Alexander Marguier - Das Luxuslexikon. Das Beste, was für Geld zu haben ist.

Das Luxuslexikon enthält 80 kurze Essays über allerlei notwendige und unnötige Gegenstände des täglichen Lebens des gutsituierten Mitmenschen. Die Beiträge sind ursprünglich in der WELT erschienen und sind nun in alphabetischer Reihenfolge angeordnet. So reichen die Beiträge vom Anzug, über die Bettwäsche, den Cognac, den Füllfederhalter, die Hochzeit, den Kaffee, die Partnerschaftsvermittlung bis zur Zigarre.
Das nur drei Seiten umfassende Vorwort des Autors hätte man sich etwas länger gewünscht. Dort wird über Luxus reflektiert. Eine Reinemachefrau investiert all ihre Ersparnisse in ein Dior-Kleid und der Autor (und der Rezensent hier) bewundert dieses Verhalten, denn wie sähe unsere Welt sonst aus, wenn wir immer nur nach dem Notwendigen und Praktischen streben würden. Die Essays greifen somit ein Bedürfnis auf, die auch durch die Geschäftsidee des erfolgreichen biber online Shops befriedigt wird.
Das Buch enthält viele Essays von Artikeln, die sich prinzipiell auch ein normalsterblicher leisten könnte, wenn er denn die gleichen Qualitätsmaßstäbe hätte. Marguier zeigt dabei die Qualitätsunterschiede zu Standardprodukten auf, interessant die Regenschirmmanufaktur aus England oder die Unterwäsche aus der Schweiz. Dann gibt es Produkte, die wohl ausschließlich die Neugier befriedigen, so beispielsweise der Preis eines Auftragsredners. Unser Ex-Bundeskanzler Schröder wird dort mit 50 - 70 TEUR taxiert. Auch der Privatjet für 46 Millionen Dollar dürfte wohl für alle Leser ein (Alb-)Traum bleiben.
Bei der Menge der Essays kann man Zweifel haben, wie gut jeder einzelne davon recherchiert wurde, in Internetbesprechungen werden bei einigen Produkten Bedenken angemeldet, dass nur die allerhöchste Qualität Erwähnung findet. Das würde ich diesem Buch jedoch nicht vorhalten, eher der nur selten anzutreffende Abstand zum Luxus. Ein wenig mehr Humor wäre oft angebracht, so nimmt der Autor viele Themen tierisch ernst, insbesondere wenn er die besten Hotels der Welt in langweiliger Weise aufzählt.
Eine solche Serie hätte stark von der Leidenschaft
unterschiedlicher Autoren leben können und könnte so manches Produkt abseits des Weges beleuchten, wie die Küchenreiben von Microplane:
http://www.kochen-essen-wohnen.de/microplane.htmlDennoch gab es einige ausgefallene Produktvorstellungen wie den französischen Hersteller schöner Backgammon-Spiele.

Nun ja, vielleicht der Auftakt für mein eigenes Luxusbuch!
Gruß, Thomas