Hallo
Nun bin auch ich mit dem Buch durch und muss sagen das es mir recht gut gefallen hat.
Leser mit einem Hang zur Boshaftigkeit würden zwar nach dem lesen des Büchleins sagen das hier lediglich Sparks mit Niffenegger -Kolorit gemischt wurde, aber auf denn zweiten Blick offenbaren sich dann doch die Eigenheiten Levys.
War
Die Frau des Zeitreisenden immer etwas von Schmerz und Leid durchzogen, die dem Buch einen etwas pessimistischen Hauch verlieh, und ist Nicolas Sparks eher ein (sympathisch) konservativer Erzähler der sich lieber an das Althergebrachte hält und dafür plädiert, das was man schon hat neu zu entdecken und in Ehren zu halten, so bekam ich mit Levys
Bis ich dich wiedersehe eine willkommene Abwechslung in die Hände.
Sein Stil ist zwar einfach aber nicht plump, er ist frisch, gut lesbar und wird durch solche Kleinigkeiten wie den schlagfertigen Dialogen zwischen Jonathan und Peter immer wieder aufgelockert. Es riecht zwar stellenweise nach etwas UperClass was aber in amerikanischen Büchern nicht so viel ausmacht. In Gegensatz zu deutschen Werken wo die Trennlinie zum Medialen Zirkus zu dünn und die Versuchung schlechte Promi-Witze zu reißen zu groß ist, nimmt es sich schon fast etwas exotisch aus wenn eine Malerin und ein Kunstexperte unter ein und dem selben Dach wohnen. Ja, sie haben keine wirklichen Probleme, und wenn (wie die Hochzeitsvorbereitungen) werden jene nur am Rande erwähnt um, wohltuend, nicht von der hauptsächlichen Geschichte abzulenken.
Die ist gekonnt zu Papier gebracht und überrascht den Leser manchmal mit solchen Einwürfen wie Kunst und Kultur, einer fiktiven Biographie eines Russischen Malers oder auch so manch Fantastischen Moment. Die Kunst -Parts waren mir am Anfang etwas zu dominant (wie die Jagd nach Beweisen für das Bild) fügen sich jedoch recht gut in den Kontext des Gesamten ein.
Eine rundum gelungene Sache...aber...
Zwei Dinge die mir sauer aufgestoßen sind und Levy ordentlich Punkte kosten waren zum einem das plumpe Fax an Anna, das Jonathan mit der Anrede
Clara beginnt. Und zum anderen die Länge des Buches selbst.
Warum der Autor beim Fax so unbeholfen herangegangen ist, anstatt nur Auszüge zu schreiben und erst im Flugzeug, wenn Peter Jonathan über seinen Schreibfehler aufmerksam macht, die kleine Bombe platzen lässt ist mir ein Rätsel.
Genauso ärgerlich ist es dass nach 300 Seiten bereits Schluss ist!
Nicht nur weil mir das Buch gut gefallen hat sondern dass ich mich dem Eindruck nicht erwehren konnte das Levy auf den letzten 50 Seiten immens zum Stressen anfängt. Er schlumpft mit ach und weh alle losen Enden zusammen und darüber hinaus mit einem solch halsbrecherischen Tempo dass es ein Wunder ist dass er sich nicht irgendwo verhaspelt hat.
Und gerade den letzten Kritikpunkt finde ich ziemlich schade, denn hätte er sich noch mal 40-60 Seiten Zeit gelassen hätte er auch in Ruhe ein wenig mehr dramatisches Moment in die Beziehung zwischen Jonathan und Clara legen können. So jedoch verpasst man schon fast die bedeutenden Momente des Buches weil es zack, zack, zack und ENDE geht.
Wie gesagt, einfach nur schade.
Fazit:
gute

Sollte er solche Schnitzer in Zukunft vermeiden ist die 4. Ratte auf jeden Fall sein und die 5. ...??
NtM
Edit:
Warum ist dieser Thread nicht im Bereich für
Liebesromane & Frauenliteratur zu finden???