Wie, noch kein amazon-Link hier im Thread? Dann wird's aber höchste Zeit:

Zum Buch: »Nebenan« ist gar nicht weit entfernt und doch eine Welt für sich, bevölkert von Elfen, Hexen und vielen anderen Unmöglichkeiten. Die wenigen Übergänge von dort in die normale Welt werden streng von den Heinzelmännchen bewacht. Als die Möchtegern-Druidin Mariana mit ihrer Studentengruppe bei keltischen Ritualen versehentlich eines dieser Tore öffnet, bricht das Chaos aus: Von da an treiben der Erlkönig, der Alchimist Graf Cagliostro, diverse Trolle und ein Werwolf in Köln ihr Unwesen. Der Erlkönig entwickelt sich zum Öko-Terroristen und legt ein Atomkraftwerk lahm. Cagliostro stiehlt mit miesen Zaubertricks den Kölner Domschatz und brütet einen teuflischen Plan aus. Die Heinzelmännchen haben alle Hände voll zu tun! Und während die Studenten den angerichteten Schaden wiedergutzumachen versuchen, sorgen der polnische Beauftragte des Vatikan und die Polizei für weitere Verwirrung. Nur Nörghel, der etwas unkonventionelle und technikbegeisterte Heinzelmann-Älteste, kann den totalen Zusammenbruch noch aufhalten.
Meine Meinung: Ganz stimmt dieser Inhaltstext aus dem Buch zwar nicht, aber das aufzudröseln würde fast zu viel vom Inhalt verraten, deshalb laß ich es
Was Bernhard Hennen hier hineingepackt hat, ist einfach klasse. Ein Feuerwerk! Nicht nur die Vielzahl der Märchen- und Sagenwesen, die er hier zum Leben erweckt, ist beeindruckend, sondern vor allem die Verknüpfung mit unserer Wirklichkeit. Der Erlkönig und Cagliostro setzen ihre Interessen mit Magie durch – magisches Potential gibt es ja genug, da die Menschen es seit so vielen Jahren nicht mehr nutzen. Da sie gleichzeitig aber auch mit manchen Errungenschaften der modernen Welt erst vertraut werden müssen, gibt es mehr als eine absurde Szene. Und nicht alles in unserer Welt ist so wie es scheint, wie z. B. Cagliostro am Eingangstor zum Dom feststellen muß. Wahlweise kompliziert oder vereinfacht werden die Aktionen auch dadurch, daß die Geschöpfe von
Nebenan für normale Menschen unsichtbar sind, nur diejenigen, die an die Märchen und eine Welt jenseits der Dinge glauben, können sie ohne Hilfsmittel sehen. Die Mitglieder der Studentengruppe lernen dies unterschiedlich schnell und ziehen nach ihrem Aufenthalt
Nebenan sehr verschiedene, aber im Kontext glaubwürdige Konsequenzen daraus.
Ich konnte mir zunächst nicht vorstellen, daß ein Buch von rund 540 Seiten so durchgängig witzig sein kann, aber das ist es. Zum Glück habe ich es zu Hause gelesen, wo sich niemand über meine Heiterkeitsausbrüche wundern konnte. Wer in der Öffentlichkeit nicht auffallen möchte, sollte es besser nicht im Bus oder an ähnlichen Orten lesen

Einen zusätzlichen Reiz hatte für mich, daß ich viele der genannten Straßen und Plätze kenne und mir daher noch besser vorstellen konnte. Notwendig für das Buch ist es aber nicht. Und dann hatte ich jetzt natürlich auch immer noch Bernhards Äußerungen aus seiner Signierstunde neulich in Krefeld im Kopf, wo er ein bißchen über die Hintergründe des Buches geplaudert hat. Das war an der ein oder anderen Stelle für einen weiteren Lacher gut, aber ohne wird es sicher nicht schlechter. Bei alledem ist es aber ein typischer Hennen, was man vor allem an den Charakteren merkt, die zwar viel ausgeprägter als in seiner Elfensaga, aber eben nicht stur in einfache Schwarz-Weiß-Schemata einzuordnen sind. Auch die
Dunklen haben sympathische Züge und bei den „Guten“ gibt es Blödmänner. Humorvolle Fantasy vom Feinsten!

Schönen Gruß,
Aldawen