Hallo!
Max Barry: Logoland
Inhalt:Eine gnadenlose Verkaufsidee: Um die Nachfrage auf einen 2.500 Dollar teuren Turnschuh weiter anzuheizen, sollen zehn Kunden im Einkaufstrubel erschossen werden. Doch in der Welt von Morgen ist alles käuflich, und so wandert der Mordauftrag in immer neue Hände.
(Buch)
Bewertung:Die Welt wird von amerikanischen Konzernen beherrscht?
Angestellte werden nach ihren Arbeitgebern benannt?
Der Rettungsdienst kommt nur, wenn du das nötige Kleingeld hast?
Die Schulen werden von Firmen unterstützt, die dann in der Schule für ihre Ware werben?
Zu Promotionszwecken werden Menschen erschossen?
Klingt nach einem bösen Albtraum?
In Max Barrys Satire ist genau das Wirklichkeit. Gnadenlos herrscht der Kapitalismus und Menschlichkeit ist nur was für Idealisten. Ein Menschenleben ist nicht so viel Wert wie die Gewinne der Unternehmen. In dieser Zeit kommen zwei Marketingangestellte auf die Idee zehn Teenager erschießen zu lassen, damit sich ein neuer Turnschuh besser verkauft. Da sie sich bei Nike in Führungspositionen befinden, denken sie natürlich nicht daran die Jugendlichen selbst zu töten, sondern sie geben diesen Auftrag dem leicht vertrottelten Hack Nike, der für den ihm in Aussicht gestellten Aufstieg in die Marketingabteilung von Nike kurzzeitig sein Gehirn ausschaltet. Als Hack merkt, worauf er sich eingelassen hat, geht er zur Polizei, die sofort bereit ist den Auftrag von ihm zu übernehmen und ihn an die amerikanische Waffenlobby weitergibt. Doch damit fangen die Probleme erst an, den Jennifer Government, Agentin der Regierung, heftet sich nicht ganz uneigennützig an die Fersen der Verbrecher.
Das Buch ist beklemmend und aufrüttelnd. Ist das die Welt von Morgen, auf die wir alle Warten? Wohl eher nicht. Die düstere Zukunftsvision bietet allerlei Stoff zum Nachdenken, trotzdem kommt die Spannung nicht zu kurz, auch wenn manchmal ein bisschen weniger Action besser gewesen wäre.
Positiv anzumerken ist, das es dem Leser ermöglich wird die verschiedenen Sichtweisen auf diese Welt mitzuverfolgen. Da haben wir z.B. den skrupellosen John Nike und die Regierungsbeamtin Jennifer Government, die gegen das Übel der Welt ankämpft.
Die Handlungsstränge verbinden sich letztendlich alle und ergeben ein schlüssiges Ganzes, wobei ich allerdings finde, dass sich die Ereignisse zum Ende hin etwas überschlagen.
Stellenweise ist das Buch vorhersehbar, was aber in diesem Fall keinen großen Minuspunkt darstellt, da das Buch sonst überzeugend aufgebaut ist.
Eine bösartige Satire, die manchmal so lächerlich wirkt, das sie schon beängstigend nah erscheint.
Liebe Grüße
Nirika