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Autor Thema: Charlotte Brontë - Jane Eyre  (Gelesen 16852 mal)

Grotesque

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #90 am: 09. Februar 2009, 20:28:45 »

Hallo,

kennt jemand diese Übersetzung?



Das "Auflage: vollständig neu überarbeitet. (20. März 2008)" [Amazon] macht mich unsicher... ein HC für 8 Euro ist verlockend, aber ich möchte natürlich auch eine möglichst originalgetreue Ausgabe.  :rollen:


Liebe Grüße,
Grotesque
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Alfa_Romea

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #91 am: 09. März 2009, 19:26:51 »

Hi!

Ich habe diese Version gelesen und bin ebenso begeistert wie ihr  :smile:



Meine Meinung:
«Jane Eyre» ist eines jener Bücher, auf die ich wohl nie aufmerksam geworden wäre, wenn nicht so viele Leute so viel Gutes darüber gesagt und geschrieben hätten. Entsprechend muss auch ich hier ein paar Worte über dieses Buch, dem ich noch viele weitere Leser gönne, verlieren. Die Hauptprotagonistin Jane Eyre erzählt die Geschichte ihres jungen Lebens offen und teilweise auch schonungslos sich selber gegenüber. Sie hat offenbar keine Probleme damit, dem Leser ihre Schwachstellen offen zu legen, sucht keine Ausflüchte dafür und zerfliesst auch nicht vor Selbstmitleid wegen ihres nicht sehr attraktiven Äusseren. Sie schildert ihre Gefühle mit derselben Leidenschaft, mit der sie sie empfindet aber gleichzeitig auch mit einer gewissen Distanz.
Sie versucht immer, das Richtige und das Rationale zu tun, ohne sich selbst und ihre Empfindungen zu verleugnen. Dass das in einem Leben nicht immer klappen kann, versteht sich von selbst. Und dass man dann Opfer bringen muss, ebenso. Es sind diese Momente der Zerrissenheit, die mich am meisten beeindruckt haben, in denen ich mitgefühlt habe, weil ich (wie viele andere sicher auch) diese Momente kenne. All das protokolliert Jane nüchtern, aber doch bewegend und nachvollziehbar; die Grausamkeit liegt in ihrer Rationalität, die gleichzeitig ihre grösste Stärke ist. Sie schafft es so, die härtesten Momente ohne Schwermut und andere schwierige Situationen manchmal sogar mit feiner Ironie zu beschreiben.

Da ist Charlotte Brontë wirklich ein Meisterwerk gelungen und mit Jane Eyre hat sie einen Charakter geschaffen, den man sich nicht nur als Frau, sondern auch als Mensch immer noch zum Vorbild nehmen kann –  auch wenn sich die Probleme, mit denen man sich heute herumschlägt, verändert haben. In «Jane Eyre» geht es viel um Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein; darum, nicht das Glück zu suchen, aber zumindest das Unglück zu vermeiden; es geht immer wieder um die schwierige Entscheidung zwischen zwei Übeln und welches wohl das kleinere ist. Und alles so verpackt, dass es kaum Längen oder langweilige Seiten gibt.

Fazit:
Ein grossartiges Buch über eine grossartige (wenn auch fiktive) Frau.

9 von 10 Punkten
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foenig

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Antw:Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #92 am: 30. November 2009, 12:25:16 »

Ich habe Jane Eyre in dieser Ausgabe gelesen:

Ich habe jetzt zwar keinen Vergleich zu anderen Übersetzungen, aber ich kann sagen, dass mir diese Übersetzung sehr gut gefallen hat!

Meine Meinung:
Zunächst war ich ein wenig irritiert, weil ich gar nicht erwartet hatte, dass die Geschichte schon mit Janes Kindheit beginnt. Aber ich habe mich direkt in Jane verliebt und habe mit ihr mitgelitten bei den Reeds.
Obwohl die Grundstimmung des Romans meist eher düster ist, hat mich der Charme des Buches eingefangen, so dass es nicht deprimierend war, sondern ein traurig schönes Gefühl beim Lesen entstanden ist. Helens Tod hat mich zum Beispiel doch sehr mitgenommen, obwohl es sehr viele Andeutungen dafür gab und man dadurch eigentlich darauf vorbereitet war, habe ich trotzdem gehofft, dass sie es schafft und war sehr traurig...
Die erwachsene Jane hat leider ihren kindlichen Charme verloren, den ich so sehr mochte. Trotzdem machte es mir weiterhin Vergnügen ihr Leben zu verfolgen. Mr. Rochester mochte ich von Anfang an nicht! Aber ich fand die Geheimniskrämerei spannend und habe mich die ganze Zeit gefragt, was da vorgeht!
Ein wenig musste ich doch die Augen verdrehen bei den vielen Zufällen, die es in diesem Buch gibt. Mr. Mason erfährt von der Hochzeit und kann sie verhindern. Jane landet bei ihren Verwandten ohne es zu wissen...
Ich hätte mir für Jane ein anderes Ende gewünscht. Auch wenn sie mit Mr. Rochester glücklich wird, bin ich mit ihm einfach nicht warm geworden und hätte mir lieber einen völlig anderen Mann für sie gewünscht!

Mein Fazit: Der Charme des Buches hat mich völlig eingefangen! Trotzdem gibt es ein wenig Abzug für die vielen "Zufälle"

 4ratten
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stefanie_j_h

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Antw:Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #93 am: 22. Dezember 2009, 16:38:47 »

Nachdem ich 2 Monate an diesem Buch gelesen habe, bin ich jetzt auch endlich damit fertig und kann meine Meinung verkünden.

Am Anfang fand ich das Buch sehr angenehm zu lesen, Janes Kindheit und ihre Jugendzeit im Internat waren spannend geschildert, die kleine Jane wirkte sehr aufgeweckt und wirkte trotz ihrer eigensinnigen Art sehr sympathisch. Die Sympathie ging aber sehr schnell verloren, als sie älter wurde. Zu sehr hat sie sich meiner Meinung nach verändert, zu schnell in alle Situationen ergeben ohne je wirklich nach ihrem eigenen Glück zu streben.

Ihre Gefühle und auch die Gefühle und Motive der anderen Personen sind mir nie so wirklich klar geworden, selten konnte ich die Handlungsweise der Personen nachvollziehen. Der Funke ist bei mir einfach nicht so richtig übergesprungen und von der "großen Liebe" konnte ich nichts spüren, sie war für mich einfach nicht so beschrieben, dass ich mit den Charakteren hätte mitfühlen können.

Einige Stellen waren durchaus spannend, die "Geheimniskrämerei" fand ich allerdings eher anstrengend, weil ich immer das Gefühl hatte, etwas überlesen zu haben und deshalb der Handlung nicht richtig folgen zu können. Über die Auflösung und das Ende des Buches war ich auch nicht überrascht, da ich durch "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde doch schon vieles wusste, vielleicht hat mir auch das etwas den Spaß am Buch verdorben.

Die schon erwähnten Zufälle fand ich dann auch etwas zu viel des Guten, so klein ist die Welt nun wirklich nicht und damals war sie es sicher auch nicht.

"Jane Eyre" war für mich nur teilweise ein lesenswertes Buch, teilweise auch nur anstrengend und langweilig. Es reicht gerade noch so für 3ratten
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kathchen

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Antw:Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #94 am: 31. Dezember 2009, 15:27:08 »

Charlotte Brontë - Jane Eyre


Jane Eyre ist ein Waisenkind, ihre Eltern sind schon früh gestorben, sodass sie bei Verwandten aufwächst. Doch leider ist auch ihr Onkel, der sie aufnehmen wollte, tot und so lebt sie bei seiner Frau und der Familie, die Jane Eyre nicht leiden können und ihr kein schönes Leben bereiten. Doch sie ist kein kleines Püppchen, mit der man alles machen kann und setzt sich schon früh zur Wehr – was allerdings auch Strafen nach sich zieht.
So kam sie nach einem Zwischenfall dann auch in ein Internat, doch leider erging es ihr dort nicht allzu besser als bei der Familie Reed, aber immerhin lernte sie ihre erste richtige Freundin Helen kennen, die sehr gläubig war und die ganze Schmach wortlos auf sich nahm, hingegen zu Jane.
Nach dieser Zeit kommt sie mit 18 Jahren zu der Familie von Mr. Rochester, wo Jane als Erzieherin arbeitet und schnell freundet sie sich mit Adèle an, der Tochter des Hauses. Doch Jane, die aus eher ärmeren Verhältnissen kommt, ist in dieser Gesellschaft nicht unbedingt gern gesehen…und Mr. Rochester hat zudem noch ein Geheimnis, dass er nicht öffentlich machen möchte…

Ich muss sagen, ich bin doch sehr zwiegespalten, was dieses Buch angeht.
Anfangs war ich regelrecht begeistert und die ersten 200 Seiten waren wie im nichts um. Ich habe mit Jane bei der Familie Reed gelitten und auch im Internat und mich über ihre Freundschaft mit Helen gefreut, doch je älter Jane wurde, desto weniger mochte ich sie.
Die Zeit im Internat ging mir viel zu schnell um, da hätte ich es mir gewünscht, wenn es doch noch etwas ausführlicher gewesen wäre und dafür in der Zeit bei Rochester etwas gekürzt worden wäre.
Anfangs fand ich Mr. Rochester sehr interessant, doch je mehr ich von ihm las, umso unsympathischer wurde er mir – und Jane mit. Dass sich zwischen den beiden eine Beziehung entwickelte, war eigentlich von Anfang an klar, genauso wie mir, leider, das Ende. Obwohl ich bisher noch nichts über Jane Eyre wusste.
Aber auch wenn ich Mr. Rochster nicht mochte, wäre das normalerweise nicht soo schlimm. Ich kann gut mit unsympathischen Charakteren umgehen. Nur leider, konnte ich sein Handeln nicht nachvollziehen, teilweise erging es mir da auch ähnlich mit Jane.
Auch diese Liebe zwischen Mr. Rochester und Jane Eyre war für mich nicht spürbar, und daher konnte ich auch ihre Gefühle nicht wirklich verstehen.

Das Geheimnis von Mr. Rochester sollte wohl noch etwas Spannung in die Geschichte bringen, was meiner Meinung nach nur zum Teil klappte.

Doch was mir gut gefiel ist, dass sich Jane Eyre doch immer wieder aufraffte. Man lernt sie als kleines Kind kennen, dass sich gegen die unfaire Behandlung zur Wehr setzt und auch, nach weiteren Niederschlägen, bleibt sie doch eine starke Frau, die selbst ihr eigenes Geld verdienen und damit unabhängig sein möchte. Ein Wesenszug, der zu dieser Zeit vermutlich nicht typisch war.

Die Erzählweise fand ich anfangs gewöhnungsbedürftig, doch schnell gefiel sie mir recht gut. Es scheint, als würde die fiktive Autobiographie von Jane Eyre selbst geschrieben worden, die auf ihr Leben zurück blickt.
Allerding gab es zum Ende hin jedoch, 1, 2 Zufälle, die man sicherlich geschickter hätte machen können und das Ende selbst, war schon ziemlich vorhersehbar und nicht unbedingt nach meinem Geschmack.

Ich habe die Ausgabe von Diogenes gelesen, in der es am Ende noch ein Essay von Klaus Mann über die Brontë Schwestern gibt, was ich sehr interessant fand.

Dennoch ist “Jane Eyre” kein schlechtes Buch, doch die anfängliche Begeisterung hat schon schnell bei mir nachgelassen. Es ist sicherlich lesenswert, ich bereue es nicht, es gelesen zu haben, aber dennoch, wird es mir sicherlich nicht allzu lange im Kopf bleiben. Für mich, leider, nur ein mittelmäßiger englischer Klassiker.

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Gytha

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Antw:Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #95 am: 08. Januar 2010, 18:26:59 »

Hm...ich hab es heut beendet und ehrlich gesagt weiß ich nicht so recht wie es mir gefällt.
Bis zur "Flucht" fand ich es eigentlich ziemlich gut, auch wenn mich so einige Verhaltensweisen befremdet haben, aber wird eher an der Zeit liegen. Mr Rochester mochte ich von Anfang an, seine Art hat mich ziemlich amüsiert :breitgrins:
Richtig genervt hat mich St John, seinen religiösen Wahn fand ich regelrecht abstossend, vor allem weil es in einer Weise zur Sprache kommt als wäre es völlig ok :rollen: Der Menschenfreund der allen nur Gutes bringt, sorry da wird mir schlecht, zumal es ihm um die Menschen als Individuen ja gar nicht geht. Wäre er der fanatische Bösewicht gewesen, der Jane offensichtlich quält (was er mMn tut), dann hätte ich seine Rolle in der Geschichte durchaus gut gefunden, aber so fand ich es nur grauslig. Erinnerte mich irgendwie an Robinson Crusoe, auch wenn das eigentlich kein Vergleich ist und hat mir den Roman auch etwas verleidet :sauer:

Abgesehen davon hab ich es aber sehr gern gelesen. Ich mag die Sprache und die Art der Geschichte, ein Geheimnis, etwas Grusel, ein bißchen Mystik, England, alte Herrensitze und ein Moor :breitgrins: Schöne Winterlektüre...
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LG Gytha

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Tammy1982

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #96 am: 23. Juni 2010, 17:46:44 »

Hallo Ihr Lieben,

nachdem das Buch lange genug in meinem Regal gestanden hat, habe ich es endlich auch gelesen. Jedoch hat es mich ganz schön viel Zeit gekostet.  :redface: Ich habe die englische Version gelesen und muss sagen, dass ich teilweise ja schon wirklich gedacht habe, ich könnte gar kein englisch mehr. Nachdem ich danach dann aber ein anderes neuzeitigeres englisches Buch zur Hand genommen habe, wurde mir doch klar, dass die englische Version sehr anspruchsvoll ist.

Daher fällt es mir auch schwer eine richtige Rezi zu verfassen, da ich befürchte, dass mir viele sprachliche Gewandtheiten, Vergleiche und Zitate einfach, aufgrund der Schwierigkeiten mit der Sprache, gar nicht aufgefallen sind. Das ist sehr schade, weswegen ich das Buch auch bald auf deutsch lesen möchte.  :zwinker:

Die Handlung selbst um Jane Eyre war mir größtenteils schon bekannt. Faszinierend ist natürlich, dass sie sich so gut in der damaligen Welt behauptet und wirklich es schafft ihr eigenes Glück zu finden und sich von niemandem etwas vorschreiben lässt. Obwohl sie es teilweise nicht so leicht hat, geht sie geradlinig ihren Weg und ist wirklich ihres eigenen Glückes Schmied. Dass das Buch für ein Umdenken gesorgt hat, kann ich mir daher sehr gut vorstellen.

Die Sprache ist, auch wenn schwer verständlich, sehr bildhaft und sobald ich mal in der Lektüre drinnen war, liefen die ganzen Schauplätze, Charaktere etc. perfekt in meinem Kopfkino ab. Auch die Charakterisierung der einzelnen Personen, oft durch Jane selber durchgeführt, hat mir immer sehr gut gefallen und ich konnte mir die einzelnen Personen richtig gut vorstellen und ihre Handlungen mir erklären.

Ein kleines bisschen muss ich schon anmerken, dass die ganze Geschichte schon ein bisschen etwas von einem Märchen hat und entsprechend sich die positiven Zufälle nur so häufen, nachdem die Protagonistin ihr absolutes Tief durchlaufen hat.  :zwinker: Aber auch das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan.

Auf jeden Fall werde ich mir das Buch auch noch einmal auf deutsch besorgen!

 4ratten

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Tammy  :winken:
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Nicole89

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #97 am: 04. Juli 2010, 16:18:25 »

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Der Erzählstil war flüssig und bildhaft, die Handlung immer spannend. Ich konnte überhaupt nicht vorhersehen, was auf den nächsten Seiten passieren wird und welches dunkle Geheimnis Mr. Rochester hütete. Ein klasse Buch!

 5ratten
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:lesen: "Purpurmond" von Heike Eva Schmidt

Juggalette

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #98 am: 28. Juli 2010, 03:31:38 »

Leider habe ich viel zu viel Zeit verstreichen lassen um mich jetzt noch an alles erinnern zu können, was mir an Jane Eyre gefallen hat und was nicht. Deswegen nur kurz meine Eindrücke die mir noch in Erinnerung geblieben sind.

Alles in allem war ich von dem Buch recht begeistert. Die Geschichte um Jane fand ich wirklich wunderbar zu lesen, ihre Kindheit fand ich interessant und ich habe auch mitgelitten und auch ihre seltsame, zeitweise nervende Beziehung zu Rochester (ich hoffe, der Name stimmt jetzt  :redface:) war spannend mitzuerleben. Und ich finde alleine der wunderbaren Sprache wegen,  (auch wenn's nur die deutsche Übersetzung war) ist das Buch es wert gelesen zu werden.  :herz:

Einzig und alleine was mich gestört hat - was auch viele von euch bekrittelt haben - sind die vielen Zufälle. Die haben sich tatsächlich so gesteigert, dass ich bereits einhundert Seiten vor dem Ende wusste, wie die Geschichte ausgehen wird - sehr, sehr schade!  :sauer: Vielleicht war das auch der Grund warum ich zwischendurch ein paar Hänger hatte und ich mich erst wieder motivieren musste weiterzulesen, da etwas an der Spannung verloren ging.

Deswegen gibt es leider einen Punkteabzug: 4ratten
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Bluebell

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #99 am: 28. Juli 2010, 09:45:54 »

So, jetzt muss ich mal diejenige von euch etwas fragen, die Jane Eyre auf Englisch gelesen haben.

Ich habe die englische Version gelesen und muss sagen, dass ich teilweise ja schon wirklich gedacht habe, ich könnte gar kein englisch mehr. Nachdem ich danach dann aber ein anderes neuzeitigeres englisches Buch zur Hand genommen habe, wurde mir doch klar, dass die englische Version sehr anspruchsvoll ist.

Daher fällt es mir auch schwer eine richtige Rezi zu verfassen, da ich befürchte, dass mir viele sprachliche Gewandtheiten, Vergleiche und Zitate einfach, aufgrund der Schwierigkeiten mit der Sprache, gar nicht aufgefallen sind. Das ist sehr schade, weswegen ich das Buch auch bald auf deutsch lesen möchte.

Womit kann man es denn vom Schwierigkeitsgrad her vergleichen? Bei mir ist es nämlich zum Beispiel so, dass ich Oscar Wilde und Jane Austen recht flüssig lesen kann und daher dachte, ich käme mit den englischen Klassikern generell gut zurecht ... naja, Joseph Conrad hat mich ziemlich schnell eines Besseren belehrt und ich habe mir "Herz der Finsternis" schleunigst auf Deutsch besorgt.  :redface:

Daher meine Frage - ich glaube, es würde mir helfen, wenn jemand Jane Eyre irgendwo auf einer Skala einordnen könnte ... auch wenn das schwierig und vielleicht recht subjektiv ist!
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stefanie_j_h

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #100 am: 28. Juli 2010, 09:51:05 »

Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und würde es so ungefähr auf Jane-Austen-Niveau einordnen. Ich lese aber generell recht viel auf Englisch, kann also sein, dass ich mit meiner Einschätzung daneben liege.
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Bluebell

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #101 am: 28. Juli 2010, 10:50:49 »

Oh danke, das klingt ja nicht schlecht.  :smile:
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Horusina

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #102 am: 30. Dezember 2010, 15:41:54 »

Ich habe folgende Ausgabe gelesen:

 :tipp:


Eigentlich wäre dieses Buch noch viel länger auf meinem SuB verblieben, hätte ich mir nicht selbst die Aufgabe auferlegt es vor der Lektüre von Jasper Ffordes Büchern zu lesen. Ich bin sehr froh, dass ich dadurch eine Perle meines SuBs entdeckt habe!

Wer sich denkt, "Jane Eyre" ist nur wieder eines dieser Bücher, die nichts anderes als das Leben reicher verwöhnter Frauen und deren Suche nach einem Mann im viktorianischen Zeitalter zu schildern, der irrt. Jane Eyre hatte es wirklich nicht leicht in ihrem Leben. In ihrer Kindheit erfährt sie nie was Liebe und Gerechtigkeit ist. Erst nachdem sie Mr. Rochester kennen lernt, ändert sich vieles in Janes Leben. Und obwohl sie auch dann noch viele Niederlagen einstecken muss, so behauptet sie sich doch immer wieder mit ihrem Wesen und ihren Vorstellungen von Anstand und wirklicher Liebe.

Der Roman lässt sich wunderbar flüssig lesen. Ich hatte große Schwierigkeiten das Buch aus der Hand zu legen! Immer wieder hat mich die rasante Handlung mit unerwarteten Wendungen überrascht. Einzig und allein, dass Jane ausgerechnet
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Das tut aber dem Buch keinen Abbruch, denn ich befinde mich immernoch in Hochstimmung, wenn ich an das gesamte Werk zurück denke.

Daher bekommt es von mir wohlverdiente 5ratten
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Anja

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Re: Charlotte Bronte - Jane Eyre
« Antwort #103 am: 07. April 2011, 10:08:11 »

Inhalt:

Jane Eyre wächst als ungeliebtes Waisenkind bei der Familie ihres verstorbenen Onkels auf, deren Mitglieder sie voller Missachtung behandeln. Mit 10 wird sie in ein strenges Mädcheninternat abgeschoben, entdeckt dort jedoch trotz vieler Missstände ihre Liebe zum Lernen und arbeitet schließlich selbst 2 Jahre als Lehrerin an der Schule. Mit 18 bewirbt sie sich um eine Stelle als Gouvernante auf Thornfield Hall, bekommt diese Anstellung auch und verliebt sich in ihren Arbeitgeber Mr. Rochester. Jane scheint endlich ihr Glück gefunden zu haben, doch Rochesters finsteres Geheimnis, das ausgerechnet am Tag ihrer geplanten Hochzeit ans Licht gebracht wird, zwingt Jane zur Flucht…

Meine Bewertung:

Das Negative vorneweg: Schade fand ich es, dass die ausführliche Schilderung von Janes Kindheit nur bis zu ihren ersten Monaten im Internat Lowood reicht, und dann 8 Jahre kurz zusammengefasst werden. Manche Stellen in Janes späterem Lebensweg dagegen waren mir einfach zu langatmig, und ich hätte Jane am liebsten geschüttelt und zu ihr gesagt: Jetzt vergiss doch nur einmal Deine Vernunft und Deine ewige Gewissenserforschung und tu, was Dein Herz Dir sagt!

Insgesamt jedoch fand ich den Roman grandios: Jane schafft es, die Grenzen ihres Standes und (aus heutiger Sicht: teilweise) die Grenzen ihrer Rolle als Frau zu sprengen. Von einigen Stellen abgesehen, liest sich der Roman sehr spannend und hat viele interessante Figuren zu bieten, allen voran natürlich Jane: das arme Waisenkind und später die arme Gouvernante ist moralisch allen Menschen „von Stand“, die ihren Lebensweg kreuzen, haushoch überlegen. Auch, wenn dadurch, wie oben angemerkt, manch langatmige Stelle entsteht, ist es doch gerade Janes hohe Moral, die sie am Ende ihr Glück finden lässt.

Dass Jane selbst als Ich-Erzählerin auftritt und die LeserInnen auch direkt anspricht, macht den Roman noch lebendiger.

Mein Fazit:

„Jan Eyre“ von Charlotte Brontë (http://gutenberg.spiegel.de/autor/81) gilt nicht umsonst als Klassiker, und ich bin sehr froh, dass ich diesen Roman im Rahmen einer Leserunde für mich entdecken durfte.

P.S.: Habe diese Ausgabe gelesen http://www.dtv.de/buecher/jane_eyre_12540.html, wenn ich die ISBN allerdings "amazonisiere", erscheint ein anderes Cover... :gruebel:
« Letzte Änderung: 07. April 2011, 10:13:00 von Anja »
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Bluebell

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Re: Charlotte Brontë - Jane Eyre
« Antwort #104 am: 03. Mai 2011, 21:53:38 »

Ich habe Jane Eyre teils im englischen Original, teils in dieser Ausgabe gelesen:
 

 
Es handelt sich dabei um ein gebundenes Softcover mit Lesebändchen (biegsamer Buchdeckel, aber stabiler als ein TB und bekommt beim Aufklappen keine Knicke). Das Buch liegt sehr gut in der Hand, hält was aus und ist günstig - ein Nachteil dieser Ausgabe ist aber, dass sie weder Vor- noch Nachwort noch Kommentar beinhaltet.
 
Die Übersetzung stammt von Marie von Borch und ist laut Verlagsinfo die einzige, die noch von einer Zeitgenossin Charlotte Brontës verfasst wurde. Im Allgemeinen sagt man ja, je neuer die Übersetzung, desto besser, aber in diesem Fall bin ich wirklich froh, an diese Version geraten zu sein! :herz:
Die Sprache ist wunderschön, zwar mit manchen altmodischen Ausdrücken gespickt, aber absolut flüssig zu lesen und leicht verständlich.

Ein großes Plus gibt es auch für die Landschafts- und teilweise surreal anmutenden Wetterbeschreibungen. Manche Passagen könnte die moderne Filmtechnik bestimmt sehr effektiv umsetzen (zum Beispiel die zahlreichen Mondszenen in all ihren Variationen: mal silberzart-mystisch, mal blutrot-stürmisch) ...

Über die Handlung selbst möchte ich gar nicht viel verraten, denn die hält doch ein paar unerwartete Wendungen bereit. Weiter oben hat jemand gemeint, je weniger man im Vorhinein weiß, desto besser - und das stimmt zumindest beim ersten Lesen sicher! :smile: Allerdings ist das eines der Bücher, die förmlich nach einer Wiederholung schreien, so sehr hat mich die Lektüre beeindruckt.

Der Leser begleitet Jane Eyre zuerst während ihres zehnten, dann während ihres neunzehnten Lebensjahres (die Jahre dazwischen und danach werden nur gestreift). Im Gegensatz zu ihrem unscheinbaren Äußeren ist ihr Charakter stark und leidenschaftlich, aber zugleich reflektiert sie auch intensiv über sich selbst und ihre Umgebung - und zwar so scharfsinnig, dass ich dabei gebannt an ihren Lippen hing.

Wenn man etwas über Jane Eyre aufschnappt, kommt dabei immer sehr schnell die Liebesgeschichte zur Sprache, welche ja auch zweifellos eine zentrale Rolle spielt - aber dieses Buch hat so viele Facetten, dass man ihm Unrecht tut, wenn man es auf die Romantik reduziert. Es wurde ja schon erwähnt, dass viele der Gedankengänge ganz modern wirken, und tatsächlich hat Jane eine sehr emanzipierte Lebenseinstellung. Unabhängkeit - auch finanzielle - scheint einer ihrer höchsten Werten sein, und zwar Unabhängikgeit nicht nur vom Ehemann, sondern von anderen Menschen allgemein.

Dies erstreckt sich jedoch nicht auf die Religion - besonders die Art, wie Jane zu einer ihrer zentralsten Entscheidungen im Buch gelangt, lässt sich nur durch extrem christlich geprägte Moralvorstellungen erklären. Dadurch kommen gewisse andere Lösungswege gar nicht für sie in Frage (an manche denkt sie nicht einmal). Ganz im Gegensatz zu ihrem sonst so analytisch arbeitenden Verstand stellt sie die religiöse Autorität nie in Frage, und ich gebe zu, dass ich damit manchmal meine Probleme hatte.

Trotzdem hätte ich mir das Buch nicht anders gewünscht - es ist gut, so wie es ist, ein kleines Juwel mit "Tiefenwirkung"! :daumen:

 5ratten
« Letzte Änderung: 03. Mai 2011, 21:57:17 von Bluebell »
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