Tobias O. Meißner - Die dunkle Quelle

Rodraeg Delbane führt als Rathausschreiber ein kleines, beschauliches Leben, was ihm allerdings reicht. Eines Tages taucht dann die Schmetterlingsfrau Naenn bei ihm auf, die Rodraeg etwas von einem Geheimbund erzählt, von dem er der Anführer sein soll. Zuerst lehnt er natürlich ab, aber nachdem er etwas über das Angebot und sein weiteres Leben nachgedacht hatte, willigt Rodraeg ein. Er kündigt seine Arbeit in Kuellen und zieht mit Naenn weg. Zuerst um mit dem Kreis, der die Gründung dieses Bundes angeordnet hatte, zu reden und dann weiter um Mitglieder für den Bund, der sich “Mammut” nennt, zu suchen.
Nachdem diese ersten Aufgaben geschafft sind, gibt es auch gleich den ersten Auftrag für das “Mammut”, der leider nicht so einfach ist, wie er aussieht…
“Die dunkle Quelle” ist der erste Band der Reihe “Im Zeichen des Mammuts” und gleichzeitig auch das erste Buch, das ich von Tobias O. Meißner gelesen habe und ich bin begeistert. Zuerst einmal ist das Thema sehr ungewöhnlich für einen Fantasyroman, wenn auch sehr passend für unsere Zeit.
Die Zeit, in der die Reihe “Im Zeichen des Mammuts” spielt, ähnelt unserer Zeit nicht allzusehr, vielmehr hatte ich das Gefühl, sie spielt früher, wo die Industrialisierung und die damit verbundenen Probleme erst anfangen.
Ein großer Teil des Buches nimmt die Suche nach weiteren Mitgliedern des Geheimbundes ein, was mir eigentlich sehr gut gefiel. Die Darstellung der Suche und des “Castings” fand ich sehr realistisch, vorallem bei dem Hintergrund, dass es bisher noch keine feste Bezahlung der Mitglieder gibt.
Die verschiedenen Charaktere erhalten, vorallem durch diese relativ lange Einführung in die Geschichte, Tiefe und man hat lange genug Zeit sich ein Bild von den Figuren zu machen.
In “Die dunkle Quelle” gibt es eigentlich keine typischen Fantasygestalten wie Elfen, Feen oder Zwerge. Vielmehr besticht es durch die Kreativität des Autors mit sogenannten Schmetterlingswesen, Kruhnskriegern, etc.
Der Schreibstil ist überaus flüssig zu lesen. Zwar ist der Hintergrund des Buches – Zerstörung der Umwelt – sehr ernst, aber dennoch gibt es hier “Situationskomik”, sodass das Buch dennoch toll zu lesen ist und man zwischendurch auch mal was zu lachen hat.
“Die dunkle Quelle” ist der Auftakt einer langen Reihe, die sich “Im Zeichen des Mammuts” nennt. Diese Serienname gefällt mir sehr gut, da im Buch auch selbst darauf Bezug genommen wird, z.B. da Rodraeg am Anfang von einem Mammut träumt und Mammuts auch in dieser Welt bereits ausgestorben sind.
Das Buch ist in sich geschlossen, ein Cliffhanger ist nicht vorhanden. Dennoch hat mir dieser Auftaktband sehr viel Freude bereitet, sodass ich die weiteren Bände garantiert lesen werde.
Der erste Band der Reihe “Im Zeichen des Mammuts” ist ganz tolle, aber ungewöhnliche Fantasy von einem deutschen Autor. Mit hohen Erwartungen habe ich das Buch gelesen, aber ich wurde nicht enttäuscht und ich freue mich auf die weiteren Bände dieser faszinierenden Reihe.
