Autor Thema: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion  (Gelesen 593 mal)

Offline his her books

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Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« am: 27. September 2012, 22:08:23 Nachmittag »


Zitat:
"Auf dieses Zeichen hin schob der maskierte Inquisitor den Wandschirm neben Laura zur Seite und enthüllte ein Metallgestell, an dem zahlreiche Werkzeuge hingen, mit denen ein normaler Mensch Nägel in die Wand geschlagen, Äpfel geschält oder Rosen geschnitten hätte."
(S. 116)

"Ein halb entkleideter Haufen Mensch lag dort in einer Lache aus Blut, die im Schein der Sonne beinahe unnatürlich schön rot leuchtete."
(S. 287)

Inhalt:
Nach dem Sternenfall finden viele Menschen Zuflucht in Arcadion. Arcadion ist wortwörtlich das Paradies auf Erden. Erschaffen und regiert vom Lux Dei. Ringsum liegt die Welt in Trümmern, Schutt und Asche. Doch auch Arcadion wird von vielen Übeln bedroht. Allen voran bedeuten die Invitros die größte Gefahr für die Gesellschaft.

In dieser Welt lebt die sechzehnjährige Carya. Sie genießt das Privileg, eine höhere Schule besuchen zu dürfen. Außerdem ist Carya Mitglied in der Templerjugend, einer Jugendorganisation des Lux Dei.
Viel Zeit verbringt Carya mit ihrer besten Freundin Rajael. Rajael stellt ihr eines Tages Tobyn, ihren neuen Freund vor. Tobyn jedoch wirkt unruhig und gehetzt. Als er kurz mit Rajael unter vier Augen sprechen will, beobachtet Carya, wie Tobyn ihrer Freundin etwas zusteckt. Dann verschwindet Tobyn, ohne sich zu verabschieden.
Bei einem Ausflug der Templerjugend in den Lichtdom, trifft Carya das erste Mal auf Jonan. Bei einem kurzen Blickkontakt mit Jonan fährt es Carya durch Mark und Bein. Was hat das zu bedeuten? Jonan ist immerhin ein schwarzer Templer, Mitglied der Elitegarde Arcadions.
Jonan trifft bei einem späteren Einsatz in einem Chemielabor auf Tobyn, verwundet ihn und nimmt ihn gefangen. Doch was wollte dieser Tobyn im Invitrolabor?
Am nächsten Tag will Rajael dringend mit Carya sprechen. Sie braucht ihre Hilfe. Rajael weiht Carya in Tobyns Geheimnis ein. Tobyn ist ein Invitro, ein Künstlicher. Rajael bitte Carya um Hilfe. Sie weiß, dass sie Tobyn nicht retten kann, aber sie möchte ihn ein letztes Mal sehen. Carya gelingt es, eine Einladung zur Verhandlung des Invitros zu erhalten. Zusammen mit ihrer Freundin sitzt sie in einer der Zuschauerlogen. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall. Rajael hat Carya offensichtlich nur benutzt. Carya handelt intuitiv. Carya und Rajael gelingt es, aus dem Gebäude zu fliehen. Doch nun verändert sich Caryas Leben schlagartig. Und plötzlich erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe...

Meinung:
Mit Arcadion hat der Autor eine wirklich einzigartige Welt erschaffen, die sehr real auf mich gewirkt hat. Oberflächlich betrachtet ist Arcadion tatsächlich das Paradies auf Erden. Aber wehe, man gräbt etwas tiefer! Dann stößt man auf grausame Wahrheiten und Tatsachen, die man so nicht erwartet hatte.
Ich gebe zu, dass mich die Geschichte nicht von Beginn an völlig in sich aufgesaugt hat. Das mag mitunter auch an den vielen Schachtelsätzen gelegen haben, die ich dann wiederholt lesen musste, um den Inhalt auch aufzunehmen. Aber mit höherer Seitenzahl hatte ich den Eindruck, dass diese immer weniger wurden und letztendlich ganz verschwunden waren. Auch lief es für meinen Geschmack zumindest am Anfang alles etwas zu glatt. Doch als ich zur Meinung gelangt bin, dass nicht mehr viel passieren würde, wurde ich förmlich überrascht. Plötzlich hielt ich das Buch wie gebannt in meinen Händen und war aufgrund der vielen unvorhersehbaren Wendungen absolut gefesselt. Immer, wenn ich dachte, ich weiß wie die nächste Szene ablaufen wird, hat der Autor dann eine für mich unvorhersehbare Wendung eingebaut. Diese Entwicklung hatte ich nach dem doch etwas seichten Einstieg nicht mehr erwartet!

Die Kapitel werden im personalen Erzählstil zum Großteil aus Caryas Sicht erzählt. In einigen Kapiteln erleben wir die Eindrücke von Jonan. In Summe kann man sagen, dass der Autor den Plot damit wirklich gut beschrieben hat.
Seine Charaktere beschreibt Herr Perplies beinahe mehr als vorstellbar. Hier kann man nur sagen: Hervorragend umgesetzt!

Die Hauptprotagonistin Carya ist fest in die Welt Arcadions integriert und wird aufgrund dieses einen Ereignisses von einen auf den anderen Tag aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Man kann Carya als intelligent und hübsch beschreiben. Im Lauf der Geschichte kommt noch eine gehörige Portion Selbstbewusstsein und Stärke hinzu.

Jonan ist ein von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend einprägsamer und präsenter Charakter. Trotz seiner anfänglichen Zugehörigkeit zur für den Leser "bösen Seite" war er mir dennoch gleich sympathisch. Und diese Sympathie hält das ganze Buch lang an. Er vermittelt Ruhe und Besonnenheit und weiß immer, wie der nächste Schritt zu machen ist.

Ein für mich absolut erwähnenswerter Nebenprotagonist ist definitiv Pittlit. Ihm begegnet Carya kurze Zeit nach dem Zwischenfall bei der Verhandlung. Als Straßenjunge strotzt er nur so vor Eigenständigkeit und Freiheitsdrang. Immer hat einen einen frechen Spruch auf den Lippen. Aber in ihm steckt auch noch mehr! Lasst euch überraschen, ihr werdet ihn lieben!

Abschließend kann ich nur nochmals bestätigen, dass hier eine wirklich gute Idee von einer komplexen andersartigen Welt hervorragend umgesetzt wurde. Wer nach den ersten Seiten nicht gleich hundertprozentig in die Geschichte hineinkommt, sollte auf jeden Fall dranbleiben. Ihr werdet mit einem logischen Aufbau, gehöriger Spannung, schlagfertigem Humor und sogar ein wenig Romantik belohnt!

Urteil:
"Flammen über Arcadion" ist mit Sicherheit nicht für zartbesaitete Seelen. Trotz der im Endeffekt zu vernachlässigenden Anlaufschwierigkeiten hat sich das Buch durch seine rasanten Wendungen, überraschenden Szenenwechsel und den sehr vorstellbaren Beschreibungen auf jeden Fall 5 Ratten erkämpft.
Ein Must-Read für alle Fans logisch aufgebauter und einprägsamer Dystopien mit Spannungsbögen, deren Auflösung nicht unbedingt immer den erwarteten Verlauf nimmt.

5ratten
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Offline vallenton

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #1 am: 28. September 2012, 18:38:32 Nachmittag »
Schön zu lesen. Nachdem mir die Magierdämmerung-Trilogie so gefallen hat, habe ich mir
das Buch von Perplies auch gleich auf meine Rezensionsexemplarwunschliste gesetzt.

Offline Tolpan

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #2 am: 30. September 2012, 15:07:55 Nachmittag »
Ist das nicht ein Reihenanfang? Was mich immer interessiert ist inwiefern man das Buch auch einzeln lesen kann. Ist es halbwegs abgeschlossen? Oder hat es gar einen Cliffhanger?
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Offline his her books

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #3 am: 01. Oktober 2012, 18:51:40 Nachmittag »
Einen fiesen Cliffhanger gibt es nicht, man könnte es theoretisch auch als Einzelband lesen, es wird aber durchaus Neugierde für das Folgeband geweckt.
In sich ist dieser erste Band aber meiner Meinung nach zufriedenstellend angeschlossen.

Liebe Grüße

Kay
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Offline Tolpan

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #4 am: 12. Oktober 2012, 09:44:57 Vormittag »
Kurze Rückmeldung. Ich habe mir dieses Buch ja mit meinem Geburtstagsgeld gegönnt (sonst kaufe ich selten Hardcover), bin etwas über die Hälfte und kann in die begeisterten Rezensionen leider überhaupt nicht einstimmen. Ich mag den Stil nicht, Carya ist einfach nur unglaublich naiv und vertrauensselig, die Charaktere sind zum großen Teil blass und emotional berührt mich das Buch kein bisschen. Bin ziemlich enttäuscht bisher.  :sauer:
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Offline his her books

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #5 am: 14. Oktober 2012, 09:20:43 Vormittag »
...schade, dass Dir das Buch irgenwie nicht so liegt. Wenn Dir schon der Schreibstil nicht so gefällt, wird Dich das Buch wahrscheinlich nicht mehr überzeugen können. Das ist dann eher Geschmackssache. Die Charaktere selbst waren nicht sehr tiefgründig, aber für mich dennoch ausreichend beschrieben, weil der Plot aus meiner Sicht gut durchdacht war. Deshalb konnte ich über einige Unebenheiten auch gut hinwegsehen. Ich hoffe aber, dass Du doch noch einen guten Lesegenuss haben wirst!

LG

Kay
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Offline Tolpan

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #6 am: 19. Oktober 2012, 12:22:30 Nachmittag »
Nein, mit dem Stil werde ich einfach nicht warm, habe jetzt auch fast zwei Wochen für das Buch gebraucht, eigentlich lese ich ja schneller. Besonders stört es mich in Dialogen, da werden Aussagen teilweise so ergänzt das es sich wie ein Kinderbuch liest.  :rollen: Emotional hat es mich übrigens bis zum Ende nicht gepackt, die Charaktere erhielten wenn überhaupt nur minimal mehr Tiefe und ich war ziemlich genervt. Den Wandel habe ich Carya auch nicht wirklich abgenommen, das war mir alles zu oberflächlich.

Weil aber trotzdem ein paar nette Ideen drinsteckten gebe ich großzügig *hust*
2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

Ich muss gestehen ... das beste am Buch ist "leider" das Cover.
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Online Spatzi79

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #7 am: 28. Oktober 2012, 10:03:26 Vormittag »
Carya ist 16 und lebt mit ihren Eltern in Arcadion. Sie führt ein behütetes Leben, ist Mitglied in der Jugendorganisation des Lux Dei, des regierenden Ordens, sie ist ein wenig verliebt in den Anführer ihrer Gruppe und hat liebevolle Eltern

Doch eines Tages nimmt ihr Leben eine komplett andere Richtung. Ihre eher regime-kritische Freundin Rajael bittet sie um Hilfe. Ihr Freund Tobyn soll hingerichtet werden. Carya erlangt für sich und Rajael Eintritt zu Tobyns Verhandlung und ist entsetzt über die Vorgehensweise der Machthaber. Sie trifft eine Entscheidung, die ihr Leben in eine komplett andere Richtung lenken wird.
Zu ihrem Glück ist da auch noch Jonan, eigentlich ein Tempelritter und damit ein Militärmitglied, der genau die Machenschaften des Regimes durchsetzt, gegen die Carya sich nun zur Wehr setzt. Doch auch Jonan sieht den Lux Dei kritisch und so tun die beiden sich zusammen und machen sich gemeinsam auf einen abenteuerlichen Weg.

"Flammen über Arcadion" spielt in einer Welt weit in der Zukunft. Wie weit genau, bleibt hier offen, aber die späteren Entwicklungen in der Handlung zeigen, dass doch eine lange Zeit seit unserer Gegenwart vergangen sein muss. Umso erschreckender die zahlreichen Parallelen zu historischen Ereignissen. Da geschichtliches Wissen in dieser Welt keinen hohen Stellenwert hat, ist es kein Wunder, dass Fehler der Vergangenheit offensichtlich geradezu eins zu eins wiederholt werden. So erkennt man als Leser zwar recht schnell, dass Arcadion auf den Grundsteinen des ehemaligen Roms erbaut wurde, den Figuren wie Carya hingegen ist dieses Wissen völlig fremd. Als Leser fühlt man sich auch unwillkürlich an das NS-Regime erinnert, wenn es zum Beispiel um die gnadenlose Verfolgung der sogenannten Invitros geht, künstlich gezeugte Menschen, die einst als Armee und Arbeiter gezüchtet wurden, nun aber gegen die Definition des Lux Dei stehen, was lebenswert ist und was nicht. Auch der Widerstand gegen ein derartiges System wird auch unterschiedliche Weise thematisiert. Begriffe wie Templer und Inqusitoren bringen uns gedanklich sogar noch weiter in die Vergangenheit zurück!

Die Handlung beginnt zwar in Arcadion, aber mir hat die anschließende Reise von Carya und Jonan besonders gut gefallen. Caryas wahre Herkunft blieb mir allerdings ein ziemliches Rätsel und passte für mich nicht so recht in die Geschichte hinein. Andererseits bin ich durchaus gespannt, was sich daraus noch ergeben wird. Interessant fand ich auch, dass die Geschichte nicht geradlinig in eine bestimmte Richtung verläuft, sondern es immer wieder unerwartete Wendungen und Rückschläge gibt.

Etwas mehr Tiefe hätte ich mir bei den Figuren gewünscht. Insbesondere Jonan blieb für mich relativ blass, vor allem am Anfang kam mir seine Entscheidung zum Bruch mit dem System zu schnell. Aber auch mit Carya konnte ich leider nicht wirklich viel anfangen, obwohl sie durchaus sehr sympathisch dargestellt war, war sie mir einerseits zu naiv und dann wieder zu "alleskönnerisch" in manchen Situationen.

Das Buch bildet den Auftakt zu einer Trilogie. Das Ende ist zwar relativ abgeschlossen, aber es bleiben auch einige Fragen offen, nicht zuletzt, was für eine Katastrophe der "Sternenfall" überhaupt gewesen ist, der zu der jetzigen Welt geführt hat.

Der zweite Teil "Im Schatten des Mondkaisers" ist für März 2013 angekündigt, so dass die Wartezeit auf die Fortsetzung immerhin nicht allzu lange ist.

3ratten  :marypipeshalbeprivatmaus:

Offline nirak

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Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #8 am: 05. November 2012, 08:32:16 Vormittag »


Inhalt:
Carya, ein 16jähriges Mädchen lebt in der Stadt Arcadion. Es ist die Zeit nach dem großen „Sternenfall“. Sie erlebt wie die schwarzen Templer einen jungen Mann verhaften und foltern. Für sie bricht eine Welt zusammen. Carya schießt auf die Inquisitoren und ist nun auf der Flucht. Unterwegs lernt sie den Templersoldat Jonah kennen. Er hilft ihr und rettet ihr das Leben. Auch er zweifelt an dem System. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten um nicht zu viel von der Spannung vorwegzunehmen.

Meine Meinung:
„Flammen über Arcadion“ ist der Auftakt zu einer neuen Trilogie von Bernd Perplies.
 Obwohl hier von jungendlichen die Rede ist, habe ich es nicht unbedingt als reines Jugendbuch empfunden. Die Menschen in Arcadion müssen lernen schnell erwachsen zu werden. Parallelen zu historischen Begebenheiten sind wohl von dem Autor gewollt. So ist von Templern die Rede und von der Inquisition. Aber trotzdem wird schnell klar, dass man eine Dystopie liest und nicht etwa einen historischen Roman.

Der Erzählstil von Bernd Perplies ist flüssig zu lesen und spannend gehalten. Seine Darstellungen sind lebhaft und nachvollziehbar. Ich hatte Mühe das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Gut gefallen hat mir, dass man die Handlungsorte durchaus realen Städten zuordnen konnte. Dadurch bekam die Geschichte für mich etwas mehr Authensität. Gleichzeitig war es aber auch erschreckend zu lesen, was uns die Zukunft bringen könnte. So wie der Autor es hier schildert könnte es wohl durchaus dazu kommen.
Die Protagonisten sind lebhaft gestaltet und haben ihre Ecken und Kanten. Im Laufe der Handlung gewinnen sie an Tiefe und mir fiel es leicht mit ihnen mitzufiebern und zu hoffen dass alles gut wird.

Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Die dunklen Farben und die Stadt im Hintergrund passen für mich wunderbar zu der Geschichte zwischen dem Buchdeckel.
Bemängeln muss ich hier lediglich, dass es kein Personenregister gibt. Gerade für so eine Dystopie in Trilogieform gibt es ziemlich viele Protagonisten und da wäre so eine Übersicht einfach schön. Vielleicht ja im nächsten Band?

Mein Fazit: „Flammen über Arcadion“ ist eine Dystopie die für mich ziemlich nah an der Realität ist und hat mir gut gefallen. Ich bin gespannt wie es mit den Menschen in und um Arcadion weitergeht und freue mich auf den zweiten Teil der bereits im nächsten Jahr erscheint.

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Offline Kati

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #9 am: 05. November 2012, 09:11:11 Vormittag »
Einen Thread haben wir hier schon, vielleicht kann das ein Mod zusammen fügen?  :winken:
>>>Mein SUB
Serien-Gesamtliste: 13/94
fantastische A-B-C Reise 0/26

Offline Valentine

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #10 am: 05. November 2012, 11:01:47 Vormittag »
Erledigt und danke für den Hinweis!
« Letzte Änderung: 05. November 2012, 11:04:36 Vormittag von Valentine »
Medicine, law, banking - these are necessary to sustain life.
But poetry, romance, love, beauty? These are what we stay alive for.

Dead Poets Society

Offline Lupin

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Re: Bernd Perplies - Flammen über Arcadion
« Antwort #11 am: 10. Juni 2014, 12:05:11 Nachmittag »
Inhalt:
Für die junge Carya waren die Umstände in Arcadion immer klar: Der Lux Dei beschützt die Bevölkerung vor allen schlechten Einflüssen, vor Invitros, den Künstlichen, vor Mutanten und von Gesetzlosen. Dafür wird gehorsam erwartet. Carya findet das in Ordnung, zumindest solange, bis sie ihre Freundin Rajael zu einer Anhörung es Lux Dei begleitet und mit ansehen muss, wie die Angeklagten zu Tode gefoltert werden, um ihre letzten Geheimnisse zu verraten.
Carya erkennt, wie grausam der Orden ist und versucht, einen der Angeklagten vor der Folter zu bewahren. Damit wird sie selbst zur Verbrecherin und zur Gejagten, die nur deshalb entkommt, weil Jonan, einer der Gardisten des Ordens, sich auf ihre Seite schlägt. Zusammen fliehen sie aus Arcadion und decken mehr als nur ein Geheimnis auf...

Meine Meinung:
Also "Flammen über Arcadion" ist echt eine sehr interessante und auch gute Dystopie! Es geht um die Zustände der Stadt Arcadion nach dem sogenanten Sternenfall. Man erfährt auch, wie es aus Sicht der Geschichte früher war, und man erkennt unsere heutige Welt wieder. Das ist etwas, dass ich bei Dystopien immer toll finde, und bei dieser fand ichs auch wieder sehr spannend, zu erfahren, wie sich die Welt verändert hat. In Arcadion gibt es kaum Technik, Computer schon gar nicht, und Meinungsfreiheit ist dort auch ein Fremdwort.

Der Schreibstil war, meiner Meinung nach, etwas ungewöhnlich, aber ich finde, er hat sehr gut zu der Geschichte und der Atmosphäre gepasst, also war das auch absolut in Ordnung.
Die meisten Figuren fand ich auch sehr sympathisch, mir ist aber aufgefallen, dass mir die Nebenfiguren noch besser gefallen als die Hauptcharaktere:) Ich meine, Carya und Jonan, sind schon sympathisch, aber einge ihrer Freunde sind einfach so unterhaltsam und einzigartig, dass man sie noch sympathischer finden muss, zum Beispiel Pitlit, ein vorlauter Straßenjunge, der die beiden begleitet.

Also ich muss sagen, mir hat das Buch sehr gut gefallen, aber es gab eine Sache, die ich ein bisschen bemängeln muss: Ich fand, der EInstieg in die Geschichte hat etwas länger gedauert. Also, man liest schon einige Seiten vor sich hin, aber wenn man dann drin ist, kann man es auch kaum aus der Hand legen:)

Mein Fazit:
"Flammen über Arcadion" hält für mich, was es verspricht. Es ist eine spannende und interessante Dystopie, und obwohl ich ein paar kleinere Dinge nicht ganz so perfekt fand, kann ich nur eine eindeutige Lese-Empfehlung aussprechen!