Hier kommt meine erste Rezi im Rahmen des SUB-Wettbewerbs 2007.
Inhalt:Christopher Boone ist fünfzehn und hasst die Farben Gelb und Braun, mag es nicht, wenn sich verschiedene Lebensmittel auf seinem Teller berühren und beginnt zu schreien, sobald ihn jemand berührt oder zu viele Leute um ihn sind. Christopher leidet unter einer bestimmten Form des Autismus, kommt aber dank festem Tagesplan und der Hilfe seines Vaters gut mit seinem Alltag zurecht, so lange alles seinen geregelten Gang geht. Dann allerdings geschieht etwas, dass ihn aus seiner festen Routine reißt: Der Pudel seiner Nachbarin wird ermordet. Christopher begibt sich auf höchst unkoventionelle Art auf die Suche nach dem Mörder und entdeckt dabei, dass der Hundemord viel mit seiner eigenen Lebensgeschichte zu tun hat und es ihm unmöglich sein wird, sein Leben wie gewohnt in Stille und Einsamkeit zu verbringen...
Meine Meinung:Vorweg schon mal mein Fazit: "Supergute Tage" ist ein schönes, gut zu lesendes Buch, das mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich habe es im Original gelesen, das Englisch ist leicht zu lesen, aber voller Wortwitz und hinter all der Lakonie, mit der Christopher sein Leben schildert, steckt doch irgendwie Tragik. Zu Beginn noch eher lustig und außergewöhnlich, gibt es doch immer wieder Passagen, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt. So zum Beispiel wenn Christopher erzählt, dass er sich einmal aus einem fahrenden Auto warf, da er seine Mitfahrer auf so engem Raum nicht ertragen konnte, oder wenn der Junge sich in die Hosen macht wenn er aus Ekel vor seinen Mitmenschen keine öffentliche Toilette besuchen kann.
Die Gratwanderung zwischen Humor und Tragik macht für mich die Hauptsache des Buches aus, auch wenn ich das Klischee von der "liebenswert rührenden" Hauptfigur eigentlich nicht mag; Christophers Figur ist einfach gut gelungen. So hat er sich zum Beispiel das große Ziel gesetzt, auf seiner Sonderschule einen Abschluss zu machen, um dann Mathe und Physik studieren zu können, damit er irgendwann einen Betreuer für sich bezahlen kann, wenn sein Vater sich nicht mehr um ihn kümmern kann - mit ähnlich bestechender, aber teilweise bestürzender Logik geht der Junge sein ganzes Leben und das Geheimnis um den Hundemörder an.
Sicher, es werden Klischees bedient (so ist Christopher beispielsweise ein wahres Zahlengenie und hat ein fotographisches Gedächtnis), und ja, besonders tiefschürfend ist der Roman auch nicht. Aber er bietet eine außergewöhnliche Hauptfigur, eine skurille Story und beschert ein paar äußerst nette Lesestunden. Was mir besonders gut gefallen hat war die Art und Weise, Christophers Eigenheiten humorvoll aufzuzeigen, sich aber nie über sie lustig zu machen. Trotz all seiner Ängste und Panikanfälle ist Christopher ein starker Charakter, der alle anfallenden Schwierigkeiten bewältigt.
Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen, besonders im Original. Denjenigen, die "Supergute Tage" schon kennen und denen es ebenso gefallen hat wie mir kann ich außerdem noch "Extrem laut und unglaublich nah" von Jonathan Safran Foer ans Herz legen, denn hier gibt einen ähnlich ungewöhnlichen 9jährigen Protagonisten, der sich ebenfalls auf die Suche nach der Lösung eines großen Rätsels macht.
