Meißner, Tobias O. - Im Zeichen des Mammuts (1) - Die dunkle Quelle

Für den Rathausschreiber Rodraeg beginnt ein großes Abenteuer an dem Tag, als ein Schmetterlingsmädchen ihn aufsucht und ihn für die Ziele des Kreises gewinnt. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, die Zerstörung der Natur durch die Menschen zu bekämpfen. Und so sammelt Rodraeg eine Gruppe einzigartiger Leute um sich, um als "Mammut" den ersten Auftrag anzugehen.
Mal abgesehen davon, dass ich grundsätzlich eine Schwäche für Teamaufbau und Rekrutierungsszenen habe, gefällt mir sehr gut, wie bodenständig das alles rüberkommt. Eigentlich hätte mich das nach den Soldaten ja nicht überraschen sollen, aber egal. Geld ist zum Beispiel durchaus ein Thema und obwohl Rodraeg eine Idealzusammenstellung der Truppe hat bzw. hätte, die tatsächlichen Mitglieder sind dann doch etwas anders als gedacht

Immer wieder blitzt ein wunderbar trockener Humor auf, so zum Beispiel bei dem Kommentar Rodraegs auf Naenns Sorge, dass die neuen Mitglieder etwas ungestüm sind und evtl. die Einrichtung demolieren:
Wir sind schließlich ein Mammut und kein Reh!
Ich finde es faszinierend, dass dieser ganze Auftrag in einer Art abläuft, die mir das Gefühl gibt, etwas Neues, Frisches zu lesen. Sehr geschickt werden hier Standardabläufe, typische Pläne und Klisches umgangen. Immer wieder finden sich kleine Haken und Wendungen, die mich überraschen. Deswegen will ich davon auch gar nicht viel mehr verraten

Und die Charaktere kommen auch wunderbar zum Zug: Rodraeg mit seinen Fähigkeiten und Schwächen, die beiden Klippenwäldler, Hellas, der Bogenschütze mit der interessanten Vergangenheit. Auch hier gilt jedoch wieder, dass sie sich nur scheinbar in eindeutige Schubladen stecken lassen. Denn gerade im letzten Abschnitt gibt es hier noch so einige charakterliche Überraschungen und Entwicklungen, die meine Meinung bei einigen noch mal stark beeinflusst haben.
Übrigens noch ein sehr schönes Zitat, treffend in seiner Schlichtheit:
Aber der Mensch erniedrigt sich, wenn er sich über andere erhebt.
Besonders gut gefällt es mir immer, wenn ich Sachen erfahre, die mir aus den Soldaten schon bekannt sind. Diese Kontinuität zwischen den Reihen ist sehr schön gelungen.
Zusätzlich zur Bodenständigkeit des Auftrags kommt durch die Träume, die Rodraeg vom Mammut hat, durch die Hinweise darauf, dass die Probleme wohl nur kleine Teile eines großen Problems sind, kommt noch etwas mehr Mystik und Geheimnis in die Handlung, was mir sehr gut gefällt und Lust auf mehr macht.
Obwohl natürlich auch die Handlung an sich spannend ist, konnte ich das Buch selbst in den ruhigeren Momenten nicht aus der Hand legen. Was für ein Glück, dass die nächsten Bände bereits im Regal stehen

Insgesamt also ein vollends gelungener Einstieg in die Mammut-Reihe mit interessanten Charakteren, einer frischen, überraschenden und interessanten Handlung, sehr angenehm zu lesender, flüssiger Sprache, durchsetzt mit wunderbar trockenem Humor an genau den richtigen Stellen.

+
