Na, der
Gefangene von Askaban scheint ja der Lieblingspotter von einer ganzen Menge Leute zu sein - auch von manchen, die schon die Folgebände kennen! Dann darf ich ja gespannt sein ... mir gefällt er bisher auch am besten, aber ich habe ansonsten auch erst Teil 1 und 2 gelesen.
Am Anfang war mir nicht ganz klar, warum mit Band 3 angeblich ein "Bruch" bzw. ein Stimmungswechsel in der Reihe erfolgen soll. Mir schien er doch wieder sehr ähnlich gestrickt zu sein wie die beiden Vorgänger, auch noch sehr kindlich.
Aber irgendwann im Laufe der Geschichte - als ich aufgehört hatte, darauf zu warten

- fiel mir tatsächlich eine Veränderung auf. Rowling hält in diesem Buch einerseits an Altbewährtem fest - z.B. zeigt sich in den Unterrichtsstunden, die man mit Harry & Co. besuchen darf, und an vielen (für unsereins nicht ganz so

) alltäglichen Details ihre blühende Phantasie, mit der sie bestimmt so manchen Kindernerv trifft.
Andererseits wird die Geschichte komplexer - durch den langen Monolog von Sirius Black gegen Ende erhascht man erstmals nicht nur einen kurzen Blick auf die Hogwartszeit von Harrys Eltern, sondern es baut sich regelrecht eine zweite Handlungsebene auf - und es gibt nicht mehr bloß einzelne Berührungspunkte zwischen Heute und Damals, sondern es tut sich ein ganzes überraschendes Netzwerk von Verflechtungen auf.
Gleichzeitig werden auch manche Charaktere mehrdimensionaler - es gibt nicht mehr nur gut, böse und sich gut stellendes Böse

, sondern so mancher zeigt, dass er tatsächlich von beidem etwas in sich trägt und wird dadurch interessanter und lebensechter.
In manchen Situationen fand ich das Verhalten von bestimmten Personen nicht ganz nachvollziehbar. Dass sich Harry, Ron und besonders Hermine selbst dann noch Sorgen um die Schulregeln machen, wenn es um Leben und Tod geht, will mir nicht so recht in den Kopf.

Das war auch im
Stein der Weisen und in der
Kammer des Schreckens schon so. Ok, man könnte vielleicht noch mit ihrer Kindlichkeit argumentieren - aber selbst die erwachsenen Lehrer scheinen die Prioritäten nicht immer ganz vernünftig zu setzen.
Andererseits: Autoritäten, Traditionen und vor allem Regeln, Regeln und nochmals Regeln spielen in englischen Internaten tatsächlich noch eine gewichtige Rolle ... und ein bisschen sehr altmodisch angehaucht ist Hogwarts ja doch, nicht nur von den Gemäuern her.

Jedenfalls verstehe ich absolut, wenn dieser Potter für allzu junge Kinder noch "too much" ist. Die größeren Kinder unter uns

profitieren dagegen von dem höheren Gruselfaktor und davon, dass die Handlung wirklich
verdammt spannend ist - umso mehr, je weiter sie fortschreitet!
So, und wisst ihr, worauf ich mich jetzt besonders freue? Dass Harry Potter ab Band 4 wirklich totales Neuland für mich ist und ich endlich auch keinen Film mehr kenne!

PS: Ist euch auch aufgefallen, wie extrem oft J. K. Rowling über
Essbares schreibt??