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Autor Thema: Stefan Zweig - Schachnovelle  (Gelesen 10189 mal)

nimue

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Stefan Zweig - Schachnovelle
« am: 15. November 2005, 11:57:19 »




Klappentext

Auf einem Passagierdampfer, der von New York nach Buenos Aires unterwegs ist, fordert ein Millionär gegen Honorar den mit einer Art mechanischer Präzision spielenden Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie heraus. Der mitreisende Dr. B., ein österreichischer Emigrant, greift beratend ein und erreicht so ein Remis für den Herausforderer. Er hat sich, von der Gestapo, die ihn verhaftete, in ein Hotelzimmer gesperrt und von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen, monatelang mit dem blinden Spiel von 150 Partien beschäftigt, um sich so seine intellektuelle Widerstandskraft zu erhalten. Durch diese einseitige geistige Anstrengung ergriff ihn ein Nervenfieber, dessentwegen man ihn entließ.

Jetzt spielt Dr. B. zum ersten Mal wieder gegen einen tatsächlichen, freilich roboterhaft reagierenden Gegner. Es geht ihm bei dieser Partie lediglich darum, festzustellen, ob sein Tun damals während seiner Haft noch Spiel oder bereits Wahnsinn gewesen ist. Er schlägt den Weltmeister in der ersten Partie souverän, läßt sich aber, eigentlich gegen seinen Willen, auf eine Revanche ein. Während dieser zweiten Partie ergreift ihn wieder das Nervenfieber: er bricht die Partie ab und wird nie wieder ein Schachbrett berühren.

Autorenporträt

Stefan Zweig wurde am 28. November 1881 in Wien geboren, lebte von 1919 bis 1935 in Salzburg, emigrierte dann nach England und 1940 nach Brasilien. Sein episches Werk machte ihn ebenso berühmt wie seine historischen Miniaturen und die biographischen Arbeiten. Im Februar 1942 schied er in Petropolis, Brasilien freiwillig aus dem Leben.

Zitat von: Leseprobe
"Alle Arten von monomanischen, in eine einzige Idee verschossenen Menschen haben mich zeitlebens angereizt, denn je mehr sich einer begrenzt, um so mehr ist er andererseits dem Unendlichen nahe; gerade solche scheinbar Weltabseitigen bauen in ihrer besonderen Materie sich termitenhaft eine merkwürdige und durchaus einmalige Abbreviatur der Welt."

Meine Meinung

Als ich dieses Buch in der Schule lesen sollte, habe ich mich erfolgreich um diese - wie mir schien - über alle Maßen langweilige Pflichtlektüre gedrückt. Als "Schachnovelle" dann im Klassikerforum als nächster Punkt "Gemeinsames Lesen" anstand, ergab ich mich seufzend in mein Schicksal. Aber wer hätte das gedacht: Stefan Zweig hat ein kleines Buch geschrieben, das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat und bei dem ich nun froh bin, es gelesen zu haben. Wer sich dafür interessiert, sollte die Diskussionen im Klassikerforum nachlesen.

5ratten
« Letzte Änderung: 16. August 2006, 14:07:10 von fairy »
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Dania

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Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #1 am: 15. November 2005, 16:59:59 »

Huhu nimue!

Auch ich musste in der Schule dieses Buch lesen, aber es war so ziemlich das einzigste, welches ich sofort gemocht habe. Ist mittlerweile eines meiner Lieblingsbücher. Es macht einen nachdenklich, und durch den Schreibstil finde ich die Verzweiflung des Protagonisten sehr gut nachvollziehbar.

Lg Dania
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Jaqui

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Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #2 am: 16. November 2005, 10:04:31 »

Ich habe dieses Buch auch in der Schule lesen müssen und fand es von Anfang an spannend.

Jetzt habe ich es wieder in der Hand gehabt und ich bin nach wie vor begeistert von der Lektüre. Zweig entwickelt sich mehr und mehr zu einem Lieblingsschriftsteller von mr.

Katrin
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Curly

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Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #3 am: 16. November 2005, 10:07:08 »

Bei mir war es auch Schullektüre und es hat mir damals wirklich sehr gut gefallen!
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:lesen: Die Blutlinie - Cody McFadyen

Frau 32

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Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #4 am: 21. November 2005, 11:40:19 »

Eines meiner "dauerhaften" Lieblingsbücher!
Es war übrigens das erste Weihnachtsgeschenk, das ich damals meinem jetztigen Mann gemacht habe!

lg, Frau 32
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Ragle

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Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #5 am: 21. November 2005, 16:57:07 »

ein neues Buch für die to-read-list!

Das wollt ich schon vor Ewigkeiten lesen, danke für die Erinnerung!

Ragle
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qed

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #6 am: 29. Juli 2006, 13:43:09 »

Ich musste es nicht in der Schule lesen, aber hab es indirekt auch von dort. Und zwar mussten wir mal alle unsere Lieblingsbücher vorstellen und meine Lehrerin hat dann dieses Buch gewählt. Leider wusste ich so schon das Ende, bzw. sie hat den letzten Satz erzählt, dennoch war es immer noch sehr spannend zu lesen und es hat auch mich zum Nachdenken angeregt. Leicht und flüssig zu lesen und doch mit guten Interpretationsmöglichkeiten bzw. einer guten Geschichte

Meine Bewertung:

 5ratten
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K.May

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #7 am: 30. Juli 2006, 08:31:54 »

[...]

Meine Meinung

Als ich dieses Buch in der Schule lesen sollte, habe ich mich erfolgreich um diese - wie mir schien - über alle Maßen langweilige Pflichtlektüre gedrückt. Als "Schachnovelle" dann im Klassikerforum als nächster Punkt "Gemeinsames Lesen" anstand, ergab ich mich seufzend in mein Schicksal. Aber wer hätte das gedacht: Stefan Zweig hat ein kleines Buch geschrieben, das mich sehr zum Nachdenken angeregt hat und bei dem ich nun froh bin, es gelesen zu haben. Wer sich dafür interessiert, sollte die Diskussionen im Klassikerforum nachlesen.

5ratten

[...]

Es ist mEn nicht nur die Schachnovelle, die zum Nachdenken anregt oder in dieser typischen, zweigischen Sprache daher kommt. Von daher wage ich zu behaupten, wem die Schachnovelle gefallen hat, wird sich bei einem dieser Werke mindestens ebenso wohl füheln :

- "Sternstunden der Menschheit" über die bedeutensden Entdeckungen - ja, Sternstunden- und deren Glanz/Tragik.

- Seine zahlreichen Biographien von interessanten Persönlichkeiten, wie Fouche oder Maria Stuart.
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"Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen."
Konfuzius
 

Jaqui

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #8 am: 30. Juli 2006, 10:35:18 »

Es ist mEn nicht nur die Schachnovelle, die zum Nachdenken anregt oder in dieser typischen, zweigischen Sprache daher kommt. Von daher wage ich zu behaupten, wem die Schachnovelle gefallen hat, wird sich bei einem dieser Werke mindestens ebenso wohl füheln :

- "Sternstunden der Menschheit" über die bedeutensden Entdeckungen - ja, Sternstunden- und deren Glanz/Tragik.

- Seine zahlreichen Biographien von interessanten Persönlichkeiten, wie Fouche oder Maria Stuart.

Da stimme ich dir voll und ganz zu.
Die Sternstunden sind ein Wahnsinn, ich blättere immer wieder drin herum. Was man da alles neues erfährt ist super.

Seine Biographien sind auch sehr flüssig zu lesen. Am besten haben mir Marie Antoinette und Maria Stuart gefallen. Zahlreiche andere Biographien stehen ja auf meiner Wunschliste.

Katrin
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illy

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #9 am: 30. Juli 2006, 10:40:11 »

und dank euch habe ich mir soeben die Sternstunden bei Buchticket bestellt  :breitgrins:

LG
illy
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Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.  (Friedrich Nietzsche)

Jaqui

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #10 am: 30. Juli 2006, 10:47:24 »

und dank euch habe ich mir soeben die Sternstunden bei Buchticket bestellt  :breitgrins:

Meiner Ansicht nach wirst du es nicht bereuen. Viel Spaß beim Lesen. Würde mich dann über eine Rezension freuen wie es dir gefallen hat.

Katrin
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Azalee

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #11 am: 30. Juli 2006, 13:58:56 »

Schachnovelle ist eiens meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich mag den Schreibstil und ich finde die Idee der Geschichte einfach klasse.  :smile: Ich les es immer wieder gerne!
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sandhofer

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #12 am: 02. August 2006, 16:58:04 »

Hallo zusammen!

[...] ich finde die Idee der Geschichte einfach klasse. 

Es ist für mich immer wieder faszinierend (ähnlich wie bei Hesse), die Begeisterungsstürme zu lesen, die Stefan Zweig auslöst. Während ich einige seiner frühen Novellen für durchaus lesbar halte, kann ich dem Rest - und also auch der Schachnovelle - wenig abgewinnen. Die Idee beschreibt etwas, was unmöglich ist - nämlich gegen sich selber Schach zu spielen. Zweigs Sprache ist meiner Meinung nach sehr einfach - nicht von ungefähr war er der meistübersetzte Autor deutscher Zunge: Seine Sprache verliert praktisch nichts bei einer Übersetzung.

Nein, ich kann diese Begeisterung nicht teilen.  :zwinker:

Grüsse

Sandhofer
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Azalee

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #13 am: 02. August 2006, 20:22:56 »

Hallo zusammen!

[...] ich finde die Idee der Geschichte einfach klasse. 

Es ist für mich immer wieder faszinierend (ähnlich wie bei Hesse), die Begeisterungsstürme zu lesen, die Stefan Zweig auslöst. Während ich einige seiner frühen Novellen für durchaus lesbar halte, kann ich dem Rest - und also auch der Schachnovelle - wenig abgewinnen. Die Idee beschreibt etwas, was unmöglich ist - nämlich gegen sich selber Schach zu spielen. Zweigs Sprache ist meiner Meinung nach sehr einfach - nicht von ungefähr war er der meistübersetzte Autor deutscher Zunge: Seine Sprache verliert praktisch nichts bei einer Übersetzung.

Nein, ich kann diese Begeisterung nicht teilen.  :zwinker:

Grüsse

Sandhofer

Dieses Buch schafft es aber, dass  die Idee gegen sich selbst Schach zu spielen lebendig wird.  Man bekommt eine kleine Vorstellung davon wie unmöglich es für einen "normalen" Menschen ist.
Ausserdem finde ich seine klare, direkte und einfache Sprache schön. Ein Buch das mit den einfachsten Mitteln zum Lesen verlockt. Der Leser braucht sich nicht zu verbiegen, nicht ständig Fremdwörter nachschlagen und sich tiefsinne Gedanken zu machen um einen Satz zu verstehen. Es ist klassische Lektüre die fordert, aber nicht überfordert. Die den Gedanken raum lässt und die Phantasie zu Realität werden lässt.

Liebe Grüße

Azalee  :winken:
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Horusina

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Re: Stefan Zweig - Schachnovelle
« Antwort #14 am: 02. Januar 2007, 13:39:22 »

Ich habe mir den Klappentet nicht durchgelesen, bevor ich mit dieser Lektüre begann. Demnach war ich vollkommen unvoreingenommen, was den Inhalt dieses Büchleins betraff. Ich erwartete viele Fachbegriffe des Schachs verpackt in unverständlich lange Schachtelsätze... denn das ich es doch, was unsere Schullektüre ausmacht. Doch nichts dergleichen fand ich in diesem Buch vor.

Sehr treffend hat es Azalee schon beschrieben:
Ausserdem finde ich seine klare, direkte und einfache Sprache schön. Ein Buch das mit den einfachsten Mitteln zum Lesen verlockt. Der Leser braucht sich nicht zu verbiegen, nicht ständig Fremdwörter nachschlagen und sich tiefsinne Gedanken zu machen um einen Satz zu verstehen. Es ist klassische Lektüre die fordert, aber nicht überfordert. Die den Gedanken raum lässt und die Phantasie zu Realität werden lässt.

Die Geschichte ist sehr tiefsinnig und doch einfach erklärt. Ein wunderbares Buch! Ich finde, es sollen mehr solcher Bücher in den Lektürekanon aufgenommen werden!

Eine Anmerkung muss ich aber noch machen. Es war für die Erzählung gewiss nicht sonderlich relevant, aber ich hätte mir doch etwas mehr Informationen über den Erzähler gewünscht.

daher:  4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

Edit: Weiß jemand, ob es dieses Hotel Metropole tatsächlich in Österreich gegeben hat?
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