Autor Thema: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns  (Gelesen 1413 mal)

Offline sandhofer

  • Mitglied
  • Beiträge: 7831
    • litteratur.ch
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #15 am: 26. Oktober 2012, 17:02:40 Nachmittag »
Hätte ich jetzt als "Novelle" bezeichnet. 104 Seiten (in meiner Ausgabe) ist noch kein Roman. Das fängt bei 700 Seiten oder so an ...  :breitgrins:
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Offline SanguisSuavis

  • Mitglied
  • Beiträge: 84
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #16 am: 26. Oktober 2012, 17:24:20 Nachmittag »
*g* das wurde in den 1930er Jahren noch anders gesehen, wobei der Roman in der von mir genannten Ausgabe auf 240 Seiten beziffert wird und für mich Kurzgeschichten max. 50 Seiten umfassen. Novelle mag durchaus zutreffend sein.

Offline Juggalette

  • TiefseeLtaucherin
  • Mitglied
  • Beiträge: 2383
  • Na terra onde fores viver, faz como vires fazer.
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #17 am: 26. Oktober 2012, 17:28:28 Nachmittag »
Hach, hier wird aber auch wirklich jedes Wort in die Waagschale gelegt...  :zunge: Und jap, ich meinte Der Fall Charles Dexter Ward.
:leser:
Josephine Angelini - Starcrossed
Vikas Swarup - Immer wieder Gandhi

SuB: 261

Offline SanguisSuavis

  • Mitglied
  • Beiträge: 84
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #18 am: 26. Oktober 2012, 17:50:12 Nachmittag »
Hach, hier wird aber auch wirklich jedes Wort in die Waagschale gelegt...  :zunge: Und jap, ich meinte Der Fall Charles Dexter Ward.

*g* gute Philosophie um im Schmelztiegel der Fragen das Juwel der Wahrheit(en) ans Licht zu bringen, besteht immer aus einer großen Waagschale ;-)

Offline vallenton

  • Mitglied
  • Beiträge: 469
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #19 am: 27. Oktober 2012, 13:06:08 Nachmittag »
Ich hatte eigentlich vor das Buch etwas später zu lesen, aber angeregt durch diesen Thread
habe ich mir das Buch -Chronik des Cthulhu-Mythos I-, aus dem Festa Verlag, bereits schon
heute vorgenommen.

Lese gerade die erste Geschichte Dagon.

Offline SanguisSuavis

  • Mitglied
  • Beiträge: 84
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #20 am: 27. Oktober 2012, 15:24:56 Nachmittag »
Ja die beiden Bände habe ich mir letztes Jahr bei Erscheinen auch besorgt.
Viel Spaß bei der Lektüre und mit den ungeahnten Schrecken aus der Tiefe ^^

Offline vallenton

  • Mitglied
  • Beiträge: 469
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #21 am: 30. Oktober 2012, 12:31:05 Nachmittag »
Das Buch ist jetzt zur Hälfte durch. Momentan stecke ich der Geschichte Der Fall Charles Dexter Ward.
Die Höhepunkte waren bisher ohne Frage Der Ruf des Cthulhu und Die Farbe aus dem All.

Wobei letztere Geschichte wohl eine der wenigen ist, bei der die Bedrohung aus dem Weltall kommt
und nicht aus dem Meer oder der Erde. Echt krass was der Familie Gardner wiederfahren ist.

Auch Cthulhu ist eine immer wiederkehrende Bedrohung, die gleichfalls in der ersten Geschichte Dagon
schon angedeutet ist. Genau wie wie der Maat Johanson in Der Ruf des Cthulhu erlebt der namenlose
Erzähler das Auftauchen der "Insel" aus dem Meer und findet dort etwas, dass ihn bis zu seinem Tod
nicht mehr losläßt.

Ophelia

  • Gast
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #22 am: 30. Oktober 2012, 12:34:03 Nachmittag »
Die Farbe aus dem All.

Großartige Geschichte, oder? Ich sehe schon, ich muss mir mal wieder ein paar Geschichten zu Gemüte führen. Der morgige Halloweentag wäre der geeignete Anlass.

Offline vallenton

  • Mitglied
  • Beiträge: 469
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #23 am: 30. Oktober 2012, 12:50:38 Nachmittag »
In der Tat.
Was ich aber nicht verstehe ist, warum Gardner mit seiner Familie den Hof nicht verlassen hat.
Gut, es war sein Zuhause, das gibt man nicht so einfach auf, aber bevor ich zusehen muss wie
meine Frau wahnsinnig wird und mir die Kinder wegsterben reagiere ich doch auf die Bedrohung.
Gardner macht aber gar nichts und das Ergebnis ist absolut erschütternd.

Offline SanguisSuavis

  • Mitglied
  • Beiträge: 84
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #24 am: 30. Oktober 2012, 13:28:06 Nachmittag »
In der Tat.
Was ich aber nicht verstehe ist, warum Gardner mit seiner Familie den Hof nicht verlassen hat.
Gut, es war sein Zuhause, das gibt man nicht so einfach auf, aber bevor ich zusehen muss wie
meine Frau wahnsinnig wird und mir die Kinder wegsterben reagiere ich doch auf die Bedrohung.
Gardner macht aber gar nichts und das Ergebnis ist absolut erschütternd.

Aber das ist doch der Punkt. Wenn alles so logisch und rational wäre, dann wäre der Horror nicht da ^^ Gerade das ohnmächtige Mitansehen des Grauens fügt sich als Mosaikstein in den Gesamtalptraum. Nicht denken - fühlen! Und insbesondere die Tragik, dass Gardner ohnmächtig und zu phlegmatisch war, zu reagieren, geradezu erstarrt, ist ja auch ein reizvoller Aspekt. Somit gesellt sich zu dem nicht fassbaren, abstrakten Grauen auch noch der menschliche Horror sozusagen.

Offline vallenton

  • Mitglied
  • Beiträge: 469
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #25 am: 30. Oktober 2012, 13:31:35 Nachmittag »
Also ist der Horror nicht das, was der Meteorit aus dem All mitgebracht hat, sondern vielmehr die Unlogik
die in Gardners handeln (oder eben nichthandlen) steckt? :gruebel:

Offline SanguisSuavis

  • Mitglied
  • Beiträge: 84
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #26 am: 30. Oktober 2012, 13:59:38 Nachmittag »
Also ist der Horror nicht das, was der Meteorit aus dem All mitgebracht hat, sondern vielmehr die Unlogik
die in Gardners handeln (oder eben nichthandlen) steckt? :gruebel:

Kann es sein dass du ein typisch männliches Rationalitätsproblem hast? *gg*
Hast du schon mal erlebt dass z. B. auch bei Shakespeare alle Charaktere rational handeln (ich sage nur Hamlet und Ophelia)? Das ist doch die Tragik. Leidenschaften, oder im Falle von Lovecrafts Farbe aus dem All das Phlegmatische, verschärfen die Spirale der Dramatik. Hast du noch nie eine totale Antriebslosigkeit verspürt, die du nicht erklären konntest?
Wenn du was rationales suchst, empfehle ich doch eher Dissertationen ^^ Oder zumindestens Wissenschaftsromane. Lem würde wohl eher passen. Lovecraft beschäftigt sich mit u. a. Abgründen in der menschlichen Seele, mit Rationalität kommst du da nicht weiter, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass in - um mit Carl Jaspers zu sprechen - "Grenzsituationen" der Verstand aussetzt und nur noch Ängste und Triebe die Oberhand gewinnen.

Offline sandhofer

  • Mitglied
  • Beiträge: 7831
    • litteratur.ch
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #27 am: 30. Oktober 2012, 16:06:44 Nachmittag »
Vielleicht ist es ja auch - ganz rational - das erste Symptom der Krankheit?

(Was ich zwar nicht glaube, Lovecraft will wohl einfach die Stumpfheit des menschlichen Lebens und der "Hinterwäldler" im Speziellen darstellen. Solche stumpfen Typen auf demLand gibt's bei ihm ja zu Hauf.)
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen. (Karl Kraus)

Offline vallenton

  • Mitglied
  • Beiträge: 469
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #28 am: 31. Oktober 2012, 23:39:49 Nachmittag »
...

Schade, ich dachte man könnte sich hier über die Geschichten mal austauschen.
Offensichtlich ist das nicht so. Wenn man jetzt schon bei einem Hinweis auf mangelnde
Logik in einer Geschichte zu hören bekommt, man sollte lieber Dissertationen lesen, hat
sich die Sache hier für mich erledigt.

Jeder der die Geschichte wirklich gelesen hat weiß, dass Gardner nicht von Ängsten oder
Trieben geleitet wurde oder stumpfsinnig oder dumm war, sondern nur im Bezug auf seine
Familie nichts unternommen hat. Er hat seinen Hof weiterhin bewirtschaftet und nach Alter-
nativen gesucht als dort nichts mehr wuchs, er hat weiter am Gemeindeleben teilgenommen
und und und. Da sind keine Ängste gewesen.

Ist aber auch egal, das Thema habe ich hier durch.

Offline SanguisSuavis

  • Mitglied
  • Beiträge: 84
Re: H.P. Lovecraft - Berge des Wahnsinns
« Antwort #29 am: 01. November 2012, 00:45:37 Vormittag »
...

Schade, ich dachte man könnte sich hier über die Geschichten mal austauschen.
Offensichtlich ist das nicht so. Wenn man jetzt schon bei einem Hinweis auf mangelnde
Logik in einer Geschichte zu hören bekommt, man sollte lieber Dissertationen lesen, hat
sich die Sache hier für mich erledigt.

Jeder der die Geschichte wirklich gelesen hat weiß, dass Gardner nicht von Ängsten oder
Trieben geleitet wurde oder stumpfsinnig oder dumm war, sondern nur im Bezug auf seine
Familie nichts unternommen hat. Er hat seinen Hof weiterhin bewirtschaftet und nach Alter-
nativen gesucht als dort nichts mehr wuchs, er hat weiter am Gemeindeleben teilgenommen
und und und. Da sind keine Ängste gewesen.

Ist aber auch egal, das Thema habe ich hier durch.

Schade, dass es Selbstreflexion offenbar nur selten im Angebot gibt und ebenfalls Humor. Wenn du genau gelesen hast, habe ich das mit der Dissertation als humoristische Provokation verwendet (^^ sind Augenbrauenzwinkern). Wenn du tatsächlich so zartbesaitet bist, dass du mit solch schwacher Kritik nicht klarkommst und dich sofort zurückziehst, tut es mir leid. Ich nehme mir lieber Reich-Ranicki und das literarische Quartett als Vorbild, da gings immer hoch her, aber das was man dabei an Gedanken, Gefühlen und Vorstellungen anderer jenseits der Logik mitbekam, war es mehr als wert.