  | | Autor: Bernhard Hennen Titel: Nebenan Verlag: Weitbrecht ISBN: 3522716752 Ausgabe: Gebundene Ausgabe Seiten: 541 |
Umschlagtext
NEBENAN ist nicht weit entfernt: eine Welt für sich neben unserer, bevölkert von Heinzelmännchen, Zwergen und anderen Unmöglichkeiten. Nur wenige, streng bewachte Tore ermöglichen den Übergang von NEBENAN in die Welt der Menschen. Doch eines Tages geschieht das Unvermeidliche: Einigen verschwörerischen Riesen, Werwölfen und Druidenpriestern gelingt es, die Torwächter zu überlisten. Der Graf Cagliostro, seinerzeit aus den Kerkern der Engelsburg nach NEBENAN entflohen, kehrt in die Welt der Menschen zurück. Und bald entwickelt er einen teuflischen Plan... Wird Wallerich, Torwächter dritten Grades, den Schurken Cagliostro aufhalten können? Wird NEBENAN wieder Ruhe und Ordnung einkehren? Und was in aller Welt hat Oswald von Wolkenstein damit zu tun?
Meine MeinungDie Rollenspieltruppe Ui Talchiu, allesamt der Spezies der
Langen, respektive der Menschen, angehörend, wird von den Heinzelmännern aufgrund des Verursacherprinzipes mehr oder weniger zwangsengagiert um sich nach
Nebenan als Spitzel bei den
Dunklen einzuschleusen, die mal wieder einen Übergriff planen. Währenddessen ist von
Nebenan schon Besuch eingetroffen, u.a. in Form des Grafen „Cagli“ Cagliostro und des Erlkönigs, welche beide in Köln ihr Unwesen treiben. Der eine seines Zeichens Zauberer und einer Rothaarigen verfallen, der andere als Terrorist unterwegs um den technischen Fortschritt auf ein vernünftiges Maß zurück zu stutzen…
Zu Beginn der Lektüre hatte ich einen ständigen Gesellschafter, der unsichtbar neben mir saß... die Verwirrung. Viele Charaktere, und ebensoviele Namen. Zugegebenermassen etwas hinderlich in Bezug auf Lesefluß und -spaß. Aber zunehmendst lichtete sich der Nebel in meinem Kopf und machte der Begeisterung Platz. Irgendwann flogen die Seiten nur mehr so dahin, und es machte unheimlich Spaß, in diesem Buch zu schmökern. Was es diesem Buch an Handlung mangelt, bekommt man stattdessen an Humor und Skurrilität geboten. Die Verknüpfung der Realität mit
Nebenan ist Hennen mehr als gelungen. Die Charaktere sind durchwegs alle das, was ich als niedlich und überaus sympathisch bezeichnen würde. Selbst, oder besser gesagt vor allem, die
Dunklen, allen voran der Erlkönig, der gerne mal die Uranbrennstäbe eines AKWs gegen Eichen austauscht, sind mir ans Herz gewachsen. Hennen hat viele Charaktere, mit fast ebensovielen Handlungssträngen erschaffen. Und zum Schluss gelingt es ihm, die Fäden zu einem überzeugendem großen Ganzen zusammenlaufen zu lassen.
Allerdings hat mich das ein oder andere auch nicht überzeugt. So etwa Tills (viel zu schnelle) Wandlung vom Realisten hin zum Menschen, der auch mal einen Blick über die Grenzen der Realität hinweg werfen kann. Ein, zwei weitere solcher eher platten, nicht überzeugenden Darstellungen kamen mir noch unter, aber dies sind eigentlich nur Kleinigkeiten, die kaum ins Gewicht fallen.
Der Umschlagtext proklamiert einen
leicht verrückten Lesespaß. Und ebendiesen bekommt man auch geboten. Wobei man das
leicht auch durchaus weglassen könnte.
Trotz meiner absoluten Ortsunkenntnis in Bezug auf Köln hat Hennen es geschafft, eine Nicht-Fantasy-Leserin mit diesem Buch absolut in seinen Bann zu ziehen. Solch eine geballte Ansammlung von Skurrilität wie in diesem Buch ist mir noch nie untergekommen. Großartig!

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