es ist auch ständig etwas passiert in dem Buch und wurde nicht langweilig. Man kann sich das England zur damaligen Zeit wirklich gut vorstellen - die Teegesellschaften, die strenge ungerechte Großmutter, die aufmüpfige Enkelin die es vorgezogen hat nach London zu ziehen.
Das Geheimnis von Lady Helelna wird zum Ende gelüftet - aber nicht nur das. Es treten noch viele größere und kleinere Geheimnisse zu Tage die nicht immer (zumindest nicht von mir) vorhersehbar waren.

Alles in allem ein sehr schön geschriebenes und auch spannendes in das damalige England versetzende Buch. Ich vergebe:
 4ratten
Gespeichert
Liebe Grüße
JaneEyre

Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht zurück
Theodor Fontane

SheRaven

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 778
Antw:Elizabeth Edmondson - Lady Helenas Geheimnis
« Antwort #11 am: 31. Dezember 2009, 17:34:30 »

Zuerst einmal gilt mein Dank Papyrus, die mir dieses Buch beim Weihnachtswichteln 2009 geschenkt hat, denn wer weiß, wie lange es noch gedauert hätte, bis ich Lady Helenas Geheimnis gelüftet hätte! Danke, liebe Papyrus!!  :knuddel:

Das Buch hat mir außerordentlich gut gefallen.
Es ist ein Buch mit Sog-Wirkung, zum darin versinken, zum nicht mehr aus der Hand legen wollen, zum alles um sich herum vergessen - einfach ein richtiger Winterschmöker!

Da einzig negative ist der deutsche Titel - "Lady Helenas Geheimnis" lässt einen eher an einen typischen Heftchenroman denken. "Frozen Lake", so der Originaltitel, ist hier wesentlich aussagekräftiger und greift die Stimmung des Buches auf. Eiskalt der See, eiskalt der Schnee, eiskalt...
Nur die Geschichte selbst ist nicht eiskalt - schnell befindet sich der Leser mitten im Geschehen und genießt die Wärme des knisternden Kaminfeuers im Haus der Richardsons. Zwar ist alles recht vorhersehbar, aber das ist verzeihbar, denn der Unterhaltungswert des Buches liegt für mich eindeutig bei

 5ratten
Gespeichert
Liebe Grüße
SheRaven