Ich muss leider sagen, dass ich Tintenblut auch nicht sonderlich überragend fand, weshalb das Buch bei mir auch immer noch unausgelesen herumliegt.
Etwas, was mich dabei bereits bei dem ersten Band gestört hat (auch wenn es eigentlich eine eher kleine Sache ist), sind die Beschreibungen des (Vor-) Lesen. Irgendwann konnte ich Formulierungen wie "sie schmeckte die Worte auf ihrer Zunge" einfach nicht mehr hören.
Das ist allerdings mehr so eine stilistische Sache. Was mich wirklich inhaltlich gestört hat, waren die teilweise stark stereotypen Charaktere. Das betrifft dabei vor allem die Schurken in diesem Buch, denen ich nicht im Geringsten entwas abgewinnen kann, weil sie einfach nur böse und so leider ziemlich eindimensional wirken. Im umgekehrten Fall trifft das übrigens auch auf die Hauptfigur Meggie zu, was ich einfach sehr schade finde.
Interessanter sind hingegen Figuren wie Fenoglio, der nun in seiner eigenen Geschichte lebt und sich dabei schon etwas wie eine Art Gott fühlt. Ich muss dazu sagen, dass ich Fenoglio nicht sonderlich gut leiden kann, aber interessant ist er allemal. Was diese Figur dabei auszeichnet, ist die Veränderung, die sie im Laufe der Geschichte durchmacht.
Gleiches gilt für den Prinzen Cosimo, der von Fenoglio wieder zum Leben erweckt wird, und - gelinde ausgedrückt - in einer ziemlichen Identitätskrise steckt. Zu den interessanteren Charakteren zählt meiner Meinung nach auch Orpheus, welcher seinen eigenen Worten zufolge, Meggies Tante "ein entspannteres Verhältnis zu Büchern" beibringt. Das war längst mal nötig (auch wenn er es vielleicht ein bisschen übertreibt).

Ein anderer negativer Punkt ist allerdings, die teilweise Vorhersehbarkeit der Handlung (z.B. war es klar, dass das Frettchen ebenfalls in die Tintenwelt zurückkehrt oder wer die Spielleute verrät).
Allerdings bin ich Cornelia Funke sehr dankbar für den Schwarzen Prinzen, weniger der Figur als viel mehr des Namens wegen. Als Fenoglio an einer Stelle äußert, er hätte den Namen aus einem Geschichtsbuch musste ich dabei ziemlich grinsen (ich fand den "Spitznamen" von Edward III. auch schon immer ziemlich klasse).

Alles in allem zählt das Buch jedoch nicht gerade zu denen, die man unbedingt gelesen haben sollte, auch wenn einige Aspekte durchaus interessant sind.