Der Tribun Gaius Cornelius Cinna bekommt den Auftrag dem Statthalter Varus eine Nachricht zu überbringen. Auf dem Weg dorthin wird er jedoch überfallen, seine Begleiter ermordet und er selbst als Geisel zu einem cheruskischen Fürsten gebracht. Dort sieht er sich permanent der Gefahr ausgesetzt, Arminius ausgeliefert zu werden, der nichts weiter als seinen Tod will. Doch schon bald muss er erkennen, daß aus den ehemaligen Feinden Freunde geworden sind, die gegen ein gemeinsames Ziel ankämpfen, die Herrschaft Arminius.
Im Vordergrund steht die Entwicklung Cinnas, die zwar teilweise vorhersehbar, jedoch keineswegs langweilig ist. Es ist spannend zu lesen, wie sich die beiden so (vordergründig) unterschiedlichen Kulturen annähern. Cinna verliert nach und nach seine anfängliche Abscheu und als Hraban bereit ist, sein Leben für Cinna aufs Spiel zu setzen, findet er beinahe die Familie, die er nie hatte.
Einzig und allein Liuba stellt sich dieser Freundschaft in den Weg und diese Figur ist auch mein einziger Kritikpunkt. Er kommt einfach zu farblos daher, selbst für einen Bösewicht. Manchmal scheint es fast, er muss böse sein, weil einfach ein Bösewicht gebraucht wird. Selbst als seine Beweggründe klarer werden und man vielleicht ahnt, was in ihm vorgeht, ist es doch unverständlich (zumindest für mich) daß er für seine Rache und den Tod Cinnas bereit ist alles aufs Spiel zu setzen.
Sehr gut gefallen hat mir die Tatsache, daß man einmal mehr über die Germanen erfährt, die neben der römischen Übermacht meist ein undankbares Dasein fristen.
Der Roman ist spannnend geschrieben und gut recherchiert (soweit ich als Laie das beurteilen kann

) und man gewinnt den Eindruck, daß es sich so oder so ähnlich tatsächlich abgespielt haben könnte.
Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren in der Fortsetzung, die sich glücklicherweise bereits in meinem SUB befindet und sicher nicht mehr lange darauf warten muss, gelesen zu werden!