Autor Thema: William Shakespeare - Othello  (Gelesen 484 mal)

Offline tina

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William Shakespeare - Othello
« am: 11. Oktober 2012, 00:47:55 Vormittag »
William Shakespeare – Othello

OT: The Tragœdy of Othello, the Moor of Venice
OA: 1622
320 Seiten
ISBN: 978-3423124829

Inhalt:
So unverhohlen rassistisch kommentierte der englische Romantiker Coleridge seinerzeit den ›Othello‹. Was damals als »Schnitzer« des Autors Shakespeare angesehen wurde, die schwarze Haut des Helden, macht das Stück heute brandaktuell - die Auseinandersetzung mit dem Fremdenhaß. ›Othello‹ gehört auf den deutschen Bühnen zu den meistgespielten Dramen Shakespeares. (Quelle: Amazon)

Eigene Meinung:
Wieder ein Mal hat Shakespeare es geschafft, dass ich mich ein Stück von ihm von der ersten bis zur letzten Seite fesselte. Dieses Drama behandelt so viele Themen, welche auch heute noch, fast 400 Jahre später nicht fremd sind. Verleumdung, Rache, gekränkte Eitelkeit, Rassismus und mangelndes Vertrauen, um nur ein paar aufzuzählen. Die Protagonisten haben sehr starke Charaktere und sie rufen Mitgefühl, Wut, Fassungslosigkeit und Traurigkeit durch ihre Dialoge in uns hervor. Es fiel mir ausgesprochen schwer, das Buch zur Seite zu legen.
Ein stark berührendes und sehr emotionales Stück, welches man mit Sicherheit nicht vergisst, hat man es ein Mal gelesen.

 5ratten

Tina
Es stimmt, die Erde ist die Wiege der Menschheit, aber der Mensch kann nicht ewig in der Wiege bleiben. Das Sonnensystem wird unser Kindergarten. Konstantin Ziolkowski

 :buecherstapel:
Tina's SUB
:leser:
Carson McCullers - Das Herz ist ein einsamer Jäger
Markus Flor - Wo Samstags immer Sonntag ist
C.S. Lewis - Narnia

SLW2014 7/15

Offline British_Soul

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Re: William Shakespeare - Othello
« Antwort #1 am: 22. September 2013, 10:37:01 Vormittag »
Ich kann Tina nur zustimmen!

Mich erstaunte sehr, wie leicht und flüssig sich Othello lesen lässt. Normalerweise brauche ich bei Shakespeare immer ein wenig Zeit, um in die Schreib- bzw. Sprechweise hineinzufinden. Daher ist Othello wohl prima als Einstieg in die Werke von Shakespeare geeignet.

Der manipulative Jago ist die interessanteste Figur in der Tragödie - zwar verabscheuenswürdig, aber dennoch interessant!
Othello kann einem nur leidtun und ich frage mich, wie ich an seiner Stelle reagiert hätte. Er ließ sich meiner Meinung nach zu schnell von der Untreue seiner Frau überzeugen - denn bis auf das "Beweisstück" Tuch gab es nur mündliche Zeugnisse, die gegen seine Frau sprachen. So oder so war er von ihrer Schuld überzeugt - entweder sie gesteht oder sie lügt.

Wieder einmal hat mich Shakespeare überzeugt!

4ratten

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they grow there, firm as weeds among stones.

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