Autor Thema: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers  (Gelesen 2899 mal)

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Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« am: 19. Oktober 2012, 13:08:03 Nachmittag »


Der Militärhistoriker Ambrose erzählt hier auf Basis von zahlreichen Interviews mit Überlebenden die Geschichte der Fallschirmjäger von der "Easy Company", Bestandteil der 101st Airborne Division, die wesentlich an der Landung in der Normandie beteiligt war.

Im heißen Sommer 1942 beginnt die knallharte Ausbildung der meist sehr jungen Männer in Camp Toccoa, Georgia. Unerbittlicher Drill und ein Ausbilder, den man getrost als Drecksack bezeichnen kann, machen den Jungs das Leben schwer und sind andererseits genau das, was sie zu einer so eingeschworenen Truppe zusammenschweißt. Nach Ausbildungsende geht es per Schiff nach England, wo die streng geheimgehaltenen Vorbereitungen für "D-Day" laufen, bis am 6. Juni 1944 der Moment kommt, auf den sie so lange hingearbeitet und auch hingefiebert haben.

Bereits in der Normandie sind die Verluste zahlreich; im weiteren Kriegsverlauf wird Easy Company in Holland und Belgien eingesetzt. Bei Bastogne leben sie wochenlang bei eisigen Temperaturen und miserabler Versorgungslage unter freiem Himmel, ständig unter Beschuss - eine wahre Hölle auf Erden, gegen die die letzten Einsätze im Elsass und zum endgültigen Kriegsende in Deutschland schon beinahe ein Kinderspiel zu sein scheinen.

Wenn mir noch vor einem Jahr jemand gesagt hätte, ich würde freiwillig ein solches Buch lesen und auch noch mögen, hätte ich ihm garantiert den Vogel gezeigt. Die häufige Erwähnung der auf diesem Buch basierenden Fernsehserie hat mich neulich schon zu den Erinnerungen der Easy-Veteranen Bill Guarnere und Edward Heffron greifen lassen, nun interessierte mich auch das Gesamtbild der legendären Kompanie.

Ambrose hat mich von Anfang an gefesselt mit seiner sehr lebendigen Darstellung der Männer mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen und Eigenheiten und des unglaublichen Zusammenhalts zwischen den Jungs. (Ich glaube, es war David Kenyon Webster, der seine Rückkehr nach einer Verwundung zur "Easy" quasi als "Nachhausekommen" empfand, obwohl es bedeutete, dass er wieder an die Front musste - aber er wusste, dass er sich auf seine Kameraden blind verlassen konnte.)

Das Kriegsgeschehen ist sehr eindrücklich beschrieben, ohne zu beschönigen oder zu verherrlichen. Den Tribut, den der Krieg nicht nur körperlich, sondern auch und vor allem seelisch von den Soldaten fordert, macht das Buch ziemlich deutlich, gerade im letzten Kapitel, das den weiteren Lebensweg einiger Easy-Männer nachzeichnet. Dennoch gab es auch einige herrlich komische Momente (boys will be boys, auch in Kriegszeiten ...)

Für alle, die sich ein wenig für die Materie interessieren, eine definitive Empfehlung!

4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2012, 15:47:16 Nachmittag von Valentine »
Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.
Wolfgang Herrndorf, Tschick

Offline Grisel

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #1 am: 19. Oktober 2012, 17:13:28 Nachmittag »
Für alle, die sich ein wenig für die Materie interessieren, eine definitive Empfehlung!

Darf ich mal wieder fragen, wofür es den Abzug gab? Nicht, dass 4,5 keine fantastische Bewertung wäre, ich bin nur neugierig.

Obwohl ich die TV-Serie großartig fand und in sehr liebevoller Erinnerung habe, hat mich das Buch bislang nicht so gereizt, wohl auch weil 2. WK trotz allem immer noch ein Thema ist, dem ich mich sehr zögerlich nähere. Aber Deine Begeisterung für das Buch, beste Valentine, hat mich zumindest dazu bewogen, darüber nachzudenken. Ich könnte mal wieder das Schicksal entscheiden lassen, wenn mir das Buch mal über den Weg läuft.

Offline Valentine

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #2 am: 19. Oktober 2012, 18:19:51 Nachmittag »
Du willst immer alles ganz genau wissen, ne? :breitgrins:

Ich bin ja immer etwas pingelig, was fremdsprachige Begriffe angeht, und hätte es schon schön gefunden, wenn Ambrose es hingekriegt hätte, das deutsche Wort "Adlerhorst" richtig zu schreiben. So ein paar kleine Ungenauigkeiten bei deutschen und französischen Einsprengseln haben sich immer mal wieder eingeschlichen. Das gibt Abzüge in der B-Note. Und manchmal hätte ich mir noch mehr Detailinfos zu den Personen gewünscht, was aber beim Porträt einer kompletten Kompanie einfach schwierig ist.

Volle 5 Punkte vergebe ich aber auch wirklich nur für Bücher, die mich so richtig, richtig umgehauen haben ;) (So wie bei den Herren Guarnere und Heffron mit ihren sehr emotional gefärbten Erinnerungen an die Easy Company.)

Aber alles in allem habe ich das hier, wie gesagt, auch sehr gerne gelesen. Es war beileibe nicht die trockene Strategie- und Schlachtenabhandlung, die man vielleicht vermuten könnte. An einigen Stellen standen mir die Tränen in den Augen (und ein paarmal hätte ich mich auch wirklich wegschmeißen können vor Lachen, zum Beispiel beim Kommentar zum ausgeräumten Weinkeller irgendeiner Nazigröße so nach dem Motto "Wie das endete, ist auf dem Foto von Lewis Nixon am VE Day zu sehen", der im Foto-Teil reichlich zerknautscht neben einem Haufen leerer Flaschen abgebildet ist :breitgrins: ).

Außerdem hat mir das Buch großen Appetit auf die Memoiren einiger weiterer Easy-Männer gemacht. Ambrose zitiert besonders oft David Kenyon Websters Tagebücher (der Mann konnte wirklich schreiben!) oder auch die Erinnerungen von Dick Winters, der später ja auch ein Buch geschrieben hat.
« Letzte Änderung: 19. Oktober 2012, 18:22:08 Nachmittag von Valentine »
Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.
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Offline Grisel

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #3 am: 19. Oktober 2012, 19:05:44 Nachmittag »
Du willst immer alles ganz genau wissen, ne? :breitgrins:

Entschuldige, ich bin einfach neugierig, warum es "Punktabzug" gibt, wenn ich im Text nichts von Kritikpunkten lese. Was keine Kritik an Deiner Rezension ist, nur simple Neugier!

Zitat
Außerdem hat mir das Buch großen Appetit auf die Memoiren einiger weiterer Easy-Männer gemacht. Ambrose zitiert besonders oft David Kenyon Websters Tagebücher (der Mann konnte wirklich schreiben!) oder auch die Erinnerungen von Dick Winters, der später ja auch ein Buch geschrieben hat.

Haben die alle geschrieben? Dann war der Trupp ja echt ein gefundenes Fressen für die HBO-Serie. Aber dann merke ich mir für den Hinterkopf wohl eher die beiden Umhauerinnerungen.

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #4 am: 20. Oktober 2012, 01:10:10 Vormittag »
Entschuldige, ich bin einfach neugierig, warum es "Punktabzug" gibt, wenn ich im Text nichts von Kritikpunkten lese. Was keine Kritik an Deiner Rezension ist, nur simple Neugier!

Passt schon, brauchst Dich nicht zu entschuldigen ;)

Zitat
Haben die alle geschrieben? Dann war der Trupp ja echt ein gefundenes Fressen für die HBO-Serie. Aber dann merke ich mir für den Hinterkopf wohl eher die beiden Umhauerinnerungen.

Bill Guarnere und "Babe" Heffron haben gemeinsam ein Buch geschrieben, das ich auch schon mal hier rezensiert hatte. Das fand ich richtig klasse.

Ich glaube, vor der TV-Serie gab es nur die Erinnerungen von Webster, der Rest kam meines Wissens später (da kann ich mich aber auch irren). Einige der Jungs hatten ja auch nach dem Krieg noch ein ziemlich bewegtes Leben. Buck Compton war z.B. als Jurist (Staatsanwalt?) an der Verurteilung des Mörders von Bobby Kennedy beteiligt.

Bei den Amazonen habe ich spontan die Memoiren von Winters, Webster, Don Malarkey, Compton und Shifty Powers gefunden, nebst einigen anderen allgemeiner gefassten Büchern über die Easy Company.

Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.
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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #5 am: 20. Oktober 2012, 11:28:04 Vormittag »
Bill Guarnere und "Babe" Heffron haben gemeinsam ein Buch geschrieben, das ich auch schon mal hier rezensiert hatte. Das fand ich richtig klasse.

Das habe ich mal gemerkzettelt, danke! Ist hier wohl ein Fall vom steten Tropfen.  :breitgrins:

Zitat
Ich glaube, vor der TV-Serie gab es nur die Erinnerungen von Webster, der Rest kam meines Wissens später (da kann ich mich aber auch irren).

An Webster kann ich mich erinnern, aus der TV-Serie. Das war der Intellektuelle (und in der Serie extrem Hübsche), wo ich dann bekümmert erwikit habe, was später aus ihm geworden ist.

Zitat
Bei den Amazonen habe ich spontan die Memoiren von Winters, Webster, Don Malarkey, Compton und Shifty Powers gefunden, nebst einigen anderen allgemeiner gefassten Büchern über die Easy Company.

Wow. Waren die vorher schon so prominent oder hat die Serie nachgeholfen? Geschadet hat sie sicher nicht.

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #6 am: 20. Oktober 2012, 11:38:11 Vormittag »
Das habe ich mal gemerkzettelt, danke! Ist hier wohl ein Fall vom steten Tropfen.  :breitgrins:

Der stete Tropfen hat ja auch bei mir bestens gewirkt :breitgrins:

Zitat
An Webster kann ich mich erinnern, aus der TV-Serie. Das war der Intellektuelle (und in der Serie extrem Hübsche), wo ich dann bekümmert erwikit habe, was später aus ihm geworden ist.

Das fand ich auch sehr schade zu lesen :traurig: (Und, wow, der Darsteller ist ja wirklich schnuckelig :herz: )

Zitat
Wow. Waren die vorher schon so prominent oder hat die Serie nachgeholfen? Geschadet hat sie sicher nicht.

Wenn ich Ambrose richtig verstanden habe, war die 101st schon vorher ziemlich legendär - war ja die erste richtige US-Fallschirmjägertruppe überhaupt. Die meisten der genannten Bücher sind aber, wie gesagt, meines Wissens erst nach der Serie rausgekommen, die die Easy Company für ein breiteres Publikum bekannt gemacht hat. Nagel mich darauf aber nicht fest.
Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.
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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #7 am: 20. Oktober 2012, 12:22:39 Nachmittag »
Wenn ich Ambrose richtig verstanden habe, war die 101st schon vorher ziemlich legendär - war ja die erste richtige US-Fallschirmjägertruppe überhaupt. Die meisten der genannten Bücher sind aber, wie gesagt, meines Wissens erst nach der Serie rausgekommen, die die Easy Company für ein breiteres Publikum bekannt gemacht hat. Nagel mich darauf aber nicht fest.

Einverstanden.  :breitgrins:
Aber sehr interessant! Vielen Dank, dass Du die Info so schön zusammenträgst.

Offline Valentine

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #8 am: 20. Oktober 2012, 13:50:40 Nachmittag »
Aber gerne doch. Ich habe gerade so einen kleinen Band-of-Brothers-Flash. (Äh, wie war das noch mit "eine Valentine machen"? :lachen: )
Die Welt ist schlecht, und der Mensch ist auch schlecht. Das hatten mir meine Eltern erzählt, das hatten mir meine Lehrer erzählt, und das Fernsehen erzählte es auch: Der Mensch ist schlecht. Und vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.
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Offline Grisel

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #9 am: 20. Oktober 2012, 16:13:05 Nachmittag »
Aber gerne doch. Ich habe gerade so einen kleinen Band-of-Brothers-Flash. (Äh, wie war das noch mit "eine Valentine machen"? :lachen: )

Als Urmutter dieses Begriffs kann das keiner besser als Du.  :breitgrins:
Dann weiterhin viel Spaß mit Deiner literarischen BoB-Valentine und dass Du uns ja an den Erkenntnissen teilhaben lässt!

Offline Llyren

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #10 am: 22. Oktober 2012, 23:40:24 Nachmittag »
Ich finde es witzig, dass Du Deine Rezi gerade am 19. gepostet hast. Gerade den Abend die Nacht davor habe ich nämlich endlich erstmals in die Serie reingeschaut.
Und am Wochenende in zwei Sessions beendet. Jetzt müssen natürlich die Bücher her und die entsprechenden Pakete sind auch bereits unterwegs  :breitgrins:

Das hier ist natürlich ein Muss, aber gerade bei der Auswahl der restlichen habe ich mich schwergetan. Neben denen, die Du aufgelistet hast, tummeln sich nämlich noch eine ganze Reihe anderer, sowohl Autobiographien als auch Erinnerungssammlungen, Biographien etc. Da drängt sich bei mir so ein bisschen der Eindruck auf, dass eben gerade nach dem Erfolg der Serie jetzt alles in diesem Zusammenhang veröffentlich wird, was da ist. Was natürlich auch nicht heißen muss, dass sie deswegen schlecht sind.
Zitat von: Valentine
Die meisten der genannten Bücher sind aber, wie gesagt, meines Wissens erst nach der Serie rausgekommen, die die Easy Company für ein breiteres Publikum bekannt gemacht hat. Nagel mich darauf aber nicht fest.
Ja, den Eindruck hatte ich auch. Wobei aber zumindest bei ein oder zwei dabeistand, dass die Memoiren eigentlich schon kurz nach dem Krieg vorgelegen hätten, damals aber abgelehnt wurden. Aber frag mich jetzt nicht, welche das war.

Ich bin noch etwas unsicher, ob mich die Bücher vom Stil her überzeugen können, aber ich werde sehen.

Zitat von: Valentine
Das Kriegsgeschehen ist sehr eindrücklich beschrieben, ohne zu beschönigen oder zu verherrlichen.
Darauf setze ich große Hoffnungen. Es ist ein schmaler Grat zwischen einer schlimmen Situation (Krieg, Tod) mit tapferen/"heldenhaften" Handlungen und Beschreibungen, die überzogen verherrlichend ins Pathos abdriften.
Even when reading is impossible, the presence of books acquired produces such an ecstasy that the buying of more books than one can read is nothing less than the soul reaching towards infinity... We cherish books even if unread, their mere presence exudes comfort, their ready access reassurance.
- A. E. Newton

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Offline Valentine

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #11 am: 23. Oktober 2012, 10:30:37 Vormittag »
Sicher war der Erfolg der Serie für die Verlage Anlass, Erinnerungen und anderes zu veröffentlichen, wofür es zuvor keinen Markt gab. In den ersten Jahr(zehnt?)en nach dem Krieg wollte kaum jemand etwas darüber lesen - der Krieg war ja in den USA schon so gut wie vergessen, als die letzten Soldaten einige Monate nach Kriegsende nach Hause kamen.

Ich kenne bisher nur das Buch von Guarnere und Heffron, aber z.B. von Winters, Compton oder Webster verspreche ich mir auch einiges. Werde berichten, wenn ich sie gelesen habe.
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Offline tina

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #12 am: 08. November 2012, 20:58:55 Nachmittag »
Ich habe gestern mit diesem Buch begonnen, da ich nur dieses in meiner Tasche hatte. Oh weh  :rollen:. Ich habe das erste Kapitel gelesen und jetzt würde ich es am liebsten weiterlesen und zwar am Stück, aber... dummerweise lese ich gerade schon drei andere Bücher. Jetzt muss ich mich mir wohl einen Schlachtplan überlegen.

Wie schon gesagt, war das erste Kapitel äußerst interessant. Es beginnt mit Camp Toccoa. Dort werden die Soldaten und Offiziere der Fallschirmspringereinheit ausgebildet und diese Ausbildung ist kein Zuckerschlecken. Leider gibt es auch hier, wie in jeder Einheit einen Kotzbrocken, der seine Macht ausnutzt und die Soldaten nach Gutdünken und Sympathie oder Antipathie bevorzugt oder niedermacht. Allerdings gibt es einen Vorteil: Die Jungs sind extrem gut und ausdauerfähig.
Am interessantesten fand ich allerdings die Gründe sich zu solch einer Gruppe zu melden.

Zitat
But they really volunteered to jump out of airplanes for two profound, personal reasons. First, in Robert Rader’s Words, “The desire to be better than the other guy took hold”. Each man I his own way had gone through what Richard Winters experienced: a realization that doing his best was a better way of getting through the Army than hanging around with the sad excuses for soldiers they met in the recruiting depots or basic training. They wanted to make their Army time positive, a learning and maturing and challenging experience.
Second, they knew they were going into combat, and they did not want to go in with poorly trained, poorly conditioned, poorly motivated draftees on either side of them. As to choosing between being a paratrooper spearheading the offensive and an ordinary infantryman who could not trust the guy next to him, they decided the greater risk was with the infantry. When the shooting started, they wanted to look up to the guy beside them, not down.


Die Fallschirmspringereinheit bestand nur aus Freiwilligen und erstaunlicher Weise, zum größten Teil aus Männern, die in Friedenszeiten nicht der Army angehören und aus allen Gesellschaftsschichten stammen. Vom Farmer bis zum Yale-Absolventen.

Es wird sehr gut beschrieben wie wichtig diese Kameradschaft ist, vor allem dahingehend, dass sie Leben rettet und die Jungs so weit brachten, dass sie bereit waren füreinander zu sterben.

Wenn es auch noch ein wenig dauern wird, so werde ich doch weiter lesen und ich kann nur sagen, dass ich schon sehr gespannt bin mehr zu erfahren. 

Vielen Dank Valentine für diese Leseanregung und viele Grüße Tina
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Offline Valentine

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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #13 am: 09. November 2012, 09:31:13 Vormittag »
Mir ging es ja genauso, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, weil es so viel spannender geschrieben war, als ich erwartet hätte.

Captain Sobel ist wirklich ein A*** - aber umso besser gefielen mir die Streiche, die sie ihm gespielt haben  :breitgrins:
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Re: Stephen E. Ambrose - Band of Brothers
« Antwort #14 am: 09. November 2012, 23:54:36 Nachmittag »
Na, dann bin ich mal gespannt. Ich finde das Buch vor allem so faszinierend, weil es eine wahre Geschichte ist. Ich finde, das ist dann ein noch viel intensivere Leseerlebnis, als bei einer fiktiven Geschichte. Vielleicht werde ich morgen doch noch das nächste Kapitel lesen. Ich hoffe nur, dass ich mich dann nicht wundere, warum Gabriel und Bathsheba nicht mehr vorkommen. :breitgrins:
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