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Autor Thema: Marlen Haushofer - Die Wand  (Gelesen 2736 mal)

Emily

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #15 am: 13. September 2006, 20:05:56 »

Ich gehöre zu der Gruppe, die keinen Zugang zu "Die Wand" gefunden hat. Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, aber es hat mich nicht wirklich gefesselt. Das ständig Bezug auf die Dinge genommen wurden, die zur Zeit des Schreibens schon statt gefunden hatten (die Sache mit Luchs zum Beispiel) haben für mich jegliche Spannung genommen. Dass sie es zig mal erzählt hat, hat das ganze nicht besser gemacht. Irgendwie hatte ich auch immer auf eine Auflösung gewartet, was es denn nun mit dieser Wand auf sich hat.
So hat mich das Buch leider nicht begeistert, demnächst bekommt es einen neuen Besitzer, in der Hoffnung dass es dem besser gefällt.
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Bisher als Likimeya im Forum bekannt, jetzt umgetauft in Emily.
Papiergeflüster

Christiane

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #16 am: 08. Januar 2007, 14:08:59 »

Anfangs wusste ich nicht so recht was ich von "Die Wand" halten soll, dann fand ich es eine Zeit lang recht spannend. Das ist jedoch schnell auch wieder abgeflacht... Viele Taten, Ansichten und oft auch das Wundern über bestimmte Dinge konnte ich nicht nachvollziehen. Und dann das Ende, wo so viel passiert (im Vergleich zum Rest des Buches) und gleichzeitig diese Fragen offen gelassen werden... das war nicht so mein Fall.

Die Schreibweise von Marlen Haushofer gefällt mir jedoch sehr gut. Mir fiel es nicht besonders schwer die Zeitsprünge nachzuvollziehen und ich fand die Sprache recht angenehm. Die Idee der Geschichte finde ich super, aber ich glaube sie war einfach nicht so umgesetzt, dass sie für mich nachvollziehbar und so richtig interessant wäre.

Meine Bewertung:   2ratten     +    :marypipeshalbeprivatmaus:   
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mara84

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #17 am: 08. Juli 2007, 18:04:11 »

hallo!

habe das buch heute beendet.
ich bin einfach begeistert und mir stellt es immer noch die ganslhaut auf.
ich habe selten ein buch gelesen das mich so berührt hat.
es passiert eigentlich das ganze buch über nicht viel. man kann alles in ein paar sätzen erzählen. doch diese bedrückende stimmung die das buch in einem erzeugt... unheimlich.

das buch ist sehr einfach geschrieben - eigentlich sehr flüssig zu lesen, ... und doch habe ich mir sehr zeit lassen "müssen".

von mir gibt es  5ratten und es zählt ab heute zu meinen lieblingsbüchern!
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Mit Büchern habe ich das meiste Gespräch Seneca

alle, alle Harry Potter

Schokomaus

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #18 am: 18. August 2007, 19:38:34 »

Sie will überleben und obwohl sie eigentlich ein Stadtmensch ist,
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Ooooh, das ist ein arger Spoiler, finde ich. :smile: Daher habe ich ihn hier auch so gekennzeichnet.
Wenn ich das schon vor dem Lesen des Buches gewusst hätte, glaube ich, dass das Buch nicht mehr so interessant für mich gewesen wäre.

Jedenfalls habe ich das Buch an zwei Tagen durchgelesen - es war mir unmöglich, es aus der Hand zu legen. Ich hatte es diese Woche irgendwann angefangen und heute nachmittag beendet, ich war allein zu Hause und hatte Hunger und Durst, aber irgendwie schaffte ich es nicht, mal eben in die Küche zu gehen und mir was zu machen. Ich musste einfach noch eben die Seite zu Ende lesen.
...
Ach, diesen Absatz noch.
...
Hm, nur noch 50 Seiten... Die les ich jetzt aus, basta!

Und schon war der Nachmittag fast um.
In dem Buch passiert nicht all zu viel, der Bericht der Frau, der in der Ich-Form geschrieben ist, bleibt stets sachlich und zu 99% ohne Emotionen und Spannung - auf den ersten Blick betrachtet.
Ich allerdings fand das Buch extrem spannend und fesselnd. Gerade diese Sätze wie "Das sollte ich noch vermissen." etc. waren der Grund, warum ich am Lesen blieb.

Das war nach langen Jahren nur Fantasy endlich mal wieder eine 100%ig gelungene Abwechslung!

 5ratten
« Letzte Änderung: 18. August 2007, 19:41:18 von Schokomaus »
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'Verzicht bedeutet für Frauen die kurze Pause zwischen zwei Wünschen.'
- Mario Adorf -

caliban

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #19 am: 21. August 2007, 21:31:41 »

ich denke nicht, dass es sich um eine reale Wand handelt, sondern eher um eine, die sich im Kopf der Frau gebildet hat.
Sie isoliert sich damit von ihrem bisherigen leben (das sie nicht mochte) und der Umwelt, mit der sie nicht "einverstanden" war.


Wie erklärst du dir dann das Fernbleiben der anderen Leute, mit denen sie unterwegs war? Man könnte dieser Theorie noch weiter folgen und behaupten dass alles ausnahmslos- das Tal, die Leute, auch die Wand - nur in ihrem Kopf existiert, damit hätte die Protagonistin aber ein heftiges Problem, das sich nicht auf bloßes "nicht-einverstanden sein" mit der Umwelt beschränkt. Wie siehst du das?

lg
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Muri

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #20 am: 18. November 2007, 12:52:00 »

Marlen Haushofer gehört zu einen meiner lieblings Autoren. Und besonders die "Wand" finde ich einfach Wunderbar.
Ich habe mich ziemlich schnell von dem Gedanken losgerissen, was es mit der Wand auf sich hat. Irgendwie muss man "erzwungene" Einsamkeit darstellen. Die Gedanken sind einfach ehrlich. Es hat mir viel Stoff zum nachdenken über meine eigene Sicht der Dinge gegeben und mit ein paar hintergrund Infos zur Autorin denk ich noch heute viel darüber nach, deshalb gibt es von mir  5ratten:smile:.

Auch zu empfehlen sind: "Himmel, der nirgendwo endet" und "Die Mansarde"

"Die Tapetentür" und "Wir töten Stella" liegen bei mir noch ungelesen *schäm* ... ich freu mich aber schon drauf
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Fingerkuss

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #21 am: 09. Juni 2008, 22:54:12 »

Mit den Hintergundinformationen über das Leben Marlen Haushofers hat mich das Buch eigentlich nur noch trauriger gemacht, als der sachliche Text ohnehin schon...
Sie hat sich selbst Zeit ihres Lebens als gefangen in ihrer Ehe und in den allgemeinen Umständen ihrer Situation als Frau gesehen und genauso sehe ich auch die Protagonistin, die mir so völlig fremd und ohne eine richtige Gefühlsregung auf den Verlust ihrer Kinder (!) und genrell jedem menschlichen Kontakt reagiert. Stattdessen wird viel Wert und Wichtigkeit auf das Einswerden mit den Tieren und der Natur gelegt und dem Sinn des Lebens im einfachen Überleben und weitermachen...
Ich konnte das Buch auch nicht weglegen und habe immer wieder das völlige Gegenteil zum Text gedacht und gefühlt, konnte aber trotzdem die Gedanken und Beschreibungen nicht vergessen und habe das Buch letztlich mit der Erleichterung geschlossen, dass ich die Welt nicht so sehe, nicht so negativ bin, so beziehungslos.
 5ratten
für ein Buch, dass mich immer noch nicht losgelassen hat, wenn ich darüber nachdenke.
Den Stil fand ich übrigens eher spannungsaufbauend als nervend!!
Liebe Grüße Fingerkuss
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Nach diesem siebten Tag
sehne ich mich
schon zurück

sandi

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Re: Marlen Haushofer - Die Wand
« Antwort #22 am: 10. September 2010, 21:15:51 »

Die Lektüre dieses Buches liegt bei mir jetzt schon ein paar Monate zurück, aber es geht mir noch immer nicht aus dem Kopf. Als ich das Buch zuschlug, war ich noch einige Tage gedanklich in diesem Roman. Bis heute rätsel ich herum, ob diese Wand nun real ist oder doch nur eine emotional errichtete.

Erschreckend, traurig, schön, deprimierend, nachdenklich machend... selten, oder besser gesagt nie, bin ich beim Lesen über eine derartige Emotionsachterbahn gefahren... trotz, oder gerade wegen des sehr nüchternen Stils. Am liebsten würde ich endlos über diese Geschichte tippen, aber ich könnte meine Gedanken dazu sowieso kaum in Worte fassen, sie würden dem Buch nicht gerecht werden. Und schlußendlich hätte ich nicht das gesagt, was ich eigentlich sagen wollte.

Eines jener Bücher, das ich am liebsten ständig mit mir rumtragen möchte weil ich es so sehr mag

5ratten

P.s.: Dieser unverfilmbare Roman soll jetzt nun doch verfilmt werden, ein österr. Regisseur versucht das in meinen Augen Unmögliche. Ende 2011 kommt der Film (voraussichtlich) in die Kinos.
« Letzte Änderung: 10. September 2010, 21:18:56 von sandi »
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"Man hat in der Welt nicht viel mehr, als die Wahl zwischen Einsamkeit und Gemeinheit." A. Schopenhauer

:blume: :engel:
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