Hallo Konstantin,
in Deinen Postings habe ich Dich über viele Texte schreiben sehen, die mir auch gefallen haben, und schon mehrfach "Leseanregungen" daraus gezogen.

Das höre ich ja mehr als gern! Danke schön, und es sei dir gleich geholfen.
Schönere Schrägheiten und vor allem wirkliche Schrägheiten gibt es natürlich bei Maître Boris, also Boris Vian. Hier seine stellvertretend für viele nur meine beiden Lieblinge "L'écume des jours" (Der Schaum der Tage) und "Automne à Pékin" (Herbst in Peking). Bei Gefallen stehe ich für weiteren Austausch immer gerne zur Verfügung.
Sehr schön auch der von Saltanah und mir (Nevermore hat ihn im letzten Monat, wenn ich mich recht entsinne, auch gelesen) geschätzte "Krieg mit den Molchen" von Karel Capek, eine Kolonisationsgeschichte der etwas anderen Art.
Wunderbar auch die Österreicher: Heimito v. Doderer, hier vor allem anderen "Die Merowinger oder die totale Familie", einer meiner all-time-favorites. Oder, was ich in einem der Monatsrückblicke schon mal genannt hatte, Fritz v. Herzmanovsky-Orlandos "Der Gaulschreck im Rosennetz".
Richtig schräg sind auch solche klassisch modernen Vögel wie Paul Scheerbart, zB "Münchhausen und Clarissa", oder Oskar Panizza, leider kenne ich noch nicht das bekannte "Liebeskonzil", aber "Eine Mondgeschichte" kann ich dir schon aus eigener Anschauung wärmstens ans Herz legen.
Gerne empfehle ich auch die Kurzgeschichten von Donald Barthelme, die wichtigsten sind zusammengestellt in den beiden Sammelbänden "60 stories" bzw. "40 stories".
Schön schräg finde ich persönlich auch Thomas Pynchons "The Crying of Lot 49" (Die Versteigerung von No. 49) oder Flann O'Briens "The Third Policeman" (Der dritte Polizist), letzteres geht nach meinem Empfinden allerdings schon ganz stark in Richtung Kafka, ist also nicht so richtig lustig (wobei Kafka ja manchmal schon auch einen ziemlich schrägen Humor hat, ich denke vor allem an "Amerika/Der Verschollene").
Ich hoffe, das reicht fürs erste, gerne lasse ich mir auch umgekehrt schräge Texte empfehlen, nach denen bin ich stets auf der Suche. Nicht wirklich schräg finde ich Leute wie eben Irving oder Terry Pratchett oder auch Jasper Fforde, weil bei ihnen noch viel zu viel Bekanntes und Vertrautes bewahrt wird. Das meinte ich auch mit "massenverträglicher Schrägheit".
Herzlich, B.