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Autor Thema: Corina Bomann - Sturmsegel  (Gelesen 31 mal)

Jari

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Corina Bomann - Sturmsegel
« am: 01. Februar 2012, 18:09:10 »

Inhalt:

Stralsund, 1628. Der Dreissigjährige Krieg tobt, trotzdem führen Anneke und ihre Mutter ein schönes, wenn auch bescheidenes Leben. Als jedoch Annekes Mutter stirbt, verändert sich das Leben des jungen Mädchens grundlegend. Ihr reicher Vater nimmt sie zu sich. Anneke trägt nun wunderschöne Kleider und ist eine Dame.
Doch ist auch dieses Leben nicht von Dauer. Der Krieg steht vor der Türe und Annekes Vater sieht nur eine Lösung: Nämlich die, dass Anneke in das entfernte Schweden reisen soll...

Meine Meinung:

Corina Bomann entführt den Leser in "Sturmsegel" in das Deutschland und das Schweden des 17. Jahrhunderts. Mitten hinein in den Dreissigjährigen Krieg.

Die Autorin schafft es auf Anhieb, das damalige Leben und die Atmosphäre in der Stadt Stralsund lebendig zu beschreiben. Anneke ist sich des Krieges bewusst, doch ist er noch in weiter Ferne. Das Leben ist karg, doch sie und ihre Mutter wissen sich zu helfen.
Doch mehr und mehr drängt der Krieg sich in das Leben des Mädchens und ihr Leben verändert sich. Auch hier kann die Autorin punkten, beschreibt sie doch anschaulich, wie aus dem unbedarften Wildfang eine junge Frau wird, die für sich und diejenigen, die sie liebt, eintritt.

Im Buch trifft man auf Personen, die real existiert haben und Geschehnisse, die tatsächlich stattgefunden haben. Bomann hat die fiktiven Charaktere gut in den realen Hintergrund eingearbeitet, die Geschichte ist greifbar und wirkt an keiner Stelle gewollt. Als Leser wird man direkt in die richtige Stimmung versetzt und das Buch liess zumindest mich kaum mehr los.

Ebenfalls positiv fielen mir die eingewobenen schwedischen Sätze auf, die Bomann den Personen in Schweden in den Mund legt. Anfangs fand ich es etwas unrealistisch, dass Anneke überall auf deutschsprachige Menschen trifft, doch wurde dies durch die schwedischen  Sprachfetzen wieder wett gemacht. Die Sätze werden im Glossar am Ende des Buches erklärt, wo man auch die benutzten Ausdrücke aus dem Kriegs- und Volksvokabular nachschlagen kann.

Die Geschichte weist einen für Jugendromane typischen Schreibstil auf, der sich einfach lesen lässt, jedoch trotzdem packend ist. Annekes Gefühle sind greifbar und man kann sich als junger Leser gut mit ihr identifizieren. Man leidet am Tod der Mutter und fühlt Annekes Verliebtheit, als sie in Schweden den Schiffsbauer Ingmar kennenlernt.

Die Liebesgeschichte zwischen Anneke und Ingmar ist zum Glück nicht dramatisiert, sondern wird sehr feinfühlig in die Hintergrundgeschichte über Annekes Leben eingewebt. So lernt man auch einiges über Beziehungen und Eheschliessungen im 17. Jahrhundert.
Zu keiner Zeit drängt die Liebesgeschichte zu sehr in den Vordergrund und sie wird angenehm langsam erzählt. Schritt für Schritt kommen sich die beiden Protagonisten näher und werden durch weitere Schicksalsschläge aneinandergebunden.

Ab und zu war es beinahe zu viel der Schicksalsschläge, doch wenn man bedenkt, zu welchen Zeiten die Geschichte spielt, kann man dies gut akzeptieren.

Fazit:

"Sturmsegel" ist ein Buch für jugendliche und auch erwachsene Leser, die historische Hintergründe schätzen und es mögen, wenn auch Personen auftreten, die real existiert haben. "Sturmsegel" weist definitv einen gewissen Lerneffekt auf und ist trotzdem angenehm zu lesen. Wer ein Buch zum Thema Dreissigjähriger Krieg sucht, sollte an diesem Buch nicht vorbeigehen.

Corina Bomanns "Sturmsegel" ist definitiv eines der besten Jugendbücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Die Geschichte ist packend und ich fühlte mich auch im historischen Setting zu Hause. Anneke war mir mit ihren Ecken und Kanten sympathisch und ich wollte wirklich wissen, wie es mit ihr weitergeht. Deshalb konnte ich kaum aufhören zu lesen.



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