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Autor Thema: Stefan Zweig - Schachnovelle  (Gelesen 9790 mal)

Blume88

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #45 am: 08. August 2008, 14:46:10 »

Hallo, nun auch noch meine Meinung dazu:

Das Buch war echt klasse! Spannend und fesselnd. Allerdings ist es schon ein Weilchen her und ich erinnere mich nicht mehr an alle Einzelheiten. Musste es auch nicht in der Schule lesen, sondern hab das freiwillig getan *g*

Naja, auf jeden Fall war ich so angetan von dem Buch, dass ich mir den Film aus der Bücherei ausgeliehen habe und es folgte (entgegen dem einen Kommentar bisher zu dem Film) die große Enttäuschung. Ich fands einfach nur schlecht umgesetzt, vor allem: Was soll diese Frau da plötzlich? Die passt ja mal gar nicht rein. Schade eigentlich, dass man wohl keinen Film drehen kann ohne weibliche Hauptrolle und Liebesgeschichte....

Ach ja, und dann hab ich, nachdem die Schachnovelle so toll war, "Sternstunden der Menschheit" auf dem Flohmarkt ergattert und hab mich schon voll gefreut....doch nach den ersten zwei Kapiteln musste ich es weglegen, da ichs einfach nur doof fand... Schade eigentlich.
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mondy

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Antw:Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #46 am: 17. Juni 2009, 15:04:47 »

Hier auch meine kurze Meinung:

In der Schule habe ich damals den Film gesehen und fand den schon ganz gut. Leider bin ich bis gestern nie dazu gekommen, das Buch zu lesen, aber jetzt habe ich es doch endlich geschafft!
Und ich bin froh darüber!  :klatschen: Die Sprache Zweigs fand ich mal wieder super. Mit einer ganz kurzen Novelle schafft er es, den Leser zu berühren und zum Nachdenken zu bringen. Besonders beeindruckend fand ich die Beschreibung des "Gegen-sich-selbst-Schachspielens".
Auch die Verarbeitung der Nazi-Zeit "gefiel" (falls man dabei überhaupt von "gefallen" sprechen kann!) mir ... außer den KZs gab es noch unzählige Foltermethoden im 3. Reich. Es ist entsetzlich, mitanzusehen, wie Dr. B. psychisch an der Einsamkeit zugrunde geht.

Ein unscheinbares Büchlein, an dem man nicht vorbeigehen sollte!

 4ratten
« Letzte Änderung: 24. August 2009, 13:46:54 von mondy »
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Yannick

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Antw:Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #47 am: 24. August 2009, 13:14:10 »

Hi meine Meinung zu dem Buch ist auch positiv, weil es zu keinem Zeitpunkt langweilig wird und sich prima für einen Nachmittag im Garten eignet.  :zwinker:

 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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midnight

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #48 am: 08. April 2010, 11:43:48 »

Habs gestern Nacht auch gelesen. Ich war positiv überrascht. Am Anfang war ich ein bisschen verwundert, dass B. gleich seine Lebensgeschichte einem Fremden erzählen möchte, aber das hat ja dann auch Sinn gemacht, als die Geschichte zum Punkt kam.

Die letzte Partie hat doch eher gezeigt, dass die Schachspiele die er mit sich selber hatte nicht richtig gespielt waren, er es also nicht geschafft hatte gegen sich selber Schach zu spielen oder hab ich das falsch verstanden?

Von mir gibt es jedenfalls  4ratten

für einen flüssigen Schreibstil und einer schönen Geschichte. Ein Glück musste ich sowas damals nicht in der Schule lesen, damals wäre es mir wahrscheinlich zu unspektakulär gewesen.
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MacOss

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #49 am: 08. August 2010, 14:48:36 »

  Stefan Zweig (1881-1942)
Schachnovelle
Erstveröffentlichung: 1942
Verlag: Fischer
Taschenbuch
110 Seiten

Was können Isolation und Psychofolter bei einem Menschen bewirken? Dieser Frage versucht Stefan Zweig in seiner Schachnovelle nachzugehen. Eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der der Protagonist Dr. B. sich im Schachspiel gegen den amtierenden Weltmeister C. behaupten muss, wird die Geschichte seiner Gefangennahme durch die Gestapo und der Auswirkungen der mehrmonatigen Isolationshaft erzählt, in deren Verlauf er - mit einem Buch über berühmte Schachpartien als einziger Zerstreuung - langsam aber sicher dem Wahnsinn verfällt. In beinahe völliger Abwesenheit wichtiger äußerer Reize und menschlicher Kontakte beginnt B., sich intensiv und ausschließlich mit dem Schachbuch und den darin enthaltenen Partien zu beschäftigen, bis sie zu seinem einzigen Gedankeninhalt werden und er dem Wahnsinn zu verfallen droht, der ihn auch nicht loslässt, als er sich bereits wieder in Freiheit befindet.

Nun, meine Meinung zum Buch ist zwiegespalten. Einerseits finde ich es richtig und wichtig, aufzuzeigen, wozu Menschen fähig sind, was sie einander antun können, und vor allem, was unschuldigen Menschen zur Zeit des Naziregimes angetan wurde. Das kann sich man nicht oft genug ins Gedächtnis rufen.

Dennoch haben mich an der Schachnovelle einige Kleinigkeiten gestört, die in erster Linie nichts mit dem erzählten Schicksal des Dr. B. zu tun haben und daher eigentlich zu vernachlässigen sind.

Aber da ich mich seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger fürs Schachspielen interessiere und mich auch ein wenig in der Historie der Schachweltmeister auskenne, hat mich die Charakterisierung des Schachweltmeisters C. etwas irritiert, ja bisweilen sogar gestört. Er wird nämlich als im Grunde recht einfältiger und ungebildeter Landbursche dargestellt, der zwar mit einem außerordentlichen Talent fürs Schachspielen ausgestattet ist, sich jedoch für alles andere so gut wie gar nicht interessiert und intellektuell recht unterbelichtet sein soll. Darin liegt m.E. ein großer Widerspruch: Schaut man sich unter den echten Schachweltmeistern um, so findet man dort i.d.R. faszinierende und vielseitige Personen, die keineswegs dem vielleicht gängigen Klischee des engstirnigen und nur am Schachspiel interessierten Autisten entsprechen. Im Gegenteil, da gibt es solch' schillernde Persönlichkeiten wie den Exzentriker Bobby Fischer, den Politaktivisten Garri Kasparow oder aktuell das "Wunderkind" Magnus Carlsen, der bestimmt kein Einfaltspinsel ist, so jedenfalls mein Eindruck nach ein paar Interviews mit ihm, die ich gelesen habe.

Auch hat sich der Schachspieler in mir gegen die Vorstellung gesträubt, jemand könne sinnvoll gegen sich selbst Schach spielen. Jeder, der das mal versucht, wird irgendwann frustriert aufgeben, weil der Gegner immer weiß, was man vorhat. :zwinker: Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit dem Auswendiglernen von Schachpartien seine eigenen Schachfähigkeiten verbessert, ohne jemals gegen andere Gegner zu spielen. Wie soll man dabei eigene Fehler erkennen und sich verbessern können?

Anyway, abgesehen von derlei Erbsenzählerei ist mein Fazit: Ein kurzes und kurzweiliges Buch mit einer bewegenden Geschichte, die mich jedoch insgesamt gesehen nicht wirklich fesseln konnte. Mit den Figuren konnte ich nicht richtig mitfühlen, dafür waren sie mir zu flach gezeichnet. Aber aufgrund ihres geringen Umfangs kann die Novelle da wohl auch nur an der Oberfläche kratzen.

3ratten
« Letzte Änderung: 09. Februar 2011, 13:10:38 von MacOss »
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schokotimmi

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #50 am: 08. August 2010, 19:24:44 »

Aber da ich mich seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger fürs Schachspielen interessiere und mich auch ein wenig in der Historie der Schachweltmeister auskenne, hat mich die Charakterisierung des Schachweltmeisters C. etwas irritiert, ja bisweilen sogar gestört. Er wird nämlich als im Grunde recht einfältiger und ungebildeter Landbursche dargestellt, der zwar mit einem außerordentlichen Talent fürs Schachspielen ausgestattet ist, sich jedoch für alles andere so gut wie gar nicht interessiert und intellektuell recht unterbelichtet sein soll. Darin liegt m.E. ein großer Widerspruch: Schaut man sich unter den echten Schachweltmeistern um, so findet man dort i.d.R. faszinierende und vielseitige Personen, die keineswegs dem vielleicht gängigen Klischee des engstirnigen und nur am Schachspiel interessierten Autisten entsprechen. Im Gegenteil, da gibt es solch' schillernde Persönlichkeiten wie den Exzentriker Bobby Fischer, den Politiaktivisten Garri Kasparow oder aktuell das "Wunderkind" Magnus Carlsen, der bestimmt kein Einfaltspinsel ist, so jedenfalls mein Eindruck nach ein paar Interviews mit ihm, die ich gelesen habe.

Ich weiß nicht ob es stimmt aber soweit ich mich erinnere spielt es ja auf einem Schiff gen USA und Schachspieler C. war aus russischer Provinz - ich hab damals immer auch ein wenig Kritik an Russland hineininterpretiert und aus diesem Grund hat mich die Charakterisierung von C. überhaupt nicht gestört. Ich bin nur nun aber nicht mehr so sicher ob man das wirklich so sehen kann.

Viele Grüße
schokotimmi
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MacOss

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #51 am: 09. August 2010, 12:01:34 »

Ich bin mir gar nicht sicher, ob im Buch überhaupt gesagt wird, wo genau Czentovic herkommt, aber der Name kommt mir eher serbisch als russisch vor. Dass Du da Russlandkritik hineininterpretierst, finde ich interessant, das wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen. Ich glaube, Zweig wollte in erster Linie Kritik am Naziregime üben, und da halte ich die Nationalität des Schachweltmeisters eher für zweitrangig.

Die letzte Partie hat doch eher gezeigt, dass die Schachspiele die er mit sich selber hatte nicht richtig gespielt waren, er es also nicht geschafft hatte gegen sich selber Schach zu spielen oder hab ich das falsch verstanden?

Ich habe es eher so verstanden, dass ihm zum Verhängnis wird, während des Spiels gegen Czentovic in sein altes Verhaltensmuster zurückzufallen, das er während der Gefangenschaft entwickelt hat. Denn dort war er beim Spielen gegen sich selbst gedanklich irgendwann so schnell und ungeduldig, dass er in Windeseile die nächsten Züge errechnet hat und sich selbst (als sein eigener Gegner) bei der Ausführung der nächsten Züge zu langsam geworden ist.

Diese Ungeduld schlägt auch beim Spiel gegen Czentovic wieder durch, der sich viel Zeit für seine Züge lässt. Die Ruhe Czentovics macht Dr. B rasend, und seinem rastlosen Geist reicht es auf einmal nicht mehr, sich mit der laufenden Partie gegen C. zu befassen, sondern er schweift ab zu den anderen, auswendig gelernten und gespeicherten Spielen.

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« Letzte Änderung: 04. Oktober 2010, 22:18:42 von MacOss »
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HoldenCaulfield

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #52 am: 04. Oktober 2010, 19:20:46 »

Ich glaube fast das er auch deshalb nach einem zweiten Spiel wieder krank wurde weil er damit an seine Zeit im Gefängnis erinnert wurde und das indirekt wieder hoch kam. Vielleicht ist das auch eine Anspielung darauf wer einmal in der Gefangenschaft des NS Regimes war bleibt für immer gezeichnet, auch dann wenn er es hinter sich lässt und ein neues Leben beginnt. Das Schachspiel das scheitert weil er vielleicht auch selbst daran scheitert mit den Erlebnissen wirklich klar zu kommen.

Meine Meinung:
Ich bleibe eher zwie gespalten. Irgendwie konnte mich die Schachnovelle nicht so recht packen. Ich habe sie zwar nicht ungern gelesen, sie konnte mich aber nicht berühren und irgendwie war mir die Hauptfigur auch ein wenig gleichgültig. Andererseits fand ich die Idee dahinter, das Schachspiel auch als Rettung der Hauptfigur aus ihrer Gefangenschaft ganz interessant. Dr. B scheint seine Erlebnisse wohl nur oberflächlich verarbeitet zu haben, völlig von seinen Erlebnissen abgespalten erzählt er davon, als ob es ihn  gar nicht so recht btreffen würde.. Und das obwohl gerade das Schachspiel ihm wohl das Leben zurückgegeben hat. Des weiteren haben mich auch ein wenig die stereotypen Figuren geärgert. Vor allem das Schachgenie, der ohne sein Schachspiel eher fast schon geistig unterentwickelt beschrieben wird, wobei ich dabei sofort an eine Art Autist gedacht habe, denke aber das ist wohl eine eher moderne Sichtweise. Vielleicht dient Czentovic mit seiner Überheblichkeit einfach auch als Gegenstück und Spiegelbild zu Dr. B., der recht bescheiden ist und sich auch gar nicht so sicher über seine Fähigkeiten beim Schachspiel ist. Die Handlung ist schnell erzählt und im Grunde ahnt man schnell was am Ende geschehen wird. Mag sein das Zweig den Leser dazu auffordern wollte gezielt über einige Punkte der Novelle nach zu denken, für mich gibt es jedoch weit bessere Lektüre die  auch eindringlicher geschrieben ist. Ich empfand die Novelle zum Teil als unterkühlt und fast ein wenig schroff erzählt.
Für mich sprang der Funke jedenfalls nicht so ganz über, auch wenn ich es mit Zweig sicher nocheinmal probieren werde, die Schachnovelle als solche hat mich eher nicht dazu bewegt sondern viel mehr mein persönliches Interesse an Zweig im allgemeinen. :)

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« Letzte Änderung: 04. Oktober 2010, 19:23:40 von HoldenCaulfield »
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MacOss

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #53 am: 04. Oktober 2010, 22:25:10 »

Für mich sprang der Funke jedenfalls nicht so ganz über, auch wenn ich es mit Zweig sicher nocheinmal probieren werde, die Schachnovelle als solche hat mich eher nicht dazu bewegt sondern viel mehr mein persönliches Interesse an Zweig im allgemeinen. :)

Geht mir genauso. Die Schachnovelle hat mich auch nicht vom Hocker gehauen, aber ich gebe Stefan Zweig gerne noch eine zweite Chance. Vielleicht wird das ja mit einer seiner anderen Erzählungen noch was mit uns beiden. Also mit Zweig und mir... :zwinker:
« Letzte Änderung: 04. Oktober 2010, 22:28:25 von MacOss »
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sandhofer

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #54 am: 04. Oktober 2010, 23:16:25 »

Vielleicht wird das ja mit einer seiner anderen Erzählungen noch was mit uns beiden. Also mit Zweig und mir... :zwinker:

Seine frühen Novellen erinnern a bissi an Schnitzler. Späteres (auch die oft so hoch gelobten Sternstunden der Menschheit) muss man meiner Meinung nach nicht gelesen haben.
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MacOss

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #55 am: 04. Oktober 2010, 23:32:34 »

Vielleicht wird das ja mit einer seiner anderen Erzählungen noch was mit uns beiden. Also mit Zweig und mir... :zwinker:

Seine frühen Novellen erinnern a bissi an Schnitzler. Späteres (auch die oft so hoch gelobten Sternstunden der Menschheit) muss man meiner Meinung nach nicht gelesen haben.

Ja, ich glaube, mich erinnern zu können, dass Du bis auf ein, zwei Ausnahmen ohnehin nicht so viel von Zweigs Werk hältst. Welche seiner Erzählungen sind denn Deiner Meinung nach empfehlenswert? Irgendwo in den Tiefen der Bücherregale meiner Frau müsste noch Maria Stuart schlummern, so weit ich weiß ...
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2010, 00:05:45 von MacOss »
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sandhofer

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #56 am: 05. Oktober 2010, 05:36:56 »

Irgendwo in den Tiefen der Bücherregale meiner Frau müsste noch Maria Stuart schlummern, so weit ich weiß ...

 :kotz:

Tu dir das nicht an! Die frühen Novellen: Die Liebe der Erika Ewald, Brennendes Geheimnis - so um den Tick 'rum. Aber eigentlich würde ich Dir lieber Schnitzler empfehlen. Oder Hofmansthal - - - wenn Du denn schon die Wiener des Fin de Siècle lesen willst. Meinetwegen auch Freud ...
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MacOss

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #57 am: 05. Oktober 2010, 07:27:09 »

Die Liebe der Erika Ewald, Brennendes Geheimnis - so um den Tick 'rum.

Prima. Vielen Dank. :winken: Mal schauen, was ich davon bei uns finden kann.

Aber eigentlich würde ich Dir lieber Schnitzler empfehlen. Oder Hofmansthal - - - wenn Du denn schon die Wiener des Fin de Siècle lesen willst. Meinetwegen auch Freud ...

Freud habe ich vor Jahren schon mal probiert, bin aber gescheitert. Und Schnitzlers Traumnovelle hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen. Aber beide Male war ich noch sehr jung. Vielleicht sollte ich einen zweiten Versuch wagen. Den Zauberberg habe ich schließlich auch erst im zweiten Anlauf bezwungen.
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HoldenCaulfield

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #58 am: 05. Oktober 2010, 11:12:35 »

@MaCoss
Schnitzler kann ich auch empfehlen :breitgrins: nicht alle seine Erzählungen sind so wie die Traumnovelle ;) (wobei gerade sie mir sehr gefällt)
Ich werd es wohl mit "Briefe einer Ubekannten" versuchen weil ich den Titel schön finde.^^ Aber sicherheitshalber schau ich dann einfach in der Bibliothek, Zweig sollte da schon vorrätig sein. :)
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Ninette

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #59 am: 06. Februar 2011, 19:16:34 »

Stefan Zweig - Schachnovelle

Inhalt
Auf einer Schiffsreise von New York nach Buenos Aires kommt der Ich-Erzähler dem arroganten Schachweltmeister Mirko Czentovic erst nahe, als sich dieser bereit erklärt, gegen alle Hobbyspieler gemeinsam eine Partie zu spielen. Als diese schon verloren scheint, greift ein Dr. B. in das Spiel ein und holt gegen Czentovic noch ein Remis heraus. Durch Dr. B.s seltsames Spielfieber neugierig gemacht, will der Ich-Erzähler mehr von ihm erfahren. Daraufhin berichtet ihm Dr. B. von seiner monatelangen Einzelhaft im Wiener Gestapo-Gefängnis, wo er dem Irrewerden nur dadurch entkam, dass er aus einem entwendeten Schachbuch Meisterpartien nachspielte. Als er danach begann, gegen sich selbst zu spielen, erlitt er eine Art »Schachvergiftung«, die in an den Rand des Wahnsinns brachte, aber auch seine Entlassung aus dem Gefängnis zur Folge hatte. Das Spiel gegen Czentovic war Dr. B.s erste Partie seither. Das zweite Spiel, das er allein gegen den Weltmeister spielt, gewinnt er souverän. Bei der Revanche zeigen sich allerdings wieder alle Symptome der »Schachvergiftung«, woraufhin Dr. B. das Spiel abbricht und keine Schachfiguren mehr anrühren will.

Der letzte Satz
"Schade", sagte er großmütig. "Der Angriff war gar nicht so übel disponiert. Für einen Dilettanten ist dieser Herr eigentlich ungewöhnlich begabt."

Wie kam die Geschichte in meine Hände?
Ich habe eine kleine lizensierte Ausgabe der Schachnovelle auf einem Frankfurter Flohmarkt erstanden.

Meine Meinung
In einem Rutsch habe ich das kleine Büchlein durch gelesen. Der Schreibstil ist angenehm leicht und gut nachvollziehbar. Selbst die Passagen, in denen es um Schachbegriffe geht, bereiten keine Schwierigkeit. Der Text ist lehrbuchhaft in Rahmen und Binnenhandlung gegliedert und der Ich-Erzähler tut was er soll, erzählen. Dr. B. ist selbst in seinem Wahn noch ein sympatischer Charakter, während der Schachweltmeister Czentovic mir in seiner Arroganz völlig unsympatisch ist.
Es war genau die richtige Lektüre für einen faulen, sonnigen Sonntag auf einer Parkbank.

Bewertung:
3ratten - 4ratten
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Carlos Ruiz Zafón
:lesen:
Goethe - Die Leiden des jungen Werther
Jaques Cousteau - Der Mensch, die Orchidee und der Oktopus

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