Tad Williams - Shadowmarch I-IV(Shadowmarch - Shadowplay - Shadowrise - Shadowheart)
Vorweg: Die Shadowmarch-Saga besteht aus insgesamt vier Büchern. Da man bei einzelnen Rezis zuviel vom Inhalt verraten würde, bzw. über den Verlauf der Handlung, habe ich mich für eine große Rezi entschieden.
Zum Inhalt: Weit im Norden erstrecken sich die March Kingdoms mit dem Königssitz Southmarch. Weiter nördlich liegen nur noch die Reiche der Qar, den Unsterblichen, sie sich nach den letzten jahrhundertelang zurückliegenden Kämpfen mit den Menschen hinter die Schattenlinie zurückgezogen haben, ihr Land liegt wie unter einem Schattenmantel begraben. Menschen, die sich hinter die Schattenlinie begeben, kehren meist gar nicht zurück oder stark verändert.
In Southmarch regiert Kendrich, der Thronerbe, da sein Vater Olin in Gefangenschaft geraten ist. Weiterhin stehen die Zwillinge Briony und Barrick in der Erbfolge, die auch nach einem schrecklichen Mord dazu gezwungen werden, das Erbe anzutreten. Auch der Kapitän der Wache, Ferras Vansen, der heimlich in Briony verliebt ist, kann dies nicht verhindern.
Zeitgleich finden der Funderling Chert und seine Frau Opal ein Kind, dass von hinter der Schattenlinie im Reich Southmarch ausgesetzt wird und nehmen es als Adoptivsohn an, obwohl es sich bei dem Jungen um einen Menschen handelt. Funderlinge leben unter der Erde und betreiben Bergbau und wundersame Steinmetzarbeiten. Weitere Bewohner von Southmarch sind die Skimmer, eine am Wasser lebende Rasse und Rooftoppers, winzige menschenähnliche Wesen, die auf den Dächern der Burg leben.
Weit im Süden befindet sich Xand, das Reich des Autarchen Sulepis, der als Gottkönig über sein Volk und viele weitere unterworfene Völker herrscht. Er nimmt sich Quinnitan, ein Mädchen aus einem Tempel als weitere Ehefrau in den Harem, obwohl er gar kein Interesse an ihr als Mann hat. Nebenbei plant er den Angriff auf die nördlichen Königreiche.
Doch Sulepis ist nicht der einzige, der Interesse an Southmarch zeigt. Vom Norden her greifen die Qar an, im eigenen Land versucht Hendon Tolly, ein Verwandter der Königsfamilie, die Macht an sich zu reissen. Während Barrick gegen die Qar kämpft und schließlich zusammen mit Ferras Vansen hinter die Schattenlinie gerät, muss Briony fliehen. Der Junge Flint, der Adoptivsohn von Chert und Opal, steckt auf geheimnisvolle Weise inmitten des Geschehens und Quinnitan scheint auf ebenso mysteriöse Weise mit Barrick verbunden zu sein.
Und tief unter Southmarch schlafen die Götter...
Meine Meinung: Wieder mal eine herrliche Saga von Tad Williams, die mir viele Stunden Spannung und Unterhaltung geboten hat. Wenn man die dicken Wälzer zum ersten Mal sieht, kriegt mancher vielleicht zunächst einen Schreck, aber es lohnt, denn die Seiten werden vor allem durch die Beschreibung der wunderbaren Charaktere und ihrer Abenteuer gefüllt. Mir haben es vor allem Briony und die Funderlinge angetan - Briony durch ihre einerseits verantwortungsbewusste Art als Königstochter gepaart mit viel Eigenwillen und dem Wunsch, sich frei wie ein Mann bewegen und handeln zu können. Die Funderlinge sind einfach liebenswert in ihren Eigenarten und ihren Bemühungen um Flint, der sie ein übers andere Mal in wilde Abenteuer stürzt. Auch die Rooftopper sind einfach zum Gernhaben, besonders ihr Späher Beetledown mit seiner herrlich altmodischen Sprechweise. Ausserdem würde ich auch zu gern mal auf ein Fledermaus reiten

Sulepis als Bösewicht ist übrigens mindestens so gruselig wie Pryrates im Drachenbeinthron *schauder*
Die Handlung ist wie eigentlich immer bei Tad Williams im ersten Buch noch etwas geruhsam, da erstmal alle Figuren und Orte eingeführt werden. Das lohnt aber, da man sich nach einer Weile in Southmarch, Xand und den anderen Orten fast wie zu Hause fühlt und sich jedes Mal wieder freut, wenn eine liebgewonnene Person wieder auftaucht. Im zweiten Band geht es dann schon etwas flotter voran, im dritten noch etwas mehr und im vierten überschlagen sich dann die Ereignisse zunächst. Zum Glück klingt der vierte Band am Ende aber noch gemütlich aus, da alle Handlungsstränge zu Ende geführt werden und der Weg aller Hauptfiguren nachgezeichnet wird. So bleibt beim Zuklappen nicht das Gefühl, dass noch etwas offen bleibt und man eigentlich noch weiterlesen will, wie es allen ergeht.
Wer epische Fantasy mag, für den ist Shadowmarch sicher ein Leckerbissen (insbesondere auch für diejenigen, die Drachenbeinthron mochten und Otherland nicht so), wer nicht so auf dicke Schinken steht, sollte es sich wohl zweimal überlegen. Hat man erstmal Blut geleckt, ist Hopfen und Malz aber vermutlich eh verloren, aber jetzt sind zumindest alle Bände raus und die elende Warterei auf den nächsten Band entfällt.
Von mir gibt es von daher:




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