Hey Leute,
nachdem ich nun das Buch und den Film ‚Abbitte’ gelesen bzw. gesehen habe, möchte ich euch meine Meinung nicht vorenthalten.
Zuerst einmal: Ich fand beides – Buch und Verfilmung – überwältigend. Ich gebe zu, dass ich ein echter McEwan-Fan bin...
Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, von denen ersterer davon erzählt, wie die dreizehnjährige Briony Tallis durch ein Missverständnis das Leben zweier Menschen für immer verändert. So der Buchrücken. Das klingt nun etwas hochgestochen und unscharf, ist aber bei McEwan-Romanen keine Seltenheit: wenig Handlung, dafür brillanter Schreibstil und immer interessant. Dass dieses Ereignis wirklich so einflussreich für die Handlung ist, zeigen der zweite und der dritte Teil.
Hier wurde ich Gott sei dank nicht so enttäuscht wie in Saturday, ebenfalls ein Buch von McEwan. Dort liefen die Fäden nämlich in einem null und nichtigen Szenario zusammen, das – so würde ich mal schätzen – ungefähr 4-5 Mal am Tag in New York passiert.
‚Abbitte’ ist da anders: Das Buch verdient seinen Namen – Abbitte. Denn das ist es, was hier geleistet wird. Eine Abbitte auf eine Sünde, die ein Mensch in seinem Leben begangen hat, damit viel Unheil über Unschuldige gebracht hat und nun dazu verdammt ist, mit dieser Schuld den Rest seines Lebens zu leben. Intensiv beschreibt McEwan hier die Gefühle und Gedanken der verschiedenen Charaktere – des Täters sowie der Opfer. Dabei gibt es zwischen Teil 1 und 2 einen starken Einschnitt, etwas Ähnliches wie in Schlinks ‚Vorleser’. Meinem Vater hat das nicht besonders gut gefallen, ich dagegen fand beide Teile für ihren Teil genial - es ist vermutlich Geschmackssache.
Der Film hat ein paar Dinge wegrationiert, vor allem Situationen aus dem zweiten Teil wurden schlichtweg weggelassen – schade eigentlich, aber vermutlich wollte man den Film auch für Unter-Sechzehn-Jährige freigeben. Insgesamt hat der Film die Atmosphäre eingefangen, obwohl ich finde, dass er als Außenstehender – d.h. jemandem, der das Buch nicht gelesen hat – besonders am Anfang etwas schwierig zu verstehen ist. Ich nehme da mal meine Mutter als Maßstab..
Also, wer das Buch gelesen hat, sollte sich den Film auf keinen Fall entgehen lassen, er macht das Buch nicht kaputt.
Tipp: Lest das Buch zuerst, dann könnt ihr euch die ganzen Gefühle und Gedanken, die im Film logischerweise zu kurz kommen, im Buch aber Hunderte von Seiten füllen, dazu denken und ihr verpasst nichts.
Ich vergebe für das Buch

Ich vergebe für den Film
